WISSENSCHAFTLICHE ERGEBNISSE )ER DEUTSCHEN TIEFSEE-EXPEDITION AUF DEM DAMPFER „VALDIVIA" 1898-1899 IM AUFTRAGE DES REICHSAMTES DES INNERN HERAUSGEGEBEN VON CARL CHUN PROFESSOR DER ZOOLOGIE IN LEIPZIG LEITER DER EXPEDITION FÜNFZEHNTER BAND. ERSTE LIEFERUNG. Prof. Dr. AUGUST BRAUER. DIE TIEFSEE-FISCHE. L, SYSTEMATISCHER TEIL. Mit 16 Tafeln, 2 Karten und 20 Abbildungen im Text. / JENA VERLAG VON GUSTAV FISCHER 1906 Preis für Text und Atlas: Für Abnehmer des ganzen Werkes: 120 Mark. Für den Einzelverkauf: 140 Mark. Verlag von Gustav Fischer in Jena. auf dem Dampfer „Valdivia" 1898-1899 Im Auftrage des Reichsamts des Innern herausgegeben von Carl Chun Professor der Zoologie in Leipzig, Leiter der Expedition. Es bearbeiten: Ausrüstung der „Valdivia": Ober-Inspektor Sachse und Inspektor Polis, Hamburg, Reisebeschreibung: Prof. Chun, Leipzig, *Oceanographie und Maritime Meteorologie: Dr. G. Schott, Seewarte Hamburg, *Das Wiederauffinden der Bouvet-Insel : Ober-Inspektor W. Sachse, Hamburg. Chemie des Meerwassers : Dr. P. Schmidt, Leipzig, Grundproben : Sir John Murray, Edinburgh, u. Dr. Philippi, Berlin, *Antarktische Geschichte: Prof. Zirkel, Leipzig, und Dr. Reinisch, Leipzig, Gesteinsproben : Dr. Reinisch, Leipzig, Quantitative Planktonfange: Dr. Apstein, Kiel, Schließnetzfänge: Prof. Chun, Leipzig. Botanik. ^Inselfloren (Canaren, Kerguelen, St. Paul, Neu-Amsterdam, Chagos, Seychellen): Prof. Schenck, Darmstadt (mit Be- nutzung der Aufzeichnungen von Prof. Schimper, Basel), Flora der besuchten Festländer: Prof. Schenck, Darmstadt, Kapflora : Dr. Marloth, Kapstadt, *Marines Phytoplankton (Diatomeen und Peridineen): Prof. Karsten, Bonn, Meeresalgen: Th. Reinbold, Itzehoe. Zoologie. I. Protozoa Radiolaria: Prof. Haecker, Stuttgart, Foraminifera: F. Winter, Frankfurt a. M., *Xenophyophora : Prof. F. E. Schulze, Berlin. II. Coelenterata *Hexactinellida : Prof. Fr. E. Schulze, Berlin, Monaxonia : Dr. Thiele, Berlin, Tetraxonia: Prof. v. Lendenfeld, Prag, Calcarea: Prof. Urban, Plan i. Böhmen, Hydroidea: Prof. Will, Rostock, Siphonophora: Prof. Chun, Leipzig, Craspedota : Prof. Vanhoeffen, Kiel, *Acraspedota : Prof. Vanhoeffen, Kiel, Ctenophora: Prof. Chun, Leipzig, Alcyonaria: Prof. Kükenthal, Breslau, * Antipathidae : Dr. Schultze, Jena, Actiniaria: Prof. Carlgren, Stockholm, *Madreporaria : Prof. von Marenzeller, Wien. III. Echinodermata Crinoidea: Prof. Döderlein, Straßburg, *Echinoidea: Prof. Döderlein, Straßburg, * Anatomie des Palaeopneustes : Dr. Wagner, Dresden, * Anatomie der Echinothuriden : Dr. W. Schurig, Leipzig. Asteroidea : Prof. Ludwig, Bonn, Holothurioidea: Prof. Ludwig, Bonn, Ophiuroidea: Prof. zur Strassen, Leipzig. IV. Vermes Turbellaria Acoela: Prof. Böhmig, Graz, Polyclades : Dr. von Stummer, Graz, Nemertini : Prof. Bürger, Santiago de Chile, Cestodes: Prof. Braun, Königsberg, Trematodes: Prof. Braun, Königsberg, Frei lebende Nematoden: Prof. zur Strassen, Leipzig Chaetognatha : Dr. Krumbach, Breslau, Gephyrea: Prof. Spengel, Gießen, Gephyreenlarven : Prof. Schauinsland, Bremen, Priapulus : Prof. Schauinsland, Bremen, *01igochaetae: Dr. Michaelsen, Hamburg, Annelides: Prof. Ehlers, Göttingen, Pelagische Anneliden : Dr. Reibisch, Kiel, Annelidenlarven : Dr. Woltereck, Leipzig, Brachiopoda: Prof. Blochmann, Tübingen, Bryozoa: Dr. Braera, Berlin. V. Arthropoda Cirripedia: Dr. Weltner, Berlin, Rhizocephala : Prof. Fraisse, Jena, Die bereits erschienenen Bearbeitungen sind mit * versehen. Copepoda: Dr. Steuer, Triest, *< Istracoda: Prof. Müller, Greifswald, Isopoda: Prof. zur Strassen, Leipzig. Bopyridae: Prof. Fraisse, Jena, Cymothoidae: Prof. Fraisse, Jena, Amphipoda: Dr. Woltereck, Leipzig, *Leptostraca : Dr. Thiele, Berlin, *Stomatopoda : Dr. Jurich, Leipzig, Cumacea : Dr. Zimmer, Breslau, Sergestidae : Dr. Jllig, Leipzig, Schizopoda: Dr. Jllig, Leipzig, Macrura : Prof. Pfeffer, Hamburg, Anomura: Dr. Doflein, München, *Brachyura: Dr. Doflein, München, Dekapodenlarven: Dr. Zimmer, Breslau, Augen der Dekapoden: Dr. Reinh. Dohrn, Neapel. *Pantopoda: Prof. Möbius, Berlin, *Landarthropoden der antarktischen Inseln: Dr. Enderlein, Berlin. VI. Mollusca Lamellibranchiata: Dr. Thiele, Berlin, *Neomenia: Dr. Thiele, Berlin, ' Scaphopoda: Prof. Plate, Berlin, *Placophora: Dr. Thiele, Berlin, *Prosobranchiata : Prof. v. Martens u. Dr. Thiele. Berlin, Gasteropodenlarven : Prof. Simroth, Leipzig, Heteropoda: Dr. Brüel, Halle a. S., *Pteropoda: Dr. Meisenheimer, Marburg, Cephalopoda: Prof. Chun, Leipzig. VII. Tunicata Appendiculariae : Dr. Lohmann, Kiel, *Monascidiae: Dr. Michaelsen, Hamburg, Svnascidiae: Dr. Hartmeyer, Berlin, Pyrosomata: Prof. Seeliger, Rostock, *Salpae: Dr. Apstein, Kiel, *Doliolidae : Dr. Neumann, Leipzig. VIII. Vertebrata :i -Aniphioxides: Dr. Goldschmidt, München, :1: Tiefseefische : Prof. Brauer, Marburg, K ustenfische : Sudhäring: Prof. Heincke, Helgoland, *Anat. d. Riesenschildkröten: Dr. Schacht, Hamburg, *Luftsäcke der Albatrosse: Dr. Ulrich, Liegnitz, *Vögel: Prof. Reichenow, Berlin. Fortsetzung auf Heile 3 des Umschlags' WISSENSCHAFTLICHE ERGEBNISSE DER DEUTSCHEN TIEFSEE-EXPEDITION AUF DEM DAMPFER „VALDIVIA" 1898-1899 IM AUFTRAGE DES REICHSAMTES DES INNERN HERAUSGEGEBEN VON CARL CHUN PROFESSOR DER ZOOLOGIE IN LEIPZIG LEITER DER EXPEDITION. f- FÜNFZEHNTER BAND. Mit 42 Tafeln, 2 Karten und 187 Abbildungen im Text. JENA VERLAG VON GUSTAV FISCHER 1908 Inhalt des fünfzehnten Bandes. Seite Die Tief see - Fische. I. Systematischer Teil. Von Prof. Dr. August Brauer. Mit Tafel I — XVI, 2 Karten und 176 Abbildungen im Text 1 Die Tiefsee - Fische. IL Anatomischer Teil. Von Prof. Dr. August Brauer. Mit Tafel XIX— XLIV und 1 1 Abbildungen im Text 1 Die Tiefsee-Fische Bearbeitet Prof. Dr. August Brauer in Berlin. I. Systematischer Teil. Mit 16 Tafeln, 2 Karten und 176 Figuren im Text. Mh» Deutsche Tiefsee-Expediiion 1898—1899. Bd XV. NO * _ „ * oY i ^ ,Yj S Eingegangen den 17. April 1906. C. Chun. Einleitung. Die größeren Tiefsee-Expeditionen der letzten drei Jahrzehnte haben unsere Kenntnis von den Tiefseefischen zwar außerordentlich erweitert, die Zahl der Arten, deren Vorkommen unter- halb der Grenze von 400 m mehr oder weniger sicher nachgewiesen ist, ist auf rund 1000 ge- stiegen, aber jede Expedition hat auch wieder gezeigt, daß in neuen, bisher noch nicht durch- forschten Gebieten noch immer eine verhältnismäßig große Zahl neuer Arten gewonnen wird, und somit unsere Kenntnis auch jetzt noch eine lückenhafte genannt werden muri. Weiter aber kommt hinzu, daß die meisten Arten nicht nur, sondern selbst Gattungen nur in einigen Exemplaren bekannt sind, und daher Tiefseefische immer noch zu den Raritäten der meisten Museen ge- hören, und die Untersuchung sich meist auf das Aeußere beschränken muß, oder die innere Anatomie nur soweit berücksichtigt werden darf, als es ohne Schaden der Exemplare möglich ist. Der Weg, den die V a 1 d i v i a -Expedition genommen hat, führte im wesentlichen durch neue Gebiete; so war die ganze Westküste Afrikas südlich vom Golf von Guinea, der von ihr durchfahrene Teil des Antarktischen Meeres und die größten Gebiete des Indischen Oceans noch nicht vorher von einer Expedition auf ihre Tiefseefauna untersucht. Man sollte deshalb ebenfalls wie z. B. bei den Expeditionen des I n vestigators, des Albatross und des Blake eine außerordentlich reiche Ausbeute an Tiefseefischen und neuen Formen erwarten. Das ist aber, soweit die Grundfische in Betracht kommen, nicht der Fall. Denn von den 206 Arten, die 90 Gattungen zugehören, nebenbei eine größere Zahl, als der Challenger auf seiner dreijährigen Reise erbeutet hat — sind nur 30 Gattungen und 55 Arten Grundfische, und von ihnen sind nur 2 Gattungen und 9 Arten neu. Dieses erklärt sich daraus, daß zum Teil die Dredgegründe sehr ungünstig waren, zum Teil infolge widriger Umstände nicht ge- dredgt werden konnte, und zum Teil die Grundfische in den neuen Gebieten mit schon bekannten identisch sind. Sehr ungünstig ist der Golf von Guinea und ein Teil der südlich angrenzenden Westküste Afrikas, indem hier infolge der von den Flüssen mitgeführten Massen der Boden aus einem zähen Schlick besteht, der nur wenigen Formen, so Würmern und Echinodermen, zur Existenz günstige Bedingungen bietet, oder auch das Dredgen derart erschwerte, daß eine Er- langung von Fischen nicht möglich war. Im antarktischen Gebiet, auf das man große Hoff- nungen gesetzt hatte, bot die unerwartete große Tiefe (5000 — 6000 m), das Wetter und das Eis derartige Hindernisse, daß abgesehen von den wenigen Zügen an der Küste der Bouvet- Insel nur ein Dredgezug unternommen werden konnte. Auf der Fahrt von den Kerguelen bis Sumatra erwiesen sich die ebenfalls großen Tiefen sehr fischarm, dagegen boten ganz aus- gezeichnete Dredgegründe und große Ausbeute das Binnenmeer an der Westküste Sumatras . August Brauer, und die ostafrikanische Küste von Sansibar bis zum Golf von Aden. Es zeigte sich aber, daß die hier gefangenen Grundfische fast durchweg dieselben waren, welche der Investigator an den Küsten Vorderindiens, im Golf von Bengalen und in der Andamanen-See er- beutet hatte. I )agcgen ist durch die Expedition die Kenntnis der bathypelagischen Fische außerordentlich erweitert worden. Von den 90 Gattungen und 206 Arten gehören zu ihnen 60 Gattungen und 151 Arten, und 14 Gattungen und 54 Arten sind neu. Die Existenz einer bathypelagischen Fauna, für welche Chun zuerst eingetreten ist und durch seine verschiedenen Reisen bereits Be- weise geliefert hat, wird nicht nur für diebische bestätigt, sondern es wird auch zum erstenmal in großem Malistalje klargelegt, daß sie außerordentlich reich an Formen ist. Aber nicht nur in quantitativer Hinsicht ist ein großer Gewinn erzielt, sondern auch in qualitativer, indem neue biologisch außerordentlich interessante und für allgemeine Fragen wichtige Formen gefangen wurden, die zu einer Fülle von neuen Fragen, die die Tiefsee bietet, führen. Diesen großen Erfolg, welcher die Tiefseeforschung fraglos einen großen Schritt weiter bringt und in neue Bahnen leiten wird, ist zweifellos in erster Linie der sehr reichen Anwendung- von Vertikalnetzen, deren Bedeutung Hensen auf der Plankton-Expedition zuerst gezeigt hat, zuzuschreiben. Auch die Schließnetze haben, wenn sie auch wegen ihrer geringen Größe zum Fangen von Fischen wem'"- geeignet waren, für die vertikale Verbreitung einiger Arten wichtigen Aufschluß gegeben. Ein weiterer Erfolg der Expedition in bezug auf die Tiefseefische, welcher zum größten Teil wiederum in dem Gebrauch der Vertikalnetze, besonders in ihrer Ausstattung mit einem Glas- eimer, und weiter in der sorgfaltigen Behandlung und Konservierung der Fische begründet ist, ist die vorzügliche Erhaltung des Materials. Während von den Bearbeitern der Ausbeute aller früheren Expeditionen meist Klage geführt wird über den der Untersuchung mehr minder un- günstigen Erhaltungszustand der Tiefseefische, kann ich eine solche nur hinsichtlich vieler mit dem Trawl gefangener Fische erheben, indem diese manchmal durch das Ziehen über den Boden und durch die infolge der schnellen Filtration eintretende Pressung gegen die Netzwände stark geschunden sind. Zwar kommen auch die mit den Vertikalnetzen gefangenen Tiefseefische in i\cn meisten Fällen tot oder fast tot an die Oberfläche, was wohl in erster Linie der großen Temperaturdilferenz, welche die Oberflächenschichten in den nichtpolaren Gebieten gegenüber der Tiefsee bieten, zuzuschreiben ist, der Druckdifferenz nur in den Fällen, in welchen eine Schwimmblase vorhanden ist, aber im übrigen waren sie so ausgezeichnet erhalten, daß nur in wenigen Fällen selbst bei der mikroskopischen Untersuchung der Organe etwas von den von anderen Autoren so oft geschilderten Zerreißungen oder Verunstaltungen infolge der Druck- differenzen oder von anderen Ursachen zu erkennen war, und die Untersuchung selbst auf histo- logische Einheiten ausgedehnt werden konnte. Da der Leiter der Expedition in liberalster Weise das kostbare Material mir auch für eine genauere Untersuchung einzelner Organe überlassen hat, ist es, hoffe ich, möglich gewesen, auch nach dieser Richtung unsere Kenntnis der Tiefsee- fische zu erweitern und manches neue, biologisch allgemein wichtige Resultat zu gewinnen. Es war ursprünglich meine Absicht, den systematischen und anatomischen Teil gleich- zeitig zu veröffentlichen, aber leider erfordert die Ausarbeitung des letzteren weit mehr Zeit als ich angenommen hatte, und da die Uebernahme der Direktion des Zoologischen Museums in Berlin in diesem Jahr eine Fertigstellung kaum ermöglichen wird, so ziehe ich es vor, den 4 Die Tiefseefisclu-. systematischen Teil für sich zu veröffentlichen. Kr enthält die systematische Beschreibung der erbeuteten Formen und zum Schluß noch einige tiergeographische Betrachtungen über alle Tiefseefische, doch berücksichtigen diese nicht die Fragen, welche nur mit Hilfe der Kenntnis der Organisation der Tiefseefische, soweit sie ihren Existenzbedingungen angepaßt erscheint, in Angriff genommen werden können. Kine Charakteristik der Tiefseefische soll deshalb erst am Ende des zweiten Teils versucht werden. Da die Sammlung der Valdivia aus dieser oder jener Gattung nur eine oder wenige Arten enthält, und es leider nicht möglich war, aus anderen Museen von Tiefseefischen ein größeres Material zu erhalten, so mußte ich auf eine eingehendere systematische Durcharbeitung der meisten Gattungen, so dringend notwendig sie auch erschien, verzichten und mich nur auf die Beschreibung des V a 1 d i v i a -Materials im allgemeinen beschränken, und bei ihrer Einteilung bin ich der von Boulenger (1904) gegebenen im wesentlichen gefolgt. Nur für die Gattung Myctophum habe ich infolge des liebenswürdigen Entgegenkommens vieler Museen ein größeres Material untersuchen und eine Revision dieser artenreichen Gattung vornehmen können. Einen nicht geringen Vorzug wird diese Bearbeitung vor früheren haben, nämlich den einer ganz vorzüglichen farbigen Abbildung der neuen und vieler schon bekannt gewesener Formen. Ks ist dieses lediglich das Verdienst von meinem Freunde und Reisegefährten Fritz Winter, der nicht nur an Bord sofort nach dem Fange die Farben der Fische in geradezu meisterhafter Weise festgehalten hat, sondern auch aus reinem Interesse an der Wissenschaft und dem Werk bereit gewesen ist, die definitive Ausführung der Skizzen zu übernehmen. Nur dem Umstände, daß er nicht nur Künstler, sondern auch Zoologe ist, ist es zuzuschreiben, daß hier von Tiefseefischen so naturgetreue, den Charakter der Art so vorzüglich wiedergebende und dabei künstlerische Abbildungen gegeben werden wie bisher in keinem einzigen Werk. Wenn sich später herausstellen sollte, dal] bei einigen Fischen die Farben nicht getroffen sein sollten, so ist die Ursache nur darin zu suchen, daß die Tiere, als der Fang an die Oberfläche kam, ihre natürlichen Farben bereits verloren oder verändert hatten. Es bedarf wohl kaum der Er- wähnung, daß mir die Korrektur der Figuren dadurch, daß ihre Herstellung in der Hand eines Fachgenossen lag, wesentlich erleichtert ist, und ich aus dem Zusammenarbeiten viel gewonnen habe. Es ist mir deshalb eine große Freude und Pflicht, Fritz Winter auch hier für seine Mitarbeit meinen aufrichtigen I )ank auszusprechen. Großer Dank gebührt aber auch dem Ver- leger, Herrn Dr. Fischer, welcher trotz der außerordentlichen Kosten, die die Tafeln verur- sachten, ohne Bedenken ihrer möglichst guten Wiedergabe zugestimmt hat. In den Fällen, in welchen Einzelheiten, die systematisch wichtig sind, nicht in den farbigen Figuren klar genug zum Ausdruck kommen, habe ich einfache, aber genaue Skizzen dem Texte beigefügt. Die im Text angegebenen Maße sind stets am konservierten Tier genommen. Daher zeigen in einigen Fällen die farbigen Figuren, die nach den vor der Konservierung gemachten Skizzen angefertigt sind, andere Maße; so ist besonders durch nachträgliche Schrumpfung im Alkohol die Höhe und Breite des Tieres z. B. bei den nackten oder wenig beschuppten Formen kleiner geworden. Die vorliegende Bearbeitung berücksichtigt nur die sogenannten Tief Seefische, nicht die Litoral- und in den Oberflächenschichten pelagisch lebenden Fische. Wo aber ist die Grenze? 5 k (l August Brauer, Diese Frage kehrt in allen Bearbeitungen wieder und dürfte nie einwandfrei beantwortet werden, weil eine für alle gültige Grenze nicht existiert. Während man zuerst die Hundertfadenlinie als solche angenommen hat, und einige auch noch an ihr festhalten, hat man in neuerer Zeit mehr und mehr als Grenze die Tiefe von 400 m gesetzt. Ist auch sie eine künstliche und keineswegs für alle Tiefseefische gültige, indem manche auch oberhalb derselben noch gefunden sind, so läßt sie sich doch weit besser, wie besonders Chun schon ausgeführt hat, begründen als irgend eine andere. Denn bis zu dieser Grenze dringt das Sonnenlicht nach unseren jetzigen Erfahrungen höchstens in das Meer ein, und von hier ab hört infolgedessen jedes Leben grüner Pflanzen auf. Damit beginnen Bedingungen, welche die Tiefsee zweifellos am schärfsten charakterisieren und zweifellos auch die wichtigsten umgestaltenden Einflüsse auf die unter diese Grenze gewan- derten bische ausgeübt haben. Temperaturunterschiede, Druckdifferenzen, Mangel an Strömungen, Unabhängigkeit von den oberflächlichen meteorologischen Erscheinungen, so wichtig sie auch sein mögen, geben nicht so durchgreifende Grenzen für die Fische wie jene. Diese 400 m-Grenze kann nicht eine scharfe, allgemein gültige sein. Denn erstens verschiebt sie sich in den polaren Gegenden nach den Jahreszeiten, in den übrigen nach der Tageszeit, zweitens leben viele Formen in ihren Jugendstadien in den Oberflächenschichten, und drittens reicht für viele das Verbreitungs- gebiet bis in höhere Schichten hinauf. Da leider bis jetzt eine genaue vertikale Begrenzung ihres Gebietes nicht möglich ist, wir aber aus vereinzelten Fänden sicher wissen, daß sie zeit- weise unterhalb 400 m leben, so habe ich auch diese Formen mit berücksichtigt, auch wenn es mir selbst sehr wahrscheinlich ist, daß ihre Einreihung unter die „Tiefseefische" falsch ist. Bevor ich die Beschreibung beginne, drängt es mich, Herrn Prof. Dr. Chun auch hier meinen aufrichtigen Dank auszusprechen, dafür, daß er es mir möglich gemacht hat, an der Expedition teilzunehmen und mich dadurch eine Fülle von Anregungen nach den verschiedensten Seiten hat gewinnen lassen, weiter dafür, daß er mir dieses wertvolle Material zur Bearbeitung anvertraut, in liberalster Weise die wissenschaftliche Ausnutzung gestattet, und die Arbeit durch Rat und Tat nach jeder Richtung hin fortwährend gefördert hat. Die Tiefseefische. A. Elasmobranchii. Farn. Scylliorhinidae. Scylliorhinus Blainyille. Scylliorhinus Blainville 1816 p. 263. Scyllium Cuvier 1S17 p. 124; Günther 1859 — 1870 V. 8 p. 400. Scylliorhinus Gili. 1861 p. 41. 1. Scylliorhinus hisftidus (Alcock). Scyllium hispidum Alcock 1891 p. 21 ; 1899 p. 15 Taf. VIII fig. 3, 3 a. Scylliorhinus hispidus (Alcock) Goode u. Bean 1896 p. 508. Größte Höhe zur Körperlänge 1 : 9,2 ; Kopflänge (gemessen bis zum hinteren Rande der letzten Kiemenspalte) zur Körperlänge 1 : 4,3 ; Breite des Kopfes zu seiner Länge 1 : 1,4; Schnauze (von der Spitze bis zum vorderen Augenrand) zur Kopflänge 1 : 3,5 ; Breite des Auges zur Kopflänge 1 : 5,2, zur Schnauze 1 : 1,6, zur Breite des Interorbitalraums 1 : 1,7. Kopf stark ab- geplattet; Schnauze spateiförmig, abgerundet. Die Nasenlöcher sind getrennt voneinander, an jeder Klappe ein Cirrus, die Entfernung der beiden hinteren Nasenlöcher voneinander ist fast pfleich der Hälfte der Schnauze, ihre kürzeste Entfernung: von dem Oberkiefer ist etwas kleiner als die Hälfte des Abstandes zwischen ihnen. Zähne meist fünfspitzig, die mittlere Spitze ist am stärksten entwickelt. Am Mundwinkel eine sehr kurze Lippenfalte, sie erstreckt sich kaum über ein Drittel der Kiefer. Die Brustflosse ist breit, blattförmig. Die Bauchflosse beginnt vor der Mitte des Körpers, ihre Basis endet etwas hinter der Mitte, etwas hinter dem Anfang der ersten Rückenflosse oder auf derselben Vertikale mit ihr. Die Rückenflossen sind klein, die erste größer als die zweite; die erste beginnt auf der Vertikale des Afters, welcher zwischen den Enden der Bauchflossen Hegt, und reicht etwas über das hintere Ende der Basis der Bauchflosse hinaus ; die zweite beginnt über der Mitte der. Analflosse, und ihre Basis endet auf gleicher Vertikale wie die Basis der letzteren. Die Analflosse liegt in weitem Abstände von der Bauchflosse, etwas vor dem Beginn des letzten Körperdrittels, die Breite ihrer Basis ist etwas größer als die Breite des Interorbitalraums, etwas g-eringer als die Basen der beiden Rückenflossen zusammen. Die Schwanzflosse ist nahe ihrem Ende auf der ventralen Seite eingekerbt, nicht aufwärts gebogen, die ventrale Hälfte ist höher als die dorsale, der Teil, welcher das Schwanzende umschließt, ist gerundet, fast symmetrisch gestaltet. Färbung: graubraun auf dem Rücken, heller am Bauch. Auf dem Rücken einige, 8 — 9 dunkle, breite, aber wenig hervortretende Ouerbinden, welche nicht auf die ventrale Körperhälfte hinüberreichen. Durch diese Ouerbinden, welche von Alcock nicht erwähnt werden, ähnelt die Art .SV. quagga (Alcock) (Alcock 1S99, p. 17, Taf. 27, fig. 1), aber die geringe Zahl der Quer- binden und weiter die Lage der zweiten Rückenflosse unterscheidet diese Art von Sc. quagga. 7 yvv y August Brauer, Vorkommen: Indischer Ocean. Investigator: bei den Andamanen; 338 — 766 m: größtes Exemplar 27,9 cm. Valdivia: Stat 245, 5 27' 9" S. Br. 39 ° 18' 8" O. L. Tr. 463 m | Stat.265, 6O24' i"N.Br. 49 o 3 i'6 // O.L.Tr. 628m/° Stafrikanische Küste - 3 Exemplare 26,8, 27,9 und 34 cm lang. Maße: Körperlänge 34 Entfernung zwischen den hinteren Nasenlöchern 1,05 Grollte Körperhöhe 3,7 Kürzeste Entfernung zwischen den Nasenlöchern und dem Kopflänge 7,8 Überkiefer 0,6 Kopfbreite 5,3 Entfernung der Bauchflosse von der Schnauzenspitze 15,6, Schnauze 2,2 der ersten Rückenflosse 16,9 Augenbreite 1,5 der zweiten Rückenflosse 23,1 Breite des Interorbital- der Analflosse 21,7 raums 2,6. Breite der Basis der 'ersten Rückenflosse 1,65, der zweiten 1,4, der Bauchflosse 2,3, der Analflosse 2,85. 2. Scylliorhinus Indiens spec. nov. Taf. XIV, Fig. 1. Diese im Indischen Ocean gefangene Art steht der atlantischen Sc. profundorum G 1 und Bean (1896, p. 17 Fig. 16) sehr nahe, unterscheidet sich von ihr aber durch die breitere Analflosse. Größte Höhe zur Länge des Körpers 1 : 7,7, Kopflänge (gemessen von der Schnauzen- spitze bis zum hinteren Rande der letzten Kiemenspalte) 1 : 3,6, Breite des Kopfes zu seiner Länge 1 : 1,7, Schnauze zur Kopflänge 1 : 2,2, Breite des Auges zur Kopflänge 1 : 5,6, zur Länge der Schnauze 1 : 2,5, zur Breite des Interorbitalraums 1 : 1,9. Der Kopf ist stark abgeplattet, die Schnauze spateiförmig. Die Nasenlöcher sind nicht getrennt, an der vorderen und hinteren Klappe ein Cirrus. Die Enfernung zwischen den beiden hinteren Nasenlochern ist gleich der Augenbreite, die kürzeste Entfernung zwischen dem hinteren Nasenrande und dem Oberkiefer ist gleich der Hälfte der Augenbreite. Am Mundwinkel eine Lippenfalte, welche gegen die Mitte des Mauls allmählich verstreicht. Zähne mäßig groß, fünfspitzig, die zwei seitlichen Spitzen kleiner als die mittlere, in 4 Reihen. Hautzähne dreispitzig. Spritzloch am hinteren Augen- rand. Die letzte Kiemenspalte liegt dorsal von der Basis der Brustflosse. Diese ist breit, blattförmig, fast gleich der Kopflänge ohne die Schnauze. Die Bauchflosse liegt mit der einen Hälfte vor der Mitte des Körpers, sie ist blattförmig, kleiner als die Analflosse, ihre Basis ist gleich der Schnauzenlänge. Die Rückenflossen sind klein, die zweite etwas größer als die erste; die erste beginnt auf der Vertikale des Afters, welcher zwischen den Enden der Bauchflossen, etwas hinter der Körpermitte liegt, und endet auf der Vertikale des Anfangs der Analflosse; die zweite beginnt hinter der Mitte der Analflosse und endet auf der Vertikale des Endes ihrer Basis. Die Analflosse ist sehr breit, beginnt kurz hinter der Basis der Bauchflosse, auf der Vertikale des Endes der Basis der ersten Rückenflosse, und endet auf der Vertikale des Endes der Basis der zweiten. Ihre Basis ist gleich der Kopflänge ohne den postorbitalen Teil. Die Schwanzflosse ist im ventralen Teil nahe ihrem Ende eingekerbt, im vorderen größern Teil so hoch wie die 8 Die Tiefseefische. q Analflosse, der hintere Teil dagegen ist ventral nur sehr wenig höher als dorsal, gleichmäßig abgerundet; der dorsale Teil wird gegen die zweite Rückenflosse hin allmählich niedriger. Färbung: braunschwarz, Auge grünglänzend. 3 Exemplare von 13,2, 32,5 und 33,6 cm Länge. F ü n d o r t : Indisch* r Ocean : Stat. 259: 2" 58' 8" N.Br. 47 ° 6' 1" O. L. Tr. 1289 m; Ostafrikanische Küste. Stat. 270: 13" 1' N.Br. 47" io y 9" O. L. Tr. 1840 m; Golf von Aden. Maße: Länge des Körpers 32,6 Von der Schnauzenspitze sind entfernt: Größte Korperhöhe 4,2 die Brustflosse 8,6 Kopflänge 9 die Bauchflosse 14,55 Kopfbreite 5,3 die Analflosse 18,5 Länge der Schnauze 4 die erste Rückenflosse 17,7 Breite des Maules 3,35 die zweite Rückenflosse 22,4 Breite des Auges 1,6 Breite der Basis der Bauchflosse 3,7, der Anal- Breite des Interorbitalraums 3 flösse 5,5, der ersten Rückenflosse 1,3, der Entfernung zwischen den zweiten Rückenflosse 2. hinteren Nasenlöchern 1,65 Kürzeste Entfernung zwischen den hinteren Nasenlöchern und dem Oberkiefer 0,825. Farn. Rajidae. Raja L. 3. Raja radiata Donovan. Ein kleines, 7,6 cm langes Exemplar wurde von dieser im Nord- Atlantischen Ocean ver- breiteten, gewöhnlich in geringer Tiefe lebenden Art nördlich von Schottland auf Stat. 4 (60 ° 42' N.Br. 3 io' 8" W.L.) mit dem Trawl aus 486 m Tiefe heraufgeholt. Uie größte Tiefe, in welcher diese Art bisher angetroffen wurde, ist 839 m bei Spitzbergen (Collet 1880, p. 14). Farn. Torpedinidae. Benthobatis Alcock. Benthobatis Alcock 1S9S p. 144; 1890 p. 17. 4. Benthobatis Moresbyi Alcock:. Benthobatis Moresbyi Alcock. 1898 p. 145; 1899 p. 18 Taf. 26 Fig. 1. Mit der Beschreibung, welche Alcock von diesem interessanten Tiefsee - Torpedo mit rudimentären Augen gegeben hat, stimmt das eine Exemplar der Valdivia - Expedition völlig überein, so daß ich mich auf die Angabe der Maße beschränken kann. 9 Deutsche Tiefsee-Expedition 1899-1899. Bd. XV. 2 , q August Brauer, V o rkoramen: Indischer Ocean. Investigator: Südwestküste Vorderindiens; 786m; 3 Exemplare, größtes 35,6 cm. Valdivia: Küste Nordostafrikas. Stat. 263:4° 41' 9" N.Br. 48" 38' 9" O. L. Tr. 823 m. Maße: Länge des Körpers 44 Von der Schnauzenspitze sind entfernt: Länge der Scheibe 20,5 der Yorderrand des Maules 6,9 Breite der Scheibe 20,5 die letzte Kiemenspalte 14,9 Länge des Schwanzes 23,5 der After 24. Augenbreite 0,15 Abstand zwischen den vorderen Nasenlöchern 2,5 Länge der Schnauze 7,2 Entfernung der letzten Kiemenspalte vom After 9, 1 . Breite des Interorbitalraums x. B. Holocephali. Farn. Chimaeridae. Chimaera L. Chimaera monstrosa L. Vom Investigator wurde eine Eischale aus 739 m Tiefe in der Bucht von Bengalen ge- wonnen, welche nach Alcock (1892, p. 347) Ch. monstrosa zuzurechnen ist, und dadurch das Vorkommen dieser Form im Indischen Ocean wahrscheinlich gemacht. Die Valdivia-Expedition hat nun ein Exemplar von 16 cm Länge (ohne den 15,5 cm langen Schwanzfaden) in einer Tiefe von 470 m an der Westküste Sumatras (Stat. 199: o" 15' 5" S. Br. 98" 4' O. L.) gefangen, welches zweifellös Ch. monstrosa ist. C. Teleostei. 1. Unterordnuno- Malacopterygii. Farn. Salmonidae. Microstoma CuviER. Gastcropeiecus Risso 18 10 p. 356. Microstoma Cuvier 1817 V. II p.184; 1829 V. II p. 283; Risso 1826 p. 474; Günther 1859 — 70 V. 6 p. 204; Canestrini 1871 — 72 p. 130; Moreau 1881 V. III p. 557; Jordan u. Gilbert 1S82 p. 289; Jordan 1887 p. 830; Carus 1889 — 93 p. 536; Goode u. Bean 1896 p. 53. Microstoma microstoma (Risso). Gasteropelecus microstoma Risso 1810 p. 356. Microstoma microstoma Cuvier 1817 V. II p. 1X4; [829 p. 283. IO Die Tiefseefische. I I Microstoma rotundata Risso [826 V. III p. 475 Taf. 14 Fig. 36; Moreau t88i V. III p. 557. Microstoma rotundatum Günther 1859 -70 V. VI p. 204; Canestrini 1871 — 72 p. 130; Döderlein 1878 — 79 p. 56; Carus 1889 — 93 p. 556; Goode u. Bean 1896 p. 53 Fig. 59. Microstoma argenteum Cuvier u. Valenciennes 1828—49 V. 18 p. 266 Taf. 544. Textfig. 1. Diese Form war bisher nur für das Mittelmeer bekannt: die Valdivia-Expedition fing ein 10,5 cm langes Exemplar im Golf von Guinea bei einem Zuge mit dem offenen Vertikalnetz, das bis zu 600 m herabgelassen war. Da das Netz offen war, so muß die Frage, ob dieser Fisch in die Tiefsee zeitweise hinabgeht, wie Günther (1887, p. 218) annimmt, unentschieden bleiben. Das sehr große Auge könnte für diese Ansicht sprechen. Das. Exemplar ist etwas geschunden, die Schuppen sind außer im letzten Körperdrittel abgerieben, der Silberglanz tritt wenig hervor. Wie die folgenden Angaben zeigen, weichen sie wesentlich nur in dem einen Punkte von der Beschreibung Günthers ab, daß 6 Appendices pyloricae vorhanden sind, während er deren Fehlen besonders hervorhebt. Ich möchte aber glauben, daß hier ein Irrtum vorliegt P 7 V 10 D 10 A 7 Lad. 53. Größte Höhe zur Länge des Körpers 1 : 11; geringste Höhe zur größten 1 : [,8; Kopflänge zur Körperlänge 1:5; Schnauze zum Auge 1:2; Auge zur Kopflänge 1 : 2,7; Breite des Interorbitalraums zum Auge 1 : 2,6. Maulspalte sehr klein, Oberkiefer kurz breit, seitlich den Unterkiefer umfassend; im Unterkiefer eine Reihe gleichförmiger, dicht nebeneinander gestellter Zähne. Ob auf dem Vomer Zähne sind, ist nicht zu erkennen. Der After liegt kurz vor dem Anfang der Analflosse. Die Rückenflosse liegt auf der Mitte des Körpers, etwas hinter der Vertikale der Bauchflossen, diese in der Mitte zwischen der Basis der Brustflosse und dem Ende der Schwanzflosse. 1 ) Die Analflosse beginnt gleich hinter der Vertikale des Endes der Rückenflosse, am Anfang des letzten Fünftels des Körpers. Ihre Basis ist halb so breit wie die der Rückenflosse Der Magen (Textfig. die Brustflosse ist nicht ganz so lang wie die halbe Kopflänge. 1 ) ist lang, schlauchförmig und bildet eine lange Schlinge Fig und geht auf der Höhe seines Anfangs in den Mitteldarm über. Der erste kaudad ziehende Schenkel der Schlinge ist dickwandig, seine Innenwand mit großen Papillen dicht . besetzt, der zweite rostrad ziehende Teil dagegen ist dünn- und glattwandig. Am Pylorus 6 verschieden lange schlauchförmige Appendices. Der Mitteldarm zieht dann dorsal und parallel dem ersten Teil der Magenschlinge in gerader Linie zum End- darm. Der Mageninhalt nicht bestimmbar, Reste hartschaliger Tiere waren nicht vorhanden. Darm und Magen sind nicht pigmentiert. Vorkommen: a) Mittelmeer; b) Atlantischer Ocean. V a 1 d i v i a : Golf von G uinea; Stat. 5 8 : 3 ° 3 1 ' N. Br. 7 ° 2 5' 6" O. L. V. 600 m ( B( >den- tiefe 7 10 m). l ) Nach Goode u. Bean (1896 p. 53) soll die Bauchflosse auf der Mitte zwischen der Basis der Brust- und Schwanzflosse liegen, also weiter vorn als oben angegeben ist. Da die Figur die Basis der Schwanzflosse entschieden zu weit nach hinten verlegt, die mittleren Strahlen der Flosse viel länger sind, so möchte ich vermuten, daß hier ein Irrtum der Zeichnung obige Angabe veranlaßt hat. I I j ,, \i i.i ,1 Brauer, Maße: Körperlänge 10,5 Von der Schnauzenspitze sind entfernt Grüßte Höhe 0,9 die Bauchflosse 6,7 Geringste Hohe 0,5 die Rückenflosse 7,1 Kopflänge 2,2 die Analflosse 8,3 Schnauze 0,4 Breite der Rückenflosse 1 Auge 0,8 Breite der Analflosse 0,5. Breite des Interorbitalraums 0,3. Bathylagus Günther. Bathylagus Günther, A. 1878 p. 248 ; 1887 p. 219; Jordan u. Evermann 1S96 p. 528; Goode u. Bean 1896 p. 54. Bathylagus antareticus Günther. Bathylagus antareticus Günther, A. 187S p. 248; 1 SS 7 p. 220. Textfig. 2. Das eine grüßere Exemplar, welches von der Expedition in der Antarktis gefangen wurde, ist leider sehr stark geschunden; die Haut fehlt ganz und die Flossen sind zum Teil zerrissen. Die Analflosse hat sicher mindestens 20 Strahlen - - B. atitarctiais hat A 22 — und auch die Maße weisen auf diese Art hin. Größte Höhe zur Länge des Korpers 1 : 5,4: geringste Höhe zur größten 1 : 5,4; Kopflänge zur Körperlänge 1 14,4: Breite des Auges zur Kopflänge 1 12,2; Schnauze zum Auge 1 : 2. Der horizontale Durchmesser ist etwas größer als der vertikale. Die Maulspalte reicht kaum bis zur Vertikale des vordem Augenrandes. Die Bauchflosse liegt auf der Mitte des Körpers, unter der Mitte der Rückenflosse: die Analflosse liegt im letzten Körperdrittel. Magen ohne Blindsack, 2 Appendices pyloricae. Bathypelagisch. Außer diesem sind noch drei kleinere, 3,3 — 4,3 cm lange Exemplare ebenfalls in der Antarktis gefangen worden. Sie unterscheiden sich von B. antareticus einmal durch die schlankere Gestalt (Höhe zur Körperlänge 1 : 8,7 — 9), und dann durch die geringere Zahl der Strahlen der Analflosse (A iS und A 20). Dieselben Unterschiede zeigen auch zwei Exemplare, welche die schwedische Südpolar-Expedition gefangen und welche Lönnberg (1905 p. 762; 1905a p. 68) als B. gracilis n. sp. beschrieben hat. Es ist mir aber zweifelhaft, daß es sich hier um eine neue Art handelt, vielmehr möchte ich annehmen, daß der eine Unterschied in dem geringeren Alter begründet, der andere als Variation aufzufassen ist. Bei jungen Fischen findet man in der Regel, daß sie schlanker sind, das Verhältnis der Höhe des Körpers zu seiner Länge ein viel geringeres ist: dal) auch in diesem Fall es zutrifft, dafür spricht, daß bei den Exemplaren von 3,3 — 4,3 cm Länge die Höhe 1 : 8,7 — 9 beträgt, bei den 6 — 8,3 cm langen Exemplaren der schwedischen Expedition 1 : 7 und bei dem 13.35 cm langen 1 : 5,4 beträgt. Da für die Strahlen der Analflosse von mir die Zahlen 18 bei einem, 20 bei zwei Exemplaren und von Lönnberg 19 gefunden sind, so scheint die Zahl variabel zu sein und Günther's Zahl 22, die er bei einem Exemplar gefunden hat, stellt vielleicht ebenso wie iS nur das Extrem dar. Die kleineren Exemplare zeigen folgende Verhältnisse (Textfig. 2). V 8 oder 9 D 9 A 18 — 20. 1 2 Die Tiefseetische. , -, Größte Hohe zur Körperlänge i : 8,7 — 9, zur Kopflänge 1 : 2; geringste Höhe zur größten 1:2: Kopflänge zur Körperlänge 1 : 4,4; Schnauze zur 1 »reite des Auges 1 : 1,8; Breite des Inter- orbitalraums zur Breite des Auges 1 : 2,4: Breite des Auges zur Kopflänge 1 : 2,2. Das Auge ist sehr groß, sein horizontaler Durchmesser großer als der vertikale (1 : 1.41. Die Nasenlöcher liegen näher der Schnauzenspitze als dem Auge. Die Maulspalte ist kurz, sie reicht bis zum vorderen Augenrand. Zähne, so weit erkennbar, wie bei der Gattung. Die Rückenflosse beginnt vor der Körpermitte, etwas vor der Bauchflosse, die Analflosse liegt im letzten Körperdrittel, sie beginnt gleich hinter dem After. Die Fettflosse liegt über dem letzten I )rittel der Analflosse. Schuppen nicht erhalten. Färbung: in Spiritus dunkelbraun, Bauch schwarz. Fig. 2. Stat. [36 Stat. 145 Stat. 1 49 Vorkn m m e n : Antarktis. a) Challenger: Stat. 157, Südwest! von Australien: 53" 55' S.Br. 108" 35'O.L. Tiefe 3566m; Länge 1 1,45. b) Valdivia: Stat. 117 zwischen Capstadt und Bouvet-Insel : 37" 31' 2" S. Br. 17° i' 6" O. L. V. 2000 m (Bodentiefe 4953 m). 55° 57' 2 " S.Br. 16" 14' 9" O. L. V. 2000 m (Bodentiefe c. 5000 m) 59° 16' 3" S.Br. 40" 13' 7" O. L. V. 1500 m (Bodentiefe 5450 m) 62° 26' 6" S.Br. 53" 21' 6" O.L. V. 1500 m (Bodentiefe 5175 m). Von der Schnauzenspitze sind entfernt: 1. Ex. 2. Ex. die Rückenflosse 6,5 1,9 die Bauchflosse die Analflosse Breite der Rückenflosse der Anal flösse zwischen Bouvet-Insel und Enderby-Land : M a ß e von 2 Exemplaren : 1. Ex. Korperlänge Größte Höhe Geringste Höhe Kopflänge Schnauze Augenbreite "Breite des Inter orbitalraums '3-35 2.45 045 °,7 i,4 2. Ex. 4.2 0,48 0,23 o,95 0,23 0,42 6,7 1,96 9,6 3,07 — 0,2 — 0,72 0,3 0,175 Der Familie der Salmoniden schließe ich noch zwei, sehr eigentümliche Formen an, von denen die eine in einem kleinen Exemplar bereits durch die französische Tiefsee-Expedition be- kannt geworden ist, die andere zum ersten Male von der deutschen gefangen wurde. Da von beiden nur ein Exemplar vorhanden ist, so mußte sich die Untersuchung im wesentlichen auf die äußerlich sichtbaren Merkmale beschränken. £> . . August Braui r, // mteria A. BRAUER. Winteria A. Brauer 1901 p. 126. Korper schlank, seitlich etwas zusammengedrückt, mit mäßig großen Cycloidschuppen bedeckt, Kopf nackt, Stirn häutig durchsichtig; Augen groß, Teleskopaugen: Interorbital räum sehr schmal. Nasenlöcher auf einem Tentakel. Mundspalte sehr eng: der Oberkiefer, hinten verbreitert, umscheidet den Unterkiefer. Gebiß fehlt oder sehr schwach. Kiemendeckel groß, ventral im hinteren Abschnitt durch eine Hautbrücke verbunden, im vordem frei, mit den Rändern sich übereinander schiebend. Kiemenöffnung weit; Pseudobranchie vorhanden. Hauchflossen vorder Ruckenflosse, hinter der Körpermitte, Rückenflosse im letzten Körperdrittel, ganz vor der Analflosse. Beide Flossen schmal. Eine kleine Fettflosse hinter der Höhe der Analflosse. Seitenlinie vorhanden. JVinteria tclcscopa A. Brauer. Winteria tclcscopa A. Brauer 1901 p. 126; Chun 1900 Taf. p. 534. Taf. I, Fig. 4—6. P12V9D8A8 Latl. 34 Lat. tr. 5 6. Größte Körperhöhe zu seiner Länge 1 : 5,1, geringste Höhe zur größten 1 : 1,8, größte Breite des Korpers zu seiner größten Höhe 1 : 1,5, Kopflänge zur Körperlänge 1 : 3,1 ; Schnauze zur Kopflänge 1 : 3,2, sagittaler Durchmesser des Auges zur Kopflänge 1 : 2,5, transversaler zur Kopflänge 1 : 3,55. Das Auge ist sehr groß, Teleskopauge, schräg dorsad und rostrad gerichtet, die beiden sagittalen Achsen stehen einander parallel, die beiden Augen sind nur durch ein sehr schmales Septum voneinander getrennt. Nasenlöcher auf einem etwas seitlich gestellten großen Tentakel, dicht vor dem Auge, Maulspalte sehr eng, der Unterkiefer wird zum größten Teil von dem hinten plattenförmig verbreiterten Oberkiefer bedeckt. Ohne Verletzung ist nicht zu entscheiden, ob Zähne vorhanden sind. Stirn und dorsale Wand der Schnauze völlig durch- sichtig, dünnhäutig. Kiemenöffnung weit, Kiemendeckel wohl entwickelt, im hintern Abschnitt durch eine Membran verbunden, im vordem frei, aber hier schiebt sich der Rand des rechten über den linken und weiter gegen die Unterkiefersymphy.se hin der Rand des linken über den rechten. Die beiden Unterkiefer sind gleich hinter der Symphyse von zwei sich übereinander schiebenden Knochentafeln bedeckt. Die große Brustflosse liegt auf der Mitte der Seite, die Bauchflossen sind hinter der Körpermitte, etwas vor der Rückenflosse gelegen ; ihre Strahlen sind abgebrochen. Diese beginnt etwas vor dem Anfang des letzten Körperdrittels, fast auf gleicher Vertikale mit dem After. Die Analflosse liegt ganz hinter der Rückenflosse, am Anfang des letzten Körperviertels. Die Rücken- und Analflosse sind sehr schmal, die erstere etwas länger als die letztere. Die Fett- flosse liegt näher der Basis der Schwanzflosse als dem Ende der Rückenflosse, hinter der Anal- flosse. Die Schwanzflosse ist gegabelt, symmetrisch gestaltet. Vor dem After liegen nebenein- ander zwei kleine lanzettförmige Hautlappen. Bathypelagisch. Färbung: blau- bis sammetschwarz, Kiemendeckel, Augenwand metallisch glänzend, auf jeder Schuppe der Seitenlinie ein kleiner bohnenförmiger, silbern glänzender Fleck, und auf jetler andern Schuppe zwei parallele silberglänzende kurze und schmale Längsstreifen. Flossen weiß, an der Basis schwarz. 14 Die Tiefseefische. 15 Exemplar: 1. Fundort: Atlantischer Ocean. O.L. V. 3000 m (Bodentiefe 3513 m). Maße: Körperlänge 1 1,25 Größte Körperhöhe 2,2 Geringste Körperhöhe 1,2 Größte Körperbreite 1,4 Kopflänge 3,55 Schnauze 1 , 1 Auge, sagittaler Durchmesser 1,4 tansversaler Uurchm. 1 Länge der Maulspalte 0,41 Golf von Guinea. Stat. 55 36' 5" N.Br. 3° 27' 5' Von der Schnauzenspitze sind entfernt: die Bauchflossen 6,9 die Rückenflosse 7,3 die Analflosse 8,6 der After 7 Breite der Basis der Rückenflosse 0,65 der Analflosse 0,65 Länge der längsten Strahlen : der Brustflosse 1,9 der Rückenflosse 1,7 der Analflosse 1 Opisthoproctus Vaillant. Ofisthoproctus Vaillant 1888 p. 105. Körper seitlich stark zusammengedrückt, mit großen Cycloid-Schuppen bedeckt. Maul- spalte sehr eng, Unterkiefer, hinten plattenförmig verbreitert, umscheidet den hinten ebenfalls verbreiterten Oberkiefer; Zähne fehlen. Stirn und dorsale Schnauzenpartie dünnhäutig, durch- sichtig. Augen groß, Teleskopaugen; Nasenlöcher auf einem Tentakel. Kiemendeckel stark entwickelt, nicht miteinander verbunden. Kiemenöffnung weit, vier Kiemen. Bauchseite des Rumpfes abgeplattet und durch eine tiefe Furche abgegrenzt. Bauch- und Rückenflosse hinter der Körpermitte. Analflosse ganz an das Schwanzende verlagert, auf gleicher Vertikale mit der dorsad verschobenen Schwanzflosse, so daß erstere fast als die ventrale Hälfte der letzteren erscheint. After am Ende der Ventralfläche des Körpers, kurz vor der Analflosse. Fettflosse vorhanden. Opisthoproctus soleatus Vaillant. Opisihoprodus soleatus Vaillant 1888 p. 106 Taf. 13 fig. 1, n; Goode u. Bean 1896 p. 95 fig. 1 1 2 ; A. Brauer 1901 p. 125; Chun 1900 Taf. p. 534. Taf. I, Fig. 8—10. P 14 V 11 D 11 A 13 C 18 Lad. 19 Lat. tr. 7. Größte Höhe des Körpers zu seiner Länge 1 : 2,6, geringste Höhe zur größten 1 : i,S, größte Breite zur größten Höhe 1 : 1,7, zu der Länge des Körpers 1 : 4,5, Kopflänge zur Höhe des Körpers 1:1, zur Länge 1 : 2,6; transversaler Durchmesser des Auges zur Kopflänge 1 : 2,6, Schnauze zur Kopflänge 1 : 3. Die Maulspalte sehr schmal, ein kleines Loch, der Unterkiefer trägt hinten eine vertikale Platte, welche den ebenfalls plattenförmig verbreiterten Oberkiefer um- scheidet. Zähne fehlen. Die Augen sind sehr groß, Teleskopaugen dorsad gerichtet, die große Linse ganz auf die dorsale Seite verschoben. Die Sagittalachsen stehen einander parallel, die 15 i6 August Braue beiden Augen sind nur durch ein schmales Septum voneinander getrennt. Die dorsale Schnauzen- partie und die Stirn dünnhäutig und durchsichtig. Die Nasenlöcher kurz vor dem Auge, auf einem Tentakel. Die Kiemenöffnung sehr weit, vier Kiemen. Pseudobranchie. Kiemen- deckel wohl entwickelt, nicht miteinander verbunden. Rumpf mit großen Cycloid-Schuppen bedeckt. Die Bauchseite ist abgeplattet, durch eine tiefe Furche außer im hintern Teil scharf abgesetzt und vorn weit vorspringend : auch sie ist mit Schuppen bedeckt. (Von den Schuppen des Rumpfes war nur eine erhalten, aber die .schuppenartigen Felder der Haut, die auch auf der Bauchplatte ebenso wie auf den übrigen Teilen entwickelt sind, lassen keinen Zweifel, daß) Schuppen auch hier vorhanden gewesen sind.) Seitenlinie vorhanden. Die Brustflosse liegt tief. sie reicht fast bis zur Vertikale der Basis der Bauchflosse. Diese liegt auf gleicher Vertikale mit der Rückenflosse, am Anfang des letzten Körperdrittels. Die Strahlen der Bauchflosse erreichen nicht den After/ Eine kleine Fettflosse in der Mitte zwischen dem Ende der Rücken- flosse und der Schwanzflosse. Die Analflosse ist dorsad verlagert, sie liegt auf der gleichen Vertikale mit der Schwanzflosse, und ist ihr so eng angelagert, daß sie fast wie ihre ventrale Hälfte erscheint. Der After liegt kurz vor ihr, am Hinterende des Körpers. Färbung: braunschwarz mit schwachem metallischen Glanz, Kiemendeckel, Wange. Auge stark metallisch glänzend, Flossen weißlich. Fundort: Atlantischer Ocean, Küste von Marokko (Talisman); Golf von Guinea. Valdivia, Stat. 52: o° 56' 4" N.Br. 4 34' 7" W.L. V 4000 m. Zahl der Exemplare : i . Maße: Körperlänge 5,2 Eänge der Maulspalte 0,26 Größte Körperhöhe 1,95 Breite der Bauchplatte 1,1 Geringste Höhe 1,1 Entfernung der Bauch- und Rückenflosse Größte Körperbreite 1,15 von der Schnauzenspitze 3,55 Kopflänge 1,95 Breite der Basis der Rückenflosse 0,75 Schnauze 0,65 der Analflosse 0,4 Sagittaler Durchmesser des Auges 0,8 Transversaler Durchmesser 0,75 Die Beschreibung Vaillant's weicht besonders darin ab, daß das Verhältnis der Körper- breite zu seiner Länge 1 : 8 beträgt und die Zahl der Flossenstrahlen eine andere ist (A 1 7 C 9 V 5). Der erstere Unterschied mag vielleicht in der geringen Größe des Exemplars (2,2 cm) begründet sein, der zweite vielleicht in der weniger guten Erhaltung: Vaillant gibt an, daß die Flossen stark verletzt seien und daß die Zahl der Flossenstrahlen deshalb nicht genau sein möge. Er stellt Opisthoprodus in die Nähe von Ichthyococcus, doch scheint mir dieses nicht begründet, da Leuchtorgane völlig fehlen und auch die Bauchplatte sicher nicht leuchtet, wie er vermutet. Dagegen ist die Form zweifellos mit Winteria nahe verwandt, und mir scheint es vorläufig am besten sie den Salmoniden anzureihen. Weitere Exemplare, die eine eingehendere Untersuchung gestatten, können aber erst darüber entscheiden. 16 1 '!<■ I iei eefische. Farn. Alepocephalidae. Bathytroctes Günther. Bathytroctes Günther, A. 1878 p. 249; [889 p. 225; Jordan u. Evermann [896 p. 454: Goode u. Bean 1896 p. 1.0. Bathytroctes rostratus GÜNTHER. Bathytroctes rostratus Günther, A. 1878 [>. 250; [889 p. 227 Taf. 58 Fig.B; Goode u. Bean 1896 p.41; R. Köhler (896 p. 516. Bathytroctes homopterus Vaillant t888 p. 153, 386 Taf. 12 Fig. 1. Bathytroctes proroscopus Brauer, A. 11102:1 p. 43. Taf. XIV, Fig. 2, 3. P 17 Y 9 L) 17 A 17 Latl. 98, Lattr. 22. Größte Hohe des Korpers zu seiner Länge 1 : 4,8 ; geringste Höhe zur größten 1:2: Kopflänge zur Körperlänge 1:3,5: Breite des Auges zur Kopflänge 1 :3,4; zur Breite des Interorbitalraums 1 : 1 : Schnauze zur Breite des Auges 1 : 1,2. Zwischen- und Überkiefer mit kleinen Zähnen besetzt. Hör Zwischenkiefer läuft in einen rostrad gerichteten, horizontal ge- stellten, einem Stoßzahn ähnlichen Dorn aus. Unterkieferzähne kaum erkennbar. Interorbital- raum konkav: auf der Vertikale des hintern Augenrandes ein vorn und hinten spitz auslaufendes breiteres pigmentfreies Feld, durch welches der Schädel sichtbar ist und unter seinem Dach als weißlicher Fleck das Parietalorgan. Das Feld scheint nicht künstlich, etwa durch Abreiben der Haut entstanden zu sein. Dir Brust- und Bauchflosse sind etwas verletzt. Die letztere liegt last auf der Mitte der Korperlänge, die Rückenflosse beginnt hinter ihr, auf der Hohe des Afters, etwas vor dem Anfang der Analflosse, diese beginnt etwas vor dem Anfang dos letzten Körperdrittels. Die Basen der Rücken- und Analflosse sind fast gleich breit. In der Seitenlinie viele kleine, unregelmäßig gelegene Poren. Auf dem Kopf, auf den Wangen kleine weißliche Punkte, wahrscheinlich Sinnesorgane. Dorsal von der Prustflosse liegt eine größere nach hinten gerichtete Papille. Weiter findet sich ventral jederseits etwas vor der Bauchflosse, neben dem After, neben dem Ende der Analflosse und neben den ersten der kurzen Strahlen der Schwanz- flosse.' je eine größere schuppenfreie, durchsichtige Hautstelle, durch welche ein weißlicher Körper seheint. Dali es sich nur um abgeriebene Hautstellen handelt, möchte ich deshalb nicht glauben, weil ihre Lage auf beiden Seiten dieselbe ist, und sie zu bestimmt umgrenzt sind. Doch habe ich sie näher nicht untersuchen können. Auch zwischen den Bauchflossen liegt ein kleines schuppenfreies Feld, dessen Bedeutung mir ebenfalls unklar ist. Färbung: bräunlich-grau: Auge bläulich: Flossenhäute zart grau. Die obige Beschreibung: weicht nur in einigen Punkten etwas von der Günthers ab: so gibt er das Verhältnis der Kopf- zur Körperlänge auf 1 : 3 an, das der Schnauze zum Auge auf 1 : 1, und die Rückenflosse soll nach ihm etwas vor dem After beginnen. Es wäre möglich, daß diese Abweichungen sich nur bei den im Indischen Ocean lebenden finden, aber sie scheinen mir zu geringfügig, um die Aufstellung einer neuen Art zu rechtfertig! 41. Deutsche Tiefsee-Expedition 1898—1809. Bd. XV. 3 iS August Brauer, Vorkommen: Atlantischer Ocean. Challenger, bei Pernambuco, Stat. i 20,. 8" 37' S.Br. 34" 28' W.L. Tiefe 1 234 m. 1 Exem- plar, Länge 16,45 cm - Talisman, ostlich von Marocco. Tiefe 1113 m. 1 Exemplar, Länge 16,1 cm. Caudan: Golf von Gascogne 1700 m. Indischer Ocean: Valdivia, Bucht von Bengalen, Stat. 215: 7" i' 2" S.Br. 85 56' 5" O.L. 2000 m (Bodentiefe 4454 m). Maße: Körperlänge 8,1 Von der Schnauzenspitze sind entfernt: Größte Höhe 1,7 die Bauchflosse 4,1 Geringste Höhe 0,8 5 der After und die Rückenflosse 5,1 Kopflänge 2,3 die Analflosse 5,25 Schnauze 0,525 Breite der Basis der Rückenflosse 1,45 Breite des Auges 0,65 der Analflosse 1,5. Breite des Interorbitalraums 0,65 Im Indischen Ocean wurden ferner noch 5 kleine Exemplare von Bathytroctes ge- fangen, welche ich an anderer Stelle als eine neue Art B. ftroroscoßus kurz beschrieben habe, besonders weil die Bauchflossen hinter der Mitte des Körpers gelegen sind, der horizontale Durchmesser des Auges bedeutend größer als der vertikale ist, die Dornen an der Spitze der Schnauze fehlen, und an der Schulter eine nach hinten gerichtete schwarze Papille vorhanden ist, welche weder von Günther noch von Vau. 1. am für B. rostratus erwähnt wird. Wie mir aber die Untersuchung des oben beschriebenen größeren Exemplars der letzteren Art gezeigt hat, ist die Papille auch hier vorhanden, sie tritt nur weniger stark hervor, und weiter möchte ich jetzt die erwähnten Unterschiede als Altersunterschiede einschätzen, und sehe diese kleinen Exemplare deshalb ebenfalls als B. rostratus an. Die Exemplare sind 1,15 — 1,7 cm groß. Höhe des Korpers zu seiner Länge 1:6 — 7 (wie gewohnlich sind junge Tiere schlanker), Kopflänge zur Körperlänge i : 3, Breite des Auges zur Kopflänge 1 : 2,5 — 2,8. Die Bauchflosse liegt etwas hinter der Körpermitte, die Lage der anderen Flossen ist dieselbe wie beim alten Tier. Schuppen sind noch nicht vorhanden. Fund o r t e : Indischer Oc< 'an. Stat. 223: 6" 19' 3" S.Br. 73 18' 9" O.L. bei Diego Garcia, V. 1900 m (Bodentiefe 3396 m). Stat. 237: 4 45' S.Br. 48° 58' 6" O.L, zwischen Seychellen und Sansibar, V. 2000 m (Boden- tiefe 507 1 m). Stat. 268: 9 6' \" N.Br. 53° 41' 2" O.L, südl. vom Golf von Aden, V. 1500 m (Boden- tiefe 5064 m). Bathytroctes longifilis A. Brauer. Bathytroctes longifiles Brauer, A. 1902 p. 277. Taf. XIV, Fig. 4. Diese neue Art hat die weite Kiemenöffnung mit der Gattung Narcetes gemeinsam, aber die Zähne stehen im Zwischen- und Unterkiefer nicht pluri-, sondern uniserial. Von allen be- 18 Die Tiefseefische. . q kannten Bathytroctes-Arten ist sie verschieden besonders durch die sehr starke Verlängerung des obersten Strahles der Brustflosse, welcher aber nicht von den übrigen Strahlen abgetrennt ist. Brr 7P10V7, D21A22 Latl. c. 100 Lattr. 28 Größte Höhe des Körpers zu seiner Länge 1:5, geringste zur größten Höhe 1 : 2,2, Kopflänge zur Körperlänge 1 12,5, Breite des Auges zur Kopflänge 1 14,6, zur Schnauze 1 : 1,4, zur Breite des Interorbitalraums 1 : 1. Die Schnauze ist kegelförmig. Der Zwischen-, Ober- und Unterkiefer sind mit kleinen, in einer Reihe gestellten Zähnen besetzt, Vomer, Palatinum mit mehreren Zähnen, Zunge zahnlos. Oberkiefer hinten verbreitert: die Maulspalte reicht bis zur Vertikale des hintern Augenrandes. Nasenlöcher etwas näher dem Auge als der Schnauze. Der horizontale Durch- messer des Auges ist größer als der vertikale, die Augenspalte weit. Kopf nackt: Schuppen klein ; Seitenlinie deutlich, mit einer Reihe von Poren. Der oberste Strahl der Brustflosse ist außerordent- lich stark verlängert, reicht bis zur Schwanzflosse, ist aber mit den andern Strahlen verbunden. 1 >iese sind bedeutend kürzer und nehmen von oben nach unten an Größe allmählich ab. Die Bauchflossen liegen etwas hinter der Körpermitte und reichen bis etwas über den Anfang der Analflosse. Die Rücken- flosse beginnt am Anfang des letzten Körperdrittels, auf der Vertikale des Afters, sehr wenig vor dem Anfang der Analflosse. Die Rücken- und Analflosse sind gleich breit und gleich geformt. Die Schwanz- flosse ist sehr lang, schwalbenschwanzartig. Auf dem Körper zerstreut kleine schwarze Papillen. Färbung: grau-braun, Bauch etwas dunkler, Kopf außer der Stirn sam metschwarz mit etwas bläulichem Schimmer. Auge dunkelbläulich: Flossenhäute ziemlich grau, aber durchsichtig. Brustflosse etwas dunkler. Fundort: Indischer Ocean ; Golf von Aden. Stat. 271 : 13" 2' 8" N.Br. 46° 41' 6" O.L. Tr. 1469 m. Maße: Körperlänge 11,7 Von der .Schnauzenspitze sind entfernt: Größte Höhe 2,35 die Bauchflossen 6,2 Geringste Höhe 0,95 die Rückenflosse Kopflänge 4,6 und der After 7,7 Schnauze 1,4 die Analflosse 7,85 Allere, horizontaler Durchmesser 1 Breite der Rücken- und Analflosse 2,1 vertikaler Durchmesser 0,75 Länge ihrer größten Strahlen 2 Breite des Interorbitalraums 1 Länge der Schwanzflosse 4. Alepocephalus Risso. Alepocephalus Risso 1820a p. 270; 1826 p. 440; Cuvier u. Valmciennes 1.S46 V. 19 p. 123; Günther 1859 — 70 V. 7 p. 477; Jordan u. Gilbert 1882 p. 257; Moreau 1SS1 V. 3 p. 463; Carus 1889 — 93 p. 550; Goode u. Bean 1896 p. 35; Jordan u. Evkrmann 1896 p. 452; Alcock 1899 p. 168. Mitchillina Jordan u. Evermann 1896 p. 453. , ilepocephalus bicolor Alcock. Alepocephalus bicolor Alcock 1S91 p. 133; 1899 p. 169 Tat. 4 Fig. 2. Mit der von Alcock gegebenen Beschreibung stimmt das eine Exemplar, welches im Binnenmeer von Sumatra erbeutet wurde, ganz überein. Brr 6, P 1 1, V 8, D 20 A 26, Latl. 63, Lattr. 8/10. 19 „ August Braui r. 20 Größte Hohe des Körpers zu seiner Länge 1:4,7: geringste zur größten Höhe 1:2,6; Kopflänge zur Körperlänge 1 13,3; Auge zur Kopflänge 1 : 5,4, zur Schnauze 1 : 1,3, zur Breite tles Interorbitalraums 1 : 1,2; Schnauze zur Kopflänge 1 : 3,8. Die Maulspalte reicht last bis zur Vertikale der Mitte des Auges. Auf dem Zwischen-, Unterkiefer und Palatinum kleine Zähne. Kiemendecke] liedeckt nur zum kleinsten Teil die Kiemen, den grollten Anteil an der Bedeckung haben die Kiemendeckelmembranen, welche ventral übereinander greifen, aber nicht verbunden sind. Die Brustflosse reicht bis zur Bauchflosse, sie ist fast gleich der Länge des postorbitalen Kopfteils. Die Bauchflossen liegen auf der Mitte zwischen dem Kopfende und der Analflosse, etwas vor der Mitte des Körpers. Die Rücken- und Analflosse liegen hinter der Korpermitte, kurz vor dem Anfang des letzten 1 »ritteis, die erstere beginnt etwas hinter letzteren, das Ende ihrer Basis liegt aber noch vor dem der Analflosse. Neun schlauchförmige Appendices pyloricae. Färbung: Kopf und blossen sind schwarz; der Rumpf ist leider zu stark abgerieben. Vorkommen: Indischer Ocean. Investigator: Bucht von Bengalen und Arabisches Meer (Malabarküste). Tiefe 439 — 658 m. Größtes Exemplar 30 cm. Valdivia: Binnenmeer von Sumatra. Stat. 191 : o° 39' 2" S. Br. 98 52' 3" O.L. Tr. 750 m. Maße: Korperlänge 21,75 ^ " n ^ (: ' r Schnauzenspitze sind entfernt: Grollte Hohe 4,6 die Bauchflosse 10 Geringste Höhe 1,75 die Analflosse 13,65 Kopflänge 6,45 die Rückenflosse 13,75 Schnauze 1,7 Breite der Rückenflosse 3,3 Auge 1,15 Breite der Analflosse 4,6 Breite des Inter Orbitalraums 1,65 Lange der Brustflosse 3,8. . Ueposomus GlLL. Aleposomus Copei Gill 1884 p. 433; Jordan u. Evermann [896 p. 459. Xenodermichthys socialis Vaillant [888 p. 162 Taf. 13 Fig. 1. Aleposomus socialis (Vaillant) Goode u. Bean [896 p. 48 Fig. 58. Xenodermichthys Günther i Alcock 1892 p. 359 Tat. [8 Fig. 13; [899 p. 180 Taf. 32 Fig. 2. Xenodermichthys squamilaterus Alcock iSqS p. 14S; 1899 p. 1S1 Taf. 25 Fig. 4. Körper schlank, seitlich zusammengedrückt, ohne Schuppen oder solche nur in der Seiten- linie: Haut dick, mit kleinen, besonders auf dem Kopf und am Bauch unregelmäßig angeordneten Papillen. Maulspalte über die Vertikale des vordem Augenrandes hinaus. Kiefer mit kleinen Zahnen besetzt, Vomer, Palatinum und Zunge zahnlos. Auge groll. Seitenlinie undeutlich, ohne Schuppen oder deutlich, von Schuppen gestützt. Rücken- und Analflosse im letzten Körperdrittel, einander gegenüber oder fast auf gleicher Vertikale, gleich oder fast gleich lang und gleich geformt. Bauchflossen nahe der Mitte des Körpers. Schwanzflosse gegabelt. After hinter der Körpermitte. Kiemenöffnung weit; Pseudobranchie vorhanden. 20 Die Tiefseefische. 2 1 Uebersicht über die Arten. i. Seitenlinie undeutlich, ohne Schuppen. a) Höhe 1 ) i 15,5, Kopflänge 1 13,6, Auge 1 : 2, 1)? A? . /. Copei Gill. li) Höhe 1 : 6, Kopflänge 1 : 4. Auge 1 12,5, D 27 A 27 . /. wcialis (Vaillant) (Syn. Xenodermichthys socialis Vaill.) c) Hohe 1 : 6, Kopflänge i : 3,5, Auge 1 : 3,5, 1) 15 A 14 A. Giintheri (Alcock) (Syn. Xenodermichthys Giintheri Alcock) d) Höhe 1 : 4,8, Kopflänge 1 : 3, Auge 1:4, I> 18 A 17 A. nudus n. sp. 2. Seitenlinie sehr deutlich, von Schuppen gestützt. a) Hohe 1 : 6, Kopflänge 1 : 3,6, Auge 1 : 4, D 20 A [8 A. squamilaterus (Alcock) (Syn. Xenodermichthys squamilaterus Alcock) b) Höhe 1 -.4,5, Kopflänge 1 13, Auge 1 :3,2, D 19 — 21 A 18 — 19 A. lividus n. sp. Aleposomus lividus nov. spec. Taf. II, Fig. 1. V7 P 7— S I) 19—21 A [8—19. Größte Höhe des Körpers zu seiner Lange 1:4,25 — 4,7; geringste I lohe zur größten 1:2,5 — 3! Kopflänge zur Korperlänge 1:3 — 3,3; Schnauze zum Auge 1:1,5 — 2, Breite des Interorbitalraums zum Auge 1:2,1 — 2,2; Auge zur Kopflänge 1 : 3,1 — 3,3. Die Maulspalte reicht fast bis zur Vertikale des hintern Augenrandes. Zwischen-, Ober- und Unterkieler mit kleinen Zähnen besetzt, Vomer und Palatinum zahnlos. Auge groß, rund. Nasenlöcher kurz vor dem Auge. Die Bauchflossen liegen etwas hinter der Körpermitte, die Rückenflosse fast am Anfang des letzten Körperdrittels, auf der Vertikale des Afters, etwas vor der Analflosse. Schwanzflosse gegabelt. Seitenlinie sehr deutlich. Schuppen in ihr unter der Haut, im vordem Teil ringförmig, mit sehr breiter Oeffnung, durch welche der Seitenkanal geht; der hintere Teil der Schuppe ist wie ein Handgriff gestaltet und vom vordem Teil laterad abgebogen. Die Poren der Seitenlinie liegen auf dem Ende von Papillen, welche nach hinten gerichtet sind. Die Haut ist nackt, sie ist in regelmäßige langliehe Felder geteilt, was vielleicht auf eine frühere Beschuppung schließen läßt, aber Schuppen sind nicht nachzuweisen. Ueber den ganzen Körper kurze, schwarze Papillen zerstreut. Magen groll, aber ohne Blindsack, 9 Appendices pyloricae. Färbung: blauschwarz, ins Violette spielend, blossen ebenfalls dunkel gefärbt. Die Art ähnelt durch die Zahl der Flossenstrahlen und durch die Gestaltung der Seiten- linie, besonders durch die Schuppen, sehr Xenodermichthys squamilaterus Alcock, unterscheidet sich von ihr aber durch die größere Körperhöhe und das größere Auge. Zahl der Exemplare 5, größtes 33 cm, kleinstes 16 cm. Fundorte: Indischer Ocean ; Binnenmeer von Sumatra. Stat. 186: 3 22' i" S.Br. 101" 11' 5" O.L. Tr. 903 m Stat. 189: o° 57' 5" S.Br. 99° 51' \" ü. L. Tr. 768 m Stat. 205: i° 48' 9" N.Br. 96° 53' O.L. Tr. 1 14 m. l ) Höhe, Kopflänge und Auge bedeuten hier Verhältnis der Körperhöhe zu seiner Länge, der Kopflänge zur Körperlänge, des Auges zur Kopflänge. 2 I 22 August Hraier. Maße von 2 Exemplaren: 1. 2. Körperlänge '7 33 Größte Körperhöhe 4 6,9 Geringste Höhe i,35 2,9 Kopfläng« • 5-7 10 Schnauze 0,9 1,8 Auge [,8 3,i5 Breite des Interorbitalraums 0,8 i,5 I. 2. Von der Schnauzenspitze sind entlernt: die Bauchflossen 9,2 die Rückenflosse 11,2 die Anal flösse 1 2 Breite der Rückenflosse 2,8 der Anal flösse 2,6 '7-5 2 2 S 2 X 2 6,1 5.8. . ileposonms nudus nov. spec. Taf. II, Fig. 2. Bit 7 P 7 V 6 D iS A 17. Diese Art steht in bezug auf die Zahl der Strahlen der Rücken- und Analflosse und auf die meisten Verhältnisse A. lividus sehr nahe, unterscheidet sich von ihr aber durch die sehr undeutliche Seitenlinie und ein kleineres Auge. Im ersteren Punkte gleicht sie mehr A. Güntheri (Alcock), aber bei dieser Art ist die Höhe des Körpers eine geringere (1 : 6) und die Rücken- flosse hat 15, die Analflosse 14 Strahlen. Größte Körperhöhe zu seiner Länge 1 : 4,8, geringste zur größten Höhe 1 : 2,7, Kopflänge zur Körperlänge : : 3, Schnauze zum Auge 1:1, Breite des Interorbitalraums zum Auge 1 : 1,2, Auge zur Kopflänge 1:3,8 — 4,1. Die Maulspalte reicht fast bis zur Vertikale des hintern Augenrandes, die Kiefer sind mit kleinen Zähnen besetzt, Palatinum und Vomer zahnlos. Die Nasenlöcher liegen kurz vor dem Auge. Die Bauchflossen liegen etwas hinter der Korpermitte, die Rückenflosse beginnt auf der Vertikale des Afters, etwas vor der Analflosse, am Anfang des letzten Körperdrittels. Auf dem Kopf und am Bauch finden sich kleine papillenförmige Knötchen zerstreut angeordnet. Die Seitenlinie ist sehr undeutlich, ihre Oeffnungen am Ende schmaler Röhrchen; keine Schuppen. Färbung: sammetschwarz mit einem bläulichen Schiller. Zahl der Exemplare: 2. Fundort: Indischer Ocean, im Binnenmeer von Sumatra. Stat. 191 : o° 39' 2" S. Br. 98 52' 3" O.L. Tr. 750 m. Alaße: Korperlänge 15,5 Von der Schnauzenspitze sind entfernt: Größte Körperhöhe 3,2 die Bauchflossen 8,4 Geringste Körperhöhe 1,15 die Rückenflosse 10,6 Kopflänge 5 die Analflosse 1 1 Auge 1,2 Breite der Rückenflosse 2,2 Schnauze 1,2 der Analflosse 2,15. Breite des Interorbitalraums 1 22 Die Tiefseefische. Platytroctes Günther. Platytroctes Günther 1878 p. 249; 18S7 p. 229; Goode u. Bean 1896 p. 45; Jordan u. Evermann 1896 p. 458; Alcock 1899 p. 176. Platytroctes ftrocerus n. spec. Textfig. 3. P 18—20 D 17 A 18 V o. Größte Höhe des Körpers zu seiner Länge 1 : 4,7, geringste zur größten Höhe 1 : 3,5, Kopflänge zur Körperlänge 1 : 3,4, Breite des Auges zur Kopflänge 1 : 2,6, Schnauze zur Augen- breite 1 : 1,3, mittlere Breite des Interorbitalraums zur Augenbreite 1 : 2. Der Oberkiefer reicht fast bis zur Mitte des Auges. Der Zwischen- und Oberkiefer tragen eine Reihe kleiner Zähne Das große Nasenloch liegt nahe dem Schnauzenende. Der horizontale Durchmesser des großen Auges ist größer als der vertikale, die Augenspalte weit. Die beiden Augen konvergieren rostrad. 4 Kiemen, Pseudobranchie vorhanden. Die Brustflosse ist klein: die Bauchflossen fehlen: die Rücken- und Analflosse beginnen am Ende des zweiten Körperdrittels, die erstere auf der Vertikale des Afters, die letztere gleich hinter diesem. Beide sind gleich lang und breit. Die Schwanzflosse ist gegabelt und erstreckt sich mit ihren kurzen Strahlen bis nahe an die Rücken- ünd Analflosse. Schuppen fehlen, wahrscheinlich noch nicht entwickelt. Die Seitenlinie ist wohl ausgebildet. Die Enden der Claviculae laufen in einen gemeinsamen spitzen, rostrad gerichteten Dorn aus. An der Schulter, dorsal von der Brustflosse, findet sich eine kaudad gerichtete, weiche, kegelförmige Papille. Aehnliche, aber mehr schuppenartig gestaltete Papillen liegen zwischen der Rücken- und Schwanzflosse (4) und zwischen der Analflosse und der letzteren (2): sie fallen durch ihre schwarze Pigmentierung sehr auf. Zwischen dem Kopf und dem Ende der Rückenflosse und zwischen dem Dorn der Claviculae und dem Ende der Analflosse bildet die Haut je eine dünne vertikale Falte. Färbung: braun, Kopf, Brust und die Papillen schwarz. Exemplar: 1. Fundort: Atlantischer Ocean, bei den Kap Verde-Inseln. Stat. 39: 14° 39' 5" N.Br. 21" 51' 8" W.L. V. 2500 m. Maße: Körperlänge 3,3 Horizontaler Durchmesser des Auges 0,4 Größte Körperhöhe 0,7 Vertikaler Durchmesser 0,35 Gerineste Höhe 0,2 Breite des Interorbitalraums 0,2 Kopflänge 1,05 Von der Schnauzenspitze sind entfernt : Schnauze 0,3 die Rückenflosse 2,05 die Analflosse 2,085 Breite der Basis der Rücken- und Analflosse 0,6. ,, \i Gl st Brauer, Leider konnte der Beschreibung dieser Art nur ein kleines Exemplar zugrunde gelegt werden. Von PL apus Günther unterscheidet sie sich besonders durch das Verhältnis der Körperhöhe zu seiner Länge (P. apus mehr als 1:3, P. procerus 1 : 4,7), ferner durch die größere Länge des Oberkiefers, der bei P. apus nur bis zum vordem Augenrand, bei P. procerus bis zur Mitte reicht, und weiter durch die charakteristischen Papillen, welche für P. apus weder von Günther noch von Alcock erwähnt werden. Da das eine Exemplar noch jung ist, so ist die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, daß die ersten beiden Unterschiede mit zunehmendem Alter schwinden werden, und die Papillen ebenso wie bei Bathytroctes rostratus am ausgebildeten Tier weniger aullallen und deshalb übersehen sind, dal) mithin P. procerus nur ein junger P. apus ist. Auf Stat. 217 (4 56' N.Br. 78 1 5' S" O. L. V. 2000 m) und Stat 231 (3 24' 6" S.Br. 58 38' P'O.L. V. 2000 m), im Indischen Ocean zwischen Ceylon und den Seychellen sind noch 2 kleine slltpociplialidcn von 0,95 und 1,2 cm Länge gefangen worden, welche aber zu stark verletzt sind, um eine sichere Bestimmung auch nur der Gattung zuzulassen. Da bei dem einen die Bauchflossen fehlen, so dürfte es ein Platytroctes sein. Dolichoftteryx A. Brauer. Dolichopteryx A. Brauer moi p. 127. Aulostoma? Vaillant [888 p. 540. Korper lang gestreckt, fast zylindrisch, Kopf abgeplattet, Schnauze lang, Maulspalte sehr klein, Gebiß schwach. Vier Kiemen, Kiemenöffnung weit. Alle Flossen vorhanden, Fettflosse vor der Kuckenllosse 1 )iese und die Analflosse fehlt. Bauchflossen hinter der Korpermitte, kurz, im letzten Drittel des Körpers. Schwanzflosse gegabelt. Schuppen scheinen zu fehlen. Dolichopteryx anascopa A. Brauer. D. anascopa A. Brauer 1901 p. 127. Textfig. |.. P 14 V 12 1) io(?) A 12. Größte Höhe des Körpers zu seiner Länge 1 : 10, geringste zur größten Höhe 1 : 1,4, Kopflänge zur Korperlänge 1 13,2, Schnauze- zur Kopflänge 1 : 2,1, Breite des Auges zur Kopf- länge 1 : 6,2, Maulspalte zur Länge der Schnauze 1 13,3. Der Kopf ist dorso-ventral abgeplattet. 1 ■ 1 ^4 Die 1 iefseefische. _ - 2 5 der Rumpf wenig seitlich zusammengedrückt. Die Maulspalte ist sehr eng; Zähne konnten nicht erkannt werden. Die Nasenlöcher liegen nahe der .Schnauzenspitze. Das Auge ist ein Teleskop- auge; es ist röhrenförmig gestaltet, dorsad gerichtet, die Linse ist ganz auf die dorsale Seite verschoben. Die Sagittalachsen beider Augen stehen einander parallel, und die Augen sind nur durch ein sehr schmales Septum voneinander getrennt. Die Kiemenöffnung ist weit. Vier Kiemen, eine Pseudobranchie scheint zu fehlen. Die Brustflosse hat eine sehr breite Basis und ist sehr lang, ihre Strahlen reichen bis zur Analflosse. Die Bauchflossen liegen etwas hinter dem Anfang des letzten Körperdrittels; auch sie sind sehr lang, ihre Strahlen reichen bis zum Ende der Schwanzflosse. Die Rücken- und Analflosse sind schmal, ihre Strahlen kurz: beide liegen im letzten Viertel des Korpers, die erstere beginnt etwas vor der letzteren. Der After scheint der Analflosse etwas näher zu liegen als der Brustflosse. Die Schwanzflosse ist gegabelt. Das eine Exemplar ist leider sehr stark verletzt, so daß nichts Sicheres über die Körper- bedeckung gesagt werden kann. An der Seite des Rumpfes sind Reste von zwei Streifen vor- handen, die schwarz pigmentiert sind. Von einer Seitenlinie ist nichts zu erkennen. Fundort: Indischer Ocean, westlich von den Cocos-Inseln. Stat. 182: 10" 8' 2" S. Br. 97" 14' 9" O. L. V. 2400 m. Maße: Körperlänge 3,475 Länge der Maulspalte 0,15 Größte Körperhöhe 0,35 Von der Schnauzenspitze sind entfernt: Geringste Höhe 0,25 die Bauchflossen 2,125 Kopflänge 1,075 die Rückenflosse 2,725 Schnauze 0,5 die Analflosse 2,825 Horizontaler Durchmesser Breite der Basis der Rückenflosse 0,25? des Auges 0,175 der Analflosse 0,3 Vertikaler Durchmesser 0,2 Vaillant (1888, p. 340, Taf. 27, fig. 4, auch Goode und Bean 1896, p. 484, fig. 397) hat als Aulostoma? longipes einen Fisch beschrieben, welcher I). anascopa offenbar sehr nahe steht. Die Gestalt des Rumpfes und Kopfes, die enge Maulspalte, die Lage der Flossen sind dieselben, verschieden ist, daß die Brustflosse kurz ist, die Rückenflosse nur 5, die Analflosse 9 und die Bauchflosse 6 Strahlen hat und daß das Auge normal gebaut und laterad gerichtet ist. Das eine und auch nicht gut erhaltene Exemplar wurde nahe der Küste von Marokko mit dem Trawl aus einer Tiefe von 1163 m gefangen. Vaillant hat diesen Fisch der Gattung Aulostoma eingereiht, allerdings mit Bedenken. Eine solche Stellung scheint mir nicht richtig zu sein. Denn wenn man dem kehlen der Schuppen bei Dolichopteryx und Aulostoma} longipes auch wegen der schlechten Erhaltung keine Bedeutung beimessen will, so sprechen doch gegen eine Verwandtschaft mit Aulostoma das Fehlen einer ersten Rückenflosse und das kehlen von ver- längerten medianen Strahlen in der Schwanzflosse. Mir scheint, daß beide Formen, welche ich in der Gattung Dolichopteryx vereinige, am ehesten den Alepocephaliden anzuschließen sind, von denen manche die gleiche enge Maulspalte und die gleiche Lage der Flossen zeigen. Die starke Verlängerung der Strahlen der Brust- und Bauchflosse kann vielleicht nur ein jugendlicher Charakter sein. Vaillant glaubt, daß es sich um einen Oberflächenfisch handelt, das Teleskop- auge von Dolichopteryx anascopa macht aber sehr wahrscheinlich, daß es ein Tiefseefisch ist. 2 5 Deutsche Tiefsee-Expedition i2qS— 1899. Ed. XV. 4 .,, Ai'güst Brauer, Farn. Stomiatidae Günther. Körper lang gestreckt, meist ohne Schuppen. Kurze Schnauze, großes Auge, weite Maulspalte. Oberkiefer länger als Zwischenkiefer. Zähne im Zwischen- und Unterkiefer meist weit gesetzt, in beiden oder nur in einem einige größere Fangzähne. Oberkieferzähne stets kleiner als Zwischenkieferzähne, dicht gestellt, meist nach hinten gerichtet, zuweilen fehlend Kiemendeckel mehr minder schwach entwickelt, nicht vereinigt. Keine Pseudobranchie, Reusen- borsten fehlen "der sehr kurz. Leuchtorgane stets reich entwickelt, stets mehrere durch Größe und Bau verschiedene Formen. Ein oder zwei große sub- oder postorbitale Organe stets vor- handen. In den größeren Leuchtorganen des Rumpfes Leuchtzellen schmal, kegelförmig in einer Schicht, um ein Zentrum radiär geordnet, ohne zentralen Hohlraum und Ausführungsgang; auf den blossen stets weißliche punktförmige Organe. Brustflosse niedrig. Schwanzflosse gesondert, Analflosse hinter der Mitte. Magenblindsack sehr lang, keine oder sehr wenige Appendices pyloricae. Uebersicht über die bisher beschriebenen Gattungen. 1. Rückenflosse vor der Analflosse, hinter den Bauchflossen und hinter der Körpermitte, Bauchflossen vor der Körpermitte, \ackt. a) Bärbel vorhanden Astronesthes Richardson 1)1 Bärbel fehlt Bathylychnm A. Brauer II. Rückenflosse vor der Analflosse, vor der Korpermitte i. Rückenflosse vor den Bauchflossen, kurz, erster Strahl isoliert und stark verlängert, Bärbel rudimentär, mit Schuppen: Analflosse kurz, Brustflossen vorhanden Chauliodus Schneider 2. Rückenflosse auf gleicher Vertikale oder vor den Bauchflossen, kein Strahl verlängert, Rücken- und Analflosse sehr lang, Brustflossen fehlen, Bärbel wohl entwickelt, nackt Idiacanthus Peters III. Rücken- und Analflosse im letzten Körperdrittel, auf gleicher Vertikale, kurz A. Bärbel vorhanden i. Brustflosse vorhanden a) Schuppen verhanden a) Bauchflossen weit hinter der Korpermitte Stomias Cuvier ß) Bauchflossen fast auf der Korpermitte Macrostomias A. Brauer l>) Schuppen fehlen a) Brustflosse ohne abgetrennte Strahlen i) Bauchflossen weit hinter der Körpermitte «) Oberkiefer bezahnt, Bärbel lang Melanostomias A. Brauer ß) Oberkiefer ohne Zähne, Bärbel sehr kurz Pachystomias Günther 2) Bauchflossen nahe der Körpermitte Dactylostomias Garman 26 Die Tiefseefische. b) Brustflosse mit einem abgetrennten Strahl i) Bauchflossen weit hinter der Körpermitte; abgetrennter Strahl der Brustflosse lang a) Oberkiefer mit Zähnen Echiostoma Lowe ;i Oberkiefer ohne Zahne Opostomias Günther 2) Bauchflossen vor der Körpermitte; abge trennter Strahl der Brustflosse sehr kurz Gram in atostom ias Goode u. Be an 2. Brustflosse fehlt; Bauchflossen hinter der Körpermitte Photonccta, Gl nther B. Bärbel fehlt 1. Brustflosse vorhanden; Bauchflossen etwas hinter der Körpermitte Malacosteus Avres 2. Brustflossefehlt; Bauchflossen etwas vor der Körpermitte Photostoinias Colli 11 IV Rücken- und Analflosse im letzten Korperdrittel, Rückenflosse beginnt hinter der Analflosse, diese lang; Bauchflossen weit hinter der Körpermitte, Marbel, Brustflosse vorhanden, nackt Eustomias V aili vnt. / Istronesthes Richardson. Aslronesthes Richardson 1844 45 p. 07; Günther 1859— 7" V. 5 p. 424: Jordan u. C in i;k.i< i iSN; p. 287; Jordan 1887 p. 830; LÜTKEN 1892 ]). 273; GOODE U. BEAN 1S96 p. 105; JORDAN U. EvERMANN 1896 p. 586. Phaenodon Lowe 1S50 p. 250. Körper schlank, seitlich stark zusammengedrückt, nackt. Kurze Schnauze, mäßig großes Auge; weite Maulspalte. Im Zwischen- und Unterkiefer Zähne wenig zahlreich, weit gesetzt, unter ihnen einige grolle bangzahne, Oberkiefer mit kleineren, dichter gestellten Zähnen, Vomer meist zahnlos. Palatinum mit einer Reihe kleinerer Zähne, Zunge und Innenränder der Kiemen- bögen mit Zähnen besetzt. Am Kinn eine lange Bärbel. Vier Kiemen, keine Pseudobranchie. Bauchflossen nahe der Mitte des Körpers, Rückenflosse stets vor der Analflosse, auf gleicher Vertikale mit den Bauchflossen oder hinter ihnen. Rücken- und Analflosse mäßig lang. Fett- flosse vorhanden. Keine Schwimmblase, Magen mit langem Blindsack, keine Appendices pyloricae. Am Kopf ein grobes postorbitales Leuchtorgan, kleinere auf dem Kiemendeckel und zwischen den Branchiostegalradien, am Rumpf 2 Längsreihen von Leuchtorganen, eine ventrale vom Isthmus bis zur Schwanzflosse, eine laterale von der Kiemenöffnung bis zur Höhe des Anfangs der Analflosse. xVußerdem viele kleine Organe zwischen den Längsreihen und über den Körper zerstreut. Zwischen den Flossenstrahlen punktförmige weiblich erscheinende Organe. Bisher sind folgende Arten beschrieben : Astronesthes leueopterus Evdoix, u. Souleyet 1841, V. I p. 193, Tal'. 7, fig. 4; A. barbatus Kner, 1860, p. 543, fig. 5; A. Richardsonii Poey, 1853, p. 176: . /. niger Richardson, 1844 — 45, p. 97, Tal. 50, fig. 1—3; A. Martensii Klunzinger, 187 1, p. 594; .7. chrysophekadion Bleeker; A. gemmifer Goode und Bean, 1896, p. 105; _,<; August Brauer, . /. abyssontm R. Köhler, 1896, p. 511, Tal'. 27, fig. io . /. indicus A. Brauer, 1902, p. 287; . /. splendidus A. Brauer, 1902, p. 288; . /. antardicus Lönnberg, 1905, p. 762; 1905 a, p. 65 ; A. lucifer Gilbert, 1905, p, 605; ferner kommt noch als eine neue Art hinzu A. elucens n. sp. Für die Unterscheidung der Arten kommen in erster Linie in Betracht: 1. die Lage der Rückenflosse und die Strahlenzahl der Rücken- und Analflosse und 2. die Zahl der Leuchtorgane in den Längsreihen am Rumpf. Da in der lateralen Reihe die Organe mit denen der ventralen Reihe korrespondierend angeordnet sind, so genügt es, die Zahl der Organe einer Reihe an- zugeben. Ob die Angaben über die Größe des Auges und damit auch der Schnauze in allen Fällen für die Einteilung verwendbar sind, muß noch als unentschieden gelten, da es möglich ist, daß ebenso wie bei anderen Stomiatidcn auch hier die Grolle des Auges nach dem Geschlecht variiert. Darauf scheint z. B. zu deuten, daß Lütken für . /. niger für ein Exemplar das Ver- hältnis des Auges zur Kopflänge auf 1 : 4,6, für ein anderes auf 1 : 6 angibt. Auf die Zahl der Leuchtorgane hat LüTKEN zuerst Gewicht gelegt und, wie man nach dem Verhalten hei andern Leuchtfischen auch hier vermuten kann, wird auch hier die Zahl für jede Art konstant sein oder nur innerhalb sehr geringer Grenzen schwanken, mithin systematisch von großem Wert sein. In der ventralen Rumpfreihe der ( )rgane, deren Zahl ich der Uebersicht der Arten zu- grunde lege, zeigen sie folgende Anordnung: der erste Abschnitt (I — P) umfaßt die Organe vom infang des Isthmus bis zur Vertikale (\w Brustflosse, der zweite (P -V) die Organe von der Vertikale der Brustflosse bis zur Bauch flösse, der dritte (V — A) beginnt etwas vor der Bauch- flosse, zwischen den letzten Organen des Abschnittes P — V, und endet etwas hinter dem Anfang der Analflosse, und der vierte Abschnitt (A — C) beginnt etwas hinter dem Anfang der Analflosse und reicht bis zur Schwanzflosse. Für .7. Icucoptcrus (Eyd. u. Soul.), . /. barbatus Kner, A. chysophekadion Blk. und . /. abyssontm Kohl, fehlen Angaben über die Zahl der Leuchtorgane. Nach Günther soll A. barbatus mit . /. Icucopterus identisch sein, und nach der Lage der Rückenflosse scheint letztere Art mit A. niger identisch zu sein, aber die Angaben lassen eine sichere Entscheidung nicht zu. Die Min mir beschriebene neue Art, . /. splendidus, scheint mir nach einer neuen eingehenden Prüfung mit . /. Martensi identisch zu sein: ebenso dürfte wahrscheinlich A. lucifer Gilb., wenn erst ein •'Toberes Material untersucht werden kann, zu beurteilen sein. Uebersicht über die Arten. I. Die Rückenflosse beginnt auf der Vertikale der Bauchflossen. 1. Die Rückenflosse endet vor drv Vertikale des Anfangs der Analflosse. a) Leuchtorgane: I — P 6, P — V 15, V — A 20, A — C 11; D 13, A 15 A. Richardsoni ß) Leuchtorgane: I — P 10, P — V 23, V — A 14, A — C 16; D i4(?) A 16 A. elucens n. spec. y) Leuchtorgane 1 ): I — 1' 10, P — V 18, V — A 23, A — C? D 17, A 17 A. gemmifer l ) Nach der Figur 124 in GOODE u. I'.l AN 1X96. 2 8 Die Tiefseetische. „ n (?) Leuchtorgane: I — V 35, V — A 19, A— C? D 10 A 15 . /. antardicus f) Leuchtorgane: ? D 11 A 10 . /. abyssorum II. Die Rückenflosse beginnt hinter der Vertikale der Bauchflossen. 1. Die Rückenflosse endet vor der Vertikale des Anfangs der Analflosse D 11 — 12 A 18—19 a) Leuchtorgane: I — P 8 — 10, P — V 1 7 — 20, V — A 18 — 20, A — C 11 — 12 . /. Martensi ß) Leuchtorgane: I — P 12, P — V 18, V— A 22, A — C 10 . /. lud/er GlLB. 2. Die Rückenflosse endet auf der Vertikale des ersten oder der ersten Strahlen der Analflosse «) Leuchtorgane: I — P 9, P — V 12 — 14, V — A 18 — 20, A — C 12, D 14 — 18, A 13 — 15 . /. niger ß) Leuchtorgane: I — P 6, P — V 5, V — AS, A — C 7, D 10, A 14 . /. indiaa Astronesthes Richardsoni Poey. Astronesthes Richardsonii Poey 1853 p. 176; 1 86 1 p. 384; 1875 76 p. 145; Günther 1859— 70 V. 5 p. 425; Lütken 1892 p. 273 Tai". 3 fig. 1— 2 ; Goode u. Bean 1896 p. 106 Fig. 125 ; Jordan u. Evermann 1896 p. 587. Chauliodus Richardsonii Poey 1S53 p. 1 Tal". 10 Fig. 2. Zu dieser Art rechne ich ein 23,5 cm langes Exemplar, das von der Expedition im Ost- Atlantischen Ocean westlich der Großen Fischbucht (Stat. 75: 16 24' 9" S.Br. 1 1 ° 8' 9" O. L.) mit dem Trawl gelangen wurde. Leider ist es sehr stark geschunden, die Haut des Rumpfes und damit die Leuchtorgane fehlen ganz. Ich vermute, daß es .1. Richardsoni ist, weil die Rückenflosse wie bei dieser Art liegt, die Analflosse 14 — 15 Strahlen hat, und ferner das Ver- hältnis der größten Körperhöhe zu seiner Länge (1 : 7) und der Kopflänge zur Korperlänge (1 : 4,8) übereinstimmen. Die Rückenflosse hat nur 1 1 Strahlen, sie ist aber an ihrem Ende verletzt. Vorkommen: Atlantischer Ocean: bei Cuba (nach Poey), an der Westküste Afrikas (Valdivia), Stiller Ocean (nach Lütken). Astronesthes niger Richardsoim. Astronesthes nigra Richardson 1844 — 45 p. 97 Taf. 50 Fig. 1 — 3; 1846 p. 303. r Stomias leueopterus Eydoux u. Souleyet 1841 V. 1 p. 193 Taf. 7 fig. 4. Stomias Fieldii Cujier u. Valenciennes 1846 V. XVIII p. 280. Chauliodus Fieldii Cuvier u. Valenciennes 1849 V. XXII p. 290. Phaenodon ringens Lowe 1850 p. 251. ? Astronesthes barbatus Kner 1860 p. 543 Taf. 39 Fig. 5. Astronesthes niger Günther 1859 — 70 V. 5 p. 425; 1887 p. 203 Taf. 6q Fig. 1; 1886 p. 453 Fig.; i88q p. 38; ClINNINOHAM 1S71 p. 472; JORDAN [SS7 p. 830 ; JORDAN II. GILBERT 1SS2 p. 288; LÜTKEN 1892 p. 273 Taf. 3 Fig. 3 — 5; Goode u. Bean 1S96 p. 105 Fig. 123; Jordan u. Evermann 1896 p. 586. Von dieser bisher am häufigsten beobachteten Art ist in dem Material der Expedition nur ein sehr kleines (2 cm) Exemplar vorhanden; ein zweites, 4 cm' langes Exemplar wurde mir vom Stuttgarter Naturalienkabinett überlassen. Heide stimmen mit den über A. niger be- s< mders von Lütken gemachten Angaben in den meisten Punkten überein, nur in bezug auf die 29 August Brauer, 3° Zahl der Strahlen der Rückenflosse weicht das kleinere Exemplar stark ab. Lütken gibt nach der Untersuchung mehrerer Exemplare für die Rückenflosse 14 — 16, für die Analflosse 14 — 15 Strahlen an. Das Stuttgarter Exemplar zeigt hiermit übereinstimmend D 15 A 15, das andere dagegen D f8 A 13. RlCHARlWON gibt nun an D 17 A 14, welche Zahlen also mit denen des Valdivia-Exemplars übereinstimmen würden. Da die Lage der Rückenflosse trotz der verschiedenen Strahlenzahl dieselbe bleibt, und da lerner die Zahl der Leuchtorgane bei dem Stuttgarter und V a 1 d i v i a -Exemplar völlig übereinstimmt, so scheint die Zahl der Strahlen der Rückenflosse bei dieser Art stark zu variieren, zwischen 14 — 18, wahrend die Analflosse eine geringere Variationsbreite in der Zahl ihrer Strahlen hat (13 — 151: in den extremsten ballen wäre die Zahl der Strahlen beider blossen gleich oder die der Rückenflosse um 5 grober als die der Anal- flosse. Eine sichere Entscheidung kann aber nur durch ein gröberes Material herbeigeführt werden. Die Skizze im Ch allenger R e p. V. 22 Taf. 69, welche den beginn der Rückenflosse vor die Bauchflossen verlegt, ist sicher falsch. Die Maße der zwei Exemplare sind folgende, ich füge in Klammern die von Lütken angegebenen Werte bei. Größte Höhe zur Körperlänge 1 14,5 — 5 (1 : 5,5), Kopflänge zur Körperlänge 1:4 (1:4), Auge zur Kopflänge 1:5 (1:4,6 und 1 : 6). Anordnung der Leuchtorgane: 1. am Kopf: a) ein ovales postorbitales Organ (bei den kleinen Exemplaren noch klein, bei erwachsenen Tieren groß); b) ein orbitales Doppelorgan,') am ventralen Rand des Auges, äußerlich kaum erkennbar: c) zwei operkulare Organe über- einander am präoperkularen Rand; d) 17 Branchiostegalorgane; e) ein längliches im Ende der Bärbel. 2. am Rumpf: 1. größere Organe: a) ventrale Längsreihe: I — P nach Lütken 9 (gegen die Brustflosse divergieren die beiderseitigen Reihen), P— V 14, nach Lütken 12 (an beiden Enden divergieren die beiderseitigen Reihen), V — A 20, nach LüTKEN [8, die ersten 2 liegen etwas vor der Bauchflosse, zwischen den letzten Organen des zweiten Abschnitts, die letzten zwei liegen bereits neben den ersten Strahlen der Analflosse: A — C bei dem V a 1 d i v i a -Exemplar 10, bei den Stuttgarter 12, nach Lütken 12, das erste Organ liegt etwas höher als das letzte des vorigen Abschnitts; b) laterale Reihe: von der Kiemenöffnung bis zur Vertikale der Bauch- flosse 13, nach Lütken 12, von der Vertikale der Bauchflosse bis zur Vertikale des letzten Oreans des ventralen Abschnitts V — A oder bis zur Vertikale des dritten Strahles der Anal- flösse 20, nach Lütken 18. 2. kleinere Organe: außer den größeren sind noch sehr viele kleinere vorhanden, welche eine ähnliche Anordnung zu besitzen scheinen wie bei A. indicus, für welche Art sie genauer beschrieben wird, und viele pigmentlose, in Spiritus weiblich erscheinende punkt- förmige Organe am Rücken und entlang den Flossenstrahlen. Färbung: sammetschwarz, das kleinere V a 1 d i v i a -Exemplar braunschwarz, Flossen und Bärbel w< i 1 1. Vorkommen: Atlantischer Ocean: zwischen Mogador und New- York (nach Goode und Bean); 21" N. Br. 31 ° W.L. (Stuttgart): zwischen io° und 36 N. Br. 2° 30' und 64" W.L. (Lütken); Westküste Afrikas (Challenger) ; zwischen San Vincent und Rio de Janeiro (Cunningham). Valdivia: Golf von Guinea, Stat. 54: i° 51' N. Br. o" 31' 2" O.L. V. 2000 m. 1 Vgl. A. Brauer 1904. Die I iefseefische. 31 Maße des Stuttgarter Exemplars: Körperlänge 4,2 Größte Körperhöhe 0,93 Geringste Höhe 0,2 Kopflänge 1,05 Breite des Interorbital rau ms 0,35 Auge 0,225 Schnauze 0,275 Länge der 1 5arbel 1 ,7 Von der Schnauzenspitze sind entfernt: die Brustflossen 1,9 die Rückenflosse 2,23 die Anal flösse 3,1 Breite der Basis der Rückenflosse' 1,1 der Analflüsse 0,53 Länge der Brustflosse 0,8 der Bauchflosse 0,8 Astroiicsthes elucens nov. spec. Es ist möglich, daß diese Art, wenn ein größeres und besser erhaltenes Material unter- sucht werden wird, sich mit . /. gemmifer Goode und Bean (1896, p. 105 fig. 124) identisch er- weisen wird, aber nach der von ihnen gegebenen Beschreibung, welcher nur ein aus dem Magen eines „Halibut" genommenes Exemplar zugrunde gelegen hat, sind folgende Unterschiede vor- handen: 1. D 14 A 16 statt ü 17 A 17; 2. die Rückenflosse beginnt hinter der Körpermitte, bei A. gemmifer etwas vor derselben; 3. das Verhältnis des Auges zur Kopflange beträgt 1 : 6,4, bei A. gemmifer 1:4; 4. die Bärbel ist viel länger als der Kopf, bei A. gemmifer fast gleich lang. Auf diese Unterschiede ist zum Teil möglicherweise weniger Wert zu legen, zumal auch das Exemplar der Expedition stark verletzt ist, aber vorläufig scheint es mir richtiger zu sein, diese Form als eine besondere Art aufzustellen. In bezug auf das Auge kann der Unterschied in diesem Fall kaum auf eine Verschiedenheit des Geschlechtes zurückgeführt werden. Denn das von mir untersuchte Exemplar ist ein $, und bei s ist bei allen anderen Fischen, wenn Unter- schiede in der Große des Auges vorhanden sind, das Auge größer als bei 5. Goode und Bean halten es für möglich, daß die Art A. gemmifer mit .7. niger identisch sei; dieses scheint mir wegen der verschiedenen Lage der Rückenflosse und der Zahl der Leucht« »rgane ausgeschlossen. Brr 23 P 7 V 7 D 14 A 16. Größte Höhe des Körpers (an der Schulter) zu seiner Länge 1 : 5,4, geringst!; zur größten Körperhöhe 1 13, Kopflänge zur Körperlänge 1 : 4,6, Auge zur Kopflänge 1 : 6,4, Kopflänge zur Länge der Bärbel 1 : 1,5. Die Fangzähne im Zwischen- und Unterkiefer sind verhältnismäßig kurz, und die Oberkiefer wenig zahlreich und ziemlich weit gesetzt. Im Zwischenkiefer sind 5, im Oberkiefer 8, im Unterkiefer etwa 10, auf dem Palatinum eine Reihe von 9 kleinen Zähnen vorhanden. Die Rückenflosse beginnt auf der gleichen Vertikale wie die Bauchflossen, hinter der Körpermitte und vor dem Anfang des letzten Drittels, und endet vor der Vertikale des Anfangs der Analflosse, die ganz im letzten Körperdrittel gelegen ist. Leuchtorgane, soweit sie erhalten sind: am Kopf dieselben wie bei andern Arten (vgl. A. indicus); am Rumpf in der ventralen Längsreihe: a) I — P 10, b) P — V 23, c) V — A 14, d) A — C etwa 14; in der lateralen Reihe sind die Organe' nur ßis zur Vertikale der Bauchflosse erhalten, es sind 22. Färbung: sammetschwarz. 3i .,, August Brauer, Fundort: Atlantischer Ocean, Golf von Guinea: Stat. 51: o° 55' 7" N. Br. 4" 37' 6" W.L. V. 2500 m. Maße: Körperlänge 14,6 Länge der Bärbel 4,7 Größte Körperhöhe 2,7 Von der Schnauzenspitze sind entfernt: Geringste Körperhöhe 0,9 die Rücken- und Bauchflosse 8 Kopflänge 3,2 die Anal flösse 1 1 Schnauze 0,4 Auge 0,5 Breite des Interorbitalraums 0,9 Astronesthes Martensi Klunzinger. Astronesthes Martensii Klunzinger 1871 p. 504; Lütken i3q2 p. 273 Taf. 3 fig. 6 — 7. Astronesthes splendidus A. Brauer 1902 p. 288. Taf. II, Fig. 4. Das eine, nur 3,1 cm lange Exemplar, welches südlich von Ceylon gefangen wurde, zeigt in allen wesentlichen Punkten fast völlige Uebereinstimmung mit den Angaben Klunzinger's und Lütken's. Brr 23 P 8 V 7 Ün A 1 S. Größte Hohe des Körpers zu seiner Länge 1 : 6,2, Kopflänge zur Körperlänge 1 14,4, Auge zur Kopflänge 1 14,1. Im Zwischenkiefer 5 — 6 Zähne, der zweite der größte, im Ober- kiefer kleine, schräg nach hinten gerichtete, dicht gestellte Zähne, im Unterkiefer vorn ein großer Fangzahn, der ebenso wie der des Zwischenkiefers nicht in das Maul aufgenommen wird, außer- dem 7 — 8 kleinere. Die Brustflosse erreicht nicht die Bauchflosse. Diese liegt kurz vor der Mitte des Körpers und reicht fast bis zum After. Die Rückenflosse beginnt hinter der Vertikale der Bauchflosse, hinter der Körpermitte und endet vor der Vertikale des Anfangs der Analflosse. After kurz vor der Analflosse, am Anfang des letzten Körperdrittels. Eine kleine Fettflosse hinter der Rückenflosse und eine vor dem After. Bärbel etwas länger als der Kopf, sie hat am Ende eine längliche unpigmentierte Anschwellung (Leuchtorgan), dann einen schwarzen Fleck und etwa 8 kleine baden. Leuchtorgane: am Kopf wie bei andern Arten (vgl. A. indicus); zwischen den Branchio- stegalradien 21; am Rumpf in der ventralen Reihe a) I — P 10, b) P — V 17, c) V — A 20, d) A — C 12, durch eine größere Lücke von den letzten Organen des Abschnitts V — A getrennt; in der lateralen Reihe a) von der Kiemenöffnung bis etwas über den Anfang der Analflosse 37. Außerdem zahlreiche kleine pigmentierte Organe am Kopf und Rumpf, deren Anordnung eine ähnliche wie bei A. indicus ist, und pigmentlose als weiße Pünktchen erscheinende am Rücken und auf den Flossen. Färbung: sammetschwarz, untere Kieferpartie bräunlich, blossen glashell mit schwarzen Punkten. Vorkommen: Atlantischer Ocean : bei Kap Verden-I. (17" N. Br. 22"\Y.L.) (nach Lütken) Indischer Ocean, Rotes Meer (Klunzinger) südl. von Ceylon (Valdivia), Stat. 217: 4" 56' N.Br. 78" 15' 3" O.L. V. 2000 m (Bodentiefe 4454 m). 32 ] 1 1 I 1 . ■ t I ■ I ■ 1 1 ■ I ■ 1 1 I ■ , 33 Maße: Korperlänge 3,1 Größte Höhe 0,5 Geringste Höhe 0,2 Größte Breite 0,7 Kopflänge 0,7 Schnauze 0,2 Maulspalte 0,55 Lange der Bärbel 0,75 Auge 0,15 Breite des Interorbitalraums 0,2 Von der Schnauzenspitze sind entfernt: die Bauchflossen 1,3 die Rückenflosse 1,7 die Analflosse 2,15 Breite der Basis der Rückenflosse 0,4 der Analflosse 0,55 Länge der Brust- und Bauchflosse 0,6 der Rückenflosse 0,45 der Analflosse 0,3 Astronesthes Indiens A. Brauer. Astronesthes indicus A. Brauer 1Q02 p. 2S7. Astronesthes sp. Alcock 1S90 p. 2\\ Tal'. 35 fig. 3. Taf. II, Fig. 3, Textfig. 5 a und b. Brr 18—19 P8 V 7 D 16 A 14. Größte Körperhöhe zu seiner Länge 1 : 4,6, geringste zur größten Höhe 1 : 3,2, Kopf- länge zur Körperlänge 1 : 3,7, Bärbel zur Kopflänge 1 : 1,1, Auge zur Kopflänge 1 : 5, zur Schnauze 1 : 1,5, zur Breite des Interorbitalraums 1 : 1,7. Nasenlöcher fast auf der Mitte der Schnauze. Im Zwischenkiefer 5 Zähne, von denen der /.weite der grollte ist, im Oberkiefer viele kleine schräg nach hinten gerichtete Zähne, im Unterkiefer 6, von denen der zweite der größte und ebenso wie der größte Zahn des Zwischenkiefers nicht in das Maul aufgenommen wird, auf dem \ omer ein Paar, Palatinum und Zun^e mit mehreren Zähnen. Bärbel dick, fast so lang Deutsche Tiefsee-Expedition , , August Brauer, j 4 wie der Kopf, am Ende seitlich abgeplattet; ein Leuchtorgan scheint zu fehlen. Brustflosse kurz, erreicht nicht die Bauchflosse. Diese liegt etwas vor der Körpermitte, ist kurz. Die Rückenflosse beginnt etwas hinter der Mitte und hinter den Bauchflossen und endet auf der Vertikale des Anfangs der Analflosse. Diese liegt ganz im letzten Körperdrittel. Je eine Fett flösse liegt hinter der Rückenflosse und zwischen der Bauch- und der Analflosse. After kurz vor der letztern. Leuchtorgane (vgl. Textfig. 5): 1. Am Kopf: a) ein großes, sichelförmiges, hinten ventral am Auge gelegenes, drehbares Organ, Reflektor leuchtet dunkel violett; b) ein orbitales Doppelorgan, vorn am ventralen Rande des Auges, äußerlich sehr wenig hervortretend; c) auf dem Kiemendeckel 2 kleinen' Organe; d) zwischen den Branchiostegalstrahlen 16: e) sehr kleine Organe zerstreut auf der Wange, auf dem Unterkiefer und in einem Kranze das Auge umschließend. 2. Am Rumpf: a) 2 Längsreihen, in der ventralen I — P 6, P — V 5, V — A 8, A — C 7: in der lateralen von der Kiemenöffnung bis V 6, V bis zur liehe des Afters 6. Ferner kleine pigmentierte Organe: in 2 Reihen zwischen den beiden ventralen Längs- reihen, auf der Hohe der Brustflossen in einer dichteren Gruppe, dann dorsal von den ventralen Reihen in einer guirlandenartig geschwungenen Linie, außerdem in großer Zahl zerstreut über den ganzen Rumpf. Aulier diesen pigmentierten Organen finden sich noch unpigmentierte, wie weiße Pünktchen erscheinende Organe in einer größeren Gruppe dorsal auf dem Kiemendeckel, wahrscheinlich auch auf dem Rücken, doch sind sie hier nur in Resten noch vorhanden und ferner auf allen blossen entlang den Flossenstrahlen. Färbung: sammetschwarz, Unterkiefer braun, Flossen weiß, Bärbel weißgelblich. Fundort: Indischer Ocean, zwischen Sansibar und den Seychellen. Valdivia, Stat. 238: 5 1 2' 5" S.P.r. 46 32' 3" Od.. V. 3000 m. Arabisches Meer, Tra- vancore-Küste (In vi stigati >r). Maße: Körperlänge 3,7 Von der Schnauzenspitze sind entfernt: Größte Körperhöhe 0,8 die Bauchflossen 1,8 Geringste Hohe 0,25 die Rückenflosse 2 Größte Körperbreite 0,4 die Analflosse 2,8 Kopflänge 1 Breite der Basis der Rückenflosse 0,8 Schnauze 0,3 der Analflosse 0,5 Lange der Bärbel 0,85 Länge der Brustflosse 0,5 Auge 0,2 der Bauchflosse 0,5 Breite des Interorbitalraums 0,35 der Rückenflosse 0,4 der Analflosse 0,3 Bathylychnus A. Brauer. Bathylychnm A. Brauer 1902 p. 289. Diese (kittung steht Astronesthes sehr nahe, unterscheidet sich von ihr besonders durch das Fehlen der Bärbel und des großen suborbitalen Leuchtorgans Körper schlank, seitlich stark zusammengedrückt, nackt. Maulspalte weit. Im Zwischen 34 Die Tiefseetische. „ - und Unterkiefer Zähne weit gesetzt, einige größere Fangzähne, im Oberkiefer Zahne zahlreich, eng gestellt und schräg nach hinten gerichtet. Vomer, Palatinum zahnlos, Zunge bezahnt. Keine Bärbel. Auge rund, mäßig groß. Brustflosse und Bauchflosse groß. Letztere nahe der Körper- mitte. Rückenflosse lang, sie beginnt hinter der Bauchflosse, vor der kürzeren Analflosse, welche im letzten Körperdrittel gelegen ist. Fettflosse vorhanden. Schwanzflosse gegabelt. Seitenlinie Fehlt. Kiemenöffnung weit, vier Kiemen, keine Pseudobranchie. Am Kopf kein großes sub- orbitales Leuchtorgan, ein orbitales Doppelorgan, zahlreiche kleine Organe, am Rumpf zwei Längs- reihen größerer Leuchtorgane jederseits und zahlreiche kleine Organe; Flossen mit weißlichen kleinen Organen besetzt. Bathylychniis cyanens A. Brauer. Bathylychnus cyaneus A. Brauer igo: [>. 289. Taf. 2. I ; i''\ 5 ; Textfig. 6a und 1 Brr 18 P 8 V 7 D 20 A 16 Größte Höhe des Körpers zu seiner Länge 1:5,4, geringste zur grollten Hohe 1:3,6, -rollte Breite zur Hohe des Körpers 1 : 1,8, Kopflänge zur Körperlänge 1 : 3,7, Auge zur Kopf- länge 1 : 5,3, zur Schnauze 1 : 1.3, zur Breite des Interorbitalraums 1 : 1.5. Stirn etwas vertieft; Nasenlöcher in der Mitte der Schnauze. Unterkiefer sehr wenig vorspringend, Maulspalte sehr weit. Kiemenöffnung sehr weit, Kiemendeckel nicht verbunden. Vier Kiemen, keine Pseudo- branchie. Reusenstrahlen kurz, zahnartig, spitz. Keine Bärbel. Zwischenkiefer groll mit 2 Fang- zähnen, von denen der zweite der grollte ist, und 3 kleinen, Oberkiefer mit vielen kleinen, dicht gestellten, schräg nach hinten gerichteten Zähnen, Unterkiefer mit einem großen hangzahn und 5 kleineren Zähnen, die Fangzähne werden nicht in das Maul aufgenommen. Vomer zahnlos, Palatinum zahnlos, Zunge mit 3 Paaren von Zähnen. Brustflosse tief, lang, erreicht fast die Bauchflosse; diese liegt etwas vor der Körpermitte und reicht fast bis zu der vor dem After gelegenen Fettflosse. Die Ruckenflosse ist lang, sie beginnt fast auf der Korpermitte, etwas hinter den Bauchflossen und erstreckt sich etwas über d<-n Anfang der Analflosse hinaus. Die letztere ist kürzer als die Rückenflosse und liegt ganz im letzten Korperdrittel. After kurz vor der Analflosse. Je eine Fettflosse hinter der Rückenflosse, über dem Knde der Analflosse und kurz vor dem After. Leuchtorgane (vgl. Textfig. 6): i. am Kopf: ein orbitales Doppelorgan vorn am ven- tralen Augenrande, äußerlich sehr wenig auffallend, 2 Organe übereinander auf dem Kiemen- deckel, iS zwischen den Branchiostegalradien, kleinere Organe in einem Kranz das Auge um- gebend, in einer Reihe am Oberkieferramie, und zerstreut auf der Wange, dem Kiemendeckel und dem Unterkiefer, ferner eine grolle, oblonge, vertikal gestellte, weißgelbliche, zum Teil glänzende Leuchtplatte auf dem Kiemendeckel; 2. am Rumpf: a) grellere Organe in 2 Längs- reihen; in der ventralen Reihe vom Anfang des Isthmus bis zur Brustflosse 10 (gegen die letztere divergieren die beiderseitigen Reihen 1, von dieser bis zur Bauchflosse [3 (an beiden Enden divergieren die beiderseitigen Reihen), etwas vor der Bauchflosse, zwischen den letzten Organen des zweiten Abschnitts beginnt ein dritter, welcher bis zur Höhe des vierten Strahles der Analflosse reicht und links 17, rechts 1 8 Organe besitzt, dann folgt ein letzter Abschnitt 35 5* 36 August Brauer, ':.\o . o •■•i- 1 o:0'. °'.'o. b/j mit 12 Organen, welcher etwas höher als das letzte Organ des vorigen Ab- schnitts beginnt und bis zur Schwanz- flosse reicht: in der lateralen Reihe, welche an der Kiemenöffnung etwas dorsal von der Brustflosse ihren An- fang nimmt und bis zur Vertikale des fünften Strahles der Analflosse sich er- streckt, von der Kiemenöffnung bis zur Vertikale der Bauchflosse 14, von hier bis zum Ende 18; b) kleinere Organe: 2 Längsreihen zwischen den beiden ven- tralen Längsreihen der größeren Or- gane zum Teil in Gruppen von 4 Or- ganen, besonders am Isthmus, geteilt, lerner auf der Vertikale der Brust- flossen und kurz vor den Bauchflossen zu größeren Gruppen angeordnet, dann zwischen den ventralen und lateralen Längsreihen eine größere Zahl, zum Teil guirlandenartig die Organe der ventralen Reihe umschließend, und zer- streut über die Seiten des Rumpfes, und endlich noch kleinere in ( Hier- reihen, die vom Rücken bis zu der lateralen Längsreihe der größeren Or- gane sich herab erstrecken. Aulier diesen pigmentierten Or- ganen finden sich noch zahllose punkt- förmige, weißlich erscheinende unpig- mentierte Organe, welche besonders auf der Schnauze, am Unterkiefer und auf dem Nacken und Rücken bis zur Rückenflosse in mehr minder langen und verschieden geformten Ouerbän- dern angeordnet sind, wie ein weiß- licher Flaum erscheinen; ebensolche Organe finden sich auf allen blossen entlang den Strahlen. Färbun g : 1 »läulichschwarz, wi< : Bronze glänzend, auf der Seite ein breiter bronzeglänzender Streifen, der 36 Die Tiefseefische. 37 sich nach der Schwanzspilze zu verjüngt, Iris schwarz, Unterkiefer hellbräunlich, Flossen glashell mit schwarzen Punkten. Leuchtplatte in Regenbogenfarben erstrahlend. Fundort: Indischer Ocean, zwischen Ceylon und den Malediven. Stat. 217: 4" 56' N.Br. 78 15' 2>" O.L. V. 2000 m (Bodentiefe 4454 m). Maße: Körperlänge 6 Größte Körperhöhe 1,1 Geringste Höhe 0,3 Größte Körperbreite 0,6 K< ipflänge 1 ,6 .Schnauze 0,4 Auge 0,3 Interorbital räum 0,45 Von der Schnauzenspitze sind entfernt: die I Saudi flössen 2,8 die Rückenflosse 3,1 die Analflosse 4,4 Breite der Basis der Rückenflosse 1,7 der Anal flösse 1 Länge der Brustflosse 1,2 der Bauchflossen 1,1 der Rückenflosse 0,9 der Anal flösse 0,65 Ckauliodus Bloch u. Schneider. Chauliodus Bloch u. Schneider 1801 p. 430; Cuvier 1817 p. 184; 1S20 p. 284; Rissu 1826 p. 441; Cuvier u. Valenciennes 1828 — 49 V. 22 p. 283; Günther 185g — 70 V. 5 p. 392; Moreau 1881 V. 3 p. 491; Jordan u. Gilbert 1X82 p. 284; Carus 1889 — 1893 V. II p. 570; Goode u. Bean 1896 p. 96; Jordan u. Evermann 1S96 p. 584; Alcock p. 143. Leptodes Swainson 1839 V. 5, 2 p. 298. Körper langgestreckt, Kopf und Rumpf seitlich stark zusammengedrückt, mit sehr dünnen hexagonalen Schuppen bedeckt. Kopf hoch: Operculum schwach entwickelt, Interoperculum rudimentär. Maulspalte sehr weit, die großen Zwischenkiefer mit 4 grollen Zähnen, Oberkiefer mit zahlreichen kleinen dicht gestellten Zähnen, im Unterkiefer außer einigen mäßig grollen 4 — 5 sehr große, der erste kolossal entwickelt, alle weit gesetzt: keiner der großen Zähne wird in das Maul aufgenommen. Palatinum mit einer Reihe kleiner Zähne, Zunge zahnlos. Bärbel ein sehr kurzes Fädchen, rudimentär. Auge mäßig groll, bei ; größer als bei +'. Rückenflosse kurz, am Ende des ersten Körperviertels, vor den Bauchflossen, die am Anfang des zweiten Drittels des Körpers liegen: Analflosse im letzten Drittel. Der erste Strahl der Rückenflosse sehr lang, nach vorn umschlagbar, an seinem fadenartigen Ende ein kleines Leuchtorgan. Schwanz- flosse gegabelt. 1)6 V 7 P 11 — 15 A 11 — 13. Eine Fettflosse über der Analflosse und eine präanal. After kurz vor der Analflosse. Kiemenspalte sehr weit, Reusenstrahlen und Pseudobranchie fehlen. Branchiostegalstrahlen zahlreich. Magen mit großem Blindsack, wenige Appendices pyl< iricae, Schwimmblase vorhanden. Leuchtorgane: besonders ein kleines suborbitales, andere zwischen den Branchiostegalstrahlen und in einer ventralen und lateralen Längsreihe am Rumpf jederseits, außerdem zahlreiche kleine; Flossen mit zahlreichen weißlichen, punktförmigen Organen besetzt. Bathypelagisch. Ist die Gattung auch leicht besonders durch die Form des Körpers, die Lage der blossen, i\vn stark verlängerten ersten Strahl der Rückenflosse, das Gebiß, die rudimentäre Bärbel und die Leuchtorgane kenntlich, so bereitet die Unterscheidung der Arten größere Schwierigkeiten, weil die meisten bisher benutzten Merkmale zu geringe Verschiedenheiten bieten. 37 ^o August Brauer, Bisher sind, wenn ich von Ch. setinotits Bloch und Schneider und Ch. Schneiden Risso absehe, da ihre Identität mit Ch. Sloanei Bi . u. Sciin. sicher nachgewiesen ist, folgende 5 Arten beschrieben worden: Ch. Sloanci Bi . u. Sciin., Ch. Macouni Bean (1890 p. 44), cV/. barbatus Garm., Ch. dcntatus Garm. und Ch. pammclas Alcock. Bei allen Arten sind völlig gleich: die Lage der blossen, die Zahl der Strahlen der Rücken- und Bauchflosse. Erstere Jiat 6, letztere 7: weiter ist bei allen der erste Strahl der Kucken flösse außerordentlich stark verlängert, am Ende ladenartig, von den andern Strahlen isoliert und für sich beweglich. Aber auch die Strahlenzahl der Brust- und Analflosse variiert sowenig, daß sie nicht zur Charakterisierung der Arten verwandt werden kann, wie die folgende Uebersicht zeigt. Ch. Sloanei hat nach früheren Angaben P 1 4, A 11, nach Alcock nach Exemplaren aus dem Indischen Ocean P. 12 — 13, A 12, nach 19 von mir untersuchten Exemplaren aus dem Mittelmeer, dem Atlantischen und Indischen Ocean P 12 — 14 A 11 — 13, Ch. Macouni hat P 13 A 11, Ch. pammelas nach Alcock P ii — 12 A 12, nach 2 Exemplaren der Fff/ßfo/a-Expedition P 13 14 A 11, Ch. barbatus hat P 11 A 12 — 13, Ch. dentatus P 14 — 15 A 13. Die Zahl der Strahlen schwankt also innerhalb zu enger Grenzen (P 11 — 15 A 11 — 13). I »ie Zahl der Schuppen in der Seitenlinie ist vielleicht zur Unterscheidung brauchbar, alier auch nur zum Teil, und weiter scheinen mir die angegebenen Zahlen nicht pfenügend sicher. So soll (_'//. S/oanei nach Garman und [ordan und Evermann 56 Schuppen haben, Exemplare aus dem Mittelmeer und von der Expedition dagegen hatten 60 — 61. Da Ch. barbatus auch 61 hat, so würde dieses Merkmal für diese beiden Arten nicht in Betracht kommen, nur Ch. dentatus mit 64 und Ch. pammclas und Macouni mit 54 — 56 Schuppen ließen sich, wenn die An- gaben richtig sind, an der verschiedenen Zahl unterscheiden. Was das Verhältnis der Körperhöhe und Kopflänge zur Körperlänge betrifft, so ist eine genaue Feststellung dadurch oft erschwert, daß der Kopf sowie der Vorderrumpf beim Aufziehen aus der Tiefe stark deformiert werden. Weiter finden aber auch hierin Schwankungen statt. So fand ich für Ch. Sloanei neben dem gewöhnlich angegebenen Verhältnis 1 : 7 für die Kopflänge zur Körper- länge dasselbe schwankend bis zu 1 : 7,8, bei Ch. pammclas ist es dasselbe wie bei Ch. Sloanei, bei Ch. dentatus last 1 : 8, bei Ch. Macouni soll es 1 :6 sein, für Ch. barbatus fehlt eine Angabe. Das Gebiß zeigt bei allen Arten die gleichen Verhältnisse. • Nach Alcock soll die verschiedene Größe des Auges zur Unterscheidung von Ch. pammelas und Sloanei besonders wichtig sein: auch nach den Angaben für andere Arten scheint es be- deutendere Unterschiede zu zeigen, indem es bald gleich groll wie die Schnauze, bald bedeutend größer bis doppelt so groll sein kann und sein Verhältnis zur Kopflänge damit schwanken kann zwischen 1 13 und 1:4,7. Indessen hat mir eine Untersuchung von 2 Ch. Sloanei. bei welcher Art es entweder 1:3,6 — 3,7 oder 1:4,3 — 4>7 betragen kann, und von 2 Ch. pammelas, hei welchen es 1 : 3,6 und 1 : 4,5 war, also wie bei der andern Art, gezeigt, daß die Exemplare mit dem größeren Auge J . waren, die mit dem kleineren ?. Wenn es auch nur 4 Exemplare sind, welche ich untersuchen konnte, so glaube ich doch aus den Befunden mit Recht schließen zu dürfen, dali das Auge bei den Geschlechtern verschieden ist, und deshalb seine Grölte für die Unter- scheidung der Arten nicht verwandt werden kann. Endlich mochte ich noch hervorheben, daß auch Unterschiede in der Färbung wenig brauchbar sind. Wenn man zwar Ch. Sloanei aus dem Mittelmeer und Ch. pammelas vergleicht, 38 Die Tiefseefische. />n ov so ist der Unterschied ein sehr großer, denn ersten' erscheinen hell, die letzteren tiefschwarz. Aber sowohl Exemplare von Ch. Sloanei aus dem Atlantischen wie aus dem Indischen Ocean zeigen eine fast gleich dunkle Färbung wie Ch. pammelas. Dieser Unterschied zwischen den Exemplaren aus dem Mittclmeer und den Oceanen findet sich bereits bei ziemlich jungen Exemplaren. Die Angabe Alcock's, daß bei Ch. pammelas Schuppen fehlen, kann ich nicht bestätigen. Während somit die bisher besprochenen Merkmale eine Unterscheidung der Arten nur schwer ermöglichen, bieten, worauf Garmax zuerst hingewiesen hat, die Leuchtorgane in Bezug auf die Zahl bessere Unterschiede. Es kommen hier allerdings nur die Organe der ventralen und lateralen Längsreihen des Rumpfes in Betracht und von ihnen wiederum nur die Abschnitte, welche zwischen der Bauch- und der Analflosse gelegen sind. Denn die Zahl der Organe, welche am Isthmus vor der Brustflosse liegen, schwankt nur zwischen S und 10, und die Zahl der- jenigen, welche zwischen der Brust- und Bauchflosse liegen, schwankt für die ventrale Reihe nur zwischen [8 und 21, für die laterale zwischen 17 und 20. Da in dem Abschnitt zwischen der Bauch- und Analflosse in beiden Längsreihen die Organe die gleiche Zahl aufweisen, so genügt es, sie für nur eine Längsreihe anzugeben. In der ventralen Längsreihe zwischen der Bauch- und Analflosse finden sich: bei Ch. Sloanei nach Garman und nach meinen Zählungen bei 19 Exemplaren: 23 — 26, nach Alcock nur 21: bei Ch. pammelas nach Alcock 21, nach 2 Exemplaren der Expedition 20; bei Ch. dentatiis 29, bei Ch. barbatus 22 — 23: für Ch. Macouni fehlen Angaben. Die Zahlen zeigen mithin eine geringe Variabilität, und die Abweichungen sind für Ch. Sloanei, pammelas und dentatus (23 — 26, 20 — 21, 29) so grobe, daß eine Unterscheidung leicht ermöglicht ist. ALCOCK gibt für Ch. Sloanei aus dem Indischen Ocean zwar nur 21 an, ich fand bei diesen dieselbe Zahl wie bei Exemplaren aus dem Atlantischen Ocean. Da Ai Zahl aber völlig übereinstimmt mit der Zahl für Ch. pammelas, so mochte ich glauben, daß die von ihm als Ch. Sloanei bestimmten nicht diese Art, sondern Ch. pammelas sind. Ch. barbahis ist die einzige Art, welche/ auf Grund der Zahl der Leuchtorgane von den andern nicht unter- scheidbar wäre, und deshalb drängt sich auch hier die Vermutung auf, es möchte Ch. barbatus mit Ch. Sloanei identisch sein. Hierin wird man bestärkt durch die Beschreibung Garman's: die Form soll etwas gedrungener und kürzer, die Bärbel etwas mehr entwickelt, die Brustflosse etwas schmäler, der Einschnitt am Unterkiefer etwas tiefer sein und die Rückenflosse etwas weiter kaudad liegen als bei Ch. Sloanei; diese Unterschiede scheinen mir so geringfügig zu sein, dal) man annehmen kann, sie möchten noch in die Variationsbreite von Ch. Sloanei lallen. Garman führt weiter als eine Eigentümlichkeit von Ch. Sloanei an, welche Ch. barbahis fehlen soll, daß auf der Innenseite der Branchiostegalmembran eine Reihe von Leuchtorganen sich findet, welche kleiner als die gewöhnlichen, auf der Außenseite liegenden sind, und daß weiter das 6 — I3te anders gerichtet sein sollen als die übrigen Organe. Dieses letztere habe ich nicht finden können, das erstere ist richtig, ich finde diese kleinen Organe aber auch bei Ch. pammelas. Für Ch. Macouni kann nur eint' neue Untersuchung entscheiden, in welchem Verhältnis diese Art zu den andern steht, ob sie nicht, wie Alcock, Jordan und Evermann vermuten, mit Ch. Sloanei identisch ist. Auf Grund dieser Untersuchung würde sich folgende Uebersicht über die Arten von Chauliodus ergeben : 39 40 August Brauer, i. Kopflänge zur Körperlänge i : 7 — 8 Leuchtorgrane /wischen \ und A a) 23 — 26 b) 20 — 21 c) 29 ?d) 22—23 2. Kopflänge zur Körperlänge 1 Ch. Sloanei CIi. pammelas Cli. dentahis CIi. barbatus 6 Zahl der Leuchtorgane unbekannt i CIi. Macouni. Chanliodiis Sloanei Bloch u. Schneider. Chauliodus Sloanei Bloch u. Schneider 1S01 p. 430; Cuvier 1829 p. 2X4; Cuvier u. Valenciennes 1828 — 40 V. 22 |). 285 fig. O47 ; Günther 1859 70 Y. 5 p. 302; Canestrini 1871 72 p. 121 ; Dojderlein 1878 — 70 p. 56; Goode i88ia p. 483 ; Jordan u. Gilbert 1882 p. 285; Facciola 1883 p. 188; Vinciguerra 1885 p. 469; Günther 1886 p. 453 Fig. 324; 1S87 ]>. 17(1; Jordan 1887 p. 834; Vaillant 1888 p. 102; Agassiz 1888 ]). 32 fig. 214; Collett [890 p. 63; Carus 1889— 03 V. II p. 570; Goode u. Bean 18.1(1 p. 96 Fig. 115; Jordan u. Evermann 1896 p. 585; Garman 1890 Tat". K fig. 3. Chauliodus setinotus Bloch u. Schneider 1801 11.555; Bonaparte 1832 41 V. 3 Fase. 30 Fig. Esox stomias Shaw 1804 p. 120. Chauliodus Schneidert Risso 1826 V. 3 ]i. 442 Tat. 14 Fig. 37. Textfig. 7—9. Brr 18 — 20 P 12 — 13 V 7 D 6 Lad. 60 — 61. Größte Höhe des Körpers zu seiner Länge 1 : 7 — S, Kopflänge oder Kopfhöhe zur Körperlänge 1 : 7 bis 1 : 7,8, Auge zur Kopflänge bei $ 1 : 3,6—3,7, bei ? 1 : 4,4—4,7 ; die Schnauze ist gleich groß wie das Auge oder bis d( »ppelt s< 1 groß; die Breite des Interorbital- raums ist gleich oder etwas größer als die Schnauze. Der erste Strahl der Rückenflosse war bei einem Exemplar des Breslauer In- stituts aus Messina, bei welchem er nicht wie gewöhnlich abgebrochen war, halb so lang wie das ganze Tier. Magen (Fig. gm) mit langem Blindsack; 3 lange schlauchförmige Appendices pyloricae. Oesophagus und Magen- blindsack sind nicht pigmentiert. Peritoneum schwarz. Leuchtorgane (Textfig. 7, 8): 1. am Kopf: a) ein orbitales Doppelorgan, vorn unten am Auge, äußerlich nur als 40 Fis Die Tiefseefische. 4' schwarzer Fleck erkennbar; b) ein verhältnismäßig großes drehbares suborbitales Organ, nahe dem Kieferrand: c) 2 Organe auf dem Kiemendeckel, übereinander, das dorsale äußerlich nicht erkennbar; d) 5 — 6 kleine am dorsalen und eine größere Zahl am ventralen Augenrande; 1 l j kleine hinten am Oberkiefer: f) mehrere kleine auf der kurzen Bärbel, 2 — 4 an ihrer Basis; g) zwischen den Branchiostegalstrahlen auf der Außenseite 18 — 20, auf der Innenseite 11 kleine. 2. am Rumpfe 1 : a) größere Organe: 2 Längsreihen, in der ventralen vom Anfang des Isthmus bis zur Basis der Schwanzflosse 64 — 67 und zwar vom Anfang des Isthmus bis zur Brustflosse 9 — 10 (10 in der Regel): zwischen der Brustflosse und Bauchflosse 19 — 21 (21 in der Regel): zwischen der Bauchflosse und Analflosse 23 — 26 (23 — 24 in der Regel), zwischen der Anal- und Schwanzflosse 10 — 11: in der lateralen Reihe, welche von der Kiemenöffnune o o ö o Fig. 8. i, 1 /' Gallenblase, / Leber, in Magenblindsack. dorsal der Basis der Brustflosse bis zur Vertikale des Afters sieh erstreckt, 42 — 46, und zwar zwischen der Kiemenöffnung und der Vertikale der Bauchflosse [8 — 20 (19 — 20 in der Regel), zwischen der Vertikale der Bauchflosse und der des Afters 2^, — 26 (23 am häufigsten). b) Kleinere Organe: je eine Reihe kleinerer Organe an der Basis der Brust-, Bauch- und Analflosse; je eine Gruppe von meist 5 oder einer größeren Zahl (besonders am Isthmus) zwischen je einem Paar der ventralen Längsreihen: eine Guirlande bildend 5 — 6 zwischen jeder lateralen und ventralen Längsreihe: auf jeder Schuppe 2 oder seltener 1: nahe der Spitze; des ersten Strahles der Rückenflosse ein kleines Organ, als eine' kleine Anschwellung erkennbar (lug 7). c) Punktförmige, im Alkohol weißlich erscheinende, unpigmentierte Organe in (Hier- und Längsreihen über den ganzen Rumpf verteilt und auf allen Flossen entlang t\m Flossenstrahlen und auf dem Unterkiefer. Färbung (im Alkohol): die Exemplare aus dem .Mittelmeer hellbräunlich, metallisch glänzend, die Exemplare aus dem Atlantischen Ocean braunschwarz, metallisch glänzend. Verbreitung: westliches Mittelmeer; Atlantischer Ocean: .Madeira (Collett), nordöstl. 4i Deutsche Tiefsee-Expedition 1S9S — 18 August Brauer, \ 2 von // S.Br. 93" 43' 7" O.L. V. 2200 m (Bodentiefe 4709 m) südl. von den Cocos- Inseln. Stat. 19s: o° 30' 5" N.Br. 98 14' 2" O.L. Tr. 594 m Binnenmeer von Sumatra. Stat. 214: 7" 43' 2" N.Br. SS" 44' c)" O.L. V. 2000 m (Bodentiefe 3692 m) Bucht von Bengalen. Stat. 217: 4" 56' N.Br. 7S 15' 3" O.L. Y. 2000 m (Bodentiefe 4454 m) südl. von Ceylon. Stat. 235: 4" \\' 8" S.Br. 53 42' 8 /y O.L. Y 2000 m, zwischen Seychellen und Sansibar. Stat. 271 : 13" 2' 8" N.Br. 46" 41' 6" O.L Y 1200 m, Golf von Aden. Stiller Ocean: bei Neu-Guinea (Challenger: 5 4 i'S.B. 1 34" 4 ' O. L und 2" 56' N.Br. 134" iL O.L)' südl. von Japan (Challenger: 34" 7' N.Br. 135" 3c/ O.Li. La mehrere Exemplare von der Expedition noch 1500 — 2500 m über dem Grunde' gefangen wurden, so ist Chauliodus zweifellos bathypelagisch. Zahl der Exemplare: [6, von 2 — 18 cm Länge. Maße eines $ Exemplars aus dem Indischen Ocean (Stat 235): Körperlänge 15 Länge der Bärbel 0,15 Grüßte Körperhöhe 2,1 Von der Schnauzenspitze sind entfernt: Geringste 1 lohe 0,4 die Rückenflosse 3,4 Kopflänge, Kopfhöhe 2 dir Bauchflossen 6,1 Schnauze 0,45 die Analflosse 12,3 Auge 0,45 Breite der Basis der Rückenflosse 0,7 Breite des Interorbitalraums 0,55 der Analflosse 1,3. Chauliodus pammelas Alcock. Chauliodus pammelas Alcock 1S92 [>. 355; 1899 p. 145 Taf. 30 fig. 4. wahrscheinlich auch Ch. Sloanei Alcock [899 p. 144. Liese Art stimmt mit Ch. Sloanei in den Mallen ganz überein. Dal) die Größe des Auges, auf welche A.LCOCK großes Gewicht legt, nach dem Geschlecht wechselt, wurde oben bereits erwähnt. Alcock gibt für die Zahl der Branchiostegalstrahlen 16 an, ich finde bei den beiden Exemplaren der Expedition 19 und 20. Als wichtige Unterschiede von Ch. Sloanei kann ich nur folgende finden: 1. Latl. 55 — 56 statt 60 — 61 bei Ch. Sloanei, doch wird erstere Zahl von Garman und Jordan und Evermann auch für die letztere angegeben; 2. in der lateralen und ventralen Längsreihe des Rumpfes sind zwischen der Bauch- und Analflosse bei Ch. pammelas nur 20 — 21 vorhanden. 42 Die Tiefseefische. , - 43 Färbung: (im Alkohol) schwarz mit metallischem Schiller. Fundorte: Indischer Ocean : Arabisches Meer und, falls die als Cli. Sloanei von Alcock beschriebenen Exemplare, wie ich vermute, auch Ch. pammelas sind, im Golf von Manär, Bucht von Bengalen, Lakkadiven See (Investigator), Golf von Aden (Valdivia), Stat. 271 : 13" 2' s" N.Br. 46" 41' 6" O. L. V. 1200 m. Maße eines ': Körperlänge 15,6 Länge der Marbel 0,1 Größte Körperhöhe 2,1 Von der Schnauzenspitze sind entfernt: Geringste liehe 0,5 die Rückenflosse 3,4 Kopflänge, Kopfhohe 2,2 die Bauchflossen 6,7 Schnauze 0,4 die Analflosse 12,9 Auge 0,6 Interorbitalraum 0,5 Auf Stat. 34 (i° 51' N. Br. o° 31' 2" O. L.), im Golf von Guinea ist weiter noch ein 3,2 cm langes Exemplar von Chauliodus gefangen, das sich aber, da die Leuchtorgane noch nicht entwickelt waren, nicht naher bestimmen ließ. Wie bei allen jungen Exemplaren ist auch bei diesem das Verhältnis der Hohe zur Körperlänge ein ganz anderes wie bei größeren Exemplaren, nämlich 1 : 2ö. die Lage der blossen, besonders der Rückenflosse, kennzeichnet es sicher als Chauliodus. Storni as CuviER. Stomidi CUVIER 1817 V. II p. 184; 1S29 p. 28;,; RlSSO 1826 p. 440; CUVIER 11. V.ALENCIENNES 1S411 Y. llS p. 273. Günther 1859 70 Y. 5 p. 426; Ussow iS->t p. [08; Moreau 1881 V. III p. 488; Jordan u. Gilbert 1.SS2 p. 286; Vaillant iX.xx p. 115; Carls 1889 93 p. 560; Goode u. Bean 1896 p. 106; Jordan u. Evermann 1896 p. 588; Garman iS()() p. 274. Korper lang gestreckt, seitlich zusammengedrückt, mit sehr dünnen, hexagonalen Schuppen bedeckt. Kopf wenig breit, aber hoch. Schnauze kurz, Auge mäßig groß, bei j größer als bei ?. Kiemendeckel klein, Interoperculum rudimentär. Zwischen- und Unterkiefer mit -ruberen weit gesetzten, Überkiefer mit vielen kleinen, eng gestellten Zähnen. Vomer mit einem Paar, Palatinum und Zunge mit kleinen Zähnen. Unterkiefer vorspringend. Maulspalte groll. Mäßig -rolle Bärbel am Kinn mit drei Endläden. Weite Kiemenöffnune, vier Kiemen, Pseudobranchie und Reusenstrahlen fehlen. Bauch-, Rücken- und Analflosse im letzten Korperdrittel, Rückenflosse beginnt etwas hinter der Analflosse. After auf einer Papille, kurz vor der Analflosse. Magen mit sehr langem Blindsack, ein Appendix pyloricus, keine Schwimmblase. Am Kopf und am Rumpf Leuchtorgane, am Kopf ein gröberes suborbitales, am Rumpf gröbere Organe in zwei Längsreihen, außerdem zahlreiche kleine Organe, Flossen mit weißlich erscheinenden, punkt- förmigen Organen besetzt. Bathypelagisch. Ebenso wie in der Gattung Chauliodus bereiten auch die Arten der Gattung Stomias der Bestimmung Schwierigkeiten, und manche Autoren, so Garman und Vaid \\t, sind der Ansicht, daß manche der beschriebenen Arten identisch seien. Da die Expedition 4, vielleicht 5 von den 9 bisher beschriebenen Arten gefangen hat, und 5 erst in letzter Zeit beschrieben sind, so schien mir eine Revision der Arten möglich: sie hatte das Resultat, daß auch bei dieser Gattung die 43 August Brauer, 44 Zahl der Leuchtorgane zur systematischen Unterscheidung sich gut verwenden läßt, wahrend die bisher verwandten Merkmale wenig brauchbar sind oder nur zur Charakterisierung einiger Arten dienen können. Bisher sind folgende Arten beschrieben worden: i. .SV. boa (Risso), 2. St. boa Günther, 3. St. fci-ox Reinh., 4. .SV. barbatus Bonap., 5. St. affinis Günth., 6. St. elongatus Alcock, 7. St. colubrinus Garm., S. St. gracilis Garm., 9. St. hexagonatus Garm., 10. St. atriventer Garm., ii. St. nebttlosus Alcock, 12. St. anguilliformis Ussow und ferner kommt hin/u 1 ; v St. Valdiviae, welche Art hier zum ersten Male beschrieben wird. Von diesen 13 Arten ist St. barbatus Bonap., weichersieh durch eine sehr geringe Strahlenzahl der Rücken- und Analflosse auszeichnen sollte, bereits von Valenciennes als identisch mit St. ho,/ Risso nachgewiesen. Ferner hat Lütken (1892a, p. 212) durch eine genaue Untersuchung von Exemplaren aus Grönland, die Reinhardt als St. ferox be- schrieben hatte, und von solchen der Art St. boa aus dem Mittelmeer gezeigt, daß beide identisch sind, tue Art St. ferox also eingezogen werden muß. Wie Garman gezeigt hat, kann das von ( ii vnii.k als .SV. boa beschriebene Exemplar aus dem antarktischen Gebiet auf Grund seiner Angaben nicht St. boa sein, Garman hat deshalb es als St. gracilis neu benannt. Die von Günther lür diese \rt "vebene Beschreibung ist von Goode und Bean für St. boa in ihr Werk übernommen, obwohl Günther selbst Zweifel an der Richtigkeit seiner Bestimmung äußert. St. anguilliformis aus dem Stillen Ocean wird von Ussow nicht naher beschrieben, auch ein anderer Autorname wird nicht genannt, die Art kann mithin nicht weiter berücksichtigt werden. Es bleiben mithin 9 Arten. Zur Unterscheidung hatte man früher besonders die Länge und Form der Bärbel benutzt. Indessen ist dieses, wie Vaii.i.axt schon gezeigt hat, und wie ich ihm beistimmen muß, nicht möglich. Bei allen von mir untersuchten Exemplaren hatte die Bärbel die gleiche Gestalt, war nämlich ein baden, der am Ende nur wenig anschwillt und hier auf der (in der gewöhnlichen, kaudad gerichteten Lag.-) dorsalen Seite einen Pigmentfleck trägt, unter dem eine Drüsenmasse liegt, und dann in 3 Fäden ausläuft. Die baden sind manchmal abgerissen, und die Bärbel kann verschieden lang sein, da sie der Verlängerung und Verkürzung fähig ist. Vaillant hat auch für die von Reinhardt untersuchten Exemplare gezeigt, daß auch hier die Barbe! die gleiche Gestalt hat, die Endfäden nicht fehlen, wie jener in der Diagnose für St. fero.\ angesehen hatte. Zudem hat Lütken, wie schon bemerkt wurde, die Identität dieser Art mit St. hon nachgewiesen, welcher die Endfäden sicher nicht fehlen. Deshalb ist die Angabe Goode's und Bi ws auffallend, daß das Fehlen der Fäden für St. feroi sehr charakteristisch sei, um so auffallender, als ihnen ein sehr großes Material zur Verfügung stand. I11 Bezug auf andere Merkmale ist folgendes zu bemerken. 1. Das Gebiß stimmt bei den meisten überein, indem im Zwischenkiefer 4 5 große Zähne sich finden, von denen einer besonders stark entwickelt ist (Textfig. 12) und die Unterkieferzähue kleiner sind: dagegen ist bei St. nebulosus das Verhältnis gerade umgekehrt, denn der Zwischenkiefer hat zahlreiche und kleine Zähne, der Unterkiefer -rollere, laterad gestellte (Textfig. 14). 2. Das Verhältnis der Korperhöhe zu seiner Länge ist bei St. affinis, loa, atriventer, Valdiviae, gracilis und nebulosus 1 : 11 — 12, bei St. colubrinus 1 : 10 — 11, also zur Unterscheidung dieser Arten nicht verwendbar, dagegen ist es bei St. hexa- gonatus 1:9 und bei .SV. elongattes 1:15. 3. Das Verhältnis der Kopflänge zur Körperlänge beträgt meist 1 : 9 — 10, nur .SV. affinis hat 1 :8 und St. hexagonatus 1:6. 4. Die Strahlenzahl der Rückenflosse schwankt bei den meisten zwischen 18 und 19, St. affinis hat 17, St. nebulosus 44 Die Tiefseefische. 45 16 — 17, St. atrwenier 15. Abgesehen von der letzten Art sind die Unterschiede so gering, daß sie auch als Variationen bei der Untersuchung eines größeren Materiales sieh ergeben konnten. Ebenso verhält es sieh mit der Analflosse, gewöhnlich hat sie 20 — 22, St. colubrinus hat 23, St. hexagonatus hat 25 — 24, St. atriventer 19, St. gracilis iS Strahlen. Auch die Lage dir Flossen zeigt keine brauchbaren Unterschiede. 5. Garman benutzt die Form der Schwanzflosse, indem sie gegabelt, rund, spitz oder konkav sein könne: indessen sind diese Unterschiede, wenn sie wirklich so scharf ausgebildet sind, wie angegeben wird, deshalb wenig brauchbar, weil die Schwanzflosse in der Regel stark verletzt ist. 6. Größere Abweichungen scheint die Zahl der Schuppen in der Seitenlinie zu zeigen, aber sie ist leider nicht für alle Arten bekannt. .SV. boa hat 76, 57. Valdiviac 67 — 70, St. colubrimis 65 — 67, St. hexagonatus 67, St. gracilis 88, St. nebulosus etwa 62. 7. Endlich konnte noch die verschiedene Größe des Auges und damit auch der Schnauze in Betracht kommen, wenn nicht die Untersuchung gezeigt hätte, daß es nach dem Geschlecht verschieden groß ist. So war das Verhältnis des Auges zur Kopflänge bei 2 St. colubrinus 1 : 3,4 und 1 : 5,5 (Garman gibt 1 : 6 an), das erste Exemplar war ein j, das zweite ein ie Organe legen sich von vorn nach hinten, wenigstens in den einzelnen Abschnitten an, die hinteren erscheinen also etwas spater, aber die Zeit der Anlage aller ist jedenfalls sehr kurz, und die definitive Zahl wird früh erreicht. Auch das hinten ventral am Auge gelegene, sogenannte suborbitale Organ kann vielleicht für die Unterscheidung wenigstens einiger Arten verwendbar sein, indem es verschieden stark entwickelt sich darstellt. So ist es z. B. bei .SV. nebulosus so klein, daß es äußerlich kaum be- merkbar ist, bei St. Valdiviae, boa und colubrinus dagegen sehr auffällt. Auch bei St. hexagonatus und elongatus scheint es klein zu sein, da Garman und Alcock es nicht erwähnen. Aber die Verwendung dieses Organs hat das Bedenken, daß es drehbar ist, und wenn es abgedreht ist, auch im balle guter Entwicklung wenig hervortritt. Uebersicht über die Arten. I. Zwischenkieferzähne 4 — 5, größer als die Unterkieferzähne, der zweite ein großer Fangzahn. 1. Körperhöhe zu seiner Länge 1 : 10 — 12. a) Kopflänge zur Korperlänge 1:9 — 10: D 18 — ig A 20 — 22. wenn nicht Besonderes bemerkt ist. 46 Die Tiefseefische. . „ 4/ a) Leuchtorgane: P — V 39 — 41, V — A 8 — 10: A 23 Latl. 65 — 67 Sf. cohtbrinus (3) Leuchtorgane: P — V 43, V — A 12: D 15 A 19 St. atriventer y) Leuchtorgane: P — V 43 — 46: V — A 5 — 6; Latl. 67 — 70 St. Valdiviae c5) Leuchtorgane: P — V 47, V — A 1 1 ; Latl. 72 — 76 St. e) Leuchtorgane: P — V 54, V — A 14: A 18 Latl. SS St. gracilis b) Kopflänge zur Körperlänge 1 : 8; Leuchtorgane: P — \ '43, V — A6;Di7 St. ajfinis 2. Körperhöhe zur Länge 1 : 9, Kopflänge 1 : 6, A 23 — 24: Leuchtorgane: P — A 48 ; Latl. 67 St. hexagonatm 3. Körperhöhe zur Länge 1 : 15, Kopflänge 1 : 10; Leuchtorgane: P— V 42, V— A 6 St. elongatm II. Zwischenkieferzähne zahlreicher und kleiner als die Unterkieferzähne; Leuchtorgane: P — V 37 — 38, Y — A 6 St. nebulosiu Stomias cohtbrinus Garman. Stomias colubrinus Garman 1899 p. 27s Taf. 57 Fig. 1. Textfig. 1 o. Brr [6—81 P 6 V 5 D 18—19 A 21—22 Latl. 65—67. Größte Höhe des Körpers zu seiner Länge 1:10, geringste Höhe zur größten 1 : 5, Kopflänge zur Körperlänge 1 :8 — 8,4, Auge zur Kopflänge bei $ 1 13.4, bei v 1 : 5,5. Schnauze gleich der Breite des Auges oder länger. Die Bauchflosse liegt am Anfang des letzten Körper- drittels und reicht fast bis zum Anfang der Analflosse, diese und die Rückenflosse im letzten Fünftel des Körpers, die letztere etwas hinter der ersteren. Leuchtorgane: 1. am Kopf: a) ein orbitales Doppelorgan vorn ventral am Auge, nur als ein schwarzer Fleck kenntlich: b) ein großes drehbares suborbitales Organ, hinten ventral am Auge: c) auf dem Kiemendeckel 2 Organe übereinander, das dorsale äußer- lieh nicht erkennbar: dl zwischen den Branchiostegalstrahlen 16; e) ein Kranz von kleinen Organen um das Auge, andere zerstreut auf der Wange, auf dem Kiemendeckel und in einer Reihe am Oberkieferrande; f) am Ende der Bärbel von einem Pigmentfleck bedeckt ein größeres Organ. 2. am Rumpf: a) größere Organe in 2 Längsreihen jederseits; in clor ventralen von I — P 10, selten 1 1, von P — V 40, selten 39 und 41, von V — A 9, selten 8 und 10, in einem Fall links 8, rechts 9, von A — C 1 7, selten 1 6, in der lateralen Reihe von der Kiemenöffnung bis zur Vertikale der Bauchflosse 39 — 40, •'•. :. :..-..• von dieser bis zur Vertikale des Afters S — 9, selten 7 oder 10: b) kleinere .°. ,°. ,°. .°. A'.A Organe: in den 3 dorsalen Reihen auf jeder Schuppe je 1, in der vierten p . Reihe je 3 — 4 (Textfig. 10), in der fünften meist je 6, in der sechsten je 6 — 7, von denm die 3 am meisten ventral liegenden etwas größer sind: dann zwischen je 2 Organen der lateralen Längsreihe 1 — 3, und endlich um jedes Organ der ventralen Längsreihe ein Kranz, welcher dorsad etwas spitz ausgezogen ist und in dem dorsalen Teil von 6 — 7, im ventralen von nur 2 kleinen Organen gebildet wird- c) im Alkohol weißlich erscheinende, punktförmige Organe auf allen Flossen entlang den Strahlen und in der gallertartig modifizierten Haut des Bauches. 47 August Brauer, V V Magen blindsack sehr lang, ein Appendix pyloricus. Die Dan eh haut erscheint gallertartig aufgetrieben, im Leben wie eine dicke Schleimhülle erscheinend. Färbung: schwarz mit metallischem Glanz. Zahl der Exemplare: 1 1, von ihnen sind 7 nur zwischen 2,2 und 3,7 cm lang, das größte ist 21,4 cm. Maße eines V Exemplars: Körperlänge 2 1,4 Größte Höhe 2,1 Geringste Hohe 0,4 Kopflänge 2,5 Schnauze 0,35 Auge 0,45 Interorbitalraum 0,6 Länge der Bärbel 2,2 \ ( m der Schnauzenspitze sind entfernt : die Bauchflossen 15,4 die Analflosse 18,45 die Rückenflosse 18,7 Breite' der Basis der Rückenflosse 2,3, der Analflosse 2,5 Länge der Brustflosse 2,1 der Bauchflosse 2,5 Fundorte: Stiller Ücean, Westküste Zentralamerikas: 6° 17' N. Br. 82°5'W.L. fAlbatroß), Atlantischer Ocean, Westküste Afrikas, von den Cap Verden bis zur ( '.rollen Fischbucht (Valdi via): Stat. 39: 14" 39' 5" N.Br. 2 1 " 51' 8" W. L. V. 2500 m: Stat. 46: 1 ° 27' 8" N. Br. 10" i0' 5" \V. L V. 3000 m; Stat. 53: i ° 14' 2" N. Br. 2 1 o' \Y. L. Y. 3500 m ; Stat. 54 : i ° 5 1' N. Br. o° 3 i' 2" O. L. V. 2000 m: Stat. 64: o" 25' 8" N.Br. 7" o' 3" ü. L. V. 2000 m; Stat. 66: 3" 55' S. Br. 7" |N' 5" Ü. L V. 3000 m ; Stat. 07 : 5" 6' 2" S. Br. 9 58' 6" O. L. V. 1 500 m (Bodentiefe 3035 m); Stat. 74 : 11" 28' S. Br. 10" 24' Ü. L. \'. 2000 m. Stomias I 'aldiviae spec. nov. Tai'. III, Fig. 1, Textfig. 1 1 — 13. Brr 17 P 6 \' 5 D 18 — 19 A 21 — 22 Latl. 67 — 70. Größte Höhe des Körpers zu seiner Lange 1:12 (bei kleinen Exem- plaren 1 : 10 — 12), geringste Körperhöhe zur größten 1:5, Kopflänge zur Körperlänge 1 : 9 — 10, Auge zur Kopflänge bei ' 1 13,5, bei ? 1 :4,8. Schnauze gleich grob oder größer als Auge. Die Bauch- flosse reicht bis etwas über den Anfang der Analflosse, die ventrale Hälfte der Schwanz- flosse ist stärker entwickelt als die dorsale. Die Rückenflosse beginnt etwas hinter dem Anfang der Analflosse. Leuchtorgane (Textfig. 11): r. am Kopf das suborbitale Organ deutlich, zwischen Branchiostegalstrahlen 17, im übrigen wie bei St. colubrinus. 2. am Rumpf: größere Organe in zwei Längs- reihen, in der ventralen I — P 10 — 1 1, P — Y 43 — 46, V — A 5 — 6, A — C 16 — 17, 48 Fig. 12. Die Tiefseefische. ... in der lateralen von der Kiemenöffnung bis zur Vertikale der Bauchflosse 42 — 45, von hier bis zur Vertikale des Afters 5 — 6. Kleinere Organe: um jedes Organ der ventralen Längsreihe ein Kranz, außerdem auf jeder Schuppe je 1 Organ (Textfig. 13), ferner weihliche _________ punktförmige Organe am Rücken, am Bauch in der gallertartig, wie eine dicke YttYi Schleimhülle erscheinenden Haut und auf allen Flossen. \\Y\\ Magenblindsack sehr lang. Ein Exemplar von 6,4cm Länge hatte i-I-LYO einen Scopeliden (Diaphus spec.) von 2,2 cm Länge im Magen, ein anderes von f-Y-Y-Y-L 8,8 cm Länge einen Scopeliden derselben Untergattung von 3,6 cm Länge. Ein 1 . [ . I . I . T Appendix pyloricus. i ° Y° 1 • 1 ° ' Färbung: schwarz, Schuppen metallisch glänzend, blossen weih mit 'o'o*o"j ' schwarzen Spitzen, Brustflosse ganz weiß. Auge bläulich. v 1 g . 1 3 ■ Zahl der Exemplare: 9, kleinstes 2,1 cm, größtes 12,2 cm. Verbreitung: Atlantischer Ocean: Westküste Afrikas, Golf von Guinea (Valdivia: Stat. 54: i° 51' N.Br. o° 31' 2" O.L. V 2000 m: Stat. 55: 2 36' 5" N. Br. 3 27' 5" O.E. V 600 m; Bodentiefe 3513 m; Stat. 57: 3 n' \" N.Br. 5" 34' 9" O.L. V. 1800 m; Stat. 65: 1" 56' 1" S. B. 7" 40' 6" O.L. V. 2200 m). Indischer Ocean: Binnenmeer von Sumatra: Stat. 195: o" 30' 5" N.Br. 98 14' 2" O.L. Tr. 594 m und südl. von Sokotra Stat. 268: 9" 6' 1" N.Br. 53" 41' 2" O.L. V 2000; Bodentiefe 5064 m (Valdivia). Maße eines ? Exemplars : Körperlänge 12,2 Länge der Bärbel 1,3 Größte Körperhohe 1 Von der Schnauzenspitze sind entfernt: Geringste Höhe 0,2 die Bauchflossen 9,3 Kopflänge 1,2 die Rückenflosse 1 1,35 Schnauze 0,325 die Analflosse 10,3 Auge 0,25 Breite der Basis der Rückenflosse 1,3 Interorbitalraum 0,3 der Analflosse 1,6 Stomias boa (Risso). Esox boa Risso iSio p. 330 Tat". 10 Fig. 34. Stomias loa Cuvikr 1S17 V. II p. 184; Risso 1826 V. 3 p. 440 Taf. 14 Fig. 40; Cuvier u. Valenciennes 182s — 49 V. iS p. 273 Fig. 545 ; Guichf.not 1S50 p. 95 ; Günther 1859 — 70 V. 5 p. 426 ; Canestrini 1871 — 72 p. 1 28 ; Peters 1876 p. S46; Doderlein 1878 — 79 p. 56 ; Morkau 1881 V. 3 p. 488; Vinciguerra 1S85 p. 470; Vaillant 1S88 p. 115; Carus 1889 — 93 p. 560; Lütken 1892a p. 212; R. Köhler 1896 p. 510. Stomias barbatus Bonaparte 1S32 — 41 V. 3 Fase. 30 Fig.; Canestrini 1871 — 72 p. 128; Doderlein 1S78 — 79 p. 56. Stomias ferox Reinhardt 1X42 p. 82 — 84 Taf. 27 ; Kröyer 1846 — 49 p. 263 ; Gaimard 1842 — 56 Taf. 16 1! Fig. 2 a — e; Gill 1 86 1 p. 53; Günther 1859 — 70 V. 5 p. 426; 1SS7 p. 205; Goode u. Bean 1882 — 83 p. 220; [ordan u. Gilbert 1S82 p. 286; Jordan 18S7 p. 829; Goode u. Bean 1896 p. 107 fig. 127; Jordan u. Evermann 1896 V. 1 p. 588. V 6 V 5 O 18 A 21 Latl. 76—78. Ein 27 cm langes, am Kopf leider stark verletztes Exemplar wurde an der Südküste Afrikas gefangen. Es zeigte fast völlige Uebereinstimmung mit einem Exemplar aus dem Mittelmeer (Nizza). Größte Höhe zur Körperlänge 1 : 13, geringste zur größten Hohe 1 : 4,4, Kopflänge zur Körperlänge 1:10. 49 Deutsche TiefseeExpedition 1898—1899. Bd. XV. 7 50 August Brauer, Leuchtorgane: in der ventralen Längsreihe des Rumpfes I — P 10; P — V 47 : V — A 12, A — C 17, in der lateralen Reihe von der Kiemenöffnung bis zur Vertikale der Bauchflosse 46, von hier bis zum Ende 14. Das Exemplar aus dem Mittelmeer hatte in der ventralen Reihe: I — P 10, P — V 47, V— A 11, A— C 17. Vorkommen: Atlantischer Ozean: nordwestl von den Hebriden (Michael Sars). Golf von Gascogne, Küste von Marokko u. Kap Verden-I. (Talisman). Grönland (Reinhardt u. Lütken). Südküste Afrikas (Valdivia, Stat 112: 35 32' 8" S.Br. 18 20' 1" Ü.L. V. 2000 m). Mittelmeer. Ostküste Nordamerikas zwischen 43 ° und 38 N. Br. (Albatross). Stiller Ocean (Peters), ostlich von Neu-Seeland; 42" 56' S.Br. 149" 26' 3" W.L. Stomias nebulosus Alcock. Stomias nebulosus Alcock 188g p. 451; 1899 p. 146 Taf. 7 fig. 1. Textfig. 1 4. Brr 16—17 p ° v 5 D 16—17 A 21 Lad. ca. 62. Größte Höhe des Körpers zu seiner Länge 1 : 10 — 1 I, geringste zur größten Höhe 1 : 5, Kopflänge zur Körperlänge 1 :8 — 9, Auge zur Kopflänge bei 5 1:4,3, Schnauze zum Auge bei $ 1 : 1,2. Im Zwischenkiefer (Textfig. 14) 20 verschieden große Zähne, der erste und fünfte am größten, aber keiner so groß wie die großen Zähne des Unterkiefers. In diesem 13 Zähne, darunter 6 sehr große, der zweite am größten, alle seitlich gerichtet; im Oberkiefer etwa 34 kleine dicht und schräg nach hinten gestellte Zähne. Auf dem Vomer 1 Paar, auf dem Palatinum 2 hintereinander. Zunge bezahnt. Schuppen sicher vorhanden. Bärbel fast so lang wie der Kopf. Bauchflossen lang, reichen bis über den Anfang der Analflosse, vor dem letzten Körper- \iertel gelegen, eine Kopflänge vor der Analflosse. Die Rückenflosse beginnt etwas hinter der Analflosse. Die ventrale Hälfte der Schwanzflosse scheint kaum länger zu sein als die dorsale. beucht o r g a n e : das suborbitale Organ ist sehr klein und tritt kaum hervor. Die Zahl der Organe zwischen ^\vw Branchiostegalstrahlen ist 16 — 17; sonst wie bei St. cohibrinus. Am Rumpf finden sich von größeren Organen in der ventralen Längsreihe von I — P 11, P — V 36 — 38, V — A 6, A — C 17, in der lateralen von der Kiemenöff- nung bis zur Vertikale der Bauchflosse 36 — 37, von hier bis zur Vertikale des Afters 6. Eerner kleine Organe in einem Kranz um jedes Organ der ventralen Längsreihe und auf jeder Schuppe je 1, zum Teil auch je 2 und 3. Färbung: schwarz, metallisch glänzend. Flössen weiß, Rücken- und Analflosse mit schwarzen Spitzen. Zahl der Exemplare: 4, kleinstes 8,6 cm, größtes 11,9 cm. Vorkommen: Indischer Ocean: Golf von Manar, Tiefe 1093 m (Investigator). Ostküste Afrikas (Valdivia, Stat. 251 : i° 40' 6" S.Br. 41" 47' 1" O.L Tr. 693 m; Stat. 252: ' 7" N. Br. 43" 37' 8" O. L. V 1000 m). 50 Fig. 14. o" 24' 5" S.Br. 42° 49V O.L. Tr. 1019 m; Stat. 255: o" 25 7 Die Tiefstfi'tische. _ , Die gegebene Beschreibung weicht in einigen Punkten von der Alcock's ab. So gibt er an, daß Schuppen fehlen, daß in der ventralen Längsreihe zwischen I — P nur 6, zwischen P — V 34, zwischen V — A dagegen 9 und in der lateralen Reihe zusammen nur 35 — 36 Leucht- organe vorhanden sind. Diese Abweichungen sind zum Teil wohl der weniger guten Erhaltung der beiden Exemplare zuzuschreiben, zum Teil vielleicht auch einer unrichtigen Zählung. Daß am Isthmus nur 6 Organe sein sollten, wäre sehr auffallend, da bei allen Arten eine höhere Zahl sich findet, weiter muß die Summe der Organe in der lateralen Reihe großer sein als angegeben wird, da die Organe in ihrer Anordnung mit denen der ventralen Reihe korrespondieren. Die Höhe des Körpers gibt Alcock ferner noch auf 1:12 an, doch erklärt sich dieser Unterschied daraus, dali er in die Körperlänge die Schwanzflosse offenbar mit eingerechnet hat, ich dagegen nicht. Maße eines 5 Exemplars: Korperlänge 11,15 Von der Schnauzenspitze sind entfernt: Größte Höhe 1,05 die Bauchflossen 7,8 Geringste Höhe 0,2 1 die Rückenflosse 9,45 Kopflänge 1,25 die Analflosse 8,95 Schnauze 0,225 Breite der Basis der Rückenflosse 1,05 Auge 0,3 der Analflosse 1,75 Barbeilänge 1,1 Länge der Brustflosse t Interorbitalraum 0,4 der Bauchflosse 1,65 Stomias affinis Günther. Stomias affinis Günther 1SS7 p. 205 Taf. 54 Fig. A ; Goode u. Bean 1S96 p. 10S fig. 120; Jordan u. Eyermann 1S96 p. 58S. Zu dieser Art rechne ich ein Exemplar, das im Golf von Aden gefangen wurde. Es stimmen die Körperhöhe, Kopflänge, Strahlenzahl der Flossen und Zahl der Leuchtorgane mit den von Günther angegebenen überein, ebenso scheint bei beiden das suborbitale Organ zu fehlen, aber das Exemplar ist nur 3,6 cm lang, und es ist deshalb möglich, daß die Bestimmung nicht richtig ist. P 6 V 5 D 1 7 A 2 1 Latl. ca. 70. Größte Höhe des Körpers zu seiner Länge 1:12, Kopflänge zur Körperlänge 1 : 8. Im Zwischenkiefer 1 großer Fangzahn und 8 kleinere, im Unterkiefer 10 — 12, alle kleiner als der große Zwischenkieferzahn. In der ventralen Längsreihe am Rumpf finden sich von I — P 11, P — V 41, V — A 7, A — C 17: in der lateralen von der Kiemenöffnung bis zur Vertikale der Bauchflosse 40, von hier bis zur Vertikale des Afters 7. Färbung: schwarz, etwas metallisch glänzend. Vorkommen: Atlantischer Ocean, Westindien (Challengc :r 1. Indischer Ocean, Golf von Aden (Valdivia, Stat. 271: [3 2' 8" N.Br. 46 41' 8" O.L. V. 1 200 m). Ferner wurden noch 4 stark verletzte junge, zum Teil noch nicht pigmentierte Exemplare von Stomias von 1,8 — 3,1 cm Länge gefangen, welche sich aber nicht näher bestimmen ließen, 5' . „ August Brauer, 5 2 im Atlantischen Ocean (Westküste Afrikas, Stat. 54 und 86) und im Indischen Ocean (Bucht von Bengalen und in der Nähe des Chagos-Archipels, Stat. 214 und 223). Macrostomias A. Brauer. Macrostomias A. Brauer 1902 p. 283. Körper sehr langgestreckt, Bauchflossen nahe der Körpermitte, Körper beschuppt, Vomer und Palatinum bezahnt, sehr lange Bärbel, Brustflossen vorhanden, Rücken- und Analflosse ein- ander gegenüber, im letzten Korperdrittel. Macrostomias longibarbatus A. Brauer. Macrostomias longibarbatus A. Brauer 1902 p. 283. Taf. III, Fig. 2. Brr 18 P 6 V 4 D 13—15 A 17—18 Größte Höhe des Körpers zu seiner Länge 1:33; geringste Höhe zur größten des Korpers 1 :2,6: größte Breite des Körpers zur größten Höhe 1:2; Kopflänge zur Körperlänge 1 : 17 — 20: Schnauze zur Kopflänge 1 : 5,6 ; Breite des Auges zur Kopflänge 1 : 5,6: zur Schnauze 1 : 1: zur Breite des Interorbitalraums 1 : 1,3: Länge der Bärbel zur Körperlänge 1 : 2,6. Der Körper ist sehr lang, dünn, seitlich stark abgeplattet, nach hinten allmählich niedriger werdend. Die Schnauze ist kurz, das Auge ziemlich gri >l i. Bärbel fast 7 mal s< 1 lang als der Kopf, endet mit einer länglichen Anschwellung (Leuchtorgan), welche von längeren Tastfäden umgeben ist. Schuppen hexagonal, 6 in der Ouerreihe, von denen die zwei mittleren am größten sind. Unterkiefer stark vorspringend. Maulspalte lang, weit über das Auge hinausreichend. Zwischen- kiefer groß, mit 5 großen Zähnen, von denen der erste der größte ist, Oberkiefer mit kleinen Zähnen, Unterkiefer mit 5 Zähnen, von denen die ersten drei fast gleich groß, aber kleiner als der erste Zwischenkieferzahn sind, der vierte kleiner als die ersten drei und der fünfte kleiner als der vierte: Vomer mit einem Paar, Palatinum mit 1 — 2 Paaren. Alle Zähne fest, gekrümmt. Brustflosse kürzer als der Kopf, Bauchflossen etwas vor oder etwas hinter der Mitte des Korpers, jede mit 4 langen, isolierten Strahlen, die mit einer länglichen Anschwellung (Leuchtorgan?) enden; Rücken- und Analflosse einander gegenüber, im letzten Drittel des Körpers, nahe dem Schwanz- ende, zwischen ihnen und der Schwanzflosse nur eine kurze Lücke. After auf einer Papille, kurz vor der Analflosse. 4 Kiemen, keine Pseudobranchie, Reusenstrahlen sehr kurz, Kiemenöffnung weit, Kiemendeckel nicht vereint. Bauchhaut gallertartig modifiziert, wie eine Schleimhülle aussehend. Leu cht organe: 1. am Kopf: ein großes längliches unten hinten am Auge; 18 Branchio- stegaloreane ; wahrscheinlich sind auch Oreane auf dem Kiemendeckel vorhanden, sie sind aber abgeschunden: 2. am Rumpf: a) ventrale Reihe, vom Anfang des Isthmus bis zur Bauchflosse 93, von dieser bis zur Analflosse 65 — 67, von dieser bis zur Schwanzflosse 21 — 22; b) laterale Reihe, von der Kiemenöffnung bis zur Vertikale der Bauchflossen 79, von hier bis zur Vertikale des .Anfangs der Analflosse 67 — 68. Außerdem sind noch kleine Organe, so z. B. am Kopf, auf jeder Schuppe je eines vor- handen, aber die Exemplare sind zu stark verletzt, um ihre Anordnung genauer anzugeben. 5 2 I »ic Tiefseefische, 53 Färbung: Rücken und Bauch dunkel, Schuppen perlmutterglänzend, Unterkieler grau, Auge bläulich, Flossen hellgrau. Fundorte: Atlantischer Ocean, Golf von Guinea (Stat. 37 : 3" 11' 1" N. Br. 5 34' 9" O. L. V. 1800 m). Indischer Ocean, Küste Nordostafrikas (Stat. 261 : 4" 36' \" N. Br. 48 37' 6" O. L. Tr. 1 2 1 3 m). Zahl der Exemplare: 2, 29,5 cm und 22 cm lang. Maße: Lange des Körpers 29,5 Grüßte Körperhöhe 0,9 Geringste Körperhöhe 0,35 Größte Körperbreite 0,45 Kopflänge 1,7 Länge der Schnauze 0,3 Auge 0,3 Breite tles Interorbital- raums 0,4 Länge der Bärbel 11,5 Breite der Basis der Rückenflosse 1,2 Breite der Basis der Anal- flosse 1 ,5 V( in der Schnauzenspitzt • sind entfernt : die Bauchflossen 15,2 der Anfang der Rücken- und Anal- flosse 27 Länge der Brustflosse 1,3 Länge der Strahlen der Rückenflosse und Analflosse 1,2 Länge der Strahlen der Bauchflosse 5,7 Melanostomias A. BRAUER. Melanostomias A. Brauer iqo2 p. 2X4. Leptostomias Gilbert 1905 p. 606. Die Gattung steht Eckiosioma Low* sehr nahe, unterscheidet sich von ihr aber besonders dadurch, daß die Brustflosse keinen verlängerten freien Strahl hat. Körper schlank, seitlich stark zusammengedrückt, nach hinten allmählich alifallend: nackt. Auge mäßig groß, Maulspalte weit. Zwischen- und Unterkiefer mit mehreren großen biegbaren Zahnen, die zwei Spitzen haben, Oberkiefer vorn mit einigen mäßig großen Zähnen und hinten mit vielen kleinen schräg nach hinten gestellten. Vomer, Palatinum, Zunge mit Zähnen. Bärbel am Kinn, wohl ausgebildet. Brustflosse klein, ohne einen freien, verlängerten Strahl: Bauch- flossen lang, weit hinter der Korpermitte, Rücken- und Analflosse einander gegenüber, die erstere etwas schmäler als die letztere. Schwanzflosse gegabelt, kurz. After kurz vor der Analflosse. Operculum wenig entwickelt, Kiemenöffnung groß, Kiemendeckel nicht vereint, vier Kiemen, keine Pseudobranchie. Ein sehr großes drehbares postorbitales Leuchtorgan, am Rumpf Organe in zwei Längsreihen jederseits, außerdem zahllose kleine Organe und weißliche punktförmige Organe in Querstreifen am Rumpf, in Gruppen ventral von jedem Organ der Längsreihen und auf allen Flossen. Melanostomias melanops A. Brauer. Melanostomias melanops A. Brauer 1902 p. 2S4. Tal". 111, Fig, 4 — 5, Textfig. 15. Brr 12P5V8D14A17 Größte Höhe des Korpers zu seiner Länge 1 : 7, geringste Höhe zur größten 1 : 8,5, größte Breite des Körpers zu seiner Höhe 1 : 2,1, Kopflänge zur Korperlänge 1 : 6,9, zur Bärbel 1 : 3, Schnauze zur Kopflänge 1 : 6, 1, zum Auge 1:1,2, Auge zur Kopflänge 1 : 5,5, zur Breite 53 54 Ai gust Brauer, des Interorbitalraums 1:1,2, zur Breite des postorbitalen Leuchtorgans 1 : 1,4. Nasenlöcher auf der Mitte der Schnauze. Maulspalte sehr weit. Zähne: im Zwischen- kiefer 8 Zähne, der erste und dritte klein, die andern grolier, der fünfte der größte, die letzten drei von vorn nach hinten allmählich wachsend; im Oberkiefer vorn eine Gruppe von 5, 1 ) die den Zwischenkieferzähnen ähnlich gestaltet sind, und von denen der erste der kleinste, der letzte der größte ist, hinter diesen etwa 24 kleine, dicht und schräg nach hinten ' r estellte Zähne : im Unterkiefer 1 1 Zähne, die ersten zwei und der vierte klein, der dritte der größte, die letzten 7 stehen in zwei Gruppen, in denen die Größe der Zähne von vorn nach hinten allmählich wächst. Alle Zähne außer den kleinen des Oberkiefers zweispitzig und biegbar. Auf dem Vomer ein Paar, auf dem Palatinum 4, auf der Zunge zwei. Bärbel sehr lang, dreimal länger als der Kopf, dick, am Ende blattförmig verbreitert und in einen dünnen Faden auslaufend. Brustflossen sehr kurz, noch nicht gleich der halben Kopflänge, kein Strahl verlängert oder abgesondert von den übrigen. Bauchflossen fast am Anfang des letzten Körperdrittels, lam bis zum After reichend. Rücken- unu Anal- flosse im letzten Körperviertel, auf gleicher Vertikale, die erstere etwas schmäler als die letztere. Schwanz- flosse gegabelt, kurz. Leuchtorgane (Textfig. 15): 1. am Kopf: ein orbitales Doppelorgan vorn am ventralen Rande des Auges, äußerlich schwer erkennbar; ein großes, postorbitales Organ von länglicher Gestalt, ventrad abdrehbar; ein Organ hinten auf dem Kiemendeckel ; 12 zwischen den Branchiostegalstrahlen; kleine Organe in einem Kranz um das Auge, am Oberkieferrande, zahlreiche auf dem Unterkiefer, und zerstreut über den Kopf; auf dem dorsalen Rande der Bärbel kleine Organe und größere im Ende derselben. 2. am Rumpf: größere Organe in zwei Längsreihen jeder- scits; in der ventralen am Isthmus 8, dann beginnt, durch eine größere Lücke eretrennt, ein neuer Ab- schnitt etwas vor der Brustflosse und reicht bis last ') In der vorläufigen Mitteilung (1902 p. 2S41 habe ich diese 5 /ahne irrtümlich dem Zwischenkiefer zugerechnet. 54 Die Tiefseefische. r r zur Schwanzflosse, in diesem im ganzen 56 Organe, vom Anfang bis zur Bauchflosse 31, von dieser bis zur Analflosse 1 1, von dieser bis zur Schwanzflosse 12. In der lateralen Reihe von der Kiemen- öffnung bis zur Vertikale der Bauchflosse 28, von hier bis zur Vertikale des zweiten Organs des Ab- schnittes A — C der ventralen Reihe 12. Kleine Organe: eine gerade Längsreihe zwischen jeder größeren lateralen und ventralen Längsreihe der größeren Organe, die sich von der Brustflosse bis etwa zur Vertikale des Anfangs der Analflosse erstreckt und nur durch die Bauchflosse für eine kurze Strecke unterbrochen wird; auf der lateralen Seite etwa 6 Organe in einem Halbkranz jedes Organ der ventralen Längsreihe umschließend, am Isthmus, wo die größeren Organe enger an- einander liegen, ist die Guirlande, die aus diesen Halbkränzen sich zusammensetzt, weniger ge- wunden und enthält weniger Organe; ebensolche Halbkränze liegen auf der medialen Seite der Organe der ventralen Längsreihe, nur treten sie hier infolge der Zwischenlagerung anderer (vgl. unten) weniger hervor: in der Mitte zwischen den beiden ventralen Längsreihen 2 Längsreihen, die aus Abschnitten von meist je 8 Organen bestehen, nur im vorderen Teile des Rumpfes sind diese weniger voneinander getrennt: dann unregelmäßiger angeordnet zu beiden Seiten der zuerst erwähnten Längsreihe der kleinen Organe, dorsal von der lateralen Reihe der größeren Organe zwischen den Ouerstreifen der gleich zu erwähnenden weißlichen unpigmentierten Organe, und auf der Wurzel der Schwanzflosse ; endlich sehr kleine Organe in Ouerreihen vom Rücken ventrad bis zur Höhe der lateralen Längsreihe der größeren Organe, und ebensolche Ouerreihen wieder am Bauch zwischen je 2 größeren Organen der beiden ventralen Längsreihen. Außer diesen mit einem Pigmentmantel versehenen Leuchtorganen verschiedener Größe sind nun noch zahllose unpigmentierte, im Spiritus weißlich erscheinende punktförmige Organe vorhanden, welche ebenfalls eine regelmäßige Anordnung zeigen. Ueber fast den ganzen Rumpf liegen sie in Ouerstreifen, die am Rücken verbreitert sind und bis zur lateralen Längsreihe der größeren Organe sich herab erstrecken (am Schwanz undeutlich, wahrscheinlich abgeschunden), ferner in halbmondförmigen Gruppen medial von jedem größeren Organ der beiden Längsreihen außer am Schwanz; ferner zerstreut auf der Wange und zahlreich auf den Flossen entlang den Strahlen. Auf dem vierten Strahl der linken und auf dem dritten der rechten Bauchflosse liegt je ein schwarzes kugliges Organ, das aber, wie die Untersuchung gezeigt hat, kein Leuchtorgan sein kann, sondern sich als eine von Blutgefäßen reichlich durchzogene Hautwucherung darstellt. Ueber die Bedeutung vermag ich nichts zu sagen. Färbung: sammetschwarz, Auge schwarz, Bärbel an der Wurzel schwarz, sonst gelblich- grau, Flossen weiß mit schwarzen Punkten. Fundort des einen Exemplars: Indischer Ocean, Nord Westküste von Sumatra, Stat. 207: 5 23' 2" N.Br. 94" 48' 1" O.L. Tr. 1024 m. Maße: Körperlänge 18,3 Breite des [nterorbitalraums 1 Größte Körperhöhe 2,6 Größter Zwischenkieferzahn 0,475 Geringste Höhe 0,4 Größter Unterkieferzahn 0,45 Größte Körperbreite 1,2 Von der Schnauzenspitze sind entfernt: Kopflänge 2,65 die Bauchflossen 1 2 Schnauze 0,4 die Rücken- und Analflosse 1 5 Auge 0,475 Länge der Bauchflossen 3 der Brustflosse 1,2 55 August Brauer, Länge des postorbitalen Leuchtorgans 0,7 Länge der Barbe) 8 Lange der Rückenflosse 1,2 der Analflosse 0,9 Breite der Basis der Rückenflosse 1,9 der Analflosse 24 -•'/ .VvsV o ; : Melanostomias I 'aldiviae A. Brauer. Melanosto?nias Valdiviac A. Brauer iqo: p. 2S5. Taf. III, big 6, Textfig 16. Diese Art ist von der vorigen besonders durch die kürzere und \ ersehieden gebaute Bärbel, etwas verschiedene Zahl der Leuchtorgane und zahnlose Zunge verschieden. Brr Ti — 12 P 5 V 6 D 13 A 18 Größte Hohe des Körpers zu seiner Lange 1 : 7,3, geringste zur größten Hohe 1 : 6,6, Kopflänge zur Körperlänge 1 : 7,5, Schnauze zum Auge 1 : 1,6, Auge zur Kopflänge 1 : 5,5, zur Breite des Interorbitalraums 1 : 1,5, zur Länge des postorbitalen Leuchtorgans 1 : 1,2, Bärbel zur Kopf- länge 1 : 1,2. Die Bärbel ist kürzer als der Kopf und trägt am Linie drei verschieden große Anschwellungen und Fäden. Im Zwischenkiefer 7 Zähne, der vierte und fünfte am größten, im Unterkiefer 9 Zähne, der zweite am größten, im Überkiefer vorn 5 Zähne, von vorn nach hinten wachsend, ähnlich den Zwischenkieferzähnen, dann hinter diesen 28 kleine, schräg nach hinten gerichtete, eng gestellte Zähne. Alle Zähne außer den zuletzt genannten zweispitzig und biegbar. Zunge ohne Zähne, Pala- tinum mit 3 Zähnen. Die Bauch flössen liegen am Ende des zweiten Körperdrittels, die Lage der übrigen blossen ist wie M. melanops. Die Leuchtorgane (Textfig. 16) zeigen im wesentlichen dieselbe Anordnung, wie ein Vergleich der beiden Figuren lehrt, nur in den beiden Längs- reihen des Rumpfes ist die Zahl der größeren Organe etwas verschieden, nämlich in der ventralen Reihe liegen zwischen der Brust- und Bauch- flosse 27, zwischen dieser und der Analflosse 11, zwischen ihr und der Schwanzflosse 13, und in der lateralen von der Kiemenöffnung bis zur Vertikale der Bauchflosse 24, von dieser bis etwas über den Anfang der Anal flösse hinaus 13. Färbung: wie M. melanops, nur Bärbel ganz blauschwarz. Fundort des einen Exemplars: Indischer ücean, Binnenmeer von Sumatra, Stat. 194: o° 15' 2" N.Br. 98" 8' 8" O.E. Tr. 614 m. Maße: Körperlänge 1 6,5 Von der Schnauzenspitze sind entfernt: Größte Körperhöhe 2,25 die Brustflosse 10,4 Geringste Höhe 0,34 Körperbreite 1 Kopflänge 2,2 56 die Rücken- und Analflosse 1 3,5 Breite der Basis der Rückenflosse 1,8 der Analflosse 2,15 Die Tiefseefische. - - Schnauze 0,25 Länge der Brustflosse 1,1 Barbellänge 1,8 der Bauchflosse 0,3 Auge 0,4 der Rückenflosse 0,8 Länge des postorbitalen der Analflosse 0,9 Organs 0,5 Länge der größten Zwischenkiefer- und Unter Breite des Interorbitalraums 0,6 kieferzähne 0,425 Dactylostomias Garman. Dactylostomias Garman 1899 p. 277. Dactylostomias ater A. Brauer. Dactylostomias ater A. Grauer 1902 p. 286. Taf. III, Fig. 3. Von der bisher beschriebenen einzigen Art D. filifer Garm. unterscheidet sich diese be- sonders durch die Zahl der Flossenstrahlen und Lage der Bauchflossen. Brr 9 P 5 V 9 D 17 A 1 7. Größte Höhe des Körpers zu seiner Länge 1 : 8,3, geringste Körperhöhe zur größten 1 : 5, größte Körperbreite zur größten Höhe 1 : 1,2, Kopflänge zur Körperlänge 1 : 5,5, Schnauze zur Kopflänge 1 : 3, Breite des Auges zur Kopflänge 1 : 7,5, zur Schnauze 1 : 2,5, zur Breite des Interorbitalraums 1 : 3, Länge der Bärbel zur Körperlänge 1 : 2,8. Der Körper ist lang, walzenförmig, wenig höher als breit, nur im Schwanzteil rasch an Höhe verlierend. Kopf kegel- förmig, kurz. Nasenlöcher sehr klein, auf der Mitte der Schnauzenlänge, Maulspalte groß, über das Auge weit hinausreichend. Im Zwischenkiefer vorn zwei große Fangzähne und weiter 7 verschieden große Zähne, im Oberkiefer etwa 20 sehr kleine Zähne, im Unterkiefer außer 6 — 7 kleineren vorn 1 großer Fangzahn; die vorderen Fangzähne fest. Zunge mit 2 Paaren, Palatinum mit 2 Zähnen, Vomer zahnlos. Bärbel sehr lang, fadenartig, weiß, mit kleinen Leuchtorganen besetzt, doppelt so lang als der Kopf. Kiemenöffnung weit. 4 Kiemen, keine Pseudobranchie, keine Reusenstrahlen. Brustflosse mit 5 freien, fadenartigen, langen Strahlen, von denen die längsten zwei fast bis zur Bauchflosse reichen. Bauchflosse etwas hinter der Körpermitte, an der Seite des Körpers, hoch gelegen, fast auf gleicher Höhe mit der lateralen Reihe der Leuchtorgane, mit 9 freien, langen Fäden, die bis zur Mitte der Analflosse reichen. Rücken- und Analflosse nahe dem Ende des Körpers, kurz vor der kleinen, gegabelten Schwanzflosse. Alter kurz vor der Analflosse. Haut nackt, quer geringelt. Leuchtorgane: die größeren Rumpforgane wenig erkennbar, aber vorhanden und außerdem der ganze Körper mit kleinen Leuchtorganen, die als schwarz geränderte weiße Pünktchen erscheinen, dicht bedeckt, ebensolche auch auf der Innenseite des Zwischen- und Unterkiefers und in der Mundhöhle etwa 18 — 20 vor und hinter den Palatinzähnen, andere kleine unpigmentierte, als weiß-gelbliche Punkte beim konservierten Tier erscheinend, auf den vertikalen Flossen entlang den Strahlen. Die größeren Organe zeigen folgende Anordnung : 1. am Kopf: suborbital 2 große Organe, das vordere rund, liegt über dem drittletzten Zahn des 57 Deutsche Tiefsee- Expedition 1898- 1899. Bd. XV. 8 58 August Brauer, Zwischenkiefers, das hintere gleich hinter diesem, ist größer und birnförmig und drehbar, ferner noch ein bandförmiges, wenig hervortretendes, unten auf der Wange. 2. am Rumpf, soweit erkennbar: a) ventrale Reihe, von der Brustflosse bis zur Bauchflosse 18, dann durch eine größere Lücke getrennt von der Bauchflosse bis zur Analflosse 13 — 15, vielleicht auch noch einige an der Seite der Analflosse: b) laterale Reihe, von der Kiemenöffnung bis zur Bauchflosse 16, hinter dieser noch 14. Färbung: broncefarben, schillernd, Bärbel weiß, Flossenhäute durchsichtig, Pupille grünlich Fundort: Atlantischer Ocean, Westküste Südafrikas: Stat. 85: 26" 49' 2" S. Br. 5054' O.L. V. 1000 m, Bodentiefe 5040 m. Maße: Körperlänge 8,3 Länge der Bärbel 2,95 Größte Körperhöhe 1 Länge der längsten Strahlen : Geringste Körperhöhe 0,2 der Brustflosse 2,4 Größte Körperbreite 0,8 der Bauchflosse 3,8 Kopflänge 1,5 der Rücken-, Anal- und Schwanzflosse 0,9 Länge der Schnauze 0,5 Von der Schnauzenspitze sind entfernt: Auge 0,2 die Bauchflossen 4,3 Breite des Interorbitalraums 0,6 der After 7 Dactylostomias indicus spcc. nov. Dactylostomias ater indicus A. Brauer 1902 p. 287. Diese Art unterscheidet sich vi in der vorigen durch eine andere Zahl der Strahlen der Bauch-, Rücken- und Analflosse und durch etwas andere Maße, welche aber zum Teil in dem geringeren Alter des Exemplars begründet sein mögen. Brr 7P4V16A16D13. Größte Höhe des Körpers zu seiner Länge 1 : 7,5, geringste Höhe zur größten 1 : 5, Kopflänge zur Körperlänge 1:4,5, Auge zur Kopflänge 1:12, zur Schnauze 1:4,2. Im Zwischenkiefer vorn drei große Fangzähne, dann folgen zwei Gruppen, jede mit drei Zähnen, deren Größe von vorn nach hinten zunimmt; Oberkiefer mit etwa 20 sehr kleinen, nach hinten gerichteten Zähnen. Im Unterkiefer vorn zwei große Zähne, dann zwei mittelgroße, etwas außerhalb und tiefer stehend, dann folgen zwei gleich große und weiter 7 kleinere. Yomer zahnlos, Palati num mit einem Paar, Zunge mit 2 Paaren von Zähnen. Lage der Flossen und Anordnung der Leuchtorgane wie bei D. ater. Die größeren Organe in den Längsreihen am Rumpfe traten noch weniger hervor. Zwischen der Brustflosse und Bauchflosse ließen sich 1 5 zählen, es sind aber sicher noch einige mehr vorhanden. Fundort: Indischer Ocean, Chagos-Inseln : Stat. 221: 4°5 / 8 // S.Br. 73" 24' 8" O. L Y. 2260 m, Bodentiefe 2926 m. Maße: Körperlänge 3,75 Von der Schnauzenspitze sind entfernt: Größte Körperhohe 0,5 die Bauchflossen 2 Geringste Höhe 0,1 die Analflosse 3,2 Kopflänge 0,83 Länge des längsten Strahles der Brustflosse 1,5 Länge der Bärbel 1,5 „ „ „ „ „ Bauchflossen 1 58 Die Tiefseefische, ro Breite des Auges 0,07 Länge des längsten Strahles der Rückenflosse 0,45 Länge der Schnauze 0,3 „ „ „ „ „ Analflos.se 0,45 Breite des Interorbitalraums 0,3 Wahrscheinlich gehört zu dieser Art noch ein nur 1,7 cm langes Exemplar, das nahe demselben Orte (Stat. 223: 6° 19' 3" S. Br. 73° 18' 9" O. L. V. 1900 m, Bodentiefe 3396 m) ge fangen worden ist. Idiacanthus Peters. Idiacanthus Peters 1876 p. .S46. Bathyophis Günther 1878 p. 1S1. Idiacanthus Günther 1887 p. 215; Goode u. Bean 1896 p. 12S; Jordan u. Evermann 1S96 p. 605. Körper sehr langgestreckt, dünn, schlangenähnlich, schuppenlos. Kopf seitlich zusammen- gedrückt, klein. Lange Bärbel am Kinn. Maulspalte und Kiemenöffnung sehr weit. Auge mäßig groß. Zwischenkiefer lang, Oberkiefer kurz. Gebiß stark entwickelt: auf dem Zwischen- und Unterkiefer Zähne in Gruppen angeordnet, in jeder Gruppe die Zähne von vorn nach hinten größer werdend, Zähne vierkantig, zweispitzig, umbiegbar; Oberkiefer mit kleinen dicht gestellten Zähnen. Vomer, Palatinum, Zunge mit wenigen Zähnen. Vier Kiemen, keine Pseudobranchie, keine Reusenstrahlen. Zahlreiche Branchiostegalstrahlen, Kiemendeckel wenig entwickelt, nicht vereinigt. Brustflossen fehlen, nur zuweilen bei jungen Tieren gering entwickelt. Bauchflossen vor der Mitte des Körpers, Rückenflosse auf gleicher Vertikale oder vor den Bauchflossen be- ginnend, Analflosse hinter der Körpermitte, kurz hinter dem After. Rücken- und Analflosse sehr lang, reichen fast bis zur Schwanzflosse; ihre Strahlen, außer im letzten Abschnitt, weit gesetzt durch Haut verbunden, die Basis eines jeden Strahles jederseits in einen seitwärts gerichteten Dorn verlängert. Die meisten Strahlen der beiden Flossen ungegliedert. Schwanzflosse gegabelt, mit längerer ventraler Hälfte. After auf einer Papille. Am Kopf ein postorbitales, drehbares Leuchtorgan, am Rumpf größere Leuchtorgane in zwei Längsreihen, einer ventralen vom Isthmus bis zur Schwanzflosse, und einer lateralen, welche an der Kiemenöffnung dorsal von der Brust- flosse betrinnt und sich bis zur Vertikale der Mitte der Analflosse erstreckt. Außerdem zahl- reiche kleine pigmentierte Organe am Kopf und Rumpf und unpigmentierte weißlich erscheinende punktförmige Organe in Gruppen am Körper und auf den Flossen. Keine Schwimmblase, sehr langer Magenblindsack, sehr wenige Appendices pyloricae. Bathypelagisch. Uebersicht über die A rtcn. I. Rückenflosse auf gleicher Vertikale mit der Bauchflosse oder nur sehr wenig vor derselben. a) D 60 A 45, Rückenflosse auf gleicher Vertikale mit der Bauchflosse. Bauchflosse in der Mitte zwischen Kopf und After. Leuchtorgane in der ventralen Längsreihe des Rumpfes: Isthmus bis zur Bauchflosse etwa 33, Bauch- flosse bis zum After 17 L ferox Günther b) D 54 A 35, Rückenflosse sehr wenig vor der Bauchflosse, diese viel näher dem After als dem Kopf. Leuchtorgane 59 /:_. August Bkauer, in der ventralen Längsreihe des Rumpfes: vom Anfang des Isthmus bis zur Bauchflosse 40, von der Bauchflosse bis zum Alter 22 /. atlanticiis nov. spec. II. Rückenflosse eine größere Strecke vor der Bauchflosse. a) 1*63 — 67 A41 — 45. Leuchtorgane in der ventralen Längs- reihe des Rumpfes: vom Anfang des Isthmus bis zur Bauch- flosse 34 — 36, von dieser bis zum After 16 — 17 /. fasciola Peters. b) D 55 — 57 A 33 — 34. Leuchtorgane in der ventralen Längs- reihe des Rumpfes : vom Anfang des Isthmus bis zur Brustflosse 45, von dieser bis zum After 20 / antrostomus Gilbert. Idiacanthus fasciola Peters. Idiacanthus fasciola Peters 1876 p. 846. Taf. IV, Fig. 2 — 3, Textfig. 17 — 20, 22. Eine neue Untersuchung der beiden von Peters beschriebenen Exemplare hat gezeigt, daß seine Angabe „die Rückenflosse beginnt fast in der Mitte zwischen dem Kopf und der Bauchflosse, dem ersteren ein wenig näher" nicht richtig ist. Die Rückenflosse beginnt vielmehr der Bauchflosse lx ■deutend näher als dem Kopfende. Von / antrostomus ist die Art durch die .Strahlenzahl der blossen und die Zahl der Leuchtorgane verschieden, von I.ferox dadurch, daß die Rückenflosse nicht auf der Vertikale der Bauchflossen beginnt, sondern eine Strecke vor denselben. Brr 15 — 16, V 6 P 10 ü 63 — 67 A 41 — 45. Höhe (auf der Höhe der Bauchflossen gemessen) zur Länge des Körpers 1 : 42 — 45, geringste Hohe zur größten 1 : 2 — 2,3, Kopflänge zur Körperlänge 1 : 14,5 — 14,75, Auge zur Kopflänge 1 : 5,7 — 5,9, zur Schnauze 1 : 1 — 1,4, Schnauze zur Breite des Interorbitalraums 1 : 1, Kopflänge zur Bärbel 1 : 2. Auf dem Interorbitalraum jederseits eine Leiste, beide divergieren kaudad. Die Bärbel (Textfig. 17) ist doppelt so lang als der Kopf, sie läuft am Ende in eine lanzettförmige Verbreiterung aus und trägt kurz vor dem Beginn derselben einen tasterartigen Fortsatz; bis auf das Ende schwarz pigmentiert. Nasenlöcher viel näher der Schnauzenspitze als dem Auge. Zähne (Textfig. 19): im Zwischenkiefer vier Gruppen, die erste aus 3, die drei letzten aus je 4 Zähnen, die letzten in jeder Gruppe die größten, der dritte, siebente und elfte sind die längsten: im Oberkiefer mehrere kleine spitze Zähnchen; im Unterkiefer drei Gruppen und 3 — 4 kleinere, die erste Gruppe hat 3, die zweite 5, die dritte 4, der dritte, achte und zwölfte Zahn sind die längsten. Die Zähne des Zwischen- und Unterkiefers sind vierkantig, zweispitzig und umbiegbar. Auf dem Vomer ein kleiner Zahn jederseits, auf dem Palatinum 2 — 3 hintereinander, auf der Zunge 2 Zähne jederseits und einer in der Mitte. Die Rücken- flosse beginnt " : , Kopflänge vor der Bauchflosse, sehr wenig vor dem Anfang des zweiten Körperdrittels, viel näher der Bauchflosse als dem Kopf. Es liegen 6 Strahlen vor der Bauch- flosse. Die Bauchflosse beginnt unter dem fünften Strahl der Rückenflosse. Die Analflosse beginnt etwas vor dem Anfang des letzten Körperdrittels, unter dem 26. Strahl der Rückenflosse. Der After liegt kurz vor dem Anfang der Analflosse, auf einer Papille. Rücken- und Analflosse enden kurz vor der Schwanzflosse. 60 Die Tiefseefischi 61 Leuchtorgane: i. Größere Organe: a) am Kopf: ein orbitales Organ vorn am ven- tralen Augenrande, äußerlich .schwer erkennbar: ein postorbitales Organ, verhältnismäßig klein, drehbar, eine Augenbreite hinter dem Auge, auf der Vertikale des ventralen Augenrandes; 15—16 '-«& ° m -?8w ° öSfö ° '5f$. °. ^v«f P JgZ. Fig. 18. Fig. 17. zwischen den Branchiostegalstrahlen: 2 Oreane hinten auf dem Kiemendeckel übereinander, ein drittes fast auf der Milte des Deckels, aber äußerlich nicht erkenn- bar: b) am Rumpf: 2 Längsreihen, in der ventralen vom Anfang des Isthmus bis zur Vertikale des hinteren Randes der Kiemenöffnung 1 1 , von hier bis zur Bauchflosse 23 — 25, zwischen dieser und der Analflosse 16—17 und zwischen dieser und der Schwanzflosse 32: in der lateralen Reihe von der Kiemenöffnung bis zur Vertikale der Bauchflosse 22—24, zwischen dieser und der Vertikale des Anfangs der Analflosse 16 und von hier bis etwa zur Vertikale ihrer Mitte 12. 2. Kleinere Organe: am Kopf in einem Kranz das Auge umschließend, am Oberkieferrand und zerstreut über Wange, Kiemendeckel und Unterkiefer: am Rumpf a) im Zwischenraum zwischen je 2 Paaren der ventralen Längsreihe eine zu einem Oval oder Viereck geordnete Gruppe von etwa 20 Organen; b) zwischen je 2 solcher Gruppen ein Paar etwas größerer Organe außer im vordersten Teil des Bauches und am Isthmus; c) eine Guirlande auf der lateralen Seite jeder ventralen Längsreihe und aul der medialen Seite jeder lateralen Längsreihe: d) an der Seite des Rumpfes z. T. in dünnen Ouerstreifen, z. T. unregelmäßig zwischen diesen verteilt. 3. Un- pigmentierte, im Alkohol weißlich erscheinende punktförmige Organe (Textfig. 1- — jS) i n größeren rundlichen oder dreieckigen (Spitze nach vorn gerichtet) Gruppen a) ventral am postorbitalen Organ, weiter hinter jedem größeren Organ der beiden Längsreihen des Rumpfes, ebenso am Rücken vom Hinterkopf bis zum Ende, ganz am Anfang dichter gestellt, weiter hinten in gleichweiten Abständen, ferner auf den Flossen, entlang den Flossenstrahlen. 4. Größere, weißgelblich erscheinende unpigmentierte Drüsenmassen finden sich nahe dem Ende der Bärbel und auf der Schwanzflosse. Magen mit sehr langem Blindsack, 2 schlauchförmige Appendices pyloricae (Textfig. 20). 61 Fig. 20. / Leber; ap Appen dices pyloricae ; tu Magenblindsack. ß August Brauer, Färbung: sammetschwarz, Flossen weiß, Basis der Barbe) und Unterkiefer bräunlich, Iris schwarz. Die Etikette des einen Exemplars trägt die Bemerkung „Leuchtete". Zahl der Exemplare: 2, das eine 18 cm, das andere 14,75 crn lang. Fundorte: Indischer Ocean, Binnenmeer von Sumatra (Stat. 195: o° 30' 5" N. Br. 98 14' 2" O.L. Tr. 594 m) und zwischen Chagos-Archipel und Seychellen (Stat. 228: 2 38' 7" S. Br. 65 ° 59' 2" O.L. V. 2500 m; Bodentiefe 3460 m). Stiller Ocean, Nord-Australien u. nördl. von Neu-Guinea (2 Exemplare im Berliner Museum (Peters), Länge 13 cm und 5 cm). Maße: Körperlänge 14,75 Länge der Bärbel 1,95 Größte Körperhöhe (auf der Vertikale Länge des größten (7.) Zwischenkiefer- der Bauchflosse) 0,35 zahns 0,2 Geringste Höhe 0,15 Länge des größten (8.) Unterkieferzahns 0,5 Kopflänge 1 Von der Schnauzenspitze sind entfernt: Schnauze 0,25 die Rückenflosse 4,85 Auge 0,175 die Bauchflossen 5,55 Länge des postorbitalen Organs 0,175 die Analflosse 9,5 Breite des Interorbitalraums 0,25 Länge der Bauchflosse 0,8 Außer den beiden größeren Exemplaren wurde westlich von den Chagos -Inseln (Stat. 226: 4" 5' 8" S. Br. 70 1 - 1 1' 9" O.L. V. 2000 m, Bodentiefe 4129 m) im Indischen Ocean noch ein junger Idiacanthus gefangen, welcher zwar manche Abweichungen zeigt, aber, wie ich glaube, doch I. fasciola zuzurechnen ist. Leider ist das Exemplar stark beschädigt; so fehlten die Bärbel und die Bauchflossen gänzlich, und weiter war gerade der Rücken in der Gegend des Anfangs der Rückenflosse verletzt, so daß wichtige Merkmale nicht benutzt werden konnten. Die Zähne sind noch nicht entwickelt. 1 )ie Abweichungen betreffen die Kopflänge, die Breite des Auges, die Größe des postorbi- talen Organs und die Lage des Afters. Kopflänge zur Korperlänge 1 : 9 (statt 1 : 14), Auge zur Kopflänge 1 : 4 (statt 1 : 5,7), das postorbitale Organ ist gleich groß wie das Auge, aber im Verhältnis zur Kopflänge viel größer als bei älteren Tieren. Der After liegt mindestens unter dem 32. Strahl der Rückenflosse (statt unter dem 26.). Ein Teil dieser Verschiedenheiten dürfte in dem verschiedenen Alter des Exemplars be- gründet sein, besonders bei so langgestreckten Formen wie Idiacanthus. Am wichtigsten erscheint die verschiedene Lage des Afters zur Rückenflosse. Was mich besonders bestimmt, dieses Exemplar doch I. fasciola zuzurechnen, ist einmal die ziemlich gleiche Strahlenzahl der Rücken- und Analflosse (D ca. 65, A ca. 38) und dann die Zahl der Leuchtorgane. Die ventrale Reihe enthält vom Anfang des Isthmus bis zur Analflosse 55, bei I. fasciola 52, hinter der Analflosse linden sich zwar nur noch 24, doch sind offenbar noch nicht alle entwickelt. Färbung: braunschwarz, Flossen weiß. Idiacanthus atlanticus nov. spec. Textfig. 2 1 . Diese Art unterscheidet sich von I fasciola besonders durch die Lage der Rückenflosse, Strahlenzahl der Rücken- und Analflosse und durch die Zahl der Leuchtorgane, von I. ferox, 62 Die Tiefseefische. mit welcher Art sie in der Lage der Rückenflosse fast übereinstimmt, durch die Strahlenzahl der Rücken- und Analflosse, die Lage der Bauchflosse und die Zahl der Leuchtorgane. Brr [4V6D54 A35. Höhe (auf der Vertikale der Bauchflossen gemessen) zur Länge des Körpers 1 : 34, geringste Höhe zur größten 1 : 2,6, Kopflänge zur Körperlänge 1 : 14,5, Auge zur Kopflänge 1 : 7, zur Schnauze 1 : 1,5, zur Breite des Interorbitalraums 1 : 2. Die Bärbel ist abgerissen. Auf dem Interorbitalraum jederseits eine Leiste, beide divergieren kaudad. Zähne : im Zwischenkiefer 4 Gruppen, die ersten zwei von je 3, die letzten beiden von je 4 Zähnen gebildet; in jeder Gruppe werden die Zähne nach hinten allmählich größer, der dritte, sechste und zehnte sind die längsten; im Oberkiefer etwa 10 kleine spitze Zähne; im Unterkiefer drei Gruppen, die erste von 3, die zweite von 5, die dritte von 3 gebildet und hinter diesen noch 2 kleine, der achte, dritte und elfte sind die längsten. Außer den Oberkieferzähnen alle vierkantig, zwei- spitzig und umlegbar. Auf dem Vomer jederseits ein Zahn, auf dem Palatinum 2 eng hinter- einander, der zweite größer, auf der Zunge jederseits zwei hintereinander und ein größerer in der Mitte. Die Rückenflosse beginnt etwas, eine Schnauzenlänge, vor den Bauchflossen, zwischen dem Anfang des zweiten Drittels und der Mitte des Körpers. Der After liegt kurz vor der Analflosse, auf einer Papille, unter dem 22. Strahl der Rückenflosse, etwas vor dem Anfang des letzten Körperdrittels. Leuchtorgane: am Kopf wie / fasciola, nur liegt das postorbitale Organ nicht ganz eine Augenbreite hinter dem Auge; am Rumpf: in der ventralen Längsreihe vom Anfang des Isthmus bis zur Vertikale des hintern Randes der Kiemenöffnung 1 1 , von hier bis zur Bauch- flosse 29, zwischen dieser und der Analflosse etwa 22, zwischen der Anal- und Schwanzflosse 34; in der lateralen Reihe von der Kiemenöffnung bis zur Vertikale der Bauchflosse 28, von hier bis zur Vertikale des Anfangs der Analflosse etwa 22, von hier bis zum Ende, etwa bis zur Vertikale der Mitte der Analflosse 16. Die kleineren Organe und die weißlichen, unpigmentierten, punktförmigen Organe scheinen ähnlich wie bei / fasciola angeordnet zu sein, nur waren kleine Organe auch auf dem ersten Strahl der Bauchflosse vorhanden. Färbung: sammetschwarz, Flossen weiß. Fundort: Atlantischer Ocean, Westküste Südafrikas, Stat. 83 : 25" 25' 3" S. Br. 6 U 12' 4" O. L. V 2000 m. Maße des einen Ex« mplars : Körperlänge 20,4 Größte Höhe 0,6 Geringste Höhe 0,225 Kopflänge 1 ,4 Schnauze 0,3 Auge 0,2 Breite des Interorbitalraums 0,4 Länge des postorbitalen Organs 0,15 Von der .Schnauzenspitze sind entfernt: die Rückenflosse 9 die Bauchflossen 9,3 die Analflosse 1 3.3 Länge der Bauchflossen 1,4 Länge des größten Zwischenkieferzahns 0,3 Länge des größten Unterkieferzahns 0,35 6 4 August Brauer, Wahrscheinlich gehören zu dieser Art noch 2 jugendliche Exemplare, welche in derselben Gegend wie das große (Stet 85 : 26" 49' 2" S.Br. 5 54' O.L. V. 4000 m und Stet. 86: 28° 28' 8" S. Br. 6" 13' 9" O.L. V. 1200 m) gefangen sind. Leider ist bei beiden der Rücken am Beginn der Rückenflosse verletzt, und dem einen fehlt die Bauchflosse. Das eine ist 5,55 cm, das andere 8,1 cm lang Bei dem ersten beträgt das Verhältnis der Kopflänge zur Körperlänge 1 : 9,2, bei dem zweiten 1 : 13,5, es ändert sich also mit zunehmendem Alter. Ebenso ist das Auge und das postorbitale Organ verhältnismäßig größer als bei dem großen Exemplar. Eür die Zugehörigkeit zu I. atlanticus sprechen die Zahl der Strahlen der Analflosse, etwa 38, und ferner besonders die Zahl der Leuchtorgane. Bei beiden finden sich in der ventralen Reihe vom Anfang des Isthmus bis zur Analflosse 62, bei dem einen, bei welchem die Bauchflosse vor- handen ist, 40 bis zu dieser und 22 zwischen ihr und der Analflosse, also genau wie bei dem großen Exemplar. Bei dem kleineren Exemplar waren die kleineren Organe zwischen den beiden ventralen Längsreihen der größern noch nicht in Gruppen, sondern in 2 kontinuierlichen Längs- reihen angeordnet. Die Gruppen der weißlichen unpigmentierten Organe waren bereits schwach erkennbar. Interessant ist, daß das kleinere Exemplar auf der einen Seite noch eine kleine Brustflosse von nur 0,08 cm Länge mit etwa 5 Strahlen besitzt; auf der andern Seite ist sie wahrscheinlich abgerissen. Die Färbung ist braunschwarz. In bezug auf tue Dornen, welche sich jederseits an der Basis der Strahlen der Rücken- und Analflosse finden, hat tue Untersuchung folgendes Resultat gehabt. Wie Garman schon a angegeben hat, liegt ein jeder Strahl nicht hinter einem Dorn, wie Peters und Günther schreiben, sondern zwischen zwei Dornen. Falsch ist aber die Ansicht Garman's, daß diese Dornen Verlängerungen der oberen und unteren Dornenfortsätze der Wirbel sind. Sie haben mit diesen nichts zu tun, sondern gehören ganz der Basis des Flossen- strahles an. Diese ist stark verbreitert zu einer durchlöcherten Platte. Sie läuft dorsal jederseits in einen • schräg seitwärts gerichteten Dorn (Textfig. 22fl) aus, der über die Oberfläche des Rückens vorragt, auf der ventralen Seite trägt sie ebenfalls jederseits einen fast vertikal ge- stellten Fortsatz (b), und diese beiden umfassen den Flossenträger (k). i'i' T . 22. Es setzen sich drei Muskelpaare mit der Basis des Strahles in Ver- bindung. Das erste Paar inseriert sich an der Vorderseite der Dornen, richtet den Flossenstrahl aufwärts, das zweite (///') an der Vorderseite der ventralen Fortsätze, legt den Strahl nieder, und dritte (i>i l ) an der vertralen Kante der Dornen, richtet den Strahl seitwärts. Der Flossen- träger trägt auf der Vorderseite einen kleinen Fortsatz, der wahrscheinlich als Sperrvorrichtung dient. Malacosteus Avres. Malacosteus Ayres 1857 p. 53; Günther 1859 — 70 V. 5 p. 427; 18S7 p 212; Jordan u. Gii.iif.rt 1882 p. 2S7; Jordan 1887 p. 830; Goode u. Bean 1S06 p. 113; Jordan u. Evermann 1896 p. 592; Alcock 1899 p. 148. 64 Die Tielsci-ii che. 65 Malacosteus indicus Günther. Malacosteus indicus Günther 1878 p. 181; 1887 p. 214 Taf. 54 Fig. B. Malacosteus sp. Alcock 1889 p. 452; 1S99 p. 149 Taf. 33 fig. 4. Taf. 4, Fig. 1 : Textfig. 23 — 25. 18 A 18 — 20 V 3 V 6 ü 16- Größte Hohe des Körpers zu seiner Länge 1 : 5,7, geringste zur größten Höhe 1 : 7, Kopflänge zur Körperlänge 1 13,8 — \, Breite des Auges zur Kopflänge 1 : \ — 4,2, zur Breite des Interorbitalraums 1 : 1, Schnauze zur Breite des Auges 1 13,2 — 3,3, zur Breite des Interorbitalraums 1 : 1,2. In Bezug auf die Bezahnung des Unterkiefers (Textfig. 24) stimmen die Exemplare, auch das eine im Atlantischen Ocean gefangene, mit den An- gaben Günthers für M. indicus wesentlich überein; das atlantische Exemplar zeigt nur in der Zahl und Größe der kleinen Zähne geringe Abweichungen von den indischen. Bei allen ist der erste, nahe der Symphyse gelegene Zahn der größte oder nur etwas kleiner als der zweite große Fangzahn, er ist nach außen gestellt und stark gekrümmt. Dann folgt außer der Reihe ge- legen ein ebenfalls gekrümmter kleinerer Zahn, dann 5 Gruppen hintereinander; die erste hat 6 Zähne, von denen der letzte der größte und fast gleich lang wie der erste Fangzahn ist, die zweite Gruppe hat 4 — 6 mäßig große Zähne, der letzte ist wieder der größte von ihnen, aber kleiner als die beiden vorderen Fangzähne; beim indischen Exemplar liegen zwischen ihnen noch einige kleinere. Die letzten drei Gruppen enthalten kleinere als die ersten zwei, beim atlanti- schen Exemplar bestehen sie aus je 5, beim indischen aus S, 9 und 6, doch mögen einige von ihnen Ersatzzähne sein. Die Zahl der sehr kleinen Ober- kieferzähne beträgt etwa 20. Die Zähne des Zwischenkiefers klein, in 4 Gruppen, die durch weite Abstände voneinander getrennt sind, die erste besteht nur aus aus 3, die dritte aus 9 und die vierte aus 8. Die Zähne sind alle zweispitzig Palatinum ohne Zähne, Zunge mit 6 — 7 Paaren. Die Bauch- flosse Hegt eine Augenbreite hinter der Kürpermitte, die Anal- und Rückenflosse im letzten Körperdrittel, fast auf gleicher Vertikale. After kurz vor der Analflosse. Das Auge ist oval, nicht rund, wie Günther angibt, das Ver- hältnis des vertikalen zum horizontalen Durchmesser ist 1 : 1,2, bei kleineren Exemplaren ist der Unterschied be- deutend größer. Die Augenspalte ist weit. Der Magen (Textfig. 23) mit großem Blindsack, keine Appendices pyloricae. Leuchtorgane: ventral vom Auge ein großes halbmondförmiges, nicht drehbares Organ, dann ein kleineres, postorbitales, das von einer durch- sichtigen corneaartigen Haut bedeckt und drehbar ist, es liegt fast zwei Schnauzenlängen hinter dem Auge, in gleicher Entfernung vom Kiefer wie das suborbitale Organ. Zwischen dem letzteren Fig. 23. g Gallenblase; / Leber; m Magen ; y Pancreas. einem, die zweite Vomer und Fig. 24. 65 Deutsche Tiefsee-Expedition 1898 — 18 66 August Braui r, und dem ventralen Rand des Auges im hinteren Teile findet sich ein einfaches orbitales Organ, das äußerlich aber nur schwer erkennbar ist; dann am Rumpf größere Organe in zwei Längs- reihen, einer lateralen und einer ventralen, die Organe sind aber ganz unter der Haut, so ver- steckt, daß ich sie erst auf den Schnitten sicher nachweisen und ihre Zah nicht bestimmen konnte. Kleine Organe fin tlen sich zahlreich über den ganzen Körper zerstreut, am Kopf bilden sie um den Rand der Cornea einen Kranz, lerner einen Halbkranz auf dem Rande der ventral am Auge liegenden kalte. Endlich ist der Korper mit weißlichen, unpigmentierten punktförmigen Or- ganen, die in Gruppen angeordnet sind, ganz bedeckt, ebensolche Fig. 25. finden sich auf den unpaaren blossen entlang den Flossenstrahlen. Bei jungen Tieren (Textfig. 25) erscheint das suborbitale Leucht- organ bedeutend stärker entwickelt, das postorbitale in geringerer Entfernung vom suborbitalen, und der horizontale Durchmesser bedeutend grober als der vertikale. Zum Teil dürften die Unterschiede begründet sein in der geringeren Pigmentierung der 1 laut, indem sie nicht nur die Oeftnung des suborbitalen Organs erkennen läßt, sondern den ganzen Drüsensack, der bei älteren Tieren durch das Hautpigment ganz verdeckt wird, zum Teil dürften bei jüngeren Tieren Größe und Gestalt etwas verschieden sein. Die Zähne wann noch nicht ganz entwickelt, ebenso war das orbitale Organ bei diesem 2,25 cm langen Tiere noch nicht erkennbar. Färbung: sam metschwarz, Rücken- und Analflosse bis zum äußern Drittel stark pig- mentiert, sonst glashell. Das suborbitale Leuchtorgan oder richtiger sein Reflektor erglänzte tief carminrot, das postorbitale hellgrün. Zahl der Exemplare: 5. Vorkommen: Stiller Ocean, südl. von den Philippinen: 4 33' N. Br. 1 27" 6' O. L. Tiefe 914 m (Challenger). Indischer Ocean: Andamanen-See : Tiefe 1193 m (Investigator) ; nördl. von den Cocos Inseln (Valdivia), Stat. [82: 10" S' 2"S.Br. 97 i4 / 9 // O.L. V. 2400 m, in der Bucht von Bengalen: Stat. 215: 7" i' 2" N. Br. S5" 56' 5" O.L. Y. 2500 m und bei den ChagosTnseln: Stat. 223: 6° 19' 3" S. Br. 73" i8 y 9" O.L. V. 1900 m, Bodentiefe 3396 m. Atlantischer Ocean: Westküste Süd-Afrikas (Valdivia): Stat. 88: 31" o' 4" S. Br. 8° O.L. V. 2000 m. Maße des Exemplars der Stat. 88: Körperlänge 8 Größte Körperhöhe 1,4 Geringste Höhe 0,2 Kopflänge 2,1 Schnauze 0,15 Horizontaler Durchmesser des Auges 0,5 Vertikaler Durchmesser des Auges 0,4 Breite des [nterorbitalraums 0,5 Breite des suborbitalen Organs 0,45 Länge des ersten Fangzahns des Unterkiefers 0,2 Länge des zweiten Fangzahns des Unterkiefers 0,22 Von der Schnauzenspitze sind entfernt: die Bauchflossen 4,5 der After 6,15 die Rücken- und Analflosse 6,3 Breite der Basis der Rückenflosse 1,2 der Analflosse 1,3 Stylophthalmiis A. Brauer. Stylophthalmus A. Brauer 1902 p. 298, 1902 a p. 56. Körper sehr langgestreckt, schlangenartig, Kopf abgeplattet. Schnauze lang. Unterkiefer vorspringend, Augen in der Jugend auf langen unbeweglichen Stielen. Brustflossen vorhanden, 66 Die Tiefseefische. ^„ kurz, Bauchflossen fehlen, Rücken- und Analflosse am Ende des Körpers, erstere etwas vor der Analflosse und breiter, Schwanzflosse gegabelt; After kurz vor der Analflosse, auf einer Papille. Leuchtorgane am Rumpf sicher jederseits in einer ventralen Längsreihe und vielleicht ein großes .suborbitales Leuchtorgan. Als ich die vorläufige Mitteilung über diese interessante Form veröffentlichte, hatte ich nur junge Larven untersuchen können, die durch den besitz einiger sehr fremdartiger Charaktere und andererseits durch die geringe Ausbildung oder hehlen der sonst verwendbaren Merkmale die Bestimmung der systematischen Stellung dieser Gattung erschwerte. Ich vermutete (1902 a, p. 56) schon damals, daß sie wahrscheinlich der Familie der Stomiatiden zuzurechnen sei, be- sonders wiesen nach dieser Richtung die Form, der vorspringende Unterkiefer, tue weit kaudale Lage der Rücken- und Analflosse und die Afterpapille. In einer späteren Sendung, die bische enthielt, welche auf der Stat. 217 zwischen Ceylon und den Malediven mit dem Vertikalnetz gefangen waren, fand sich noch ein bisch, welcher mir ein älteres Stadium dieser Gattung dar zustellen scheint, das neben der schärferen Ausbildung der schon genannten Stomiatiden-Charaktere noch einen weiteren, nämlich eine ventrale Längsreihe von Leuchtorganen am Rumpf, dagegen den langen Augenstiel fast ganz rückgebildet zeigte. Stylophthalmus fiaradoxus A. Brauer. Styloplithalmits paradoxus A. Brauer 1902 p. 29S. Taf. V, Fig. 1 — 7. D ca. 60 A ca. 33. Höhe zur Länge des Körpers 1:30, Kopflänge zur Körperlänge 1:8,5. Körper sehr lang, seitlich zusammengedrückt, Kopf in der vordem Hälfte dorso-ventral abgeplattet, Schnauzen- rand abgerundet, Schnauze ziemlich lang, Unterkiefer vorspringend. Kiefer mit spitzen Zähnen besetzt. Maulspalte erscheint im Verhältnis zu andern Stomiatiden nicht sehr weit. Augen bei dem ältesten Exemplar von 3 cm Länge noch auf kurzen Stielen, kleiner als die Schnauze. Brustflossen mit breiter Basis, kurz, ihre Strahlenzahl war nicht sicher bestimmbar. Von Bauch- flossen ist nichts zu erkennen. Die Rücken- und Analflosse Heeren im letzten Fünftel des Körpers, die erstere am Anfang dieses Abschnitts, die letztere am Anfang des letzten Sechstels, gleich hinter dem After. Das Ende beider Flossen liegt fast auf derselben Vertikale, kurz vor dem Anfang der Schwanzflosse. Der After liegt auf einer großen Papille. Es scheint die Anlage eines großen suborbitalen Organs bei dem größten Exemplar vorhanden zu sein, sicher findet sich am Rumpf eine ventrale Längsreihe von Leuchtorganen jederseits. Vom Isthmus bis zur Brustflosse liegen 10, von der Brustflosse bis zur Analflosse etwa 60, und von dieser bis zum Ende etwa 10 — 12 Organe; in diesem letzten sind sie aber offenbar noch nicht alle entwickelt. Weiter liegen auf der Branchiostegalmembran 14 Organe. Wie es scheint, sind die Rücken- und Analflosse bereits mit weißlichen, unpigmentierten punktförmigen Organen besetzt, welche für die Stomiatiden so charakteristisch sind. An der Seite des Rumpfes zieht sich eine Reihe von schwarzen blecken entlang, sonst ist das größte Exemplar noch ungefärbt. Jüngere Exemplare, die in größerer Zahl gefangen wurden, sind von dem beschriebenen 67 9* August Brauer, dadurch verschieden, daß der Flossen. säum noch vorhanden ist, die Flossen noch weniger entwickelt, zum Teil erst in drr Entwicklung begriffen sind, die Leuchtorgane fehlen, und be- sonders dadurch, daß die Augen am Ende von Stielen sitzen. Die jüngsten Stadien von 1,05 — 1,6cm Länge haben noch einen sehr kurzen Augenstiel, dann aberwächst er außerordentlich aus und erreicht bei Larven von 3,4 — 4 cm Länge '/s — Vs der Korperlänge. Der Stiel ist un- beweglich, und wird von einem knorpligen Fortsatz des Schädels gestützt. Später muß, wenn meine Identifizierung des zuerst beschriebenen Exemplars mit dieser Gattung richtig ist, eine Rückbildung des Stiels eintreten. Die genauere Beschreibung der Entwicklung und des bans des Augenstiels werde ich in einem spateren Teil bringen (vgl. die vorläuf. Mitt. 1902 a). Aulier durch den Augenstiel erscheinen diese Larven von Stylophthalmus eigentümlich durch die außerordentlich lange Afterpapille. bei den jüngsten Stadien ist sie kurz, dann aber wächst auch sie enorm aus und reicht bis zur Wurzel der Schwanzflosse, frei vom Körper abstehend. Aul ihrer Seite ist sie wie der Rumpf schwarz gefleckt. Auch sie bildet sich später fast ganz zurück. Reste im Darm lassen schließen, daß die Nahrung aus kleinen Krebsen besteht. Da unter den Exemplaren in Bezug auf den Grad der Ausbildung bei gleicher Größe etwas Ab- weichung herrscht, so ist es möglich, daß die Larven vielleicht nicht einer Art, sondern mehreren zuzurechnen sind. Darauf scheint mir auch die Ausbildung des Schadeis bei den verschiedenen Stadien zu deuten, indem sie z. 1". sich nicht leicht aneinanderschließen lassen. Man konnte auch aus dem Unterschied des ältesten Exemplars fast ohne Augenstiele (3 cm) und des nächst- jüngeren (4 cm) mit langem Augenstiele in Bezug auf die Länge schließen, daß da das erstere kürzer ist, dieses nicht ein älteres Stadium derselben Form sein könne. Indessen tritt dieser Unterschied sehr oft entgegen, junge Tiere sind oft länger, aber weniger weit entwickelt als ältere. Doch kann hierüber und über andere Zweifel nur weiteres Material, besonders von älteren Tieren entscheiden. Zahl der Exemplare: 35. Fundorte: Atlantischer Ocean, Westküste Südafrikas: Stät. 85: 26° 49/ 2" S. Br. 5 ° 54' O. L. V. 4000 m, Bodentiefe 5040 m: Stat. 91 : 33 23' \" S. Br. 16" 19' 4" O.E. V. 2000 m, Boden- tiefe 2670 m; südlich von Kapstadt: Stat. 115: 36" 23' 4" S.Br. 17° 38' \" O.L. V. 2500, Boden- tiefe 4170m. Antarktischer Ocean, östlich der Bouvet-Insel : Stat. 132: 55" 20' 5" S.Br. 5 15' 8" O.L. V. 2000 m, Bodentiefe 3080 m; Stat. 135: 56 30' \" S.Br. 14° 29' 2" O.L. Y. 1500 m, bodentiefe 5093 m; Stat. 136: 55 ° 57' 2" S.Br. 16" 14' 9" O.L. V. 2000 m. Indischer Ocean: Bucht von Bengalen: Stat. 215: 7" i' 2" N.Br. 85 56' 5' O.L. V. 2-500 m; zwischen Ceylon und Malediven: Stat. 217: 4 56' N.Br. 78° 15' 8" O.L. V 2000 m, Bodentiefe 4454 m; Stat. 218: 2° 29' 9" N.Br. 76 47' O.L Y. 2500 m, Bodentiefe 4133 m; zwischen Seychellen und Sansibar: Stat. 231 : 3° 24' 6" S.Br. 58" 38' 1" O.L. V. 2000 m; Stat. 232: 3 26' 2" S.Br. 58 34' 2" O.L. V. 1500 m; Stat. 237: 4" 45' S.Br. 48" 58' 6" O.L. V. 2000 m, Bodentiefe 5071 m; Stat. 239: 5° 42' 3" S.Br. 43 36' 5" O.L. V. 2500 m. Ferner dürfte auch die von der Yacht Puritan (Lo Biano i i 903, Taf. 8, Fig. 1 7) im Mittel- meer gefangene „Larva di Teleostea ad occhi pedunculati" zu dieser Gattung gehören. 68 Die Tiefseefische. 6 9 Farn. Sternoptychidae Günther. Körper schlank oder kurz und hoch, seitlich zusammengedrückt, meist mit nur dünnen Schuppen bedeckt oder nackt. Maulspalte weit. Oberkiefer stärker entwickelt als der Zwischen- kiefer, Zähne mäßig groß, meist klein, im Zwischen- und Unterkiefer keine durch ihre Größe besonders auffallende Fangzähne. Oberkieferzähne wenig verschieden in Größe von dvw Zähnen der andern Kiefer, niemals nach hinten gerichtet. Kiemendeckel wohl entwickelt, nicht vereint, Kiemenöffnung weit. Reusenborsten wohl entwickelt. Leuchtorgane meist nur in einer Form vorhanden, einzeln oder zu Gruppen vereint, am Rumpf in meist 2 Längsreihen jederseits; nie- mals groben- drehbare sub- oder postorbitale Organe von besonderem Bau, keine weißlichen punktförmigen Organe auf den Flossen. Keine Bärbel. Pseudobranchie fehlt oder vorhanden. Uebersicht über die bisher beschriebenen Gattungen. I. Leuchtorgane einzeln, nicht zu Gruppen vereinigt, Korper schlank. 1. Leuchtorgane am Rumpf in nur einer Längsreihe, Riicken- und Analflosse auf gleicher Vertikale, beide lang; D 20 A 30 Bonapartia Goode u. Bean. 2. Leuchtorgane am Rumpf in zwei Längsreihen, Rückenflosse kurz (L) 11 — 151 /) Analflosse lang, Rückenflosse hinter den Bauchflossen a) Rücken- und Analflosse auf gleicher Vertikale, hinter der Körpermitte, präkaudal meist schlauchförmige Drüsen c) A 23 — 31, Suborbitale verbreitert Gonostoina Rafinesque ß) A 16 — 20, Suborbitale nicht verbreitert Cyclothone Goode u. Bean b) Rückenflosse beginnt hinter der Körpermitte, vor der Analflosse und reicht über ihren Anfang hinaus, A 29 Yarrella Goode u. Bean c) Rückenflosse ganz vor der Analflosse, auf der Korpermitte, A 23 Photichthys Hum in 2) Analflosse kurz (A 14 — 15), Rückenflosse auf der Korpermitte a) Rückenflosse beginnt vor der Analflosse, hinter den Bauchflossen Vincigiierria Jordan u. Evermann b) Rückenflosse ganz vor der Analflosse, beginnt vor den Bauchflossen Ichthyococcus B< inaparte 3. Leuchtorgane am Rumpf in mehr als zwei Längsreihen, Analflosse sehr lang Rücken- il osse kurz a) Rückenflosse hinter der Körpermitte, beginnt etwas vor der Analflosse und reicht weit über ihren Anfang hinaus A 26 — 29 D 14 — 16 Lychrwpoles Garman b) Rückenflosse etwas vor der Körpermitte, beginnt wir der Analflosse und reicht etwas über ihren Anfang hinaus A 61 D 11 Diploplios Günther c) Rückenflosse im ersten Körperdrittel, ganz vor der Analflosse, D 10 A 57 Triplophos A. Bkaler 69 7 q A.oust Brauer, II. Leuchtorgane zu Gruppen vereinigt. i. Körper schlank, Vorderkörper nicht besonders hoch und nicht vom I Unterkörper ab- geknickt, Pseudobranchie fehlt, Analflosse lang a) Rückenflosse vor der Analflosse A 22 — 25 L) 6 — 10 Maiirolicus Cocco (Syn. Argyripnus Gilb. u. Cram.) b) Rückenflosse fast auf gleicher Vertikale mit der Analflosse Dg — 12 A 23 — 24 Valenciennellus Jordan u. Evermann 2. Korper kurz, VoroYrkörper bedeutend höher als Hinterkörper, mehr minder scharf vom Hinterkörper abgeknickt, Analflosse kurz a) Teleskopauge, Analflosse geteilt, keine Membran zwischen dem Vorderkörper und dem Schwanzende: orbitales Leuchtorgan präorbital, Leuchtorgane stark hervor- tretend, A 6 — 7 + 5 — 6 . Irgyropelecus G »cco b) Auge normal, Analflosse nicht geteilt a) keine Membran zwischen dem Vorderkörper und dem Schwanzende, orbitales Organ präorbital, Leuchtorgane stark hervortretend A 15 — 17 Polyipnus Günther (■>) Membran zwischen dem Vorderkörper und dem Schwanzende, orbitales Organ I Mistorbital, Leuchtorgane wenig hervortretend, A 13 — 14 Shruoptyx Hermann Gonostoma Rafinesoue und Cyclothone Goode u. Bean. Gonostoma Rafinesque 1810 p. 64; Bonapapte 1832 — 41 V. 3 Fase. 27; Cuvier u. Valenciennes 1849 V. 22 p. 27S; Günther 1878 p.187; 1859 — 79 V. 5 p. 391 ; 1S.S7p.172; Carus 1889 — 93 p. 569; Lütken 1892 a p. 216; Goode u. Bean 1896 p. 9S ; Jordan u. Evermann 1S96 p. 57S. Cyclothone Goode 11. Bean 1SS2 — S3 p. 221; 1S96 1x99; Collett 1896 p. 94 ; Alcock 1S99 p. 139; Jordan u. Evermann 1S96 p. 5S1. Neostoma Vaillant iSSS p. 86. Sigmops Gill 1884 p. 256; Jordan 1887 p. S34. Von Goode und Bean ist die Gattung Cyclothone begründet worden: sie soll sich nach ihnen von der nahe verwandten Gattung Gonostoma besonders in folgenden Punkten unterscheiden: 1. im Vorhandensein von deutlichen Schuppen bei Gonostoma, im Fehlen oder in einer geringen Ausbildung derselben bei Cyclothone; im Mangel von Vomerzähnen bei Gonostoma, im Vorhanden- sein solcher bei Cyclothone. Zur ersteren Gattung rechnen sie G. denudatum Raf. und - » zu dieser, bald zu jener gerechnet. So sieht Gl nther Cyclothone als identisch mit Gonostoma an, dagegen folgt Alcock wieder Goode und Bean. Nach diesen hat Collett versucht auf Grund der damals bekannten Arten eine neue Charakteristik zu geben ; er legt hierbei besonders Ge- wicht auf die verschieden große Entwicklung des Suborbitale und unterscheidet hiernach drei Gattungen: i. Gonostoma, die ganze Wange vom Suborbitale bedeckt (G. denudatu?n); 2. Neostoma, nur ein Teil der Wange bedeckt {N. elongatum, bathyphilum und gracile); 3. Cyclothone, Suborbitale nicht verbreitert, Wange nackt (die übrigen Arten). Die Schwierigkeit, tue Arten zu bestimmen und über ihre Zugehörigkeit zu dieser oder jener Gattung zu entscheiden, war zum Teil auch in der schlechten Erhaltung der Exemplare, besonders der Cyclothone-Arten begründet. Da die V a 1 d i v i a -Expedition ein sehr reiches, über 1000 Exemplare umfassendes und zum Teil wohl erhaltenes Material von Cyclothone gesammelt hat, und auch G. elongatum vertreten ist, und G. denudatum leicht von Messina und aus deutsehen Museen (Breslau, Hamburg) zu erhalten war, so habe ich eine neue Revision dieser beiden Gattungen versucht ; für einige Arten war ich allerdings nur auf die zum Teil wenig vollständigen Beschreibungen anderer Autoren angewiesen. Was zunächst die von den früheren Autoren verwerteten und andere für eine Unter- scheidung in Frage kommende Charaktere betrifft, so ergab die Prüfung folgendes Resultat: 1. Schuppen: sie sind vorhanden bei G. denudatum, G. rhodadenimn und weiter bei C. mi- crodon, aeclinidens, obscura, livida, canina und atraria, bei letzteren aber sind sie, wenn auch groß, so doch sehr dünn und nur im Schwanzteil schwach erkennbar. Sie fehlen (1. elongatum, bathyphilum, gracile, grande und C. signata. 2. Vomerzähne: sie fehlen G. denudatum, elongatum, bathyphilum, gracile und C. signata, bei den Illingen Cyclothone- Arten dagegen und G. grande und rhodadenimn sind sie \ ( »rhanden. 3. Fettflosse: sie' ist vorhanden bei G. denudatum, elongatum, rhodadenimn, bathyphilum und grande, fehlt dagegen nach Günther G. grault und allen Cyclothone- Arien. 4. Suborbitale: es ist verbreitert und bedeckt einen mehr minder großen Teil der Wange bei Gonostoma denudatum, elongatum, rhodadenimn, gracile, grande und bathyphilum, da- gegen ist es nicht verbreitert bei allen Cyclothone-Arten. 5. über- und Unterkieferzähne: es sind gerade, durch ihre Größe von den übrigen auf- fallende und über die Kiefer gleichmäßig verteilte Zähne vorhanden bei allen Gouostoma- Arten, dagegen nehmen die Zähne allmählich von vorn nach hinten an Größe zu, und im hinteren Abschnitt des Oberkiefers sind sie mehr minder stark schräg nach vorn gerichtet bei allen Cyclothone-Arten. 6. After: er scheint bei allen Gonostoma- Arten kurz vor der Analflosse zu liegen, bei allen Cyclothone-Arten in der Mitte zwischen der Bauch- und Analflosse oder näher der ersteren. 7. Auge: es ist stets außer G. grande groß bei den Gonostoma-Arten, dagegen ist es sehr klein bei allen Cyclothone-Arten. 8. Leuchtorgane: Bei allen Gonostoma-Arten außer G. grande sind die Leuchtorgane groß, bei allen Cyclothone-Arten dagegen klein, bei C. obscura sogar fast alle rückgebildet. Bei den ersteren scheint an der Symphyse des Unterkiefers stets ein Paar zu liegen, während dieses bei allen Cyclothone-Arten fehlt. Ferner besitzen die Leuchtorgane von 7i - 1 August l;u \vi R, Gonostoma nur eine Form von Drüsenzellen, welche als Leuchtzellen zu betrachten sind, dagegen finden sich in den Organen von Cyclothone außer diesen Leuchtzellen noch eine Schicht von anderen Zellen, welche einen lichtbrechenden Körper darstellen. Wenn man diese Angaben übersieht, so erkennt man, daß die zuerst verwerteten, unter i— 2 aufgeführten Merkmale eine scharfe Trennung der beiden Gattungen nicht ermöglichen, ohne zusammengehörige können zu trennen oder einander fernstehende zu vereinigen. Wollte man das Fehlen oder Vorhandensein von Schuppen verwenden, so müßte man die in Bezug auf alle anderen Punkte sich völlig an G. denudatum anschließende Art G. elongatmn zu Cyclothone rechnen, wie Goode und Bean es auch getan haben, oder wollte man auf tue Vomerzähne Ge- wicht legen, so würde die echte Cyclothone-Art C. signata zu Gonostoma gestellt werden müssen. Ebensowenig erscheint das Fehlen oder Vorhandensein der Fettflosse verwendbar, wenn wenigstens die Angabe Günther's, daß sie bei G. gracile, welche Art zweifellos nicht der Gattung Cyclothone eingereiht werden kann, fehlt, richtig ist. Dagegen -eben die Gestaltung des Suborbitale, der Kieferzähne, die Lage des Afters, die Entwicklung des Auges und der Leuchtorgane und der Bau der letzteren gut brauchbare Unterscheidungsmerkmale ab. bin Grund zur Trennung in 3 Gattungen liegt nicht vor, es sei denn, daß man G. gracile als eine besondere Gattung ab- trennen will, weil die Rückenflosse nicht wie bei allen anderen Gonostoma- und Cyclothone-Arten auf der gleichen Vertikale mit der Analflosse beginnt, sondern etwas hinter derselben. Es ist dieser Unterschied gewiß sehr wichtig, da aber in dem übrigen .Merkmal nach Günther G. gracile den anderen Gonostoma-Arten sehr nahe steht, so möchte ich sie vorläufig, so lange keine neue Untersuchung vorliegt, noch bei dieser Gattung lassen. Gonostoma grande ist von Collett, der diese Art beschrieben hat, als C. grandis zu Cyclothone gerechnet worden. Die Kleinheit des_ Auges (zur Kopflange i : io) und der Leucht- organe („punktförmig") würden diese Stellung allerdings als die richtige erscheinen lassen, da aber Collett weiter hervorhebt, daß diese Art G. bathyphihwi sehr nahe stehe, welche sicher zu Gonostoma gehört, weiter besonders das Suborbitale verbreitert ist, im Oberkiefer außer kleinen große Zähne und ebenso eine Fettflosse vorhanden sind, und auch die Anordnung der Leucht- organe in der lateralen Reihe auf diese Gattung weist, so ist es mir mehr wahrscheinlich, daß es sich hier um eine Gonostoma- und nicht um eine Cyclothone-Art handelt. Die von Steindachner und Kner beschriebene Art G. brevidens (die Fig. i 1 7, welche GOODE und Bean (1896) von ihr geben, bezieht sich nicht auf diese Art) ist sehr wahrscheinlich weder der Gattung Gonostoma noch Cyclothone zuzurechnen, sondern dürfte eher der Gattung Vinciguerria zugehören. Denn die Rückenflosse beginnt in der Mitte zwischen den Bauch- und der Analflosse, die letztere hat nur 17 Strahlen, die Bauchflossen liegen hinter der Mitte des Körpers, die Leuchtorgane sind klein, zwischen den Bauch- und der Analflosse lieeen n Organe, eine für Gonostoma- und Cyclothone-Arten ganz auffallend hohe Zahl, u. a. Beiden Gattungen gemeinsam sind folgende Charaktere: Gestalt langgestreckt, seitlich zusammengedrückt. Schnauze kegelförmig. Zwischenkiefer kurz, Oberkiefer lang, ventrad aus- gebogen, Unterkiefer vorspringend. Zähne in einer Reihe, einspitzig. Maulspalte und Kiemen- öffnung weit, Pseudobranchie fehlt, Reusenstrahlen lang. Kiemendeckel nicht verbunden. Rücken- und Analflosse hinter der Körpermitte, beide auf gleicher Vertikale, oder die Rückenflosse etwas hinter dem Anfang der Analflosse. Erstere stets viel kürzer als die let/ten/. Brust- und Bauch- Die Tiefseetische. - -> / ö flössen vorhanden, letztere stets vor der Mitte des Körpers. Schwanzflosse gegabelt. Leucht- organe, wenn nicht rückgebildet: am Kopf ventral am Auge ein Organ, zwei bis drei auf dem Kiemendeckel, mehrere zwischen den Branchiostegalstrahlen, am Rumpf zwei Längsreihen jeder- seits, eine ventrale vom Ende des Isthmus his zur Schwanzflosse und eine laterale von der Kiemenöffnung bis höchstens zur Vertikale des Alters. Leuchtorgane mit radiär gestellten Drüsenschläuchen, Zentralsinus stets vorhanden. Magen mit Blindsack, mehrere schlauchförmige Appendices pyloricae. Schwimmblase vorhanden. Die beiden Gattungen unterscheiden sich in folgender Weise: [.Suborbitale verbreitert, auffallend große gerade Zähne im Über- und Unterkiefer, ab- wechselnd mit kleinen, und gleichmäßig über die Kiefer verteilt. Fettflosse in der Regel vorhanden, Auge meist gleich oder fast gleich groß wie die Schnauze, Leucht- organe in der Regel sehr deutlich und mit nur einer Form von Drüsenzellen. Gonostoma 2. Suborbitale nicht verbreitert, Wange nackt. Zähne im über- und Unterkiefer von vorn nach hinten allmählich wachsend, meist im hintern Abschnitt des Oberkiefers mehr minder schräg' nach vorn gestellt. Fettflosse fehlt. Auge sehr klein: Leuchtorgane klein oder fast ganz rückgebildet, mit zwei verschiedenen Formen von Drüsenzellen, Leuchtzellen und Linsenzellen. Cyclothone. Gonostoma RAFINESQUE. A. Schuppen vorhanden A 29 — 31. 1. Schuppen am ganzen Rumpf deutlich: Suborbitale bedeckt die ganze Wange; Vomer zahnlos G. denudatum Rafinesque 2. Schuppen dünn, wenig deutlich: Suborbitale bedeckt nur zum Teil die Wange. Vomer bezahnt G. rhodadertia (Gilb.). B. Schuppen fehlen: Suborbitale bedeckt nur zum Teil die Wange. 1. Rücken- und Analflosse auf gleicher Vertikale, Fettflosse vorhanden a) Vomer zahnlos, Auge groß, Leuchtorgane deutlich u) A 29 — 30; Höhe zur Länge des Körpers 1:6 — 7 G. elongatum Günther ß) A 21; Höhe zur Länge des Körpers 1:11 G. bathyphilum Vaillant Syn. Neostoma bathyphilum Vaillant b) Vomer bezahnt, Auge und Leuchtorgane sehr klein, A 23 G. grande (Collett) (Syn. Cyclothone grandis Collett) 2. Rückenflosse etwas hinter der Vertikale des Anfangs der Analflosse: Fettflosse fehlt, A 23 G. gracile Günther Gonostoma denudatum Rafinesque. Conostoma denudata Rafinesque 1S10 p. 65; Canestrini 1871 — 72 p. 121; Doderlein 187S — 79 p. 54; Moreau 1891 p. 79. Gonostoma denudatum Bonaparte 1832- 41 fasc. 27 fig. 1 1 ; Cuvier u. Valenciennes [84g V. 22 p. 2S0; Johnson 1862 p. 27g; Günther 185g 70 Vol. 5 p. 391; 1887 p. 172; Leydig 1881 p. 11 Taf. 1 Fig. 1 ; Facciola / J Deutsche Tiefsee-Expedition 1898- 1899. Bd. XV. IO 74 \i Gl ST BRAUEE, 1883 [1.205; Vaillant 1888 [>. 102; Carus iSSg — 93 EVERMANN 1S06 ]). 579. Gasteropelccus acanthurus Cocco 1829 Nr. 77. ton.ui acanthurm Cocco 1838a Taf. 1 Fig. 1 p. 3. Textfig. 26. Brr 12 P 12 V 8 1) 15 — 16 A 29- p. 569; Goode u. Bean 1896 p. 98; Jordan u. 1 Latl. 35—36. Größte Höhe zur Länge des Körpers 1:5,8 — 6, geringste zur größten Höhe 1:2,5, Kopflänge zur Körperlänge 1:1,5, Auge zur Kopflänge 1:5,2 — 5,4, zur Schnauze und zur Breite d<-s Interorbitalraums 1:1. Nasenlöcher naher dem Auge als der Schnauzenspitze. Parietalorgan durchscheinend. Suborbitale stark verbreitert, bedeckt die ganze Wange. Schuppen cykloid, groß und deutlich. Zwischenkiefer reicht bis zur Vertikale des vordem Augenrandes; Oberkiefer groß, ventrad ausgebogen, reicht fast bis zum Vorderrand des Präoperculums. Im Zwischenkiefer zwei große srerade Zähne, im ( berkieler [4 — 15 große gerade, die letzten zwei etwas kaudad gerichtet und etwas gekrümmt: im Unterkiefer .9 — 10 grübe gerade Zähne. Die großen Zähne smci Fig. 26. durch viel kleinere getrennt, daher auffallend, und gleichmäßig über die Kiefer verteilt. Vomer zahnlos, Palatinum mit einer Längsreihe von 3 — 5 Zähnen. Brustflosse tief, kurz, erreicht nicht die Bauchflosse. Diese kurz vor der Mitte des Körpers, reicht nicht bis zur Analflosse. Anal- und Rückenflosse auf gleicher Vertikale. Rückenflosse kurz, Analflosse lang, bis etwas über die Vertikale der kleinen Fettflosse hinaus. After kurz vor der Analflosse. After, Rücken- und Analflosse hinter der Mitte des Körpers, vor dem Beginn des letzten Drittels. Magenblind- sack lang, 7 schlauchförmige Appendices pyloricae. Leu cht organe deutlich: 1. am Kopf: ein orbitales, vorn am ventralen Augenrand, als schwarzer Fleck erkennbar, 9 zwischen den Branchiostegalstrahlen, 3 auf dem Kiemendeckel, von denen zwei übereinander am Vorderrande des Präoperculums liegen, das eine auf gleicher Vertikale mit dem Auge, das andere kleinere auf der Vertikale des Kieferwinkels, und das dritte etwas höher und weiter kaudad vom zweiten; zwischen dem ersten und dritten ein gelblich erscheinender länglicher Drüsensack, der aber in keiner Verbindung mit den andern Organen steht: lerner ein Organ jederseits an der Symphyse des Unterkiefers. 2. Am Rumpf: 2 Längs- reihen, a) in der ventralen Reihe: vom Ende des Isthmus bis zu der Basis der Brustflosse in 74 Die Tiefseefische. etwas aufsteigender Reihe 5 kleinere Organe, von der Brustflosse bis zur Bauchflosse 11, die ersten zwei etwas näher einander als die übrigen; zwischen der Bauchflosse und der Analflosse s, das vorletzte am After: von der Analflosse bis zur Schwanzflosse 20, die ersten zwei etwas höher, das dritte und vierte dagegen etwas niedriger als die übrigen; b) in der lateralen Reihe 1+9, das erste dorsal von der Basis der Brustflosse, hoher als die übrigen gelegen: die letzten drei durch einen etwas größeren Abstand von den übrigen getrennt als diese voneinander, das letzte etwas vor der Vertikale des Afters: c) sackförmige Organe (im Alkohol gelblieh erscheinend), präkaudal: 2 größere an den ventralen kurzen Strahlen der Schwanzflosse, 1 kleineres suprakauda] auf gleicher Vertikale mit dem zweiten infrakaudalen. Vorkommen: Mittelmeer, östlicher Atlantischer Ocean (Madeira, Marokko, Cap Verden), westl. Atlantischer Ocean (Küste Neu-Englands). Die untersuchten 9 Exemplare von 2,6 — 11,7 cm Länge sind bei Messina gefangen worden. Das größte bekannte Exemplar dürfte das vom Talisman gefangene (20 — 23 cm) sein. Maße: Korperlänge 11,7 Länge der grollten Oberkieferzähne 0,2 Größte Körperhöhe 2 Von der Schnauzenspitze sind entfernt: Geringste Höhe 0,85 die Bauchflossen 5,5 Kopflänge 2,6 die Rücken- und Analflosse 7,1 Schnauze 0,475 der After 6,9 Auge 0,5 Breite der Basis der Rückenflosse 1,55 Breite des Interorbitalraums 0,525 der Analflosse 3,5 Gonostoma elongatum Günther. Gonostoma elongatum Günther 1878 p. 187; 18S7 p. 173 Tat. 45 fig. IS; Alcock i s<> 1 p. 1 j 7 ; 1S92 p. 354. Neostoma elongatum Collett 1S96 p. 94 ff. Cyclotlwne elongata Göode u. Bean 1S96 p. 101; Alcock 1S99 p. 139. Sigmops stigmaticus Gill 1884 p. 256; Jordan 1887 p. S34. Sigmops elongata Jordan 11. Evermann 1896 p. 583. Taf. IV, Fig. 4: Textfig. 27. Bit 14 P 11 — 13 V 8 D 13 A 29 — 30. Grollte Höhe zur Länge des Körpers 1:6,8 (bei einem andern Exemplar 1:7,4), geringste Höhe zur größten 1:3, Kopflänge zur Korperlänge 1:4,7, Auge zur Kopflänge 1:5,8, zur Schnauze 1:1, zur Breite des Interorbitalraums 1:1,4. Suborbitale verbreitert, bedeckt aber die Wange nicht ganz. Gestalt, Länge und Bezahnung der Kiefer wie bei G. denudatum, Schuppen fehlen. Länge und Lage der Flossen wie bei (}. denudatum. After kurz hinter der Mitte des Körpers, näher der Analflosse als den Bauchflossen. Magenblindsack lang, Appendices pyloricae 4. Leuchtorgane: A. größere Organe, 1. am Kopf: ein orbitales Organ, das als schwarzer Fleck erscheint, am ventralen Augenrande in Verbindung mit einem großen sackförmigen, im Alkohol gelblich erscheinenden On r an, das ventral vom erstem liegt und schräe nach hinten gerichtet ist: ein Organ dorsal am Vorderrand des Präoperculums in Verbindung mit einem ventral von ihm gelegenen sackförmigen Organ und ein kleines ventral auf dem Kiemendeckel: zwischen den Branchiostegalstrahlen 9 und an der Symphyse des Unterkiefers jederseits ein Organ. 75 \i cust Brauer, 2. am Rumpf: 2 Längsreihen jederseits; a) in der ventralen Längsreihe: vom Ende des Isthmus bis zur Brustflosse 4 (die beiderseitigen Reihen divergieren etwas): zwischen der Brust- und der Bauchflosse 11: /.wischen dieser und der Analflosse 5, das vorletzte auf der Vertikale des Afters; von der Analflosse bis zur Schwanzflosse 21, das dritte ist etwas höher als die andern gelegen, die drei letzten liegen hinter dem Ende der Analflosse: b) in der lateralen Reihe 1 + 12, das erste hoher gelegen als die andern, dorsal von der Basis der Brustflosse, das letzte auf der Vertikale des Afters: außer dem ersten steht jedes in Verbindung mit einem unpigmentierten sackförmigen Organ, das ventral von ihm gelegen ist. Ferner präkaudal ventral jederseits von den kurzen Strahlen der Schwanzflosse zwei sackförmige Organe hintereinander, dorsal jederseits ein solches Organ, auf gleicher Vertikale mit dem zweiten infrakaudalen. B. Kleinere Organe: am Kopf und Rumpf in regelmäßigen Abständen Querbinden von kleinen, punktförmigen, unpig- mentierten und pigmentierten Organen, ferner ähnliche zerstreut zwischen den Ouerbinden, auch am Auge und auf den Flossen. Da nur an einem Exemplar diese kleinen Organe gut erhalten waren und ich nur Stücke der Haut untersuchen konnte, so ist es möglich, daß nicht alle Fig. 27. Organe Leuchtorerane sind; sicher sind es die mit einer Pigfmenthülle versehenen Organe der Querbinden des Rumpfes, dagegen ist es mir wahrscheinlich, daß die nicht pigmentierten Organe, besonders am Kopf, Sinnesorgane sind. Die gegebene Beschreibung, welcher drei Exemplare aus dem Atlantischen und Indischen Ocean zugrunde liegen, weicht abgesehen von einer genaueren Angabe der Leuchtorgane darin besonders von derjenigen Günther's und Alcock's ab, daß diese die Zahl der Branchiostegal- strahlen auf 11 angeben und Alcock die Zahl der Appenclices pyloricae auf 6. Färbung: schwarz, an der Seite ein glänzender, breiter Silberstreifen, die präcaudalen sackförmigen Leuchtorgane zinnoberrot, laterale Leuchtorgane bläulich, Flossen glashell, etwas schwarz punktiert. Vorkommen: Atlantischer Ocean: Ostküste Nordamerikas (Blake); Golf von Guinea (Valdivia), Stat. 54: i° 51' N.Br. o° 31' 1" O.L. V. 2000 111. Indischer Ocean: südwestlich von Neu- Guinea, Banda-See (Challenger); Arabisches Meer (Investigator); Westküste Sumatras (Valdivia), Stat. 194: o° 15' 2" N.Br. 98 8' 8" O.L. Tr. 614 m; Stat. 198: o° 16' 5" N.Br. 98 7' 5" O.L. Tr. 677 m. Das größte bisher gefangene Exemplar ist 1 7 cm lang (Challenger). Maße: Körperlänge 6,8 Länge des größten Oberkieferzahns 0,16 Größte Körperhöhe 1 Von der Schnauzenspitze sind entfernt: die Bauchflossen 2,825 76 Geringste Höhe 0,3 Die Tiefseefische. - -j Kopflänge 1,45 die Rücken- und Analflosse 3,7 Schnauze 0,25 der After 3,425 Auge 0,25 Breite der Basis der Rückenflosse 0,7 Interorbitalraum 0,35 der Analflosse 2,4 Cyclothone Goode u. Bean.'i A. Leuchtorgane am Rumpf vorhanden. 1. Grundfärbung weiß; Schuppen fehlen, keine Drüsenmasse präkaudal, Oberkieferzähne im hintern Abschnitt wenig schief, die größeren wenig auffallend. a) in der lateralen Reihe der Leuchtorgane 7, in der ventralen zwischen der Bauch- und Anal flösse 4 C. signata Garm. b) in der lateralen Reihe 6, in der ventralen zwischen der Bauch- und Analflosse 3 C. signata alba var. nov. 2. Grundfärbung dunkel; Schuppen vorhanden, groß, aber sehr dünn. a) Zähne im hintern Teil des Oberkiefers wenig schief gestellt, und die größern wenig auffallend, in der lateralen Längsreihe 7 + 1 Leuchtorgane; präkaudal dorsal und ventral gleich große, im Spiritus weiß erscheinende, deutliche Drüsenmasse; After gleich hinter den Bauchflossen ; blauschwarz, schillernd C. livida A. Brauer b) Zähne im Oberkiefer hinten schräg gestellt, größere Zähne auffallend; in der lateralen Längsreihe 7 -\- 1 oder 7 + 2 Leuchtorgane; präkaudale Drüsenmassen schwach entwickelt, kaum auffallend, After etwas hinter der Bauchflosse, dieser aber näher als der Analflosse a) Färbung gleichmäßig braunschwarz C. microdon Günther ß) Färbung: am Rumpf ein breiter hellbrauner Längsstreif, der Teil zwischen der Bauch- und Analflosse und vor der Rückenflosse nicht pigmentiert C. microdon pallida (A. Brauer) c) Zähne im hintern Teil des Oberkiefers sehr schief nach vorn gerichtet, von vorn nach hinten allmählich wachsend und nicht mit kleinen abwechselnd. a) In der lateralen Längsreihe 7 + 2 Leuchtorgane; präkaudale Drüsenmasse sehr auffallend, dorsal viel stärker entwickelt als ventral; After in der Mitte zwischen der Bauch- und Analflosse. Hell- bis dunkelbraun C. aeclinidens Garman ß) in der lateralen Längsreihe 8 Leuchtorgane; keine (?) präkaudale Drüsenmasse; schwarz C. atraria Gilbert B. Leuchtorgane am Rumpf rückgebildet Dünne Schuppen vorhanden, präkaudale Drüsenmasse fehlt; After in der Mitte zwischen der Bauch- und Analflosse; schwarz C. obscura A. Brauer ') Von den von Gilbert 1905 beschriebenen neuen Arten scheint mir C. canina mit der von mir als C. microdon bezeich- neten identisch zu sein. C. atraria, die nur nach einem Kxemplar beschrieben ist, steht wegen der sehr schief nach vorn gerichteten Zähne im hinteren Teile des Oberkiefers C. aeclinidens sehr nahe, für die Analflosse gibt Gilbert im Text 16 Strahlen an, die Figur zeigt aber 18; gegen eine Identifizierung mit C. aeclinidens spricht, daß der Autor nichts von der für diese sehr charakteristischen stark entwickelten präkaudalen Drüsenmasse sagt. 11 78 August Brau] r, Cyclothone signata Garman. Cyclothom signata Garman 1890 \>. 246 Taf. I fig. 3. Taf. VI, Fig. 6; Textfig. 28, 29. Wenn auch die hier beschriebene Form in manchen Punkten, besonders in der Anordnung der Leuchtorgane, Stellung der Zähne u. a. von der von Garman für C. signata gegebenen Be Schreibung abweicht, so glaube ich doch, besonders wegen der auffallenden Färbung und wegen der Uebereinstimmung der Maße, daß die Identifizierung mit dieser Art richtig ist. Brr 12 — 13 P9 V6 I) 13 — 14 A 19 — 20. Größte Höhe zur Länge des Körpers 1:7, geringste zur größten Hohe 1:2, Kopflänge zur Körperlänge 1:4,7, Auge zur Kopflänge 1:12, zur Schnauze und zur Breite dos Inter- orbitalraums 1:2. An der Symphyse des Unterkiefers ein kleiner, ventrad gerichteter Dorn; Mhtwdt giiiiiL Fig. 29. Stirn flach, seitlich von drei stumpfen, kurzen 1 lockern begrenzt. Die Brustflosse reicht fast bis zur Bauchflosse, diese bis zur Analflosse; die Bauchflossen liegen vor der Korpermitte, die Rücken- und Analflosse auf gleicher Vertikale, hinter der Körpermitte, vor dem Anfang des letzten Drittels. Der After liegt kurz hinter der Bauchflosse, etwas vor der Körpermitte. Zähne (Textfig. 29) a) im Zwischenkiefer 6 — 7 kurze, wenig voneinander verschieden; b) im Oberkiefer 52 — 60, von denen die des ersten Drittels gerade abwärts gestellt sind, die der zwei letzten Drittel dagegen etwas, aber wenig auffallend schräg nach vorn gerichtet sind, nach hinten nimmt die Länge der Zähne zu, die Größe ist etwas verschieden, aber der Unterschied wenig auffallend: c) im Unterkiefer 62 — 66 Zähne, vorn 2 etwas größere Fangzähne, durch kleinere voneinander getrennt, die übrigen gerade gestellt, gleichmäßig wachsend. Auf dem Vomer keine Zähne, auf dem Palatinum 3 — 4, auf dem Pterygoid 2 — 3. Keine Schuppen; 3 Appendices pyloricae. 7« Die Tiefseefische. ^q Leuchtorgane (Textfig. 28): am stärksten unter allen Cyclothone- Arten entwickelt, am Bauch enger gestellt und daher mehr auffallend. Am Kopf: ein orbitales Organ, vorn ventral am Auge, als ein schwarzer Fleck erscheinend; zwei Organe am Vorderrand des Präoperculums, übereinander, das dorsale auf der Hohe des Auges, das ventrale auf der Höhe der Brust- flosse; zwischen den Branchiostegalstrahlen 9, selten 10. Am Rumpf 2 Längsreihen: 1. in der ventralen vom Isthmus bis zur Bauchflosse 13, von der Bauchflosse bis zur Analflosse 4, die ersten zwei enger gestellt, das erste zwischen der Bauchflosse und dem After, das zweite an der Seite des letzteren, von der Analflosse bis zur Schwanzflosse 13; 2. in der lateralen Reihe 7, in gleichem Abstände voneinander, das erste dorsal von der Basis der Brustflosse, etwas höher als das dorsale Organ auf dem Kiemendeckel, das letzte auf der Vertikale der Bauchflosse. Drüsenmassen fehlen präkaudal und auf dem Kiemendeckel. Färbung: Grundfärbung ist bei den im Alkohol liegenden Exemplaren weiß, mehr minder schwarz gefleckt. Diese Flecken sind folgendermaßen angeordnet: 1. zwei schwarze Ouerstreifen übereinander an der Basis der Schwanzflosse; 2. schräg gestellte, kurze schwarze Streifen zwischen den Basen der Strahlen der Rücken- und Analflosse; 3. eine Längsreihe von Flecken in der Mitte der Seite des Schwanzes; 4. ein Y förmiger Fleck auf dem Kopf, mit seinen Schenkeln das Gehirn zwischen sich fassend: 5. kleinere schwarze Flecken auf der Wange und auf dem Rücken. Das schwarze Peritoneum scheint nach außen durch. Im Leben sollen nach Garman am Bauch rote und blaue Farben vorhanden sein. Während Garman als Fundort nur den Golf von Panama anführt, ist diese Art nach dem Material der V a 1 d i v i a -Expedition sehr häufig sowohl im Atlantischen wie im Indischen Ocean. Es sind 203 Exemplare auf folgenden Stationen gefangen worden. 1. Atlantischer Ocean: östlicher Teil entlang der Küste Afrikas von den Kanarischen Inseln bis etwas südlich von Kapstadt (Stat. 26, 32, 54, 55, 66, 85, 86, 88, 89, 90, 91, 112, 115, 117 V 600 — 3000 m). 2. Indischer Ocean: zwischen NeuAmsterdam und Sumatra (von 30 S. bis io° S.Br. Stat. 172, 174, 175, 182: Meerbusen von Bengalen (Stat. 207, 215); zwischen Ceylon und dem Chagos-Archipel (Stat. 217, 218, 221, 223); zwischen dem Chagos- Archipel und Sansibar (Stat. 220, 228, 230, 237); südlich von Sokotra (Stat. 268) (V. 800 — 2500 m). Die Art wurde nicht gefangen in der Antarktis. Ferner findet sich im Stuttgarter Naturalienkabinet ein Exemplar, das zwischen Chile und Kap Hörn gefangen ist, und Dr. Woltereck hat diese Art als häufig in der Bucht von Villafranca nachgewiesen. Maße eines geschlechtsreifen Exemplars: Korperlänge 2,8 Von der Schnauzenspitze sind entfernt: Größte Körperhöhe 0,4 die Bauchflossen 1,2 Geringste Höhe 0,2 die Rücken- und Analflosse 1,55 Kopflänge 0,6 der After 1,3 Schnauze 0,1 Breite der Basis der Rückenflosse 0,65 Auge 0,05 der Analflosse 1 Interorbitalraum 0,1 Das größte Exemplar war 2,8 cm, das kleinste 0,9 cm lang. 79 8o An;rsr Brauer, C. signata alba var. nov. Textfig. 30. In dem Material waren 350 Exemplare, welche in folgenden Punkten von C. signata die selben Abweichungen zeigten, und welche ich deshalb als Varietät abtrenne: 1. Appendices pyloricae 4; 2. in der lateralen Längsreihe der Leuchtorgane 6; 3. in der ventralen Reihe zwischen der Bauch- und Analflosse 3, und zwar fehlt das erste gleich hinter der Bauchflosse liegende Organ von C. signata; 4. zwischen den Branchiostegalstrahlen 8 Organe. Vielleicht ist ferner die schwarze Fleckung des Körpers nicht so stark ausgebildet, doch kann dieses nicht sicher behauptet werden, da die Haut sehr leicht abgerieben wird. Nur ganz vereinzelt wurden in diesem oder jenem Punkt, besonders in der Zahl der Leuchtorgane der lateralen Reihe dieselben Verhältnisse wie bei C. signata gefunden. Fig. 30. Die Fundorte sind zum größten Teil dieselben : 1. Atlantischer Ocean : Westküste Afrikas von den Kanarischen Inseln bis Kapstadt (Stat. 32, 39, 41, 43 — 46, 49 — 51, 54, 55, 64 — 66, 74, SS, 89, 91). 2. Indischer Ocean: zwischen Neu-Amsterdam und Sumatra, von 30° S. Br. bis o" (Stat. 175, 1S2, 190, 198); Bucht von Bengalen (Stat. 207, 214, 215); zwischen Ceylon und dem Chagos-Archipel (Stat. 217, 21S, 221, 223), zwischen diesem und Sansibar (Stat. 226, 22S, 230 — 232, 235 — 237, 239, 240); Nordost- küste Afrikas und im Golf von Aden (Stat. 261, 26S, 271). Außer aus größeren Tiefen wurde die Varietät mit dem offenen Yertikalnetz auch noch aus 520 m Tiefe erbeutet. Unter den von Dr. Woltereck bei Villafranca erbeuteten 30 Exemplaren von C. signata befand sich diese Varietät nicht. Cyclothone livida A. Brauer. Cyclothone livida A. Brauer 1902 p. 279. Taf. VI, Fig. 5 ; Textfig. 3 1 . Brr 14 P 9— 11 Y 6 D 1 A 16—18. Größte Höhe zur Körperlänge 1 : 6,2 bis 1 : 7,4, in der Regel i : 6,5, geringste zur größten Körperhöhe 1 : 2,5, Kopflänge zur Körperlänge 1 : 4 — 4,4, Auge zur Kopflänge 1 : 1 1, zur Schnauze und zur Breite des Interorbitalraums 1 : 2. Das Auge ist klein, die Iris sehr schmal, die Linse 80 Die Tiefseefische. 81 groß, es ist von einer Leiste des Schädeldachs überwölbt und noch von einer besonderen Schutz- membran überzogen. Die Stirn ist etwas konkav, jederseits von drei stumpfen, kurzen Höckern begrenzt, die hintern beider Seiten einander näher als die vordem. An der Symphyse des Unterkiefers ein kleiner ventrad gerichteter Dorn. Die Brustflosse reicht meist nicht bis zur Bauchflosse, diese nicht bis zur Analflosse. Die Bauchflosse und der After liegen etwas vor der Körpermitte, die Rücken- und Analflosse etwas hinter derselben, der After kurz hinter der Bauch- flosse. Es sind 3 Appendices pyloricae vorhanden. Im Zwischenkiefer (Textfig. 31) 7 — 8 wenig verschieden große Zähne, die durch kleinere voneinander eetrennt sind. Im Überkiefer im ersten Drittel kleine, gerade gestellte, nach hinten werden die Zähne allmählich größer und sehr wenig schräg nach vorn gerichtet, unter ihnen etwa 1 5 größere, die durch kleinere voneinander getrennt sind, aber im Vergleich mit den anderen Arten nur wenig hervortreten. Im Unterkiefer vorn 2 größere, durch etwa 6 kleinere Zähne voneinander getrennt, dann etwa 80 — 90 allmählich von vorn nach hinten wachsende Zähne. Auf dem Vomer 5 — 6 nach hinten gekrümmte, hinterein- ander stehende und allmählich an Größe zunehmende Zähne: auf dem Palatinum etwa 8 — 10 in zwei (Hierreihen. Auf dem Pterygoid 10 — 12 in einer Gruppe. Schuppen groß, aber sehr dünn, nur auf dem Schwanz deutlich, zwischen der Rücken- und Analflosse etwa 6. VWWWW\/7 Leu cht organe: sehr klein, aber deutlich. 1. Am Kopf: ein orbitales vorn ventral am Auge, als schwarzer bleck nur erkennbar, 2 Organe übereinander am Vorderrande des Prä- operculums, 10 zwischen den Branchiostegalstrahlen ; 2. am Rumpf 2 Längsreihen. In der ven- tralen Reihe vom Isthmus bis zur Bauchflosse 13, von dieser bis zur Analflosse 5, das erste vor dem After: von derAnalflos.se bis zur Schwanzflosse 15, selten 14, von ihnen liegen 4 hinter dem Ende der Analflosse. In der lateralen Reihe 7 -j- 1, das erste dorsal von der Basis der 1 In ist flösse, fast auf gleicher Vertikale mit dem dorsalen Organ auf dem Kiemendeckel, das letzte auf der Vertikale des Afters, durch einen etwas größeren Abstand von den übrigen getrennt als diese voneinander. Vereinzelt wurden in der lateralen Reihe auch 8 -- 1 und 7 + 2 gezählt. Sehr charakteristisch für diese Art ist eine präkaudal liegende Drüsenmasse, die im Spiritus milchweiß erscheint, dorsal und ventral gleich stark entwickelt ist, aber nur kurz ist. Eine ähnliche, aber nur aus wenigen gewundenen Strängen bestehende Masse von länglicher Gestalt liegt hinter dem dorsalen Leuchtorgan auf dem Kiemendeckel, parallel dem Vorderrande des Präoperculums. Färbung: blauschwarz, sammetartig, etwas schillernd. Zahl der Exemplare 141: das größte ist 3,9 cm, das kleinste, das schon alle Organe, auch die präkaudale Drüsenmasse deutlich zeigt, ist 0,9 cm groß. 81 Deutsche Tiersee-Expedition 1898 — i8u V Bd. XV. I[ o -, Auoi i' Brauer, Vorkommen: Die Art ist nur im Östlichen Atlantischen Ocean entlang der Westküste Afrikas /.wischen den Kanarischen Inseln und der Großen Fischbucht, zwischen 25°N.Br. und r 7 " S. I >r., besonders im Golf von Guinea, gefangen worden (Stat. 32, 39, 40, 43, 46, 50, 53, 5 |, 55, 64 — 67, 73, 75). Zwei Exemplare wurden auf Stat. 55 mit dem Vertikalnetz, das bis 600 m herabgelassen wurde, gefangen, dagegen fand sich in den Fängen von 1 200 und 3000111 an aufwärts kein einziges. Auf Stat. 66 dagegen wurde die Art in einem Vertikalzuge von 3000 m Ins zur Oberfläche in 30 Exemplaren erbeutet, in einem gleichfolgenden von 700 m an dagegen kein einziges. Ebenso ergaben 3 .Stufenlange auf Stat. 65 ein ähnliches Bild, indem das von 2200 m an fischende Netz 14 Exemplare brachte, dagegen die zwei anderen Züge von 1200 m und Soo 111 aufwärts kein einziges. Malle: Körperlänge 3,72 Von der Schnauzenspitze sind entfernt: Größte Körperhöhe 0,6 die Bauchflossen 1,7 Geringste Höhe 0,25 die Rücken- und Analflosse 2,05 Kopflänge 0,85 der After 1,8 Schnauze 0,15 Breite der Basis der Rückenflosse 0,8 Auge 0,075 der Analflosse i Interorbitalraum 0,125 Lange der suprakaudalen Drüsenmasse 0,3 Länge der infrakauclalen Drüsenmasse 0,25 Cyclothone microdon Günther. Gotiostoma mioodon Günther 1878 p. 187; [887 p. 175; Lütken 1892 p. 280 Taf. 2 fig.4,5; 1892 a p. 216; Alcock 1S99 p. 399. Cyclothone lusca Goodeu.Bean 1882 83 p. n\ ; Jordan 18S7 P.S34; Agassiz [888 V. 2 p. 22; Gilbert 1891 p. 449. Cyclothone microdon Goode u. Bean 1896 p. 99 fig. 114; Jordan u. Evermann 1896 p. 582 ; Collett 1896 p. 130; Gilbert [896 p. 402; Lütken 1898 p. 9; Alcock 1899 P- I 4'i '■" Bianco 1902; 1904 p. 20. Neostoma quadrioculatum Vaillant 188S p. 99 Taf. 8 fig. 2. Taf. VI, Fig. 4; Textfig. 32. Infolge der besseren Erhaltung vieler Exemplare ließ sich die von Günther, Alcock u.a. gegebene Beschreibung besonders in bezug auf die Leuchtorgane ergänzen. Die von Goode und Bean (1896 Fig. 114) gegebene Figur ist ungenügend und zum Teil nicht richtig. Ob die von Lütken (1892 p. 280, Taf. 2, Fig. 4, 5) beschriebene Gonostoma microdon aus der Baffins- Bucht mit dieser Art identisch ist, scheint mir sehr zweifelhaft. Denn der After liegt bei C. microdon eine größere Strecke hinter den Bauchflossen als Lütken zeichnet, und vor dem After liegen zwei Leuchtorgane, dagegen hier mir eins. Diese Verhältnisse weisen eher auf C. livida, allerdings zeigen die Zähne auf der Figur wieder eine Anordnung und Größe, welche die Form C. microdon näher stellen lassen als C. livida. Brr 12 — 13 V 6 P 9 — 10 D 13 — 14 A 19 ( 1 rollte Höhe zur Länge des Körpers 1 : S, geringste zur größten Höhe 1 : 2, Kopflänge zur Körperlänge 1 15, Auge zur Kopflänge 1 : 10 — 12, zur Schnauze und zur Breite des Inter- orbitalraums 1 : 2. Iris sehr schmal, Linse groß. Stirn wenig vertieft, jederseits von drei stumpfen Hockern begrenzt, die letzten beiden jeder Reihe einander näher als die ersten zwei. An der 82 Die Tiefseefisclie 83 Symphyse des Unterkiefers ein kurzer, ventrad gerichteter Dorn. Die Brustflosse erreicht nicht die Bauchflosse, diese fast die Analflosse. Die Bauchflossen liegen etwas vor der Körpermitte, Rücken- und Analflosse etwas hinter ihr. Der Aller liegt etwas hinter den Bauchflossen, stets aber diesen naher als der Analflosse, etwas vor oder auf der Körpermitte. Schuppen groß, 4 zwischen Rücken- und Analflosse, aber sehr dünn, nur auf dem Schwan/teil an einer Felderung der Haut erkennbar. Appendices pyloricae 3. Im Zwischenkiefer 8 — 10 wenig ungleiche Zähne oder nur einer oder zwei etwas größer. Im Oberkiefer im ersten Drittel kleinere gerade ge stellte, in den letzten zwei Dritteln nach vorn schräg gerichtete Zähne, die nach hinten an Größe zunehmen, etwa 10 — 12 durch ihre größere Länge auffallend, durch kleinere getrennt. Im Ober- kiefer im ganzen 90 — 100 Zähne. Im Unterkiefer vorn zuerst 3 — 4 kleinere, dann ein größerer Zahn, dann etwa 10 kleinere und ein zweiter größerer Zahn, darauf folgt eine kontinuierliche Reihe von 90 — 100 geraden, an Größe allmählich zunehmenden Zähnen. Auf dem Vomer 4 — 5 nach hinten gekrümmte Zähne in einer Reihe hintereinander, von vorn nach hinten wachsend; auf dem Palatinum 2 — 3, auf dem Pterygoid 4 — 6 Zähne. "N* fc*^ -1/1 Jinrnm h ^>^^^^an^ Fig. 32. Leucht organe: klein, sehr wenig hervortretend. 1. Am Kopf ein orbitales vorn ven- tral am Auge, als schwarzer bleck nur erkennbar, zwischen den Branchiostegalstrahlen 9 — 10, auf dem Kiemendeckel 2 übereinander am Vorderrande des Präoperculums, das dorsale auf der Vertikale des Auges, das ventrale auf der Vertikale des Oberkieferendes. 2) Am Rumpf 2 Längs- reihen. In der ventralen vom Isthmus bis zur Bauchflosse 13, von dieser bis zur Analflosse 5, von ihnen 2 vor dem After, zwischen der Anal- und Schwanzflosse 14 — 15, von diesen 3 — 4 hinter dem Ende der Analflosse. In der lateralen Reihe 7 -j- 1, besonders bei den im Indischen Ocean gefangenen Exemplaren auch 7 -f- 2, das letzte oder die letzten 2 durch einen größeren Abstand von den übrigen getrennt als diese voneinander, das letzte auf der Vertikale des Afters. Präkaudal findet sich eine Drüsenmasse, die aber sehr dünn ist und daher mit unbewaffnetem Auge nicht erkennbar ist. Suprakaudal dehnt sie sich zwischen dem Anfang der Rückenflosse und der Schwanzflosse aus, infrakaudal findet sie sich nur an den kurzen Strahlen der letzteren. Eine ähnliche, nur aus einigen gewundenen Schläuchen bestehende Masse liegt zwischen den beiden Organen auf dem Kiemendeckel. 84 \l GUS1 BB U l R, Färbung: schmutzig braun bis braunschwarz, Bauch schwarz. Zahl der Exemplare: 144. Das größte ist 6 cm, das kleinste sicher bestimmbare 1 cm. Verbreitung 1 ): Arktischer Ocean: Davis-Str., Dänemark-Str., südwestlich von Island (Ingolf). - Mittelmeer: Golf von Neapel (Maja), Bucht von Villafranca (Dr. Woltereck). - Atlan- tischer Ocean: Mittel- und Westatlantischer Ocean: zwischen 40" N.Br. und 40" S.Br. (Challenger, Blake und Albatross). — Ostatlantischer Ocean: zwischen dem Golf von Gascogne und den Kanarischen Inseln (Hirondelle, Talisman), zwischen den Kanarischen Inseln und etwas südlich von Kapstadt an der Westküste Afrikas (Valdivia; Stat. 26, 39, 46, 66, 74, 85, 86, 88, 89, 91 112, 115, 120). Ostküste Südamerikas (Schwedische Südpol-Expedition: 48" 27' S. Br. 42" 36' W.L.; 49° 56' S.Br. 49" 56' W.L.; 52" 39' S. Br. 37° 35' W.L.). -- Antarktischer Ocean: südöstl. von Arn Kerguelen (Challenger: 62" 26' S.Br. 95°44'O.L. und 50" ['S.Br. i23°4 / O.L.), von der Valdivia-Expedition ist im Antarktischen Gebiet kein Exemplar gefangen worden.-- Indischer Ocean: bei Amboina (Challenger); Bucht von Bengalen und bei den Andamanen (Investigator) ; zwischen Neu-Amsterdam und Sumatra (Valdivia; Stat. 169, 172 — 175, 182); zwischen Malediven und Chagos-Inseln (Valdivia: Stat. 220, 221). — Stiller Ocean : nordlich von Neuseeland, südlich von den Sandwich-Inseln, nördlich von Neu-Guinea, südlich von Japan (Challenger): Galapagos-I. bis Berings-Meer (Gilbert). Ein Exemplar wurde mit dem Schließnetz zwischen 1500 — 900 m auf Stat. 120 (südlich von Kapstadt, 42" 17' 7" S.Br. 14" CO. L.) von der Expedition gefangen. Maße: Körperlänge 6 Von der Schnauzenspitze sind entfernt: Größte Körperhöhe 0,75 die Bauchflossen 2,7 Geringste Höhe 0,35 die Rücken- und Analflosse 3,45 Kopflänge 1,2 der After 2,95 Schnauze 0,2 Auge 0,1 Breite der Basis der Rückenflosse 1,25 Interorbitalraum 0,2 der Analflosse 1,85 Cyclothone microdon pallida (A. Brauer). Cyclothone pallida A. Brauer 1902 p. 281. Taf. VI, Fig. 2; Textfig. 33. Diese Form, welche ich in einer vorläufigen Mitteilung als eine besondere Art beschrieben hatte, zeigt in manchen Punkten konstante Abweichungen, aber es kommen Uebergänge vor, und sie sind doch nicht so scharf ausgeprägt, daß eine leichte und scharfe Bestimmung in allen Fällen möglich wäre, besonders jüngere Exemplare lassen sich kaum von C. microdon unter- scheiden, und da ferner sie auf denselben Stationen gefangen ist, so möchte ich sie als eigene Art aufgeben und ihr nur den Wert einer Varietät zuerkennen. Am meisten ist sie durch die Färbung charakterisiert; sie ist keine gleichmäßig braun- schwarze, sondern an der Seite des Rumpfes findet sich ein breiter hellbrauner Streifen, der Kopf und die Basen der Rücken- und Analflosse sind" schwarzbraun gefärbt, sonst finden sich nur schwarze Punkte dicht über den Korper zerstreut, besonders auffallend ist, daß die Partie des Rückens vor der Rückenflosse und ebenso am Bauch die Strecke zwischen der Bauch- und ■| Es muß fraglich erscheinen, ob alle Exemplare, die vom Challenger gesammelt sind, wirklich ('.. microdon zuzurechnen sind, und nicht vielmehr im Material auch andere Arten enthalten sind. 84 Die Tiefseefische. Analflosse unpigmentiert, im Leben wahrscheinlich durchsichtig ist. Andere Abweichungen sind folgende: das Auge liegt bei C. microdon etwas tiefer, die Iris ist schmaler, und das Auge überhaupt etwas kleiner, ebenso sind die Leuchtorgane bei C. microdon etwas kleiner und treten daher weniger hervor. Die Zahl der Zahne im Oberkiefer bei C. microdon pallida etwa 70, sie ist also g-eringrer als bei C. microdon; da aber die Zahl der Zähne mit dem Alter zunimmt, so mag bei größeren Exemplaren, als ich untersucht habe, dieser Unterschied nicht mehr vorhanden sein. In der lateralen Reihe der Leuchtorgane wurden in der Regel 7- — [ — 1 , selten 7 + 2 und selbst 7 + 3 gezählt, letztere Zahlen manchmal nur auf einer Seite des Rumpfes. Die Zahl der Strahlen der Rückenflosse variierte zwischen 1 2 und 1 4, der Analflosse zwischen 1 7 und 1 9. Das Verhältnis der größten Höhe zur Länge des Körpers wechselte zwischen 1 : 7 bis 1 : 8, und das der Kopflänge zur Korperlänge betrug 1 : 4, nicht 1 : 5 wie bei C. microdon. Fig- 33- Fundorte: Atlantischer Ocean : Kap Verde-Inseln (Stat. 39); Golf von Guinea (Stat. 46, 49, 50, 51, 54, 64); Küste Südwest-Afrikas (Stat. 73, 88). - - Indischer Ocean: zwischen Neu- Amsterdam und Sumatra (Stat. 170 — 190); Bucht von Bengalen (Stat. 215), zwischen Ceylon und dem Chagos-Archipel (Stat. 218, 223), zwischen dem Chagos-Archipel und den Seychellen (Stat. 226, 228, 230, 231, 232); zwischen Seychellen und Sansibar (Stat. 235, 237, 238, 240): Küste Nordost-Afrikas (Stat. 255, 268). Ein Exemplar wurde im Indischen Ocean, nördlich von Neu-Amsterdam (Stat. 170: 32 53' 9" S.Br. 83 ° i'6"O.L.) mit dem Schließnetz zwischen 1700 m und 1000 m, nordwestlich von den Chagos-Inseln (Stat. 227: 2 56' 6" S. Br. 67 59' O. L) ein Exemplar mit dem Schließnetz zwischen 800 m und 600 m, 5 Exemplare im Atlantischen Ocean südl. von den Kap Verden (Stat. 42: 6° 48' 5" N.Br. 14" 5 1' 3" IV. L.) mit dem Schließnetz zwischen 550 — 250 m gefangen. Zahl der Exemplare: 503. CyclotJionc acclinidens Garman. Cydothone acclinidens Garman 1890 p. 247 Taf. J fig. 4; Gierse 1904 Taf. 16 fig. 27. Taf. VI, Fig. 1 ; Textfig. 34 a — c. Brr 14 V 6 P 10 D 13 — 14 A 18 — 20. Größte Höhe des Körpers zu seiner Länge 1:7 — 7,3, geringste Höhe zur grollten 1:2, Kopflänge zur Körperlänge 1:4,5 — l : 5> Auge zur Kopflänge 1:9 — 10, zur Schnauze und zur 85 86 August Brauer, Breite des Interorbitalraums 1:1,5. ' r ' s schmal, Linse groß. Stirn wenig vertieft, jederseits begrenzt durch drei niedrige stumpfe Höcker; an der Symphyse des Unterkiefers ein kleiner ventrad gerichteter Dorn. Schuppen groß, cykloid, aber sehr dünn und nur im Schwanzteil deutlicher, 4 — 5 /wischen der Rücken- und Analflosse. Die Brustflosse erreicht nicht die Bauch- flosse, diese nicht che Analflosse. Der After liegt in der Mitte des Körpers und in der Mitte /wischen der Bauch- und Analflosse; die erstere liegt etwas vor der Mitte des Korpers, die Rücken- und Analflosse etwas hinter ihr. Im Zwischenkieler 8 — 10 gerade gestellte, wenig ver- schieden große Zahne. Im Oberkiefer im ersten Drittel gerade gestellte, abwechselnd kleinere und größere, in dvn letzten zwei Dritteln aber bis auf die letzten 2 — 4 alle ganz auffallend schräg nach vorn gerichtet und von vorn nach hinten an Größe zunehmend (Textfig. 34 c). Diese für C. aedinidens sehr charakteristischen schiefen Zähne entwickeln sich zuletzt (Textfig. 34a, b). Tiere von 1,15 cm Länge hatten nur einen ganz schiefen Zahn, solche von 1,3 cm und Fig. 34 a— c. 1,4 cm Länge hatten 3 schiefe, von 2,1 cm Länge 12, von 2,8 cm Länge 18; bei den grollten Exemplaren (4,2 cm Länge) betrug die Zahl der schiefen Zahne 20 — 24. Dagegen veränderte sich die Zahl der geraden Zähne, welche bei dem erwachsenen Tier das erste Drittel des Über- kiefers einnehmen, nicht, denn Tiere von 1,15 cm hatten 35, solche von 4,2 cm Länge 36 und andere von 1,3 — 2,8 cm Länge 33 — 37. Die sehr schiefe Lage der hinteren Zähne unterscheidet die Art von andern derart, daß seihst junge Tiere mit nur einem schiefen Zahn leicht zu be- stimmen sind. Die Bezahnung des Unterkiefers, Vomers, Palatinums und Pterygoids ist ähnlich wie bei andern Arten. Im Unterkiefer vorn 3 kleine, dann ein größerer Fangzahn, 12 kleinere und wieder ein größerer Fangzahn, dann folgt eine kontinuierliche Reihe von etwa 70 Zahnen, die alle gerade gestellt sind und an Größe von vorn nach hinten allmählich zunehmen. Aul tlem Vomer jederseits eine Reihe von 4—5 nach hinten gekrümmten Zähnen, von denen der letzte der grollte ist, auf dem Palatinum eine Gruppe von 4 — '6, auf dem Pterygoid eine solche von 6 — 8. Appendices pyloricae 3. 86 Die Tiefscetische. O- Leuchtorgane klein, i. Am Kopf ein orbitales, vorn ventral am Auge, als schwarzer Fleck nur erkennbar, am Vorderrand des Präoperculums zwei übereinander, das dorsale auf der Höhe des Auges, das ventrale auf der Höhe der Brustflosse, zwischen den Branchiostegalstrahlen 10. 2. Am Rumpf 2 Längsreihen. In der ventralen vom Isthmus bis zur Bauchflosse 13 oder 14, wenn in der lateralen Reihe 8 + 2 Organe vorhanden waren; zwischen der Bauch- und Anal- flosse 4, von ihnen 2 vor und 2 hinter dem After: von der Analflosse bis zur Schwanzflosse 14 — 16, in der Regel 15. In der lateralen Reihe wurden in der Regel 7 -\- 2 Organe gezählt, das erste über der Brustflosse, etwas höher als die folgenden gelegen, die letzten zwei hinter der Vertikale der Bauchflosse und durch einen etwas größeren Abstand von den übrigen getrennt als diese voneinander, das letzte auf der Vertikale des Afters. Vereinzelt (in 3 Fällen) wurden 8 + 2, nur auf einer oder auf beiden Seiten gezählt und in einem Fall 7 + 3. Außer an den schiefen Zähnen ist diese Art sehr leicht zu erkennen an der sehr starken Entwicklung der suprakaudalen, zwischen dem Ende der Basis der Rücken- und der Analflosse sich erstreckenden Drüsenmasse, welche im Spiritus wie ein weißer pilzartiger Ueberzug erscheint: sie ist schon bei jungen Tieren von 1 cm Länge entwickelt. Auch infrakaudal ist diese Masse vorhanden, aber nur im Bereich der kurzen Strahlen der Schwanzflosse, und ferner in Form von einigen gewundenen Strängen auch auf dem Präoperculum zwischen den beiden erwähnten Leuchtorganen. Färb u n g : Bauch schwarz, sonst schmutzig braun, bald heller, bald dunkler. Zahl der Exemplare: 533, größtes 4,2 cm, kleinstes als C. acclinidens erkennbares 1 cm. Fundorte: Stiller Ocean, Westküste Nord- und Central-Amerikas zwischen o" und 37° N.Br. (Albatroß). Atlantischer Ocean: Westküste Afrikas zwischen den Canarischen Inseln und Capstadt (Valdivia, Stat. 26, 32, 39, 41, 43, 44, 46, 49~ 5 1 - 53 — 55, 64—67, 73, 86). Antark- tischer Ocean: etwas östlich von der Bouvet-Insel (Valdivia, Stat. 135: 56" 30' i"S.Br. 14" 29' 2 /y O.L). Indischer Ocean: zwischen Neu-Amsterdam und Sumatra (Valdivia, Stat. 175, 182); Bucht von Bengalen (Stat. 207, 213, 214, 215); zwischen Ceylon und dem Chagos-Archipel (Stat. 217, 21S, 223): zwischen dem Chagos-Archipel und Sansibar, (Stat. 226, 228, 230 — 232, 235— 2 37> 2 39> 2 4°); Nordostküste Afrikas und Golf von Aden (Stat. 256, 261, 268, 271). Von der Valdivia-Expedition ist die Art nur gefangen, wenn die Netze mindestens bis 520 m herabgelassen waren, dagegen erwähnt Garman, daß sie bereits an zwei Stellen in 223 und 245 m Tiefe angetroffen wurde. Maße: Körperlänge 4,1 Länge der größten schiefen Oberkieferzähne 0,1 1 Größte Höhe des Körpers 0,56 Von der Schnauzenspitze sind entfernt: Geringste Höhe 0,25 die Bauchflossen 1,75 Kopflänge 0,9 die Rücken- und Analflosse 2,35 Schnauze o, 1 5 der After 2 Auge 0,1 Breite der Basis der Rückenflosse 0,9 Interorbitalraum 0,15 der Analflosse 1,25 87 88 August Bb m i Cyclothone obscura A. Brauer. Cydothone obscura A. Brauer 1902 p. 280. Taf. VI, Fig. 3: Textfig. 35. Brr 13 P 9 — 10 Y 6 D 13 — 15 A 17 — 19. Größte Höhe des Körpers zu seiner Länge 1 : 6,6 bis 1 : 7,6, Kopflänge zur Körperlänge 1 : 4,2, Auge zur Kopflänge 1 : 15 — 20. Das Auge ist sehr klein, die Iris sehr sehmal, die Linse groß; die Schnauze ist 3— 4 mal länger als das Auge. Die Stirn etwas vertieft, seitlich von drei niedrigen stumpfen Höckern begrenzt, von denen der vorderste das Auge dachartig überwölbt. Im Zwischenkiefer etwa 14 ungleich große Zähne, im Oberkiefer vorn ein größerer, dann folgen im ersten Drittel etwa 47 ziemlich gleich große, gerade gestellte Zähne, vom Anfang 'des zweiten Drittels sind sie schräg nach vorn gerichtet und nehmen an Große allmählich zu, ihre Zahl beträgt 61, unter ihnen in ziemlich regelmäßigen Abständen etwa 12 größere Zähne: die letzten sind wieder ge rade gestellt. Im Unterkiefer vorn zunächst etwa 15 Zähne, von denen der dritte und letzte größer sind, dann folgt eine kontinuierliche Reihe von 77 — 79 Zähnen, die an Größe allmählich von vorn nach hinten zunehmen. Auf dem Vomer eine Reihe von 5 Zähnen, von denen der letzte ^UvvVlVVVVV^l^^A ^hW^^WNWV\NV\M\^h , ^i\ ^ i\/W\At^ Fig. 35- der größte ist, auf dem Palatinum 3 — 5. Schuppen groß, aber sehr dünn, nur im Schwanzteil deutlich, 5 — 6 zwischen der Rücken- und Analflosse. Appendices pyloricae 3. Die Brustflosse erreicht nicht die Bauchflosse, diese nicht die Analflosse. Der After liegt etwas vor der Mitte des Körpers, in der Mitte zwischen der Bauch- und Analflosse. Rücken- und Analflosse hinter der Korpermitte, auf gleicher Yertikale. Leuchtorgane fehlen am Rumpf und am Kopf, mir zwischen den Branchiostegal- strahlen sind einige als sehr kleine schwarze Punkte vorhanden, aber auch rudimentär entwickelt. Keine Drüsenmasse präkaudal und auf dem Kiemendeckel. Färbung: braunschwarz bis schwarz. Zahl der Exemplare: 36, größtes 5,8 cm, kleinstes 1,2. Dieses zeigte in bezug auf die Leuchtorgane keine Unterschiede von den älteren Exemplaren. Fundorte: Atlantischer Ocean : Westküste Afrikas zwischen Cap Verden und Capstadt (Stat 39, 43, 44, 49, 50, 53, 54, 65, 89). Indischer Ocean : zwischen Cocos-Inseln und Sumatra (Stat. 182, 183); Bucht von Bengalen (Stat. 2 1 4, 215): zwischen Ceylon und dem Chagos-Archipel 88 Die Tiefseefische. 8 9 (Stat. 217, 218, 223): zwischen dem Chagos-Archipel und den Seychellen (Stat. 226, 228, 230, 237) und südlich von Sokotra (Stat. 268). Maße: Körperlänge 5,5 Von der Schnauzenspitze sind entfernt: Größte Körperhöhe 0,75 die Bauchflossen 2,4 Geringste Höhe 0,425 die Rücken- und Analflosse 2,9 Kopflänge 1,3 der After 2,65 Schnauze 0,2 Breite der Basis der Rückenflosse 1,25 Auge 0,05 der Analflosse 1,65 Inten irbitalraum 0,2 Außer den bestimmbaren Exemplaren sind von der Gattung Cyclothone noch über hundert gefangen worden, welche wegen zu starker Verletzung, und 64, welche wegen ihrer Jugend eine Bestimmung nicht zuließen. Die Stationen sind dieselben wie für die besprochenen Arten, er- wähnenswert ist nur, daß auch im Antarktischen Ocean auf Stat. 136 und 139 ein junges Tier und einige alten.' Exemplare erbeutet wurden. Vielleicht gehören sie C. aceänidens an, da diese Art allein in derselben Gegend gefunden wurde. Die jungen Tiere von 0,4 cm Länge bis 0,9 cm sind als Cyclothone an der Gestaltung des Maules und der Lage der Rücken- und Anal- flosse leicht erkennbar, sie sind schlanker als erwachsene Tiere. Die ersten Anlagen von Leucht- organen wurden bei 0,8 cm langen Tieren bemerkt, und zwar treten zuerst die Organe der ventralen Reihe und dann der lateralen Reihe auf und zwar von vorn nach hinten. Da Exem- plare von 0,9 — 1 cm bereits alle Organe angelegt zeigten, so muß ihre Entwicklung sehr rasch vor sich gehen. Diplophos Günther. Diplophos Günther 1S73 p. 101 ; [889 p. 32; Goode u. Bean 1896 p. 104. Diplophos taenia Günther. Diplophos taenia Günther 1873 p. 104; 1 SSq p. 32 Taf. 4 fig. c; Lütken 1S112 p. 278 Taf. 2 fig. 1 — 3; Goode u. Bean i8q6 p. 104 (die für D. taenia gegebene fig. 126 stellt aber />. paeificus Günth. dar). Textfig. 36. Brr 15—16 P 8 V 8 D n A 61 Latl. 91. Größte Höhe zur Länge des Körpers 1 : 10, geringste Höhe zur größten 1 : 3, Kopflänge zur Korperlänge 1 : 5,9, Auge zur Kopflänge 1 : 5, zur Schnauze 1:15, zur Breite des Interorbital- raums 1 : 1. Die Schnauze ist spitz: das Stil (orbitale bedeckt einen Teil der Wange, die Maulspalte reicht fast eine Augenbreite über das Auge hinaus. Der Oberkiefer ist hinten verbreitert, der Unter- kiefer springt etwas vor. Die Kiemenöffnung ist weit, Pseudobranchie vorhanden; Reusenstrahlen lang. Im Zwischen-, Ober- und Unterkiefer eine große Zahl gröberer gerader Zähne, getrennt durch kleinere: auf dem Vomer 2 — 3 Zähne, auf dem Palatinum eine Längsreihe von 5 — 6. Die Brustflosse liegt niedrig, ist schmal und reicht kaum bis zur Hälfte der Entfernung zwischen der Brust- und Bauchflosse. Die Bauchflosse liegt etwas hinter dem ersten Körperdrittel, vor der Mitte und reicht nicht bis zum After. Die Rückenflosse beginnt etwas vor der Körpermitte 89 Deutsche Tiefsee-Expedilion 1898 -1899. Bd. XV, I2 90 Ai gi i Brauer. und endet über dem dritten oder vierten Strahl der Analflosse; sie ist kurz. Die lange Anal- flosse beginnt gleich hinter der Körpermitte und endet kurz vor den kurzen Strahlen der Schwanzflosse. Diese ist wahrscheinlich gegabelt. Eine Fettflosse fehlt. Schuppen cykloid, 7 in der Querreihe zwischen der Rücken- und Analflosse. After kurz vor der Analflosse, fast au! der Körpermitte. Leuchtorgane: 1. Am Kopf ein orbitales Organ, als schwarzer Fleck vorn ventral am Auge erkennbar, unter dem Suborbitale gelegen, 3 Organe auf dem Kiemendeckel, von ihnen 2 übereinander am Vorderrande des Präoperculums, das dorsale auf der Hohe der Mitte des Auges, das ventrale auf der Hohe des Kieferwinkels, und das dritte hinter dem letzten und etwas hoher auf dem Suboperculum ; 15 — 16 zwischen den Branchiostegalstrahlen, das zwölfte kleiner und tue letzten drei durch einen größeren Zwischenraum von den übrigen getrennt als diese voneinander und kleiner: 1 Paar jederseits an der Symphyse des Unterkiefers; 1 Organ auf dem Anfang des zweiten 1 »ritteis des Unterkiefers; 3 etwas kleinere auf dem Ende des Oberkiefers, 6 am ventralen Rande des Suborbitale und eine Reihe von etwa 13 aui dem Unterkieler, von einer dünnen Knochenlamelle bedeckt. 2. Am Rumpf: a) größere Organe: drei Längsreihen, eine ventrale vom Isthmus Ins zur Schwanzflosse, eine \ entrolaterale Reihe, welche Fig. 36- etwas dorsal der Brustflosse an- der Kiemenöffnung beginnt und etwas hinter der Vertikale der Mitte der Analflosse endet, und eine dorso-laterale Reihe, die in der Hohe der Seitenlinie ver- läuft. In der ventralen Reihe sind 107 Organe vorhanden und zwar vom Anfang des Isthmus bis zur Brustflosse 17, von dieser bis zur Bauchflosse 27, von der Bauchflosse bis zur Analflosse 16, das erste zwischen den Bauchflossen, die beiderseitigen liegen etwas enger zusammen als die folgenden, das vorletzte neben dem After: entlang der Analflosse bis fast zu ihrem Ende 43 und dann noch 2 an den kurzen Strahlen der Schwanzflosse, durch eine größere Lücke von den vorhergehenden Organen getrennt. Die ventro-laterale Reihe enthält 70, von der Kiemenöffnung bis zur Vertikale der Bauchflosse 27, von hier bis zur Vertikale des Anfangs der Anal flösse 15 und von hier bis zum Ende, das etwa auf der Vertikale der Mitte der Analflosse liegt, 28. Die Organe der dorso-lateralen Reihe sind etwas kleiner, ihre Zahl beträgt 91 und dann folgen durch einen größeren Abstand getrennt, auf der Schwanzflosse 2, von denen das letzte bedeutend größer als das erste ist. b) Kleinere Organe : 2 vor der Basis der Brustflosse, das zweite etwas -roller als das erste: zwischen der ventralen und ventrolateralen Reihe eine Längsreihe, die bis zum Ende der letzteren reicht: zwischen der ventro- und dorsolateralen Reihe 3 Längsreihen, von welchem die am meisten ventral liegende etwas größere Organe als die andern hat und last bis zum Ende der ventrolateralen Reihe reicht, die mittlere besteht nur aus 3 Organen, welche unter den ersten drei Schuppen hinter der Kiemenöffnung liegen, die dritte am meisten dorsal 90 Die Tiefseefischf. .-. , liegende erstreckt sich bis etwas über die Vertikale der Bauchflosse, endlich dorsal von der dorso-lateralen Reihe noch 2 Längsreihen kleiner Organe, von denen die eine, ventrale, etwa bis zur Vertikale der Mitte der Analflosse zu verfolgen ist, die andern bis etwas über die Rücken- flosse hinaus. Färbung: hellbräunlich, etwas glänzend. Ein kleineres 3,5 cm langes Exemplar aus dem Indischen Ocean stimmte in i\rn meisten Punkten mit dem soeben beschriebenen von 5,9 cm Länge aus dem Atlantischen Ocean überein, nur folgende Verschiedenheiten sind vorhanden: größte Höhe zur Länge des Korpers 1 : 14, Auge zur Kopflänge 1:6, zur Schnauze 1 : 2, die Analflosse hat 55 — 57 Strahlen, die Zahl der Leuchtorgane längs der Analflosse beträgt 45, in der ventro-lateralen Reihe 6S, in der dorso- lateralen 93. Die Unterschiede in den Maßen dürften ihre Erklärung in dem geringen Alter finden, da auch Lütken bei einem Exemplar von 4,1 cm Länge als das Verhältnis der Höhe zur Körperlänge 1:14, bei einem 8,5 cm langen dagegen [ : 12 feststellte. Ebenso dürfte sich die abweichende Angabe Günthers 1:16 erklären, denn sein Exemplar war nur 3,7 cm lang Die andern genannten Unterschiede können als Variationen aufgefaßt werden. Die für das größere Exemplar von mir gegebene Beschreibung weicht von der Günthers und Lütken's hauptsächlich nur darin ab, daß sie die Zahl der Strahlen der Rückenflosse auf 8 und 9 angeben, während die beiden V a 1 d i v i a -Exemplare 11 haben. Für die Analflosse gibt Günther ca. 43 an und ebenso Lütken für sein kleineres Exemplar, doch dürfte diese Ab- weichung keine größere Bedeutung haben, da Lütken für das größere Exemplar die bestimmte Angabe macht, daß die Analflosse 60 Strahlen wie bei den Va ld i via -Exemplaren besitzt. Die Kopflänge scheint mit dem Alter im Verhältnis zur Körperlänge etwas geringer zu werden, da Lütken für sein kleineres Exemplar 1 : 6,3, für sein größeres 1 : 7 angibt. Nach Günther und Lütken soll weiter noch die Rückenflosse über dem ersten Strahl der Analflosse enden, bei den Valdi via-Excmplaren endet sie dagegen über dem dritten oder vierten Strahl. Daß trotz dieser Abweichungen die von mir beschriebenen Exemplare mit D. taenia zu identifizieren sind, schließe ich besonders aus der außerordentlichen Uebereinstimmung, welche in Bezug auf die Zahl der Leuchtorgane zwischen den Exemplaren Lütken's und der Valdi via besteht, wie es die folgende Uebersicht zeigt. Günther hat genauere Zahlen nicht angegeben. Ventro-laterale 1 )< irso-laterale Ventrale Reihe Reihe Reihe 90 93 91 Vorkommen: Atlantischer Ocean, mittlerer Teil (Günther: 2 2 X. Br. 3o°W.L.; Lütken: io° N.Br. 25° W.L., io° S. Br. 12 W.L.); Westküste Afrikas (Valdivia, Stat. 44: 5 5' 3" N.Br. 1 3" 2 l' S" W.L. V. 3070); südlicher Teil (Günther: 30" S.Br. 24 W.L.). Indischer Ocean: zwischen Seychellen und Sansibar (Valdivia, Stat. 237: 4" 45' S.Br. 48" 58' 6" O. L. V. 2000 m, Boden- tiefe 5071 m). 9i I— P P— V V— A A— C Summe Li "i -ken's- Exemplare 4,1 cm 2 1 28 16 43 + 2 1 10 72 n » 8,5 „ [8 26 '7 47 + 2 1 10 ca. 68 Valdivia- „ 3,5 » •7 27 16 45 + 2 107 68 j) j) 5,9 ,, 17 27 16 43 + 2 106 70 92 \i i ' i Bb m l B Maße des größeren Exemplars: Körperlänge 5,9 Größte Körperhöhe 0,6 Geringste Höhe 0,2 Kopflänge 1 Schnauze 0,3 Auge 0,2 Interorbitalraum 0,2 Von der Schnauzenspitze sind entfernt: die Bauchflossen 2,25 die Rückenflosse 2,8 die Analflosse 3 der After 2,9 Breite der Basis der Rückenflosse 0,28 der Analflosse 2,65 Photichthys H utton. Phosichthys Hutton : p. 55. ') Photichthys Günther 1 SS 7 ]>. 177; Goode u. Bean jN. 577; Goode 11. Bean 1896 p. 513. Uebersicht über die Arten. 1. Die Rückenflosse endet vor der Vertikale des Anfangs der Analflosse, D 10 / '. attenuata (Cocco) (Syn. Maurolicus attenuatus Cocco Maurolicus Poweriae Cocco). 2. Die Rückenflosse endet hinter der Vertikale des Anfangs der Analflosse, D 13 — 14 V. lucetia (Garman) (Syn. Maurolicus lucetius Garman). 96 Die Tiefseefische. 97 Vinciguerria lucetia (Garman). Maurolicus lucetius Garman 1S99 p. 242 Tai'. I fig. 2. Textfig. 40. Die 37 Exemplare, welche von der Expedition von dieser Art im Atlantischen und In- dischen Ocean gefangen wurden, sind leider alle nur klein, zwischen 1,2 und 1.76 cm lang, sie zeigen aber im wesentlichen dieselben Verhältnisse, wie sie von Garman für altere Tiere ange- geben sind, und auch die aus dem Indischen Ocean stammenden sind in keinem Punkte von solchen aus dem Atlantischen Ocean verschieden. Brr 1 1 P 8—9 V 7 D 13—14 A 14 — 15 Größte Höhe des Korpers zu seiner Länge 1 : 5 bis 1 : S (je nach dem Alter schwankend, bei den größten meist 1:6), geringste zur größten Höhe des Korpers 1:2,2, Kopflänge zur Lange 1:3,2 — 4,2 (bei den grollten Exemplaren meist 1:3,51, A.uge zur Kopflänge 1:3,3, zur Schnauze 1 : 1, Breite des Interorbitalraums zum Auge fast 1:2. Das Auge ist oval, der ver- tikale Durchmesser etwas langer als der horizontale. Bei einigen ist der ventrale Iristeil be- deutend breiter als der dorsale, die Linse dorsad etwas verschoben, der Interorbitalraum schmal. Fig. 40. die Augen sehen mehr dorsad als laterad. Der Oberkiefer ist ventrad gekrümmt, hinten ver- breitert und reicht etwas über den hintern Augenrand hinaus. Die Zähne in den Kiefern stehen in einer Reihe, sind gerade, von ungleicher Große, von vorn nach hinten nimmt ihre Länge etwas zu. Auf dem Palatinum eine Reihe von 4 — 5 Zähnen. Nasenlöcher etwas näher der Schnauze als dem Auge. Der Unterkiefer springt etwas vor. Die Brustflosse liegt tief, vor der Vertikale des hintern Randes der Kiemenöffnung, sie erreicht nicht die Bauchflosse. Diese liegt vor der Mitte des Korpers und vor der Rückenflosse, reicht nicht bis zur Analflosse. Die Rückenflosse beginnt auf der Korpermitte oder sehr wenig vor derselben und erstreckt sich über die Vertikale des Anfangs der Analflosse hinaus, etwa bis zur Vertikale ihres achten Strahls. Die Analflosse beginnt am Anfang des letzten Körperdrittels. Die Fettflosse ist kurz und liegt kurz hinter der Vertikale des Endes der Analflosse. Die Schwanzflosse ist gegabelt. Der After liegt kurz vor der Analflosse. Schuppen dünn, cykloid. Magen mit Blindsack, 4 kurze Appendices pyloricae. Leuchtorgane: 1. am Kopf: zwei Organe suborbital gelegen, das eine (= das orbi- tale) ist vorn ventral am Auge gelegen, nur als schwarzer Fleck erscheinend, das andere ist ventral am hintern Augenrande gelegen und wie die übrigen erscheinend, drei Organe auf dem Kiemendeckel, von ihnen zwei am Vorderrande des Präoperculums übereinander, das dorsale 97 Üeutsuhe Tiefsee-Expedition 1898—1899. Bd. XV. '3 o August Brauer, auf der Hohe der Mitte des Auges, das ventrale etwas höher gelegen als der dorsale Rand des Oberkiefers, das dritte hinter dem /weilen und etwas höher auf dem Operculum: ein Organ jederseits an der Symphyse des Unterkielers: zwischen den Branchiostegalstrahlen 8, bei einem Exemplar 9; 2. am Rumpf: zwei Längsreihen. In der ventralen 41 — 46 und /war vom An- fang des Isthmus bis zur Bauchflosse in einer kontinuierlichen Reihe 21 — 23 (bei 6 Individuen 21, bei 9 Ind. 22, bei (8 Ind. 231, zwischen der Bauch- und Analflosse 8 — 10 (8 bei 4, 9 bei 9, 10 bei 20 Exemplaren), von der Analflosse bis zur Schwanzflosse 12—13, von ihnen 6 7 hinter dem Ende i\<-r Basis der Analflosse. In der lateralen Reihe 16—21 und /war von der Kiemen- öffnung bis zur Vertikale der Bauchflosse i( — 13 (12 und 13 am häufigsten), von hier bis last zur Vertikale des Anfangs der Analflosse' 5 — 9 (7 — S am häufigsten). Garmax gibt die Zahl der Organe der lateralen Reihe, tue hinter der Bauchflosse ge le^en sind, auf 1 1 an. Es ist wahrscheinlich, daß mit zunehmendem Alter auch die Zahl dieser Organe noch um einige sieh vermehren wird, da die laterale Reihe wahrscheinlich bis zur Ver tikale des Anfangs der Analflosse reichen wird, was bei keinem der von mir untersuchten Exem- plare der Fall ist. Darauf weist auch hin, daß die letzten Organe kleiner sind als die vorher- gehenden und bei den Exemplaren, die die niedrigen Zahlen aufweisen, sogar noch unpigmentiert. Bei erwachsenen Tieren dürften die Schwankungen in der Zahl der Leuchtorgane geringer sein. Die jüngeren Exemplare sind schlanker als altere, auf einigen Stadien sogar länger. So zeigten z. 15. einige von 1,4 — 1,6 cm Länge noch keine Pigmentierung und die Leuchtorgane waren weniger entwickelt als bei 1,3 cm langen Exemplaren. Von den Leuchtorganen scheint das dorsale präoperculäre am spätesten sich anzulegen, und weiter die letzten der lateralen Reihe. Färbung: Ein schwarzer bleck auf dem Schwan/ende, schwarze kurze Ouerstreifen am Rücken jederseits, zwei kleine schwarze Flecken seitlich am Gehirn, sonst silberglänzend. Vorkommen: Stiller Ocean, Westküste Mexikos und Central -Amerikas (Albatroll). Atlantischer Ocean: Golf von Guinea (Valdivia, Stat. 44, 49, 54, 64, 66). Indischer Ocean: Zwischen Neu-Amsterdam und Sumatra (Valdivia, Stat. 160, 172, 190): Bucht von Bengalen, (Stat. 207, 215): zwischen , Ceylon und dem Chagos-Archipel (Stat. 217, 2 1 S, 223): /wischen dem Chagos- Archipel und Sansibar (Stat. 226, 228, 231, 235). Maße des größten Exemplars: Körperlänge 1,76 Von der Schnauzenspitze sind entfernt: Größte Körperhöhe 0,35 die Bauchflossen 0,8 Geringste Höhe 0,16 die Ruckenflosse 0,95 Kopflänge 0,5 Schnauze 0,14 die Analflosse 1,15 Horizontaler Durchmesser des Auges 0,15 Breite der Basis der Rückenflosse 0,3 Vertikaler Durchmesser 0,16 der Analflosse 0,3 Interorbitalraum o,oS Triftlofihos A. Brauer. Triplophos A. Brauer 1902 p. 2S2. Korper sehr lang gestreckt, Rumpf und Kopf seitlich stark abgeplattet. Schuppen cykloid, groß. Schnauze kurz, abgestutzt: Unterkiefer vorspringend. Auf den Kielern größere gerade 98 Die Tiefseefische. 99 Zähne, durch kleine voneinander getrennt. Vomer und Palatinum zahnlos. Auge mäßig groß, rund. Brustflosse sehr niedrig, Rücken- flosse im ersten Körperdrittel, kurz, ganz vor der Anal flösse, etwas hinter den Bauchflossen. Analflosse sehr lang; keine Fettflosse. Mehr als zwei Längsreihen von Leuchtorganen am Rumpf. Keine Pseudobranchie. Triftlophos elongatum A. Brauer. Triplophos elongatus A. Brauer 1902 p. 282. Tal'. VII, Fig. 4; Textfig. 41. I irr 17 P 10 V 6 D 10 A 57 Lattl. 60. Größte Höhe des Körpers (an der Schulter) zu seiner Länge 1 : 8, geringste zur größten Höhe des Körpers 1 : 6,2, Kopflänge zur Korperlänge 1 : 6,9, Auge zur Kopflänge 1 : 6, zur Breite des Inter- orbitalraums 1 : 1,1, Schnauze zum Auge 1 : 1,75, Breite des Körpers zu seiner größten Höhe 1 : 2,6, zu seiner Länge 1 : 20,5. Die kurze Schnauze steil abfallend, der Körper erreicht am Anfang der Rücken- flosse seinen höchsten Punkt und fällt dann kaudad allmählich ab. Nasenlöcher nahe' dem Auge. Das Auge rund, Wange nackt. Die Maulspalte ist groß, etwas schräg gestellt, reicht fast bis zum Vorder- rand des Präoperculums. Der Unterkiefer springt etwas vor. Zwischen- kiefer kurz. Im Ober- und Unterkiefer je 13 — 15 weit gesetzte, spitze, gerade, größere Zähne in einer Reihe, durch kleinere Zähne von- einander getrennt. Vomer, Palatinum und Zunge zahnlos. Kiemen- öffnung weit, Kiemendeckel nicht vereinigt, vier Kiemen, keine Pseudobranchie, lange Reusenstrahlen. Die Brustflosse liegt tief, er- reicht nicht die Bauchflosse. Die Bauchflosse und Rückenflosse im ersten Körperdrittel, die erstere etwas vor der letzteren; diese kurz, endet noch vor der Vertikale der Anal flösse, welche am Anfang des zweiten Körperdrittels beginnt und fast bis zur Schwanzflosse reicht. Schwanzflosse kurz, gegabelt. Schuppen groß, cykloid, aul der Vertikale der Rückenflosse 6 in einer ( hierreihe. After kurz vor der Analflosse. Leucht organe: 1. Am Kopf: ein orbitales, fast in der Mitte am ventralen Augenrande, nur als schwarzer Fleck erkennbar, ein Organ auf dem Operculum auf der gleichen Höhe wie der dor- sale Rand des Oberkiefers: zwischen den Branchiostegalstrahlen 13, am Oberkieferrande 8 kleinere. 2. Am Rumpf: jederseits in einer ventralen und 3 lateralen Längsreihen. Die ventrale Reihe beginnt am Anfang des Isthmus und reicht bis zur Schwanzflosse; sie enthält 76 Organe und zwar vom Anfang des Isthmus bis zur Brustflosse 17 99 13' T Augus'i Brauer, (gegen letztere divergieren die beiderseitigen Reihen etwas), von der Brustflosse bis zur Bauch- flosse 13, von dieser bis zur Anal flösse 5, und von hier bis zur Schwanzflosse 41. Die lateralen Reihen besinnen an der Kiemenöffnune dorsal von der Brustflosse. Die unterste verläuft unter der Schuppenreihc, welche dorsal der ventralen Reihe zunächst anliegt; sie enthält 55 Organe und /war von der Kiemenöffnung bis zur Vertikale der Bauchflosse 9, dann (etwas höher gelegen) bis fast zum Ende der Analflosse 46. Die nächst höhere mittlere laterale Reihe reicht nur bis zur Vertikale der Bauchflosse und enthält 9 und ein kleineres. Die dorsal dann folgende dritte Reihe erstreckt sich von der Kiemenöffnung bis zur Vertikale des 38. Strahles der Analflosse und enthält 43 kleinere Organe. Außerdem findet sich auch unter den übrigen Schuppen je ein kleines, nur als ein schwarzer Punkt erscheinendes Organ. Färbung: dunkelbraun: Schuppen etwas bläulich bis violett schillernd: Auge blau: Flossen ziemlich durchsichtig: Strahlen etwas dunkler. Fundort: Indischer Ocean, südlich von Ceylon (Stat. 217: 4 56' N.B. 78" i 5 y 3" O.L. V. 2000 m, Bodentiefe 4454 m). Maße: Korperlänge 14,4 Interorbitalraum 0,4 Größte Höhe 1,85 Von der Schnauzenspitze sind entfernt: Geringste Höhe 0,3 die Bauchflossen 3,7 Größte Körperbreite 0,7 die Rückenflosse 4 die Analflosse 4,8 Kopflänge 2,1 Breite der Basis der Rückenflosse 0,8 Schnauze 0,2 Auge 0,35 der Analflosse 9,2 Valenciennellus Jordan u. Evermann. Valenciennellus Jordan u. Kvermann 1896 p. 577; Goode u. Bean 1896 p. 513. fl 'alenciennellus stellatus Garm. Valenciennellus stellatus Garhan 18911 p. 239. Textfig. 42. Im Atlantischen Ocean (Golf von Guinea) und im Indischen Ocean sind 12 junge Exemplare der Gattung Valenciennellus gefangen worden. Leider waren die meisten Leucht- organe noch nicht entwickelt, und deshalb war eine sichere Bestimmung der Art nicht möglich. Wenn die Figur Lütken's (1892, Taf. 1, fig. 6) von V. tripunetulatus (Esm.) richtig die Rücken- flosse wiedergibt, dann können jene Exemplare nicht diese Art sein, sondern sind wahrscheinlich V. stellatus Garman. Aber man muß Bedenken gegen die Figur haben, weil die Rückenflosse von V. tripunetulatus nur 9 — 10 Strahlen haben und trotzdem nach der Figur sich fast über die ganze Analflosse ausdehnen soll, während bei V. stellatus die Rückenflosse mit 12 Strahlen be- deutend schmäler ist, und weil weiter die Figur Lütken's etwa 16 — 17 Strahlen in der blosse zeigt. Bei dem größten, 1,5 cm langen Exemplar, das leider stark beschädigt war, ist das Ver- hältnis der grollten Höhe zur Länge des Körpers 1:3,7, der Kopflänge zur Körperlänge auch 1 : 3,7, aber die hintere Grenze des Kopfes war nicht genau zu bestimmen. Das Auge ist '/j der Kopflänge breit, es war oval gestaltet. Die Schnauze ist etwas breiter als das Auge. Die Bauch- 100 Die Tiefseefische. TOI flössen liegen vor der Korpermitte, die Analflosse etwas hinter derselben, die Rückenflosse ein wenig hinter der Vertikale des Anfangs der Analflosse, wie es Für diese Gattung charakteristisch ist. Von den Leuchtorganen waren vorhanden: Am Kopf ein orbitales, das vorn ventral am Auge liegt, ein Organ ventral auf dem Präoperculum, an der Symphyse des Unterkiefers eine kleine Gruppe von drei Organen, auf der Kiemendeckelhaut eine solche von fünf, am Isthmus eine solche von 4, lerner in der ventralen Reihe des Rumpfes zwei Organe vor der Brustflosse, von denen das vordere noch unpigmentiert war, zwischen der Brust- und Bauchflosse eine Gruppe von der acht Organe nur erhalten waren, und weiter neben dem vordem Teil der Analflosse eine Gruppe von drei kleinen Organen. Die .Strahlenzahl der Flossen war nicht genau bestimmbar: die Fettflosse über dem hintern Teil der Analflosse. Die andern Exemplare * Bft ^^ Sx^~ Fig. 42. waren kleiner, 0,6 — 1 cm, aber besser erhalten: die Rückenflosse hatte 7 — 10, soweit sich die Zahl bestimmen ließ, die Analflosse 20 — 23. Von den Leuchtorganen war bei einem 0,8 cm langen Exemplar nur ein Organ der branchiostegalen Gruppe sichtbar, bei einem andern fast gleich langen auch 8 Organe der Gruppe zwischen der Brust- und Bauchflosse, bei einem 0,97 cm langen Exemplar waren 5 Organe der branchiostegalen Gruppe und 1 o Organe der zweiten Gruppe erkennbar (Textf ig. 42) und bei einem 1 cm langen hatte sich die Zahl in der letzteren auf 14 er- höht und zwischen der Brust- und Bauchflosse war eine Gruppe von 4 Organen neu aufgetreten. Fundorte: Atlantischer Ocean (Golf von Guinea, Stat. 66: 3 55' S.Br. 7" 48' 5" O.L.). Indischer Ocean: Bucht von Bengalen (Stat. 215): zwischen Ceylon und Chagos-Inseln (Stat. 217, 218): östlich und westlich der Seychellen (Stat. 228, 235). v Xrgyroftelecus Cocco. Agyropelecus Cocco 1829 p. 146; Cuvier u. Valenciennes 184g V. 22 p. 292; Günther 1S59 — 70 V. 5 p. 384; 1887 p. 167; Moreau 1881 V. 3 p. 49S; Jordan 1887 p.833; Luxjeborg 1891 V. 3 p. 2 ; Carus 1880—93 p. 568; Smitt 1893—95 v - 2 P- 9245 Goode u. Bean 1896 p. 125; Jordan u. Evermann 1896 p. 603 ; Alcock 1899 p. 135. Pleurothyris Lowe 1843 — 60 p. 64. Da im Material der Expedition drei Arten dieser Gattung, A. hemigymnus, Olfersi und affinis, auf verschiedenen Altersstadien vorhanden waren, und ich außerdem durch die Freundlichkeit von Herrn Prof. Collett A. Olfersi von der norwegischen Küste und A. aculeatus und von der Zoologischen Station in Neapel A. hemigymnus aus dem Mittelmeer erhielt, so fehlten mir von allen bisher beschriebenen Arten nur die wahrscheinlich mit A. hemigymnus identische Art A. d'Urvilli, die von Garman neu beschriebenen Arten A. lychnus und caninus, von denen die erstere aber meiner Ansicht nach sehr wahrscheinlich mit .7. Olfersi identisch ist, und die 1905 von 101 jqt An ;rsr Brauer, Gilbert beschriebene, A. hemigymnus sehr nahestehende Art A. Heathi; es war mir deshalb möglich eine Revision der Gattung vorzunehmen, und wenn auch die Beschreibung zumeist mit dm bereits von andern gegebenen übereinstimmt, so glaube ich doch im Interesse späterer Unter- sucher, sie ausführlich wiedergeben und durch Skizzen erläutern zu sollen, zumal die verschiedenen Autoren zumeist nur auf die früheren zum Teil wenig ausführlichen hinweisen und für diese oder jene Art Ergänzungen geben, aber eine zusammenhängende Uebersicht aller Arten fehlt. Auch zwingt mich dazu das genauere Studium der Leuchtorgane und ihrer Anlage bei jüngeren Tieren. Alle Argyropelems- Arten stimmen in folgenden Punkten überein: i. Die Zahl der Branchio- stegalstrahlen beträgt 9; 2. das Auge ist ein Teleskopauge,') beide Augen liegen eng neben- einander; 3. in der Mitte zwischen der Rücken- und Schwanzflosse liegt eine breite, wenn auch niedrige Fettflosse; 4. die Rückenflosse beginnt vor der Analflosse, ihr vorderer aus 7 — 9 Strahlen gebildeter Teil ist zu einem blattartigen, gezähnten Kamm umgewandelt; 5. die Analflosse er- scheint nahe der Mitte geteilt, indem hier zwischen den Strahlen eine größere Lücke vorhanden ist: 6. lange, niedrig gelegene Brustflosse: 7. an der Schulter, ventral am Vorderrande des Prä- operculums und am Hinterende des Isthmus je ein Dorn: 8. auf den Kiefern in einer Reihe kleine Zähne, Vomer zahnlos; 9. weite Kiemenspalte, Kiemendecke] nicht verwachsen, vier Kiemen, Pseudobranchie vorhanden: 10. Maulspalte fast vertikal gestellt: 11. jederseits 50 Leuchtorgane: a) am Kopf: ein orbitales Organ auf der Hohe der Mitte des vordem Augenrandes, ein Organ suborbital auf der Höhe des hintern Endes des Oberkiefers, etwas vor dem Vorderrande des Präoperculums, zwei Organe auf dem Präoperculum, das eine dorsal, etwas unter der Höhe des ventralen Augenrandes, das andere ventral, nahe dem präopercularen Dorn, eine Gruppe von 6 Branchiostegalorganen; b) am Rumpf: zwei Längsreihen, in einer ventralen eine Gruppe von 6 Isthmusorganen, dann eine Gruppe von 12 Organen, die etwas vor der Vertikale der Brustflosse beginnt und kurz vor der Bauchflosse endet (die beiderseitigen Gruppen sind miteinander ver- einigt), 2 ) zwischen der Bauch- und Schwanzflosse 14: in einer lateralen Reihe eine Gruppe von zwei Organen dorsal von der Basis der Brustflosse, dann 6 einzelne Organe, etwas tiefer gelegen. Zur Unterscheidung der Arten kommen besonders folgende Punkte in Betracht: 1. Gestalt des Körpers, indem der Vorderkörper (bis zur Vertikale der Bauchflossen) scharf vom llinterkörper abgesetzt ist, so dal! er beilföfmig erscheint, oder wenig schar! abgesetzt ist und, damit zusammenhangend, das verschiedene Verhältnis der groliten Höhe des Vorderkörpers zur Länge des Hinterkörpers (doch nur verwertbar bei ausgewachsenen Tieren, da jüngere in diesen Punkten sich anders verhalten). 2. Die Anordnung der Leuchtorgane zwischen der Bauch- und Schwanzflosse, indem sie entweder in drei scharf begrenzten, voneinander durch grillieren Abstand getrennten Gruppen angeordnet sind, oder sie eine mehr kontinuierliche Reihe bilden. 3. Die verschiedene Zahl der Strahlen der Analflosse, welche für jede Art auffallend konstant erscheint. 4. Das Fehlen oder Vorhandensein von Dornen am ventralen Rande des Schwanzes. ') Vgl. A. Brauer 1901 p. 115. a ) Nur GARMAN (1899 p. 235) gibt für A. canitlUS an, .laß hier die Gruppe nur 11 Organe enthält, indessen scheint mir diese Angabe einer Nachprüfung wert, da in dieser Gruppe dir Zahl bei allen andern Arten völlig konstant ist, derart, daß bei keinem Exem- plar außer jüngeren weniger oder mehr als 12 gefunden wurden. I02 Die Tiefseefische. IO^ U e b e r s i c h t über d i e Arten. A. Vorderkörper wenig scharf vom I Unterkörper abgesetzt, Leuchtorgane /wischen der Bauch- und Schwanzflosse in einer kontinuierlichen Reihe; Länge des Hinterkörpers last gleich der Höhe des "Vorderkörpers. A 7 + 6 A. affinis Garman B. Vorderkörper vom Hinterkörper scharf abgesetzt, Leuchtorgane /wischen der Bauch- und Schwanzflosse in drei scharf begrenzten, durch größere Abstände voneinander getrennten Gruppen. 1. Keine Dornen am ventralen Rande des Schwanzes a) A 6 + 5; Länge des Hinterkörpers etwas kleiner als die Hohe des Vorderkörpers a) Kopflänge zur Körperlänge 1:2,8 — 2,9 A. hemigymnus Cocco ß) Kopflänge zur Körperlänge 1 13,5 A. Heathi Gilbert 1 ) b) A 7 + 5; Länge des Hinterkörpers etwas weniger als zwei Drittel der Hohe des Vorderkörpers A. Olfersi (Cüvier) 2. Dornen am ventralen Rande des Schwanzes. a) A 7 + 5 : Länge des Hinterkörpers zwei Drittel der Hohe des Vorderkörpers . /. aculeatus (Cuv. u. Valenc.) b) A 8 + 6; Länge des Hinterkörpers zur Hohe des Vorderkorpers scheint ähnlich zu sein wie bei A. aculeatus A. caninm Garm. Argyropelecus affinis Garman. A. hemigymnus Goode u. Bean iSc)6 Fig. 147. A. afji/iis Garman [89g p. 237; A. Brauer [901 p. 120 fig. 1 Auge. Taf. VII, Fig. 1 — 2; Textfig. 43, 44. Brr 9 D VII + 9 A 7 + 6 V 6 P 1 1. Da die Maße je nach dem Alter wechseln, gehe ich die Zahlen für das größte, 4,55 cm lange Exemplar und setze in Klammern die Zahlen hin/u, welche ich für kleinere, aber über 1,5 cm lange Exemplare gefunden habe. Größte Höhe des Körpers zu seiner Länge 1:2,16 (1:2,1 bis 1:2,4), geringste Hohe zur -rollten Höhe des Körpers 1:4,2 ( r : 4,2 — 4,7), Höhe des Vorderkörpers zur Länge des Hinter- körpers 151,05, Länge des Vorderkörpers zur Länge des Hinterkörpers 1:1,07, Kopflänge zur Korperlänge 1:3,5 ( I: 3> 2 — 3>5)> Schnauze zur Breite des Auges 1:1,7 (1:1,5), Breite des Auges zur Kopflänge 1:2,3 ( 2 > 2 )- Die Einknickung des Körpers auf der Vertikale der Bauchflosse ist wenig tief, so daß Vorder- und Hinterkörper wenig scharf voneinander abgesetzt erscheinen, der Körper nicht beilförmig wie bei den andern Arten gestaltet ist. Das Auge ist ein Teleskop- auge, der vertikale Durchmesser größer als der horizontale, die Linse ist ganz auf die dorsale Fläche verschoben; das Auge liegt lateral, sieht aber dorsad. Die Cornea überragt die auf dem sehr schmalen Interorbitalraum gelegne schmale Leiste. Die Maulspalte ist fast vertikal gestellt, sie ist gleich der halben Höhe des Vorderkörpers. Im Zwischenkiefer etwa 14 etwas nach hinten gekrümmte Zähne, von ihnen ist der dritte und fünfte etwas länger; im Oberkiefer etwa 12 l ) Die von Gilbert 1905 beschriebene Art .1. He.Uhi unterscheidet sich, soweit ich nach der gegebenen Beschreibung er- kennen kann, nur durch ein anderes Verhältnis der Kopf- zur Körperlänge. I03 io 4 August Brauer, kleinere Zähne, von denen die letzten 8 nach vorn gerichtet sind; im Unterkiefer etwa 15 kleine, nach hinten gekrümmte Zähne, der 7. und 8. etwas langer. Vomer, Palatinum zahnlos. Die Brustflosse liegt tief, vor clor Vertikale des hinteren Randes der Kiemenöffnung, sie reicht bis zur Bauchflosse. Diese liegt etwas hinter der Vertikale des Anfangs des zweiten Teiles der Rückenflosse, sie reicht bis zur Analflosse. Die Rückenflosse beginnt fast auf dem Anfang des zweiten Körperdrittels und endet vor der Vertikale des Anfangs der Analflosse. Diese beginnt etwas vor dem Anfang des letzten Körperdrittels. Der After liegt etwas vor der Analflosse. Dornen: einer ventral am Vorderrande des Präoperculums, einer an der Schulter, einer am Ende des Isthmus, zwei vor der Bauch flösse am Ende des Bauchkiels, der hintere wenig kaudad gebogen. Leuchtorgane: Anordnung und Zahl wie bei allen Arten (vgl. oben), nur im Abschnitt zwischen der Bauch- und Schwanzflosse zeigen sie eine abweichende, diese Art sehr kennzeichnende Anordnung. Zwischen der Bauch- und Analflosse liegen 4 auf gleicher I lohe, das vorletzte auf der Vertikale des Afters; längs der Analflosse 5, durch keinen größeren Abstand von den vor- Fig- 43- hergehenden getrennt, hinter dem Ende der Analflosse 5, das erste näher dem letzten des vorigen Abschnitts, die andern 4 kleiner, von ihnen die ersten zwei in größerem Abstände von- einander, die letzten zwei enger nebeneinander. Bei allen andern kleineren Exemplaren liegen längs der Analflosse 6, hinter ihr 4. Die Figur von Goode und Bean zeigt wie das größte Exemplar 5 längs der Flosse und 5 hinter ihr. Wahrscheinlich tritt mit dem Alter eine Ver- schiebung ein (vgl. unten das über jüngere Exemplare Gesagte). Die einzelnen in der Be- schreibung bezeichneten Gruppen zwischen der Bauch- und Schwanzflosse sind nicht wie bei den andern Arten durch größere, auffallende Abstände voneinander getrennt, und die einzelnen Organe der Gruppen erscheinen untereinander nicht so eng verbunden, sondern mehr als eine kontinuierliche Reihe von Einzelorganen. Färbung: ein schmaler Streifen auf dem Rücken, Ende des Schwanzes und dünne Quer- binden an der Seite des Rumpfes schwarz, sonst silberglänzend. Es scheint aber, als ob in Wirklichkeit die Tiere gleichmäßiger dunkel gefärbt gewesen sind, das Pigment aber zum größten Teil abgerieben ist. Augenbulbus metallisch glänzend, Linse gelbgrün, Flossen durchsichtig. Jüngere, weniger als 1 cm lange Exemplare sind sehr ähnlich solchen andrer Arten, indem 104 Die Tiefseefische. 105 auch hier die Höhe des Körpers im Verhältnis zur Länge besonders durch die große Länge des Schwanzes geringer ist (bei 0,85 cm langen Exemplaren z. B. 1 : 3,4). Eine sichere Be- stimmung ist nur möglich, wenn die Zahl der Strahlen der Analflosse sicher festzustellen ist, und wenn die Leuchtorgane längs der Analflosse und hinter ihr entwickelt sind. Soweit das Material (5 Exemplare zwischen 0,65 und 0,95 cm) schließen lallt, entwickeln sich die Leucht- organe nicht successive von vorn nach hinten am ganzen Körper, sondern die einzelnen Gruppen erscheinen verschiedenzeitig, innerhalb jeder Gruppe aber auch nur zum Teil von vorn nach hinten. Das kleinste Tier von 0,65 cm Lange zeigte bereits die Branchiostegalorgane vollzählig, weiter das orbitale und das ventrale präoperculare Organ, von der ventralen Reihe die Isthmus- organe, 10 von denen des zweiten Abschnitts zwischen Brust- und Bauchflosse (die letzten 2 fehlten noch), längs der Analflosse 3 und von der präkaudal liegenden Gruppe zwei, von der lateralen Reihe nur die 2 ersten. Ein Exemplar von 0,85 cm Länge zeigte tue gleichen Ver- hältnisse, dagegen ein anderes von 0,835 cm (Textfig. 44) hatte bereits 12 Organe im Abschnitt /wischen der Brust- und Bauchflosse und das erste Organ der /wischen der Bauch- und Anal- flosse gelegenen Gruppe. Ein Exemplar von 0,95 cm zeigte 4 präkaudale, 2 zwischen der Bauch- Fig. 44. und Analflosse, und das 3. — 5. der lateralen Reihe, im übrigen verhielt es sich gleich wie die vorigen. Bei einem Exemplar von 1,6 cm Länge fehlte nur noch ein Organ der längs der Anal flösse liegenden Gruppe; es waren nur 5 vorhanden, das erste und letzte aber noch sehr klein. Einen ähnlichen Verlauf der Anlage der Leuchtorgane zeigen auch die andern Arten, und diesen werden die jungen A. affinis dadurch noch ähnlicher, daß bei ihnen die Organe zwischen der Bauch- und Analflosse nicht wie im ausgebildeten Tier eine kontinuierliche Reihe bilden, sondern vielmehr scharf begrenzte, durch größere Abstände voneinander entfernte Gruppen. Wird dadurch die Unterscheidung der Arten auf jungen Stadien noch schwieriger, so ist doch noch ein Merkmal vorhanden, das auch auf Grund der Leuchtorgane gestattet, A. affinis schon früh unter den andern herauszuerkennen, nämlich dieses, daß die I laisteile der Organe in den Gruppen trotz des gemeinsamen Pigmentmantels, der die tiefer in das Corium eingesenkten Bauchteile um- schließt, nicht eng nebeneinander liegen, sondern voneinander etwas entfernt sind, während bei andern Arten diese Abstände fehlen (vgl. die Textfiguren). Doch ist es möglich, daß auf noch jüngeren Stadien auch dieser Unterschied unterdrückt ist. Aus der Verschiedenheit der Anordnung der Leuchtorgane bei jungen und alten Tieren ist zu schließen, daß A. affinis nicht, wie man nach der mehr gestreckten Körpergestalt und der Lage der Leuchtorgane bei erwachsenen Tieren annehmen könnte, tue ursprünglichste Form 10 = Deutsche Tiefsee-Expedition 1898 — 18 Bd. XV. 14 io6 August Brauer, unter den Argyropefecus-Axten. ist, sondern vielmehr die jüngste. Darauf weist auch das Auge, das entschieden die höchste Stufe der Umbildung zum Teleskopauge erreicht hat. F uiulurte: Bisher nur vom Albatroß in einem Exemplar bei Westindien (i 5 ° 24' 40" N. Br. °3 ° 3 1 ' 30" W. L.) gefangen. - - Die Valdiva-Expedition sammelte 11 Exemplare, zwei im Atlan- tischen Ocean (Golf v. Guinea: Stat. 54: 1" 51' N. Br. o" 31' 2" O. L. Y. 2000 m und Stat. 88: 31° o' 4" S. Br. 8° O. L. V. 200 m) und 9 im Indischen Ocean (Bucht von Bengalen; Stat. 215: 7 U i' 2" N.Br. 85'" 56' 5" O.L. V. 2500 m; Chagos-Inseln, Stat. 223: 6° 19' 3" S. Br. 73" 18' 9" O. L. V. 1900 m, Bodentiefe 3396 m; westlich von den Seychellen; Stat. 235: 4 U 34' 8" S. Br. 53 u 42' 8" O.L. Y. 2000 m; Nordostküste Afrikas und Golf von Aden, Stat. 255: o° 25' 7" N.Br. 43° 37' 8" O.L. V. 1000 m; Stat. 271 : 13 2' 8" N.Br. 46" 41' 6" O.L. V. 1200 m). Maße: Körperlänge 4,55 Länge des Yorderkörpers 2,35 Größte Körperhöhe 2,1 Länge des Hinterkörpers 2,2 Geringste Höhe 0,5 Von der Schnauzenspitze sind entfernt: Kopflänge 1,3 die Rückenflosse 1,6 Schnauze 0,32 die Bauchflosse 2,3 Horizontaler Durchmesser des Auges 0,56 die Analflosse 2,8 Yertikaler Durchmesser 0,675 der After 2,7 Breite der Basis der ganzen Rückenflosse 1,12 der Analflosse 0,87 Argyropelecus hemigymnus Cocco. Argyropekcus hemigymnus C0CC01829 p. 146; Bonaparte 1832 — 41 V. 3 Fase. 28; Cuvier u. Valenciennes 1828 — 49 V. 22 p. 296; Günther 1S59 — 70 V. 5 p. 385; Canestrini 187 i — 72 p. 119; Doderlein 1878 — 79 p. 54; Leydig 1881 p. 26 Taf. 1 Fig. 5; Moreau 1SS1 V. 3 p. 49S ; Facciola 1883 p. 206; Giglioli 1884 p. 195, 199, 207; VlNCIGUERRA 1885 p. 469; GÜNTHER 1 887 p. 167; JORDAN 1887 p. 833; VaII.I.ANT 188S p. 103; Alcock 1891 p. 126; Goode u. Bean 1882 — 83 p. 220; 1896 p. 126; Carus 1889 — 93 p. 56S; Lütken 1892 p. 283; Jordan u. Evermann 1896 p. 604; Alcock 1899 p. 135; Handrick 1901 ; Lo Bianco 1902, 1903 — 4; Collett 1903 p. 110. Sternoptyx mediterranea Cocco 1838 p. 7 Fig. 2; Bonaparte 1832 — 41 V. 3 Fase. 28 Fig. Textfig. 45. Brr 9 P 1 1 Y 6 D YII + 7— S A 6 + 5. Die Gestalt ist beilförmig, die Länge des Yorderkörpers (bis zur Vertikale der Bauchflossen) ist fast gleich seiner Höhe und um ein Fünftel größer als die des Hinterkörptrs. Größte Höhe des Körpers zu seiner Länge 1 : 1,7 — 2, in der Regel 1 : 1,8 — 1,9, geringste Höhe des Körpers zur größten 1 : 8, Kopflänge zur Körperlänge 1 : 2,8 — 2,9, Länge des Hinter- körpers zu der des Vorderkörpers 1 : 1,2 — 1,3, Breite des Auges zur Kopflänge 1 : 2,4, Schnauze zur Breite des Auges 1 : 1,8. Das Auge ist ein Teleskopauge, der vertikale Durchmesser größer als der horizontale, die Linse ganz auf die dorsale Fläche verschoben, die beiden Augen eng nebeneinander und parallel mit ihren Längsachsen gestellt. Die Cornea überragt die Interorbital- leiste. Die Maulspalte ist sehr schräg gestellt und reicht fast bis zur Vertikale der Mitte des Auges. In den Kiefern in einer Reihe kleine, nach hinten etwas gekrümmte Zähne, im hintern 106 Die Tiefseetisohe. IO/ Teile des Oberkiefers etwas dorsad gerichtet. Die Rückenflosse beginnt vor der Vertikale der Bauchflosse, fast am Anfang des zweiten Körperdrittels ; die Bauchflossen liegen auf gleicher Vertikale mit dem Anfang des zweiten Teils der Rückenflosse, etwas hinter der Korpermitte: die Analflosse beginnt am Ende des zweiten Körperdrittels, fast auf der Vertikale des letzten Strahls der Rückenflosse. Die Fettflosse ist breit, aber niedrig. Der After liegt kurz vor der Analflosse. Dornen: ein Dorn an der Schulter, zwei Dornen an der ventralen Ecke des Vorder- randes des Präoperculums, der eine ventrad, der andere kaudad gerichtet, einer am Unterkiefer- ende, einer am Anfang und zwei am Ende des sogenannten Bauchkiels, der eine größer, gezähnt, der andere, dorsal von ihm gelegene kleiner, beide nach hinten gerichtet. Am Schwanz fehlen Dornen. Leuchtorgane: Zwischen den Bauch- und der Schwanzflosse die Organe in drei scharf begrenzten und voneinander durch weite Abstände getrennten Gruppen ; die erste Gruppe zwischen der Bauch- und Analflosse hat 4, von denen die mittleren zwei etwas niedriger liegen ; die zweite Gruppe an der Analflosse hat 6, das erste liegt über dem sechsten, das letzte über dem dritt- Fig- 45- letzten Strahl, das zweite und vierte liegen etwas tiefer und sind kleiner als die andern; in der dritten Gruppe, die kurz vor dem Anfang der kurzen Strahlen der Schwanzflosse liegt, sind 4 gleich große Organe. Im Uebrigen wie bei allen Arten. Färbung: Silberglänzend, breiter schwarzer Streifen am Rücken des vordem Rumpfteils, ein breiter schwarzer Fleck am Schwanzende und an der Seite auf der Höhe der Analflosse Die Exemplare aus dem Indischen und Atlantischen Ocean sind im ganzen etwas dunkler ge färbt als solche aus dem Mittelmeer. Die gegebene Beschreibung weicht von der von Günther gegebenen in folgenden zwei Punkten ab. Günther gibt für die Bauchflosse 6 Strahlen und für die Brustflosse 10 an, während ich für sie stets 5 und 9 gefunden habe; auch Alcock gibt für V 5 an, ferner soll nach Günther die Höhe des Körpers gleich der Entfernung von der Kiemenöffnung bis zur Wurzel der Schwanz- flosse sein, ich fand sie dagegen stets um ein Fünftel größer. Kleinere Exemplare zeigen andere Verhältnisse, so ist besonders der Hinterkörper ver- hältnismäßig länger, der Vorderkörper und seine Höhe geringer als bei ausgewachsenen Exem- plaren. Bei solchen, die bis zu 0,7 cm lang waren, schwankte das Verhältnis der größten Körper- los 14* , ,-.c August Brauer, I Oö hohe zur Länge zwischen i : 1,8 bis i : 2,8, bei einem Exemplar von 0,6 cm war es sogar 1 : 4. Ebenso ändert sich das Verhältnis der Kopflänge zur Körperlänge, es wechselt zwischen 1 : 2,9 und 1 : 3,8. Zahl der E x e m p 1 a r e : 21. Vorkommen: Mittelmeer. Atlantischer Ocean: nördlich von den Azoren (Lütken), Westküste Süd-Europas und Nordafrikas (Lütken, Günther, Vaillant, Valdivia Stat. 26) zwischen Shetland- und Faröer-I. (Gl nther), Norwegen (Collett), westlich von Kapstadt (Valdivia; Stat. SS: 31 ° o' 4" S.Br. 8° O.L. V. 2000 m; Stat. 91: 33° 23' 4" S.Br. 16" ic/ 4" Ü. L. V. 2000 m). - Indischer Ocean: Bucht von Bengalen (Investigator): zwischen Neu-Amsterdam und Sumatra (Valdivia; Stat. 172: 30" 6' 7" S.Br. 87 50' \" O.L. V. 1800 m; Stat. 175: 26" 3' 6" S.Br. 93 43' 7" O.L. V. 2200 m; Stat. 1S2: io° S' 2" S.Br. 97° 14' 9" O.L. V. 2400 m); zwischen Ceylon und dem Chagos-Archipel (Stat. 217: 4 56' N. Br. 78" 15' 8" O.L. V. 2000 m; Stat. 221: 4" 5' 8" S.Br. 73" 24' 8" O.L. V. 2000 m: zwischen Chagos-Archipel und Sansibar (Stat. 230: 2° 43' 8" S. Br. 61 " 1 2' 6" O. L V. 1 500 m ; Stat. 235 : 4 34' 8" S Br. 53 42' 8" O. L V. 2000 m ; Stat. 236: 4 38' 6" S.Br. 51 16' 6" O.L. V. 2000m). Maße eines Exemplars aus dem Golf von Neapel. Körperlänge 3,6 Vertikaler Durchmesser des Auges 0,64 Grollte Korperhöhe 2 Horizontaler Durchmesser desAuges 0,54 Geringste Höhe 0,25 Von der Schnauzenspitze sind entfernt: Länge des Vorderkörpers (bis zur die Rückenflosse 1,3 Vertikale der Bauchflossen) 1,95 die Bauchflossen 1,95 Länge des Hinterkörpers 1,65 die Analflosse 2,2 Kopflänge 1,28 Breite der Basis der Rückenflosse 0,85 Schnauze 0,3 der Analflosse 0,6. Argyropelecus Olfersi (Cuvier). Sternoptyx Olfersii Cuvier 1820 p. 316; Düben u. Koren 1S44 p. 80 Taf. 3 Fig. 6. Argyropelecus Olfersii Cuvier u. Valenciennes 18^8-41) V. 22 p. 303; Lowe 1850 p. 247; Günther 1859 — 70 V. 5 p. 3S6; 1SS7 p. 167; Collett 1875 p. 149; 1879 p. 84; 1884 p. 102; 1896 p. 127 Taf. 3 Fig. 14; 1903 p. 105 ; Jordan 1887 p. 833 ; Vaillant 1888 p. 104 ; Lilljeborg 1 891 V. 3 p. 3 ; Lütken 1802 p. 282 ; 1892 a p. 21 I ; VlNCIGUERRA 1803 p. 37 ; SmiTT 1893—95 V. 2 p.925 fig. 233; GOODE U. BEAN 1896 [). 126 Fig. 148; Jordan u. Evermann 1896 p. 604. Pleurothyris Olfersi Lowe 1843— 60 p. 64. ? Argyropelecus lychnus Garman 1S99 p. 234 Taf. | Fig. 1, ib. Textfig. 46. Brr 9 P ii V 6 I) VII -f 9 A 7 -f- 5. Körper beilförmig wie bei A. kemigymmts, doch reicht der Einschnitt zwischen Vorder- und Hinterkörper nicht so weit dorsad. Die Höhe des Vorderkörpers ist etwas größer als seine Länge, die Länge des Vorderkörpers fast um ein Drittel größer als die des Hinterkörpers, das Auge überragt nicht die Interorbitalleiste, am ventralen Rande des Schwanzes keine Dornen. Größte Höhe des Körpers zu seiner Länge 1 : 1,6, geringste Körperhöhe zur größten 108 Die Tiefseefische. IO9 1:5,3, Länge des Vorderkörpers zu seiner Höhe 1 : 1,08, Länge des Hinterkörpers zur Länge des Vorderkörpers 1 : [,38, Kopflänge zur Körperlänge 1 : 3,3, Breite des Auges zur Kopflänge 1 : 2,2, Schnauze zur Breite des Auges 1 : 1,6. Das Auge ist ein Teleskopauge, die Linse ist aber noch nicht so weit auf die dorsale Seite verschoben wie bei den beiden vorigen Arten und die Cornea überragt nicht die Interorbitalleiste. In den Kiefern kleine gekrümmte, einreihig gestellte Zähne. Die Maulspalte ist sehr schräg gestellt, sie reicht nicht ganz bis zur Vertikale der Mitte des Auges. Die Rückenflosse beginnt etwas vor dem Anfang des zweiten Körper- drittels und endet vor der Vertikale des Anfangs der Analflosse; die Bauchflossen liegen auf der Vertikale der Mitte der zweiten Hälfte der Rückenflosse, hinter der Körpermitte. Die Anal- flosse beginnt etwas hinter der Vertikale des letzten Strahles der Rückenflosse, am Anfang des letzten 1 )rittels. Der After liegt kurz vor der Analflosse. Dornen wie bei A. kemigymnus, nur liegt an der ventralen Kcke des präopercularen Vorderrandes nur ein ventrad gerichteter Dorn. Leuchtorgane wie bei A. hemigymnus. Fig. 46. Färbung: Silberglänzend, Rucken von einem breiten schwarzen Streifen überzogen, ebenso das Schwanzende und die ventrale Seite des Schwanzes schwärzlich. Der obigen Beschreibung liegt ein Lxemplar zugrunde, welches Herr Prof. Collet aus den Museum in Chris tiania mir freundlichst zur Verfügung stellte. Sie weicht von der von Collett (1896 p. 127) gegebenen besonders in der Angabe des Verhältnisses der Kopflänge zur Länge des Körpers ab. Nach seinen Maßen wäre es 1 : 2,1, während das mir übersandte Exemplar 1 : 3,3 zeigte. Es wäre möglich, daß diese Verschiedenheit in der verschiedenen Größe der Exemplare (8,2 und 5,5 1 cm) begründet sei, indessen ist dieses wenig wahrscheinlich, da bei so alten Tieren die Verhältnisse nur noch sehr wenig sich ändern. Da die Figur ein \ er- hältnis von 1 : 3,1, welches meiner Angabe entspricht, zeigt, so dürfte hier wohl ein Irrtum vorliegen. Die Figur, welche Collett seiner Arbeit beigegeben hat, enthält entschieden mehrere Unrichtigkeiten. So ist der Hinterkörper schärfer vom Vorderkörper abgesetzt, weiter liegt die Gruppe der Leuchtorgane zwischen der Bauch- und der Analflosse höher, das orbitale Organ fehlt, die Brustflosse ist länger, die Analflosse ist geteilt, nicht kontinuierlich, wie sie die Figur 109 , |Q Augusi Brauer, zeigt. Ferner dürfte das Auge nicht rund, und tue Linse zentral gelegen sein, sondern ein Teleskopauge sein. Auf meine Anfrage teilte mir Prof. Coixett mit, daß bei den meisten Exemplaren die Linse normal liege, nur bei einem oder zwei sei die Linse ein wenig gegen den oberen Rand der Orbita verschoben. Da das eine mir übersandte Exemplar auf der einen Seite (auf der andern war das Auge verdrückt) deutlich ein Teleskopauge zeigte in derselben Ausbildung wie bei den von der Expedition gefangenen Exemplaren, die ich dieser Art zuzähle, so halte ich meine Angabe für die richtige. Die 13 Exemplare der Expedition waren nur klein, zwischen 0,725 und 1,575 cm ' an & zeigten aber die für diese Art charakteristischen Züge, nur wechselte das Verhältnis der Körper- höhe zur Länge und der Kopflänge zur Körperlänge. Das erstere schwankte zwischen 1:1,3 und 1 : 2,3 (letzteres bei 0,8 cm langen Exemplaren, bei denen noch nicht alle Leuchtorgane entwickelt waren); das Verhältnis der Kopflänge zur Körperlänge schwankte zwischen 1 : 2,7 bis 1 : 3,5. Die Beschreibung, welche Garman für die von ihm neu aufgestellte Art, A. lychnus, gibt, stimmt in fast allen Punkten, soweit ich sehe, derart mit der für A. Olfersi gegebenen überein, daß mir die Identität beider Arten sehr wahrscheinlich ist. Vorkommen: Atlantischer Ocean: Küste Norwegens bis zum Nordkap (Collett), Küste von Portugal (Vaillant), Azoren (Collett, Lütken), Kap Finisterre (Challenger), zwischen Kanari- schen Inseln und Brasilien (1 Exemplar im Berliner Museum), Madeira (Lowe), Golf von Guinea (Valdivia; Stat. 46, 50, 54, 55, 64 und 66), am Kap (Cuvier u. Valenciennes), Ostküste Nordamerikas (Goode u. Bean). -- Indischer Ocean: zwischen Neu-Amsterdam und Sumatra (Val- divia; Stat. 175, 182), etwas südlich von Ceylon (Stat. 217), westlich vom Chagos-Archipel (Stat. 228). -- Stiller Ocean (wenn A. lychnus mit A. Olfersi identisch ist): Golf von Panama und nördlich angrenzende Teile (Albatroß). Maße des Exemplars aus dem Museum in Christiania, Körperlänge 5,5 1 Vertikaler Durchmesser des Auges 5,8 Größte Körperhöhe 3,45 Horizontaler Durchmesser 0,65 Geringste Höhe 0,65 Von der Schnauzenspitze sind entfernt: Länge des Vorderkörpers (bis die Bauchflossen 3,2 zur Vertikale der Bauchflosse) 3,2 die Rückenflosse 1,7 die Analflosse 3,7 Länge des Hinterkörpers 2,31 Breite der Basis der Rückenflosse 1,8 Kopflänge 1,65 Schnauze 0,4 der Analflosse 1 Argyropelecus aculeatus Cuvier u. Valenciennes. Argyropelecus aculeatus Cuvier u. Valenciennes 1849 .V. 22 p. 302; Günther 1859 — 70 V. 5 p. 386; Goode u. Bean 1S96 p. 127; Lütken 1892 p. 282; Collett 1903 p. 108; 1905 p. 726. Sternoptyx acanthurus Cuvier u. Valenciennes 1S49 V. 22 p. 408. Argyropelecus Olfersii Collett 1897 p. 14. Textfig. 47. P>rr 9 D IX -f- 9 V 6 P 9 A 7 -f- 5. Der Körper ist beilförmig, ähnlich A. kemigymnus, die Länge des HinterkOrpers ist etwa zwei Drittel der Höhe des Vorderkörpers, Dornen am ventralen Rande des Körpers zwischen der Bauch- und Schwanzflosse. 1 10 Die Tiefscefische. I I 1 Größte Kürperhöhe zur Länge i : 1,4, geringste Körperhöhe zur größten 1 : 4,5, Länge des Hinterkörpers zur Höhe des Y( >rderkörpers 1 : 1,4, Kopflänge zur Körperlänge 1 : 3,6, Schnauze zur Breite des Auges i : 1,6, Breite des Auges zur Kopflänge 1 : 2,5. Das Auge ist ein Tele- skopauge, die Linse aber, wie bei A. Olfersi, nicht ganz auf die dorsale Seite verschoben, und die Cornea überragt nicht die Interorbitalleiste. Zähne ähnlich wie bei den andern Arten. Die Rückenflosse beginnt nahe dem Ende des ersten Körperdrittels, die Bauchflossen liegen etwas hinter der Körpermitte oder etwas hinter der Vertikale des Anfangs der zweiten Hälfte der Rückenflosse; die Analflosse beginnt auf dem Anfang des letzten Körperdrittels, etwas hinter der Vertikale des Endes der Rückenflosse. Die Leuchtorgane wie bei A. hemigymnus und Olfersi. Dornen : 1 . ein gerader, ventrad gerichteter am ventralen Ende des vordem Randes des Prä- operculums; 2. einer am Ende des Unterkiefers; 3. 2 kurz vor der Bauchflosse, am Ende des sogenannten Bauchkiels, der vordere ventrad, der hintere kaudad gerichtet; außer diesen auch bei andern Arten vorkommenden Dornen noch folgende: 4. eine gezähnte Platte zwischen den Fig. 47- Bauch- und der Analflosse mit 3 größeren und 3 kleineren Zähnen; 5. eine mit 5 Zähnen be- setzte Platte zwischen den Hälften der Analflosse; 6. eine mit drei Einschnitten versehene, fein gezähnte Platte ventral von den präkaudal liegenden Leuchtorganen; 7. ein breiter Dorn an der Basis des neunten Strahls der Analflosse. Der obigen Schilderung ist ein Exemplar aus dem Museum von Christiania, das ich Herrn Prof. Collect verdanke, zugrunde gelegt. Sie stimmt im wesentlichen mit der von Collect gegebenen überein. M a ß e : K< irperlänge 4,55 Größte Körperhöhe 3,2 Geringste Höhe 0,7 Länge des Vorderkörpers (bis zur Höhe der Bauchflossen) 2,4 Länge des Hinterkörpers 2,155 Kopflänge 1,25 Schnauze 0,3 Vertikaler Durchmesser des Auges 0,65 Horizontaler Durchmesser 0,5 Von der Schnauzenspitze sind entfernt: die Rückenflosse 1,25 die Bauchflossen 2,4 die Analflosse 3 Breite der Basis der Rückenflosse 1,45 der Analflosse 0,9 1 1 1 I I 2 August Brauer, Vorkommen: Die Art ist nach Collett im Atlantischen Ocean bei den Azoren, /wischen den Azoren und den Bermudas und an der Küste Norwegens, nach LüTKEN auch im Indischen Ocean (32 S.Br. 44° io' O. L.) gefangen worden. Die Sammlung der Valdivia-Expedition enthält außer den beschriebenen noch 40 Exemplare von jungen Argyropeleci, deren Größe zwischen 0,2 und 1 cm schwankt. Sie sind teils im Atlantischen Ocean an der Westküste Afrikas (südlich von den Kanarischen Inseln, Stat 32; Golf von Guinea, Stat. 54, 55, 66: westlich von Kapstadt, Stat. 88, 91), teils im In- Fig. 48. Fig. 50. Fig- 49- Fig. 51. Fig. 52. dischen Ocean (zwischen Neu-Amsterdam und Sumatra, Stat. 173 — 175, 182, 190; Golf von Bengalen, Stat. 215: zwischen Ceylon und dem Chagos-Archipel, Stat. 217, 21S, 223: zwischen dem Chagos-Archipel und Sansibar, Stat. 228, 231, 236: Rotes Meer, Stat. 274) gefangen worden. Welchen Arten sie zugehören, ließ sich mit Sicherheit nicht bestimmen, weil einmal die Flossen- strahlen entweder verletzt oder noch nicht entwickelt waren, und ferner die Maße bei so jungen Tieren zu sehr von denen älterer abweichen. Da aber Unterschiede vorhanden sind, so wird es bei größerem Material wohl möglich sein, auch schon auf frühen Stadien die Arten zu erkennen. Daß diese jungen Tiere der Gattung Arg yrope/eais zuzurechnen sind, und nicht etwa den noch in Frage kommenden Gattungen Stertwptyx und Polyipmcs, ergibt sich besonders aus der Form des Auges, welches schon sehr früh die Umbildung zum Teleskopauge beginnt, indem der 1 1 2 Die Tiefseelische. I I vertikale Durchmesser zunimmt, der horizontale dagegen abnimmt, und bald auch die Linse dorsad sich zu verschieben anfängt, während bei Stemoptyx und Polyipnus das Auge die Linse stets zentral gelagert zeigt; weiter sind von dem Stadium, auf welchem das orbitale Organ sichtbar wird (bei Argyropelecus bei Tieren von 0,7 cm Länge), Argyropelecus und Stemoptyx daran zu unterscheiden, daß bei ersterer Gattung dieses Organ präorbital, bei letzterer post- orbital liegt. Wenn auch das Material nicht ausreichte, um schon die jungen Stadien nach den Arten Fig- 53- sicher zu trennen, so ermöglicht es doch, über die Veränderungen der Körpergestalt sowie über die Anlage der Leuchtorgane einige Auskunft zu geben. Zunächst zeigt sich, daß bei 0,2 cm langen Exemplaren (Textfig. 48) das Auge noch fast rund ist, jedenfalls nichts von der Umbildung zu einem Teleskopauge erkennen läßt. Daß die Figur wirklich einen jungen Argyropelecus darstellt, schließe ich allerdings nur aus einem Vergleich mit Fig- 54- älteren Stadien. Besonders die Höhe des Kopfteils und der vorspringende Unterkiefer lassen es an das nächstältere von 0,425 cm Länge anschließen. Bei diesem (Textfig. 49) zeigt das Auge bereits eine ovale Gestalt, und die Lage der Brustflosse gibt einen weiteren Anhalt. 0,5 — 0,59 cm lange Tiere (Textfig. 50 und 5 1 ) haben ein Auge, dessen vertikaler Durchmesser bereits bedeutend größer ist als sein horizontaler; die Linse liegt aber noch zentral. Erst bei solchen von 0,7 cm Länge (Textfig. 52) wird ihre Verschiebung nach der dorsalen Seite erkennbar, dann aber scheint dieselbe sehr rasch vor sich zu gehen, denn Stadien von 0,76 — 1 cm Länge (Textfig. 53 — 55) zeigen bereits das Teleskopauge deutlich ausgebildet Allerdings ist die Länge des Tieres auf 1 1 Deutsche Tiefsee-Expedition 18 'S i i 4 August Brauer, den Stadien zwischen 0,7 und 0,9 cm nicht maßgebend für das Alter. Solche von 0,75 cm Länge können auf einer viel weiter vorgeschrittenen Entwicklungsstufe stehen als solche von 1 cm Länge. Dieses erklärt sich daraus, daß zuerst das junge Tier, besonders der Hinterkörper sehr stark in die Länge wächst, der Yorderkörper aber nur wenig an Höhe zunimmt, später aber umgekehrt eine Verkürzung des Hinterkörpers, aber eine Zunahme der Hohe des Vorder- körpers eintritt. Daher entstehen auch die ganz verschiedenen Zahlen, welche man für das Ver- hältnis der -rollton Körperhöhe zu seiner Länge (bei Tieren von 0,7 — 0,975 cm schwankte es von 1:2,8 bis 1:3,9) und der Kopflänge zur Körperlänge (bei einigen von 0,7 — 0,975 cm von 1:3,5 bis 1:4,6, dagegen bei andern von nur 0,7 — 0,8 cm 1:2,8- also ein dem Verhältnis bei älteren Formen viel näher kommendes) erhält. Daß tatsächlich kleinere älter sein können als längere, zeigt besonders die Zahl der entwickelten Leuchtorgane, die Ausbildungsstufe der Flossen, der Pigmentierung u. a.; natürlich mögen auch solche Unterschiede z. T. auf die Ver- schiedenheit der Entwicklung der Arten zurückzuführen sein. In Bezug auf das zeitliche Auftreten der Leuchtorgane läßt das mir vorliegende Material folgende Reihenfolge zusammenstellen. Die ersten Organe habe ich bei einem 0,525 cm langen l'ig- 55- Exemplare (Textfig. 50) getroffen. Es ist das ventrale präoperculare Organ, welches zuerst er- scheint und verhältnismäßig rasch sehr gr< iß wird, so daß es lange Zeit unter ihm andern durch seine Große auffällt. Auch bei einem 0,59 und 0,66 cm langen Exemplare (Textfig. 51) war nur dieses Organ vorhanden. Bei einem 0,75 cm langen Tier waren 5 Branchiostegalorgane und weiter 5 Organe der ventralen Reihe zwischen der Brust- und Bauchflosse und die Anlage von solchen längs der Analflosse erkennbar. Von hier ab scheint die Entwicklung einen rascheren Gang anzunehmen. Da die Länge des Tieres, wie erwähnt wurde, nicht für die Bezeichnung des Alters dienen kann, so führe ich nur die Reihenfolge der Organe an, wie sie eine Kombination der verschiedenen Stadien ergibt. Es folgen zunächst das sechste Branchio- stegalorgan, dann die 6 Isthmusorgane, wie es scheint, gleichzeitig, darauf das orbitale Organ, eine langsame Vermehrung der ventralen Gruppe zwischen der Brust- und Bauchflosse, von vorn nach hinten fortschreitend auf 9, 10, 11 und 12, dann drei der Gruppen längs der Analflosse, deren unpigmentierte Anlage schon früher bemerkt wurde, weiter zwei, dann das dritte, dann auch das vierte der präkauclalen, das operculare und die ersten zwei, dorsal der Basis der Brust- flosse gelegenen Organe der lateralen Reihe. Erst spät treten die hinteren 6 der lateralen Reihe und die andern drei der an der Anal flösse liegenden Gruppe und als letzte die Organe der ventralen Reihe zwischen der Bauch- und Analflosse und das dorsale präoperculare Organ. Tiere von 1,5 cm Länge besitzen breits alle Organe. 114 Die Tiefseefische. 11^ Es treten mithin die Organe am ganzen Körper nicht successive von vorn nach hinten fortschreitend auf, sondern vielmehr die einzelnen Gruppen und Organe ungleichzeitig und unabhängig von der Lage, in den einzelnen erscheinen die Organe gleichzeitig oder die vordersten zuerst, die hintersten zuletzt, aber für die an der Analflosse und präkaudal liegende Gruppe scheint dieses nicht zu passen, indem hier die mittleren Organe jeder Gruppe zuerst sich ent- wickeln. Fast gleichzeitig entwickeln sich die Branchiostegal-, die Isthmusorgane, die- 6 hinteren Organe der lateralen Reihe und die ventrale Gruppe zwischen den Bauch- und der Analflosse. Diese Reihenfolge ist, wie gesagt wurde, willkürlich zusammengestellt, und sie dürfte vielleicht auch für eine Art passen, aber außer den dieser Reihe eingeordneten Exemplaren sind noch andere vorhanden, welche gleich alt zu sein scheinen, aber bereits diese oder jene Organe entwickelt zeigen, die sonst fehlen. Allerdings betrifft dieses nur die längs der Analflosse und präkaudal liegenden Gruppen. Diese Unterschiede können nur die Bedeutung von Variationen haben, aber möglicherweise ist die Reihenfolge bei den verschiedenen Arten eine etwas ver- schiedene. Daß die untersuchten Tiere nicht alle einer Art zuzurechnen sind, scheint mir auch aus der verschiedenen Länge bei gleicher Entwicklungsstufe der Leuchtorgane hervorzugehen. So z. B. dürfte das 0,99 cm lange (Textfig. 55) kaum in dieselbe Reihe gehören, welcher die beiden Stadien von 0,7 und 0,76 cm Länge (Textfig. 53, 54) zuzurechnen sind, die in Bezug auf die Leuchtorgane keine sehr wesentlichen Unterschiede zeigen. Doch kann hierüber nur ein reicheres Material entscheiden. Sternoptyx Hermann. Sternoptyx Hermann 1781 p. 8; Walbaum 1792 p. 697; Lacepede 1798 — 1803 V. n p. 90; Bloch u. Schneider 1801 p. 494; Cuvier 1829 p. 315; Cuvier u. Valenciennes 1828 — 49 V. 22 p. 306 ; Lowe 1843 p. 85 ; Nilsson 1855 p. 486; Günther 1859—70 V. 5 p. 386; 1S87 p. 168; Jordan 18S7 p. 833; Goode u. I'.i \\ 1896 p. 123; Jordan u. Evermann 1896 p. 603; Alcock. 1S99 p. 136. Sternoptyx diaphana Hermann. Sternoptyx diaphana Hermann 17S1 p. S Taf. 1 Fig. 1 — 2; Walbaum 1792 p. 69S Taf. 1 fig. 2; Bloch u. Schneider 1801 [1.494; Cuvier 1817 p. 1 7 1 ; [829 p-3i6; Cuvier 11. Valenciennes 1828 — 49 V. 22 p. 309 ; Lowe 1843 p. 85; Günther 1S39 — 70 V. 5 p. 3S7; 1887 p. 169 Taf. 45 Fig. D u. D l ; Goode u. Bean 1882 -83 p. 220; 1896 p. 124; Jordan 18S7 p. 833; Vaillant 188S p. 102; Jordan u. Evermann 1896 p. 603; Alcock 1899 p. 136; Gilbert 1897 p. 416; 1905 p. 609. Sternoptyx diaphanus Collett 1896 p. 125. Textfig. 56—63. Schon Günther hat gezeigt, wie außerordentlich die Gestalt dieser Art wechseln kann, indem besonders der Vorderkörper allmählich oder ziemlich steil (Textfig. 56 — 58) bis zum Beginn der Rückenflosse ansteigen, die ventrale Hälfte des Vorderkörpers verschieden hoch, der Einschnitt, welcher den Vorder- vom Hinterkörper trennt, verschieden tief sein, und die Schnauzenspitze über oder unter der Höhe des ventralen Augenrandes liegen kann, wie aber zwischen den Extremen alle Uebergänge vorhanden sind, und deshalb eine Scheidung in mehrere Arten nicht möglich ist. Günther hebt auch noch die verschiedene Breite des Auges hervor, HS 15* n6 August Brauer, doch habe ich diesen Unterschied nicht so beträchtlich gefunden. Da ich hoffte, doch Merkmale zu finden, welche die Unterscheidung mehrerer Arten ermöglichten, habe ich das Material der Expedition ebenfalls in Bezug auf die Variabilität genauer untersucht, bin aber zu demselben Resultat gekommen wie Günther, d. h. es ist möglich, daß es sich um Varietäten handelt, Fig. 56. welche in der Ausbildung begriffen sind, aber sie lassen sich noch nicht scharf voneinander ab- grenzen. Außer in den erwähnten Punkten zeigt sich eine große Variabilität auch noch in F>g- 57- andern, so in der Färbuiv>\ Die meisten zeigen einen Silberaianz, nur die dorsale Partie des Kopfes und des Rumpfes sind schwarz gefärbt, und die Iris ist schwarz mit Ausnahme des ventralen Teiles, welcher silbern glänzt. Andere Exemplare dagegen zeigen eine gleichmäßig schwarze Färbung und der Silberglanz tritt sehr wenig hervor, so daß ich glaubte hier die von 116 Die Tiefseefischc. I I Garman aufgestellte Art St. obsciira ( 1 899, p. Tat". 53 Fig. [) vor mir zu haben, zumal auch der Rücken sehr niedrig ist (Textfig. 56). Aber weitere Untersuchungen zeigten, daß diese gleichmäßig schwarze Färbung auch bei solchen vorkommt, welche einen hohen Rücken haben, und da ferner bei manchen diese Färbung nur auf der einen Seite hervortritt, auf der andern dagegen der Silberglanz weit überwiegt, so ist es mir wahrscheinlich, dal) das schwarze Pigment, welches die den Silberglanz gebende Schicht überlagert, leicht abreibbar ist und vielleicht in den meisten Fällen abgerieben wird, und dadurch der Silberglanz stärker hervortritt. Fs mögen aber auch Variationen in der Färbung vorkommen. Ich habe bei den gleichmäßig schwarzen Exem- plaren andere Unterschiede, welche berechtigten sie als besondere Varietät, geschweige denn Art abzugrenzen, nicht finden können und möchte deshalb glauben, daß die von Garman aufgestellte Art St. obscura nicht diesen Wert hat. Bei einigen Exemplaren war die Iris ganz schwarz gefärbt, aber auch hier lehrte eine Prüfung einer größeren Zahl, daß der ventral liegende Silber- fleck besonders bei kleineren Exemplaren verschieden stark hervortreten kann. Einem großen Wechsel ist weiter die Lage der Flosse unterworfen, was mit dem Wechsel der Gestalt zusammenhängt. Zwar liegen die Bauch- und der Anfang der Anal- flosse vor der Höhe des Anfangs der Rücken- flosse (als Anfang ist hier der erste Strahl der Flosse gerechnet, nicht der Anfang des blatt- artigen Dorns, und weiter ist als Grundlinie für die Maße stets die Linie Schnauzenspitze — Mitte der Wurzel der Schwanzflosse ange- nommen), aber die Entfernung von der Schnau- zenspitze variiert. Die Bauchflossen können etwas vor dem Anfang des zweiten Körper- drittels oder hinter ihm liegen, die Analflosse beginnt stets vor der Mitte, endet aber ent- weder vor der Vertikale des Endes der Rückenflosse, auf gleicher Vertikale oder hinter ihr. Die Rückenflosse beginnt stets hinter der Körpermitte, hier aber vor dem Pmde des zweiten Drittels oder hinter demselben. >£Oöeoaoao5ji F'g- 5 S - Brr 5 V 5 P 10 D 9 — 10 (selten 11 und 12) A 13 — 14. Bei Exemplaren von einer Länge über 2 cm ist das Verhältnis der größten Höhe des Körpers zu seiner Länge in der Regel 1 : 1,2 — 1,3, kann aber variieren zwischen 1:1,1 bis 1,5; geringste Körperhohe zur grollten 1 : 5,5 bis 1 : 7, Kopflänge zur Korperlänge in der Regel 1 : 2,7 — 2,8, wechselt aber zwischen 1 : 2,5 und 1 : 3,1; Schnauze zur Breite des Auges 1 : 3 bis 1 -.4, Breite des Auges zur Kopflänge in der Regel 1 : 2, variiert zwischen i : 1,8 und 1 : 2,2. Das Auge liegt lateral, ist rund oder oval, die Linse liegt zentral. Der Interorbitalraum ist doppelt so breit wie die Schnauze, konkav, von zwei fein gezähnten Leisten seitlich gegen das Auge abgegrenzt. Die Maulspalte ist fast vertikal gestellt, reicht nicht bis zur Vertikale der Mitte des Auges, ist fast so lang wie das Auge breit ist. Zahlreiche kleine etwas ungleich große 11/ t> August Brauer, Zähne auf den Kiefern. Ein Dorn ventral am Unterkieferende, i — 3 kleine an der Schulter, einer an der ventralen Kante des Vorderrandes des Präoperculums, einer vorn am sogenannten Bauchkiel, und zwei an seinem hintern Ende, der vordere rostrad, der hintere ventrad gestellt, ein gegabelter kurz hinter dem After. Vor der Rückenflosse eine nach hinten ansteigende gezähnte dünne Platte, die am hintern Ende durch einen kräftigen Dorn gestützt ist, der viel- leicht ein modifizierter Strahl der Flosse ist. Die Zahl der Zähne der Platte nimmt mit dem Alter zu; Exemplare von 2 — 3 cm Länge haben 12 — 15, größere 18 Zähne. Die Brustflosse reicht etwas über die Basis der Bauchflossen hinaus, diese sind kurz, reichen bis zur Analflosse. Die Fettflosse liegt gleich hinter der Rückenflosse, ist niedrig und reicht ganz oder nicht ganz bis zu den kurzen Strahlen der Schwanzflosse. Zwischen den Bauchflossen und dem Ende der Analflosse eine breite durchsichtige dünne Membran. Leuchtorgane: In der Zahl und Anordnung habe ich keine Variabilität gefunden. 1. Am Kopf: a) ein orbitales, das aber nicht wie Argyropelecus und Polyipmts am vordem Augen- rand gelegen ist, sondern am hintern Rande auf der Höhe der Mitte des Auges. Bei größeren Tieren ist es nur an einer leichten Vorwölbung der Haut kenntlich, bei Jüngern scheint es da- gegen als schwarzer Fleck durch die noch wenig pigmentierte Haut und ist leicht erkennbar. Es ist wahrscheinlich dem dorsalen präopercularen Organ von Argyropelecus gleichwertig, b) Ein suborbitales ventral auf der Wange kurz vor dem präopercularen Dorn, c) Nur ein ventrales Organ auf dem Kiemendeckel, d) 3 Branchiostegalorgane, zu einer Gruppe vereinigt. 2. Am Rumpf: 2 Längsreihen. In der ventralen am Isthmus eine Gruppe von fünf, am Bauchkiel eine Gruppe von 10, zwischen Bauch- und Analflosse, etwas höher auf die Seite gerückt eine Gruppe von 3, längs des hintern Teils der Analflosse eine Gruppe von 4, das erste kleiner und be- deutend höher gelegen als die andern, und zwischen der Analflosse und den kurzen Strahlen der Schwanzflosse 4 kleine Organe. In der lateralen Reihe finden sich nur drei dorsal von der Basis der Brustflosse. Die vorstehende Beschreibung weicht von der von Günther, Goode und Bean und Alcock gegebenen ab besonders in Bezug auf die Zahl der Strahlen der Bauch- und Analflosse. Von jenen werden für die erstere 3, für die letztere 12 Strahlen angegeben. Bei keinem einzigen von den vielen untersuchten Exemplaren habe ich diese Zahlen gefunden, sondern stets 5 und 13 — 14, und ich kann deshalb nur annehmen, daß hier ein Irrtum vorliegt. Das orbitale Organ ist bisher übersehen worden. Die Angabe Alcocks, daß die Brustflosse nur halb so lang wie das Auge ist, dürfte wohl auf eine Beschädigung zurückzuführen sein. Maße des größten Exemplars. Körperlänge 4,45 Von der Schnauzenspitze sind entfernt: Größte Körperhöhe 3,3 die Bauchflossen 1,55 Geringste Höhe 0,5 die Rückenflosse 2,55 Kopflänge 1,55 die Analflosse 1,9 Schnauze 0,225 Breite der Basis der Rückenflosse 0,75 Breite des Auges 0,7 der Analflosse 1,85 Interorbitalraum 0,45 Außer 1 2 Exemplaren, welche über 2 cm lang sind, enthält das Material der J 'aldivia noch 81 kleinere Exemplare (Textfig. 59 — 63), welche bis zur Länge von 1 cm herab ähnliche 118 Die Tiefseefische. 119 Schwankungen hinsichtlich der Gestalt und der Verhältnisse zeigten wie jene, dagegen bei noch kleineren wurden die Abweichungen größer, indem wie bei Argyropelecus der Yorderkörper niedriger und der Hinterkörper, besonders der Schwanz, länger wird. Das Verhältnis der größten Hohe des Körpers zu seiner Länge kann hier selbst bis zu 1:3 sein, das der Kopflänge zur Körperlänge bis zu 1 : 4. Die Schnauze ist größer, kann selbst etwas länger sein als das Auge breit ist, während bei altern Tieren stets das umgekehrte Verhältnis obwaltet. Weiter ist die Zahl der Zähne am blattartigen Rückendorn um so geringer je jünger die Exemplare sind. Solche von 1,5 cm Länge haben zuweilen nur 10, bei 1,3 — 1,4 cm langen nur 5 — 7, bei 1,1 — 1,2 cm langen 3 — 5, bei solchen von 0,8 — 1 cm nur 1 — 2 und bei Tieren, die kleiner als 0,8 cm sind, habe ich in keinem Fall auch nur einen Zahn mehr getroffen, die dorsale Kante war ganz glatt. Ferner ist die Pigmentierung bei jüngeren Tieren viel weniger entwickelt und dadurch wird das Studium der Entwicklung der Leuchtorgane, die viel klarer hervortreten als bei älteren Tieren, erleichtert Das jüngste Stadium, das als Stemoptyx sicher bestimmbar war, besaß nur das oper- Fig. 59- Fig. 62 Fig. 60. Fig. 61. Fig. 63. culare Organ (Textfig. 59): es folgte dann zunächst gleichzeitig das orbitale und 3 Organe am Bauchkiel und darauf in rascher Folge drei Isthmusorgane, zwei Branchiostegalorgane. Bald traten auch die drei lateralen Organe hervor, nachdem die Isthmusgruppe ihre Zahl auf 4, die am Bauchkiel auf 9 erhöht hatten, und weiter 3 Organe der an der Analflosse gelegenen Gruppe. Man kann sie schon bei 0,7 cm langen Tieren antreffen, doch gilt auch hier dasselbe, was für Argyropelecus gesagt wurde, daß die Länge nicht das Alter genau bezeichnet, weil mit zunehmender Entwicklung der Körper sich verkürzt, aber erhöht. Erst bei Tieren von 1 cm Länge werden zwei Anlagen der präkaudalen Gruppe und etwas früher oder gleichzeitig auch ein Organ der ventralen Gruppe zwischen der Bauch- und Analflosse sichtbar. Bei solchen von 1,15 cm Läng'e ist die Zahl der Bauchkielorgane und der Isthmusorgane vollständig geworden, etwas später er- scheint auch das dritte Branchiostegalorgan, und zuletzt das dritte und vierte präkaudale, das erste der Gruppe längs der Analflosse und das suborbitale Organ. Tiere von 1,3 cm Länge zeigen gewöhnlich schon sämtliche Organe pigmentiert. 119 . _ August Brauer, Die Anlage der Leuchtorgane erfolgt auch hier wie bei Argvropelecm sehr ungleichzeitig und ungleichmäßig in den verschiedenen Gruppen. Die Reihenfolge ist aber eine andere; das erste Organ, welches angelegt wird, ist zwar auch hier das operculare, dann aber erscheint schon sehr früh das orbitale, und dieses erleichtert die Unterscheidung junger Exemplare von Sternoptyz. und Argyropelecus ganz außerordentlich. Es gibt für manche Stadien einen besseren Anhalt als die ventrale zwischen den Bauchflossen und dem Ende der Analflosse gelegene Membran. Wie die Figuren erkennen lassen, ist sie anfangs gleichmäßig hoch in allen Teilen und breiter, und allmählich mit der Erhöhung und Verkürzung des Korpers nimmt sie die definitive Gestalt an. Vorkommen: Atlantischer Ocean : nördlichster Fundort: 46 N. Br. 24" \V. (Museum in Kopenhagen); 44" N. 56" W. (Museum in Christiania), Azoren, St. Helena, Kap Verden und An- tillen (Cuvier u. Valenciennes), Jamaica (Hermann), Marokko, Azoren (Talisman), Küste von Portugal (Hirondelle), zwischen Tenerifa und St. Thomas, bei Sa. Leone, Mittl. Atlantic. (Challenger) ; Ost- küste Nordamerikas und West-Indien (Blake und Albatroß). Von der Valdivia-Expedition : südl. von den Kanarischen Inseln (Stat. 32), bei Sa. Leone (Stat. 43, 44), im Golf von Guinea (Stat. 46, 48, 50, 54, 55, 64 — 67), Südwestküste Afrikas zwischen Kongo-Mündung und Kapstadt (Stat. 74, 85, 86). - Stiller Ocean : südlich von Australien (47" 25' S. Br. 130" 32' O. L.'l, nördlich von Neu-Seeland, bei den Philippinen, Neu-Guinea, südlich von Yedo (Challenger). Sandwich-Inseln (Gilbert). Indischer Ocean: Arabisches Meer (Investigator); von der Valdivia-Expedition: zwischen Neu- Amsterdam und Sumatra (Stat. 174, 175, 1S2, 190), Bucht von Bengalen (Stat. 215), zwischen Ceylon und den Malediven (Stat. 217, 218), zwischen den Seychellen und Sansibar (Stat. 231, 232, 235, 237 — 239). Ein kleines Exemplar wurde im Schließnetz in einer Tiefe von 800 — 600 m auf Stat. 227 (westl. v. Chagos-Archipel) gefangen. Polyipnus GÜNTHER. Polyipnus Günther 1S87 p. 170; Goode u. Bean 1896 p. 128; Alcock 1899 p. 137; Garman 1809 p. 237. Polyipnus sftinosus GÜNTHER. Polyipnus spinosus Günther 18S7 p. 170 Taf. 51 fig. B; Alcock 1889 p. 3118; 1891 y. 126; Gilbert u. Cramer 1897 p. 416; Goode u. Bean 1896 p. 128 fig. 149; Alcock. 1S99 p. 138. Taf. VII, Fig. 3: Textfig. 64—66. Der Beschreibung, welche Günther und Alcock gegeben haben, habe ich nur wenig hinzuzufügen. In Bezug auf die Strahlenzahl der Flossen habe ich bei den 6 grillieren Exemplaren der Expedition folgende Zahlen gefunden: V 5 D 13 P 13 — 14, A 15 — 17, während Günther V 5 P c. 14 D 12, A 14 und Alcock V 5 P 12, D 12 — 13, A 15 — 16 angeben. Die Zahl der Branchiostegalradien beträgt 11, nach Günther dagegen nur 5, nach Alcock 6. Hier dürfte wohl ein Irrtum vorliegen. Die Zahl 5 Günthers kann schon deshalb nicht richtig sein, weil auch nach Günther 6 Branchiostegal-Leuchtorgane vorhanden sind, und jedes zwischen je zwei Strahlen liegt. Hinter den vordem 6 Strahlen, zwischen welchen die Organe liegen, folgen noch weitere 5. Die Zahl der Leuchtorgane zeigt bei allen bisher untersuchten Exemplaren eine große 1 20 I He Tiefseefische. i 2 i Konstanz. Nur in der längs der Analflosse liegenden Reiht; kommen größere Variationen vor. Günther fand hier 13, Alcock 12, bei 3 Exemplaren der Expedition waren beiderseits 15 ent- wickelt, bei einem 1 4, bei einem fünften links 1 6, rechts 1 5 und bei einem sechsten links 1 1 , rechts 12. Besonders die beiden letzten balle lehren, daß die Zahl in diesem Abschnitt variabel ist, und die Verschiedenheit nicht berechtigt, besondere Arten darauf zu gründen. Das orbitale Organ ist am vordem Rand des Auges gelegen und öffnet sich nicht wie alle übrigen ventrad, sondern gegen das Auge. Fig. 64. Außer den sechs Exemplaren, deren Länge zwischen 1,9 und 6,1 cm schwankte, und die außer in den erwähnten Punkten miteinander übereinstimmten, sind noch zwei, 0,8 und 0,55 cm große im Golf von Guinea (Stat. 55) gefangen worden, die in mancher Minsicht Interesse bieten (Textfig. 65, 66). Wie bei Argyropelecus und Sternoptyx zeigen sie- ein anderes Verhältnis Fig. 65. Fig. 66. der größten Höhe des Körpers zu seiner Länge, so das größere 1 : 2,2, während bei älteren es 1 : 1,5 — 1,6 beträgt, ferner ist die Schnauze, die später viel kürzer als das Auge breit ist, fast gleich demselben. (1 : 1,1.) Daß diese Exemplare Jugendstadien von Polyipnus sind und nicht etwa von Argyropelecus und Sternoptyx, ergibt sich für das größere aus der Länge der Rücken- und Analflosse, aus den Maßen und weiter aus der Gestalt des Auges und aus der Anordnung der Leuchtorgane. Ein Argyropelecus kann es nicht sein, weil das Auge kein Anzeichen für eine Umwandlung in ein Teleskopauge aufweist. Es stimmt in der Gestalt des Auges vielmehr mit Sternoptyx überein, ist aber von dieser Gattung wieder leicht zu unterscheiden, weil das orbitale 1 2 1 Deutsche Tiefsee-Expedition 18 Bd. XV. 16 1 22 August Brauer, Organ präorbital und nicht, wie bei Sternoptyx, postorbital liegt. Von beiden Gattungen unter- scheidet sich der junge Polyipnus dadurch, daß bei ihm die Leuchtorgane des Schwanzes noch nicht entwickelt sind. Es fehlen gänzlich die längs der Analflosse und präkaudal liegenden Organe. Von den zwischen den Bauch- und der Analflosse liegenden ventralen Organen ist nur das erste vorhanden, dagegen sind alle Kopforgane, fast alle Organe am Bauchkiel, und die ersten beiden der lateralen Reihe bereits entwickelt. Die Reihenfolge, in der die Leucht- organe auftreten, ist also sicher bei Polyipnus eine andere als bei dvn beiden verwandten Gat- tungen. Ebenso läßt das hehlen des orbitalen Organs bei dem kleineren Tier sicher schließen, daß es nicht ein Sternoptyx sein kann, da hier dasselbe als eines der ersten erscheint. Die Zahl der Flossenstrahlen konnte nicht genau ermittelt werden, und ebenso sind die Konturen in den beiden Figuren vielleicht nicht ganz richtig, da die Exemplare etwas verletzt waren. In der Hauptfigur, die ein älteres Exemplar zeigt, habe ich den Kopf in der etwas un- natürlichen Lage, in welche er durch die vorgetriebenen Eingeweide gebracht war, gelassen, weil so die Anordnung der Leuchtorgane klarer sich zeigte. Maße für das größte und zweitkleinste Exemplar: Gr. Ex. Kl. Ex. Gr. Ex. Kl. Ex. Körperlänge 6,1 0,8 Größte Kürperhöhe 37 0,36 Größte Höhe zur Körperlänge i : i,6 j ■ -> Geringste Körperhöhe 0,65 0,01 Geringste zur größten Höhe • 00 1 : 3,6 Ki ipflänge '.95 0,27 Kopflänge zur Körperlänge 1 : 3 I : 3 Schnauze 0,225 o,oS 0,95 1 : 2 1.075 0,09 1 :3 0,1 1 Breite des Auges Auge zur Kopflänge Vertikaler Durchmesser des Auges Von der Schnauzenspitze sind entfernt : die Rückenflosse die Analflosse Schnauze zur Breite des Auges 1:4 1 : 1 , 1 Fundorte: Atlantischer Ocean : Valdivia, Golf von Guinea (Stat. 55: 2 3" 27' 5" O. L. V. 1200 m). Indischer Ocean: Challenger, zwischen Philippinen und Borneo. In- vestigator, Andamanen-See. Valdivia, Westküste von Sumatra (Stat. 192: o° 43' 1" S. Br. 98 1 -' 33' 8" O.L. Tr. 371 m; Stat. 199: o° 15' 5" N.Br. 98° 4' O.L Tr. 470 m); Nordostküste Afrikas (Stat. 258: 2 58' 5" N.Br. 46° 50' 8" O.L. Tr. 1362 m). -- Stiller Ocean: Sandwich-Jnseln (Gilbert u. Cramer). 3.1 0.35 3.5 0,3s 36' 5" N.Br. 12 2 Die Tiefseefische. 12- 2. Unterordnung Apodes. Farn. Anguülidae Günther. Coloconger Alcock. Coloconger Alcock 1889 p. 456; 1S99 p. 195. Co/ocongcr raniceps Alcock. Coloconger raniceps Alcock 1889 p. 456; 1899 p. 196 Taf. 7 fig. 4. Taf. VIII, Fig. 1 ; Textfig. 67. Größte Höhe des Körpers zu seiner Länge 1 : 7,2, Kopflänge zur Körperlänge 1 : 4,7 — 5, Schnauze zur Breite des Auges 1 : 1,6, Breite des Auges zur Kopflänge 1 : 4,3, zur Breite des Interorbitalraums 1 : i,i. Die Maulspalte reicht bis zum hintern Rande der Pupille. Vorderes Nasenloch nahe der Schnauzenspitze, hinteres auf niedriger Röhre mehr dorsal näher dem Auge als der Schnauzenspitze. Zähne auf den Kiefern klein, eng gestellt, gegen die Schnauzenspitze zu etwas großer und weiter gesetzt. Zunge I [/ \ mit kleinen Zähnen, Palatinum, Vomer zahnlos. Am Gaumen hinten zwei große rauhe Horn(?)-Platten. Die Rückenflosse beginnt etwas vor der Vertikale der Brust- flosse. Diese liegt dorsal der Kiemenöffnung und ist länger als die halbe Kopf- länge. Die Analflosse beginnt fast zwei Kopflängen hinter dem Kopf, hinter der Körpermitte, sie ist niedriger als die Rückenflosse. Seitenlinie besonders dadurch deutlich, daß ihre Oeffnungen auf schwarzen Röhren liegen. Fundorte: Indischer Ücean ; Investigator : Andamanen-See, Bucht von Bengalen, Arabisches Meer (Malabar-Küste); Tiefe zwischen 366 — 735 m. Größtes Exemplar 26,6 cm lang. Valdivia: Ostafrikanische Küste zwischen Sansibar und Sokotra (Stat. 246: 5° 24' S. Br. 39 19' 8" O. L. Tr. 818 m, Glob. Schi. Bl. Ton.; Stat. 251: 1 ° 40' 6" S. Br. 4 1 ° 47' \" O. L. Tr. 693 m, Pterop. od. Bl. Ton. ; Stat. 252: o° 24' 5"S.Br. 42 ° 49' 4" O. L. Tr. 1019 m, Pterop. od. Bl. Ton.; Stat. 256: 1" 49' N.Br. 45 29' 5" O.L. Tr. 1134 m, Glob. Schi. od. Bl. Ton.: Stat. 263: 4 41' 9" N.Br. 48° 38' 9" O.L. Tr. 823 m, Glob. Schi. od. Bl. Ton.; Stat. 265: 6° 24' 1" N.Br. 49 31' 6" O.L. Tr. 628 m). Färbung: Rücken graubraun, am Kopf und Bauch grünlich und violett schillernd, Iris blaugrün. Zahl der Exemplare: 15, größtes 46 cm, kleinstes 26,5 cm. Maße: Körperlänge 40,1 Interorbitalraum 2,2 Größte Körperhöhe 5,5 Länge der Brustflosse 3,7 Kopflänge 8,5 Von der Schnauzehspitze sind Schnauze 1,2 entfernt: Horizontaler Durchmesser des Auges 1,95 die Rückenflosse 8,25 Vertikaler Durchmesser 1,2 die Analflosse 25,1 Fig. 67. I 2' 16* August Brauer, Im Darm eines 27 cm langen Exemplars (Stat 265) lag ein (ohne Arme) 3 cm langer, schon >tark verdauter Tintenfisch sowie der Kopf eines Decap öden mit sehr langen Antennen. Magen und Darm ist schwarz pigmentiert; der Magen (Textfig. 67) bildet, wie schon Alcock 1 »richtet, einen sehr langen Blindsack, der fast über die Hälfte der Bauchhöhle sich erstreckt. Der Pylorus Hegt noch etwas vor der Höhe der Uebergangsstelle des Oesophagus in den Magen; der Darm zieht zuerst gerade neben dem Magenblindsack nach hinten, dann bildet er hinter seinem Ende einige Windungen. Die gegebene Beschreibung stimmt mit der von Alcock gegebenen im Wesentlichen überein. Uroconger Kauf. Uroconger Kaup 1856 p. 110; Günther 1S70 V. S p. 43; Jordan u. Davis 1S91 p. 658; Jordan u. Evermann 1S96 p. 358; Goode u. Bean 1896 p. 13S. Uroconger lefiturus (Richardson). Congrus !i-piii>iben und etwas nach vorn gerichtet; der Interorbitalraum ist sehr schmal. Die Maulspalte ist weit und reicht bis unter die Mitte des Auges. Im Zwischenkiefer sind 2 große gekrümmte Fangzähne, im Ober- kiefer 8 — 9 kleinere, weit gesetzte, im Unterkiefer findet sich vorn ein fast horizontal nach vorn gestellter und weiter 1 2 große Zähne, die vordem schräg nach vorn, die hintern vertikal gestellt und weit gesetzt; die Unterkieferzähne sind größer als die Oberkieferzähne. Die Kiemenöffnung liegt ventral vor der kleinen Brustflosse, und ihr ventraler Rand ist mit dem Isthmus verwachsen. Der After liegt etwas vor der Körpermitte. Rücken- und Analflosse sind noch nicht entwickelt, eine kurze freie Schwanzflosse ist vorhanden. Färbung: An der Seite des Rumpfes 8 Pigmentflecke, andere an der Bauchseite, sonst farblos; schillernd. Fundort: Indischer Ocean, ostlich von Sansibar (Stat. 237: 4 45' S.Br. 48" 58' 6" O.L. V. 2000 m, Bodentiefe 5071 m). 125 pi: August Brauer, Maße: Körperlänge 7,15 Horizontaler Durchmesser des Auges 0,07 Größte Höhe des Rumpfes (über Vertikaler Durehmesser 0,1 dem After) 1,25 Entfernung des Afters von der Schnauzen- Kopflänge 0,625 spitze 3,5 Größte Höhe des Kopfes 0,2 Länge der Schwanzflosse 0,2 Schnauze 0,35 Länge der Brustflosse 0,2 Farn. Nemichthyidae. Nt m u •// thys Rich ardson. Nemichthys Richardson 184S p. 10; Günther 1850 — 70 V. S p. 21; Jordan u. Gilbert 1882 p. 366; Jordan 1887 p. 844; Jordan u. Davis 1891 p. 656; Jordan u. Evermann 1896 p. 369; Goode u. Bean 1896 p. 151 ; \l COCK 1S99 p. 189. Leßtorhynchus Lowe 1852 p. 54. Belonopsis Brandt 1854 p. 174. Nemichthys scolopaceus Richardson. Nemichthys scolopaceus Richardson 1848 p. 25 Taf. 10 hg. 1 — 3; Günther 1859 — 70 V. 8 p. 21; 1SS7 p. 263; Peters 1876 p. 849; Goode u. Bean 18S2 — 83 p. 225; 1S96 p. 152 fig. 170; Goode iSSia p. 4S5; Jordan u.Gilbert 18S2 p. 366; Jordan 1SS7 p. S44; Vaillant 18S8 p. 93 Taf. 7 fig. 2, 2a; Jordan u. Davis 1891 p. 657; Jordan u. Eve;rmann 1896 p. 369. Leptorhynchus Leuchtenbergii Lowe 1852 p. 54. Belonopsis Leuchtenbergii Brandt 1854 p. 174 fig. Taf. IX, Fig. 1 . P 1 1 D über 300 Strahlen. Auge zur Länge des postorbitalen Kopfteils 1 : 3, zur Länge des Kopfes ohne die Schnauze 1 : 4. Die Rückenflosse beginnt eine Augenbreite vor der Brustflosse, der After liegt kurz hinter der Basis der Brustflosse: die Analflosse beginnt gleich hinter dem After. Die Rückenflosse besteht etwa im zweiten Drittel aus niedrigen dornartigen Strahlen, im ersten und letzten Drittel aus längeren Strahlen, welche aber niedriger sind als die der Analflosse. Die Maulspalte ragt etwas über den hintern Augenrand hinaus. Die Kiefer und Yomer mit kleinen, nach hinten gerichteten Zähnen dicht besetzt. Der Oberkiefer ist am Ende dorsad gekrümmt, die Spitze scheint bei dem Exemplar der Expedition abgebrochen zu sein. Die Nasenlöcher liegen nahe dem Auge schräg übereinander. Die Kiemenöffnungen sind getrennt. Die Brust- flosse ist fast gleich der Höhe des Kopfes. Seitenlinie mit drei Reihen von Poren. Färbung: Schwärzlich, Iris blau: im Spiritus Rücken hellbraun, Bauchseite braunschwarz. Verbreitung: Atlantischer Ocean: südlicher Teil (Richardson); Madeira (Lowe); Ost- küste Nordamerikas, zwischen 31 ° und 42 N.Br. und 65" und 75 ° W. L (Goode und Bean), Westküste Nordafrikas, Banc d'Arguin (Vaillant). Das eine Exemplar der Expedition ist bei 1 26 Die Tiefseefische. , . den Kap-Verden-Inseln gefangen (Stat. 37: 16" 14' \" N. Br. 22" 38' 3" \Y. L. Tr. 1694 m, Glob. Pterop. Schi.). — Stiller Ocean : nördlich von Neu-Guinea (Peters). Maße: Kürperlänge 56,7 Länge des postorbitalen Kopfteils 1,8 Größte Höhe des Rumpfes 1 Breite des Interorbitalraums 0,4 Schnauze (wahrscheinlich etwas ab- Länge der Brustflosse 1,4 gebrochen) 3,8 Auge 0,6 Größte Höhe des Kopfes 1,2 Hie obige Beschreibung von N scolopaceus weicht von den von andern Autoren gegebenen darin ab, daß die Rückenflosse im zweiten Drittel kurze dornartige Strahlen besitzt, während von den früheren Autoren dieses nicht erwähnt wird, und nach <\*.i\\ Figuren die Flosse aus gleich langen Strahlen gleichmäßig zusammengesetzt erscheint. Da aber alle andern Verhältnisse völlig mit den Angaben für N. scolopaceiis übereinstimmen, so möchte ich glauben, daß der be- schriebene Bau der Rückenflosse früher nur nicht beobachtet ist. Garman (1899 p. 324, Taf. 65, Fig. 1) hat eine neue Art, N. fronto und Alcock (1899 p. 190, Taf. 14, Fig. 5) eine weitere, N. acanthonotus, beschrieben. Beide zeigen als wichtigsten Unterschied, soweit ich ihrer Beschreibung entnehmen. kann, daß die Rückenflosse nicht in ihrer ganzen Länge gleichmäßig sich aufbaut, sondern im zweiten Drittel kurze Dornen besitzt, wie ich es für das Valdi via-Exemplar beschrieben habe. Es liegt deshalb nahe anzunehmen, daß auch diese beiden Arten mit N scolopaceus identisch sind. Ebenso möchte ich den Zweifel, welchen Jordan und Evermann darüber aussprechen, ob N. avocetta Jord. u. Gilb, aus dem Pacifischen Ocean wirklich eine von N. scolopaceus verschiedene Art ist, teilen. Auch Gilbert (1904), welcher ein gut erhaltenes Exemplar von der Westküste Nordamerikas (Waldren-Island, Golf von Georgia) beschreibt, hebt die große Uebereinstimmung von N avocetta und scolopaceus her- vor, allerdings ist nach ihm die Rückenflosse ganz aus gleichgebauten Strahlen zusammengesetzt. Da ich mir von der letzteren Art keine weiteren Exemplare zum Vergleich verschaffen konnte, muß ich die krage unentschieden lassen. Sollte eine Nachuntersuchung ergeben, dal J > wirklich bei N. scolopaceus die Rückenflosse keinen ungleichmäßigen Aufbau zeigt, so würde das Exemplar der Expedition wahrscheinlich N fronto Garm. zuzurechnen sein. Sollte andererseits meine Ver- mutung sich als richtig erweisen, so würde das Verbreitungsgebiet von N scolopaceus auch den Pacifischen und Indischen Ocean umfassen. Avocettina Jordan u. Davis. Avocettina Jordan u. Davis 1891 p. 655; Jordan u. Evermann 1S96 Vol. 1 p. 367; Vol. 3 p. 2S02. Wie Jordan und Evermann bereits gezeigt haben, sind manche Arten, welche den ver- wandten Gattungen Labichthys und Nemichthys zugerechnet sind, der Gattung Avocettina einzu- reihen. Für diese Gattung ist charakteristisch einmal eine einzige Reihe von Poren in der Seitenlinie und größere Entfernung des Afters von der Brustflosse. Den ersten Charakter teilt sie mit Labichthys, unterscheidet sich aber von dieser durch den zweiten, indem bei Labichthys der After ebenso wie bei Nemichthys kurz hinter der Brustflosse gelegen ist; Nemichthys ist weiter noch dadurch von Avocettina verschieden, daß die Poren der Seitenlinie in drei Reihen angeordnet sind. Von den bisher bekannten Arten würden auf Grund dieser Unterschiede der Gattung Nemichthys 1 27 , t ^ August Brauer, zuzuzählen sein N. sco/opaceus Richardson, N. avoceüa Jord. u. Gilb., N. acanthonotus Alcock und .A' fronto Garman, 1 ) der Gattung Labichthys L. carinatus Gii.i. u. Ryder, der Gattung Avo- cettina Nemichthys infam Günther, Labichthys elongatus Gill u. Ryder, Labichthys Gilli Bean und Labichthys Bowersii Garman. Was die letzten vier Arten betrifft, so sind ihre Diagnosen zum großen Teil nach mehr minder verletzten Exemplaren aufgestellt, und eine sichere Unterscheidung ist zum Teil sehr erschwert. Von ihnen ist A. Bowersi am leichtesten zu erkennen, nämlich an dem kleineren Auge. Nach der Zeichnung Garman's (1899, p. 323 Taf. 64 fig. 1) ist das Verhältnis des Auges zum postorbitalen Teil des Kopfes 1 : 4 — 5, während es bei den andern Arten 1 : 2 — 3 beträgt, weiter ist vielleicht die Kürze der Rückenflosse charakteristisch, welche 252 Strahlen besitzt, sonst etwa 330. Die andern drei Arten aber, in /ans, elongahis und Gilli scheinen mir identisch zu sein. Zur Bestimmung können die Angaben über die Maße der Kopf- und Korper- und der Schnauzen- länge weniger in Betracht kommen, weil der Schwanz sehr häufig verletzt und durch Regeneration modifiziert sein kann, besonders stark bei. den Exemplaren, nach welchen A. in/ans Günth. be- schrieben ist, wie auch tue amerikanischen Forscher annehmen, und weil weiter die Kiefer in der Regel abgebrochen und verschieden stark gebogen sind. Bei allen wohl erhaltenen Exemplaren nämlich ist der Oberkiefer bedeutend länger als der Unterkiefer und an seinem Ende stark auf- wärts gebogen, der Unterkiefer dagegen ist abwärts gekrümmt, und weiter trägt er an seiner Spitze eine ovale knöpf förmige Verdickung, welche mit kleinen Zähnen dicht besetzt ist. So sonderbar diese Gestaltung der Kiefer ist und so schwer verständlich auch ihre Funktion ist, sie muß, da sie bei allen Exemplaren in gleicher Weise wiederkehrt, doch als normal betrachtet werden und dürfte auch Bowersi nicht fehlen. Da aus diesem Grunde die genannten Maße ungleich aus- fallen müssen, so kann man nicht zu viel Gewicht auf die angegebenen Unterschiede legen. Besser zu verwerten sind zur Bestimmung in erster Linie die Breite des Auges, die Länge des postorbitalen Kopfteils und tue Entfernung des Afters oder der Analflosse, die gleich hinter ihm beginnt, von dem Ende des Kopfes oder von der Basis der Brustflosse, da diese auf gleicher Vertikale mit der Kiemenöffnung gelegen ist, und vielleicht auch noch die Lage der Rückenflosse. Nach den Angaben der Autoren nun ist das Verhältnis des Auges zur Länge des post- orbitalen Kopfteils bei in/ans 1 : 3 nach Günther, i : 2 — 3 nach Jordan und Evermann, bei Gilli nach Bean 1 : 2, bei elongata 1 13 (nach der Fig. 172 bei Goüde und Bean), bei 7 Exemplaren der V a 1 d i v i a -Expedition 1 : 2,3 — 2,6, das Verhältnis der Länge des postorbitalen Kopfteils (bis zur Brustflosse gerechnet) zu der Entfernung der Analflosse von der Basis der Brustflosse bei infans fast 1 : 3 nach Günther (nach seiner Figur 1 : 3,8), bei Gilli nach Bean i : 4, bei elongata 1 : 3,8, von den V a 1 d i v i a -Exemplaren bei drei 1 14, bei zwei 1 : 3,4, und bei zwei 1 : 4,4 und 4,7. Ferner beginnt bei allen die Rückenflosse kurz hinter der Vertikale der Basis der Brustflosse. Wenn diese Angaben zum Teil von mir nur aus den Figuren berechnet sind, da solche im Text fehlen, und die Figuren vielleicht nicht ganz genau die Verhältnisse wiedergeben, so geht doch, glaube ich, das aus ihnen hervor, daß die drei Arten einander sehr nahe stehen müssen, wenn sie nicht identisch sein sollten. Die 8 Valdivia-Exemplare zeigen größere Unterschiede nur hinsichtlich der Entfernung des Afters von der Brustflosse, ich glaube aber 'i L'eber die letzten drei Arten vgl. das bei Nemichthys Gesagte. 128 Die Tiefseefische. I ">Q vorläufig daraufhin keine Trennung in mehrere Arten vornehmen zu dürfen, weil sie vielleicht in Altersunterschieden begründet sein können. So hebt z. B. auch Günther (1887, p. 264) hervor, daß bei zwei kleineren Exemplaren von in/ans der After näher der Brustflosse gelegen ist, als bei dem dritten großem. Da bei allen Exemplaren die Lage der Rückenflosse dieselbe ist, die Zahl ihrer Strahlen zwischen 326 — 340 eine genaue Zählung ist sehr erschwert, und daher sind kleine Eehler nicht zu vermeiden — , die der Analflosse 240 — 260 beträgt, und sie unter dem 25. — 28. Strahle der Rückenflosse beginnt, so glaube ich, daß die 8 Exemplare einer und derselben Art zuzurechnen sind. Für in/ans, Gilli sind die Zahlen der Strahlen nicht an- gegeben, bei elongata soll die Rückenflosse 346, die Analflosse 309 -f- x (die Flosse war verletzt) haben. Die erstere Zahl würde mit der meinigfen übereinstimmen, die zweite da^etren nicht. Weiteres Material muß entscheiden, ob die 3 Arten identisch sind oder nicht. Sollte es der Fall sein, wie ich vermute, so würde der Name infans die Priorität haben. Avocettina infans (Günther). Nemichtlixs infans Günther 187S p. 251; 1SS7 p. 264 Taf. 63 Fig. B. Avocettina infam Jordan u. Davis 1888 p. 655; Jordan u. Evermann 1896 V. I p. 367. Labiclithys infans Goode u. Bean 1S96 p. 153 fig. 173. ? Labichthys Gilli Bean 1890 p. 45. ? Labichthys elongatus Gii.l u. Ryder 1884 p. 262; Jordan 1887 p. 844; Goodi u. Bean i8y6 p. 153 fig. 172. ? Avocettina elongata Jordan u. Evermann 1898 V. III p. 2802. Tafel VIII, Fig. 5—6. P 14 — 15 D 325 — 340 A 240 — 260. Größte Höhe zur Körperlänge 1 : 40, Kopflänge zur Körperlänge i : 9,4, Schnauze zur Kopflänge 1 : 1,3, Auge zur Länge des postorbitalen Kopfteils 1 : 2,3 — 2,6, zur Breite des Interorbitalraums 1 : 1,2 — 2, Länge des postorbitalen Kopfteils zur Entfernung der Analflosse von der Brustflosse 1:4 (schwankend zwischen 1:3,3 und 1:4,7). L> er Oberkiefer ist fast doppelt so lang als der Unterkiefer, der erstere ist aufwärts, der letztere abwärts gebogen, beide enden mit einer knopfförmigen Anschwellung, die mit kleinen Zähnchen dicht besetzt ist. Auch die Ränder des Oberkiefers und der Yomer sind mit kleinen, nach hinten gekrümmten Zähnen dicht besetzt. Die Maulspalte reicht sehr wenig über den hintern Augenrand hinaus. Auf dem Oberkiefer zwei niedrige Leisten, welche auf der Vertikale des vordem Augenrandes sich ver- einigen, ohne aber einen größeren medianen Kiel zu bilden. Die Nasenlöcher liegen nahe dem Auge, die vordem auf einer kürzeren Röhre nahe dem Kieferrande, die andern nicht auf einer Rohre und vorn dorsal am Auge. Die Brustflosse liegt fast auf «deicher Vertikale mit der ö oft Kiemenöffnung, dorsal \ <>n ihr, ist schräg dorsad gestellt und fast gleich lang wie der post- orbitale Kopfteil. Der Rumpf ist im ersten Drittel bedeutend niedriger als im zweiten. Die Rückenflosse beginnt kurz hinter der Vertikale der Basis der Brustflosse und ist niedriger als die Analflosse, welche gleich hinter dem After auf der Vertikale des 25. — 28. Strahles der Rückenflosse beginnt. Seitenlinie mit nur einer Reihe von großen Poren. Am Hinterkopf eine bei den Exemplaren wechselnde Zahl von horizontalen und vertikalen, im Spiritus weißlich er- scheinenden kurzen Streifen, die sich bis zum Beginn der Rückenflosse finden. Auf dem Inter- 1 29 DcniMlir Tiersee-Expedition 1898- 189t,. 11.1 XV 17 , -,,-. Au'gust Brauer, 1 o u Orbitalraum jederseits am Auge ein Streifen von weißlichen Funkten, wahrscheinlich Sinnes- organen. Färbung: Im Spiritus braunschwarz, Bauch hellbraun: am Rumpf zuweilen etwas me- tallischer Glanz. Zahl der Exemplare: 8; ihre Länge schwankt zwischen 27 und 60cm. Maße eines unverletzten Exemplars: Körperlänge 52 Von der Basis der Brustflosse sind entfernt: Größte Höhe des Körpers 1,3 die Rückenflosse 0,4 Kopflänge 5,5 die Analflosse 3,8 Schnauze 4,3 Länge der Brustflosse 0,85 Auge 0,35 Länge der Strahlen der Rückenflosse 0,5 Breite des Interorbitalraums 0,3 der Analflosse 1 Länge des postorbitalen Kopfteils 0,9 Verbreitung (nur für die als infam bezeichneten Exemplare). Atlantischer Ocean: Westküste Afrikas (zwischen Sierra Leone und Kamerun (Sierra Leone, Challenger; Valdivia, Stat. 44: 5" 5 y 3" N.Br. 13° 27' 5" W.L. V. 3070; Golf von Guinea (Valdivia, Stat. 50: o" 26' 3" N.Br. 6° 32' W.L. V. 4000 m; Stat. 58: 3 31' N.Br. 7 25' 6" O. L. V. 600 m); Ostküste Brasiliens, bei Pernambuco (Challenger); Westindien (Challenger). Stiller Ocean: Küste von Alaska (Jordan und Evermann). Indischer Ocean: Westküste Sumatras (Valdivia, Stat. 191: o° 39' 2" S.Br. 9 8 IJ 52' 3" O. L. Tr. 750 m): Chagos-Archipel (Stat. 223: 6° 19' 3" S. Br. 73° 1 S' 9" O. L. V. 1900, Bodentiefe 3396 m): Ostküste Afrikas zwischen Sansibar und Golf von Aden (Stat. 240: 6° 12' 9" S.Br. 41 17' 3" O.L., Tr. 2959 m: Stat. 250: 1" 47' S" S.Br. 41" 58' 8" O.L. Tr. 1668 m; Stat. 270: 13" 1' N.Br. 47" io' 9" O. L. Tr. 1840 m). Außerdem wurde noch ein Exemplar, das zu stark verletzt war, um eine sichere Be- stimmung zuzulassen, wahrscheinlich aber auch A. infans ist, im Golf von Guinea (Stat. 64: o° 25' 8" N.Br. 7 o' 3" O.L. V. 2000 m) gefangen. Labichthys Gilli ist im Stillen Ocean an der Nordwestküste Nord-Amerikas (bei Prince of Wales-Insel) und L. elongatus an der Westküste Nord-Amerikas (39 N.Br. 68° W.L.) gefangen worden. Cyema Günther. Cyema Günther 1878 p. 251 ; 1887 p. 265; Goode u. Bean 1896 p. 154. Korper schlank, aber im Vergleich mit verwandten Gattungen kurz, seitlich stark zusammen- gedrückt. Schnauze sehr lang, Auge sehr klein, die Maulspalte reicht weit über das Auge hinaus. Kiefer stark verlängert, Kiefer und Vomer mit sehr kleinen, in Querreihen angeordneten Zähnen besetzt. Kiemenöffnungen klein, ventral, aber nicht vereinigt. After etwas hinter der Mitte des Körpers. Brustflosse kurz, am dorsalen Rand der Kiemenöffnung. Rücken- und Analflosse fast auf gleicher Vertikale, hinter der Körpermitte. Schwanzflosse nicht scharf von den beiden Flossen abgegrenzt, ihre Strahlen kürzer als die andern. Seitenlinie vorhanden. 1 30 J )ic Tiefseefische. • I " I Cyema atrum Günther. Cyetiia atrum Gi nther 1S7S p. 251 ; 1887 p. 265 Taf. 54 (ig. D; Vaillant 1888 [j. 91 Taf. 7 fig. 4, 4 a. Taf. VIII, Fig. 3. P 13 D 92—93 A 92—93. Das eine Exemplar der Expedition ist sehr gut erhalten, nur ist die Schnauze an der Spitze verletzt; nach den Angaben Günthers, welcher ein Exemplar mit vollständiger Schnauze untersucht hat, müßte man noch 0,8 cm für die Schnauze hinzurechnen. Die sich dann er- gebenden Werte, welche die richtigen sein würden, habe ich im folgenden in Klammern beigefügt. Größte Höhe (auf der Höhe des Afters) zur Körperlänge 1:13 (1:14), zur Kopflänge 1:3 (1:4,3), Kopflänge zur Körperlänge 1:4,4 ( I: 3>4)> Schnauze zur Kopflänge 1:2,5 ( I:I > 2 5)< Auge zur Kopflänge 1:20 (1:28), zur Schnauze 1:8 (1:16), zur Breite des Interorbitalraums 1 : 3. Die Kiefer sind sehr lang, mit kleinen, in Ouerreihen eng gestellten Zähnen dicht besetzt, ebenso Yomer. Die Maulspalte ragt weit über das Auge hinaus bis zur Mitte des postorbitalen Kopfteils. Die kleinen Nasenlöcher liegen nahe zusammen nahe dem Auge, das vordere auf einer kleinen Röhre. Das Auge ist sehr klein, die Linse aber verhältnismäßig sehr groß. Die Körperhöhe nimmt bis zum Beginn der Rückenflosse allmählich etwas zu. Die Länge der Brustflosse ist gleich der Hälfte des postorbitalen Kopfteils; ihre dorsalen Strahlen sind länger als die ventralen. Der After liegt hinter der Körpermitte, aber vor dem Ende des zweiten Drittels. Die Analflosse beginnt gleich hinter dem After, die Rückenflosse sehr wenig hinter der Vertikale der Analflosse. Die Schwanzflosse ist nicht scharf abzugrenzen, die Vertikalflossen erscheinen vereinigt. Ihre Strahlen werden kaudad länger, nehmen aber auf der Spitze des Schwanzes wieder ab, so daß die vereinigten Vertikalflossen hinten tief eingeschnitten erscheinen. Die Poren der Seitenlinie liegen am Ende dünner Röhren. Färbung: gleichmäßig sammetschwarz. Vorkommen: Atlantischer Ocean, Küste von Marokko (Talisman). Stiller Ocean, südwestl. von Juan Fernandez (Challenger: 38 7' S. Br. 94° 4' W. L.). -- Antarktischer Ocean südl. von Australien (Challenger: 50 i'S. B. 123" 4' ü. L.). Indischer Ocean, Seychellen (Valdivia, Stat. 231: 3 24' 6" S.Br. 58 38' \" O.L. V. 2000 m). Größtes, bisher gefundenes Exemplar: 15 cm. Maße (in Klammern stehen die Werte, welche sich ergeben, wenn man für den abge- brochenen Teil der Schnauze 0,8 hinzurechnet): Körperlänge 8,85 (9,65) Breite des Interorbitalraums 0,3 Größte Körperhöhe 0,65 Entfernung des Afters von der Brustflosse 3,2 Kopflänge 2 (2,8) von der Schnauzenspitze 5,3 (6,1) Schnauzenlänge 0,8 (1,6) Länge der Brustflosse 0,55 Länge des postorbitalen Länge der längsten Strahlen der Rücken- und Kopfteils 1,1 Analflosse 0,8 Auge 0,1 Die obigen Angaben stimmen im allgemeinen mit den von Günther und Vaillant ge- machten überein; für die des letzteren Autors muß man allerdings dabei berücksichtigen, daß bei 131 '7* , \i gusj Brauer, i -i - dem Exemplar, das er untersucht hat, die Schnauze noch stärker verletzt war als beim Valdivia- Exemplar, und daher die Werte zum Teil verschieden erscheinen. Günther gibt für das Ver- hältnis der Körperhöhe zur Körperlänge ohne Kopf 1:12 an, ich finde 1 : 10, nach ihm sind die Vertikalflossen an der Schwanzspitze nicht vereinigt, indessen, glaube ich, dürften diese Unter- schiede auf die verschiedene Erhaltung der Exemplare zurückzuführen sein. Wichtiger wäre der folgende. Nach Günther beginnt die Rückenflosse auf gleicher Vertikale mit der Analflosse, nach Vaillant fast gleicher Vertikale, auf seiner Figur beginnt sie etwas vor der Analflosse, bei dem Valdivia-Exemplar liegt dagegen ihr Anfang etwas hinter der letzteren. Es ist möglich, daß diese Unterschiede nur den Wert von Variationen haben: ehe nicht ein größeres Material vor- liegt, möchte ich jedenfalls darauf keine neuen Arten aufstellen, zumal in andern wichtigen Punkten Uebereinstimmung herrscht. Da das Exemplar von der Expedition mit dem bis zu 2000 m herabgelassenen Vertikal- netz an einer Stelle gefangen ist, wo die Bodentiefe jedenfalls bedeutend größer ist, so dürfte Cyema bathypelagisch leben. Serrivomer Gill u. Ryder. Serrivomer Gill u. Ryder 1884 p. 260; Jordan 1887 p. 845; Jordan u. Davis 1888 p. 653; Guude u. Bean 1S96 p. 155; Jordan u. Evermann 1896 p. 367. Serrivomer sector Garman. Serrivomer sector Garman 1S99 p. 320 fig. 63. Taf. VIII, Fig. 4. Von der Expedition sind 6 Exemplare der Gattung Serrivomer im Indischen Ocean gefangen worden, während bisher ihr Vorkommen nur aus dem Atlantischen und Stillen Ocean bekannt ist. Das größte, 40 cm lange Exemplar war leider wegen zu schlechter Erhaltung für die Unter- suchung unbrauchbar, ein anderes 33 cm langes, welches am besten erhalten war, war leider im Glastopf des Vertikalnetzes während des Aufziehens von einer großen Acanthephyra etwas hinter dem After durchbissen worden, die andern 8,2 — 21,5 cm langen Exemplare waren auch stark verletzt. Aus diesem Grunde ist die richtige Bestimmung mit Schwierigkeiten verknüpft. So läßt sich die Zahl der Strahlen der Rücken- und Analflosse nicht genau feststellen. Im übrigen aber stimmen die Exemplare mit der von Garman beschriebenen 5. sector überein. Es scheint mir aber notwendig, auch S. Beani Gill und Ryder einer neuen Untersuchung zu unterziehen, da nach der allerdings wenig eingehenden Beschreibung dieser Art es mir nicht ausgeschlossen erscheint, daß 5. sector mit .V. Beani identisch ist. Auch Gilbert (1905, p. 586) hat vor kurzer Zeit diese Ansicht ausgesprochen. Größte Höhe des Korpers (kurz hinter der Kiemenöffnung) zu seiner Länge 1:51, Kopi- länge zur Korperlänge 1 : 5,5 — 6, Auge zur Länge des postorbitalen Kopfteils 1 : 10, zur Kopf- länge 1 : 18 — 20. zur Breite des Interorbitalraums 1:1. Die Schnauze ist kürzer als der Kopf ohne diese: das Auge ist breiter als hoch. Der Körper ist wenig seitlich abgeplattet. Die Maul- spalte reicht etwas über den hintern Augenrand hinaus. Auf den Kiefern sind im vordem Drittel Die Tiefseefische. 133 kleine Zähne in mehreren Reihen, im /weiten größere lanzettförmige in einer Reihe, und im letzten wieder kleinere Zähne. Auf dem Vomer eine Reihe dicht hintereinander gestellter, lanzett- förmiger, größerer Zähne: es ist aber möglich, daß sie, wie Garman angibt, etwas alternierend, also in 2 Reihen gestellt sind, dann aber liegen die beiden Reihen so eng nebeneinander, daß sie wie eine erscheinen. Die Kiemenöffnungen vereinigen sich am hintern Rande. Die Nasen- löcher liegen nahe dem Auge, das vordere auf einer kurzen Röhre. Die Brustflosse hat 6 Strahlen, ist sehr klein, so lang wie das Auge und sitzt dorsal am hintern Rande der Kiemenöffnung. Der After liegt hinter der Vertikale der Brustflosse in einer Entfernung, welche % des postorbi- talen Kopfteils beträgt. Die Analflosse beginnt gleich hinter dem After, sie ist etwas weniger als eine halbe Kopflänge vom Kopf entfernt. Ihre Strahlen sind in eine dicke Membran einge- bettet. Die Rückenflosse beginnt hinter der Vertikale der Analflosse in einer Entfernung, die fast gleich ist derjenigen zwischen der Brustflosse und dem After. Ihre Strahlen sind kürzer als die der Analflosse. Der lange Magenblindsack reicht etwas über den After hinaus. Bathy- pelagisch. Färbung: Bei zwei Exemplaren silberglänzend mit kleinen schwarzen Flecken, bei einem dritten Exemplar tritt der Silberglanz ganz zurück, er dürfte wohl abgerieben sein. Zahl der Exemplare 6. Fundorte: Stiller Ocean : Westküste Central-Amerikas, bes. Golf von Panama, zwischen 3" 9' u. 7° 15' N.Br. und zwischen 79° 36' und 86" 57' W.L. (Albatroß). Indischer Ocean: zwischen Neu-Amsterdam und Sumatra (Valdivia, Stat. 175: 26 3' 6" S.Br. 93 43' 7" O.L. V. 2200 m, Bodentiefe 4709 m; Stat. 182: 10" 8' 2" S.Br. 97° 14' 9" O.L. V 2400 m) Binnen- meer an der Westküste Sumatras (Stat. 190: o° 58' 2" S.Br. 99 43' 2" O.L. Tr. 1280 m): westlich vom Chagos- Archipel (Stat. 226: 4 5' 8" S. Br. 70° i' 9" O.L. V 2000 m): Küste Nordost-Afrika (Stat. 261: 4 36' 1" N.Br. 48" 37' 6" O.L Tr. 12 13 m). Maße: Körperlänge 33,5 Länge des postorbitalen Kopfteils 3 Größte Körperhohe 0,65 Von der Höhe der Brustflosse sind entfernt (kurz hinter der Kiemenöffnung) die Analflosse 2,5 Kopfhöhe 0,7 die Rückenflosse 5,5 Kopflänge 5,4 Länge der Brustflosse 0,35 Schnauze 2 Länge der längsten Strahlen : Auge 0,3 der Rückenflosse 0,35 Interorbital räum 0,3 der Analflosse 0,9 Farn. Synaphobranchidae. Synaphobranchus Johnson. Sytiaphobranchus Johnson 1862 a p. 169; Günther 1859—70 V. 8 p. 22; 1887 p. 253; Jordan u. Gilbert 1882 p. 364: Gill 1890 p. 161 ; Jordan 1887 p. 844; Jordan u. Davis 1891 p. 67 1 ; Goode u. Bean 1896 p. 142 ; Jordan u. Evermann 1896 p. 351; AlCOCK 1899 p. 194. . , , kUGl S'J BR 11 1 R, 1 .1 4 Synaphobranchus brevidorsalis Günther. Synaphobranchus brevidorsalis Günther 1S87 p. 255 Taf. 63 fig. C. Die drei Exemplare der Expedition entsprechen im wesentlichen den Angaben Günthers. Die Länge der Brustflosse ist % der Kopflänge, sie liegt bei zwei Exemplaren, wie Günther es angibt, näher der Schnauze als dem After, bei einem aber gleich weit von beiden Punkten entfernt, so daß also die Lage der Brustflosse dieselbe ist, wie bei S. pinnatus Günther. Dieser Unterschied der beiden Arten scheint also weniger wichtig zu sein. Dagegen ist die Lage der Rückenflosse von Bedeutung. Wenn auch ihre Lage insofern etwas variieren kann, als die Ent- fernung zwischen ihr und dem After etwas geringer oder etwas größer als eine Kopflänge be- tragen kann, so liegt sie doch stets nicht kurz hinter dem After, sondern fast eine Kopflänge hinter ihm. Magen und Darm wie bei Urocongey und Coloconger\ im Magen nicht bestimmbare Massen. Vorkommen: Stiller Ocean : nördl. von Neuguinea (Challenger: 2°33 / S.Br. 144" 4' O.L. Tiefe 1957 m); bei Japan (Challenger: 35 n' N.Br. 139" 2 8'O.L. Tiefe 631 m). - In- discher Ocean: Küste Nordostafrikas (Valdivia: Stat. 251: i ° 40' 6" S. Br. 41" 47' ["O.L. Tr. 693 m, Pterop. od. Bl. Ton). Zahl der Exemplare: 3, ihre Größe beträgt 50, 55 und 57 cm. Maße: Körperlänge 50 Entfernung der Brustflosse von der Schnauzenspitze 8,5 Größte Körperhöhe 4 des Afters vom vordem Rand der Kopflänge 7,5 Kiemenöffnung 9,25 Schnauze 2,2 der Rückenflosse von der Höhe des Afters 6,4 Auge i,i des Afters von der Schnauzenspitze 16,75 Farn. Saccopharyngidae Macropharynx A. Br. Macropharynx A. Brauer 1902 p. 290. Eurypharynx verwandt, aber verschieden besonders durch die Gestalt des Körpers, indem der Yorderkörper hoch gewölbt und gegen den hintern fast unter einem rechten Winkel abge- setzt ist, durch den Mangel der großen Zähne an der Spitze des Unterkiefers, durch das Fehlen der Brustflossen und durch das am Ende des Schwanzes befindliche Organ (Leuchtorgan?). Macropharynx longicaiidatus A. Br. Macropharynx longicaiidatus A. Brauer 1902 p. 291. Taf. VIII, Fig. 2. Yorderkörper hoch, von der Schnauzenspitze bis zum Beginn der Rückenflosse steil auf- steigend, dann fast rechtwinklig in den flachen Rücken übergehend; seitlich stark abgeplattet: 134 Die Tiefseefische. t -» - 1 35 Schwanz niedrig, dünn, lang, peitschenartig; hinterer Teil des Bauches und Schwanz scharf gegen den vordem Teil durch eine plötzliche Abnahme der Höhe abgesetzt. Der Schwanz endet mit einer länglichen Anschwellung, die dorsal pigmentiert ist, ventral nicht. Dem äußern Aussehen nach könnte es ein Leuchtorgan sein. Maulspalte horizontal gestellt, außerordentlich weit. Auge sehr klein, nahe der Schnauzenspitze. Die Rückenflosse beginnt weit vor der Analflosse und endet auf der gleichen Vertikale wie die Analflosse, eine ziemlich große Strecke vor dem Schwanz- ende. Die Analflosse beginnt nahe dem Ende des ersten Drittels der Körperlänge. Brust- und Schwanzflosse fehlen. After im vordem Drittel des Körpers gelegen. Auf der Seite des Körpers, vom Kopf bis zum Schwanzende hintereinander Oeffnungen des Seitenkanales auf dünnen Röhren in queren Reihen von je 3 — 4. Haut nackt, Färbung schwarz. Fundort: Atlantischer Ocean, Golf von Guinea (Stat. 53: i" 14' 2" N. Br. 2 U io'W. L. V. 3500 m). Zahl der Exemplare: 1 . M a ß e : Länge des Körpers bis zum Schwanzende 1 5, 1 Von der Schnauzenspitze sind entfernt: Größte Höhe des Vorderkörpers 1,9 der After 3,75 Höhe des Schwanzes am Anfang 0,35 der Anfang der Rückenflosse 1,8 Breite des Vorderkörpers 0,4 der Anfang der Analflosse 4,2 Länge der Schnauze o, 1 5 das Ende der Rücken- und Breite des Auges o, 1 Analflosse 1 1 . Unterordnuno- Haplomi. Farn. Scopelithic. Evermannella Fowler. Evermannella Fowler 1901 p. 211. Odontostomus Cocco 1838 p. 192 ; 1838a p. 32 ; Cuvier u. Valenciennes 1849 p. 314; Günther 1S59 — 70 V. 5 p. 417 ; 18S7 p. 200; Carus 1889 — 93 p. 566; Goode 11. Bean 1896 p. 121; Jordan u. Eyermann 1896 V. I p. 597; Ai.cock 1899 p. 166. Evermannella indica spec. nov. Diese neue Art steht E. Sa/60 (Risso) sehr nahe, der wichtigste Unterschied liegt in der Zahl der Strahlen der Analflosse, welche nicht 34, sondern nur 28 — 29 ist. Die Maße weichen zwar auch etwas ab, aber diese Unterschiede können durch die geringe Größe der Exemplare bedingt sein. P 12 V 9 D 11 — 12 A 28 — 29. Größte Höhe des Körpers zu seiner Länge 1 :6,3 — 6,8, geringste Körperhöhe zur größten 2, Kopflänge zur Körperlänge 1:4, Schnauze zur Kopflänge 1:4, horizontaler Durchmesser des '35 '36 August Brauer, Auges zum vertikalen i : 1,2, zur Schnauze 1:1, zur Kopflänge 1 : 3,6. Die Maulspalte ragt etwas über den Hinterrand des Auges hinaus. Das Auge ist ein Teleskopauge, die Linse ist dorsad verschoben, seitlich ist es durch eine Hautfalte bedeckt, die beiden Augen stehen mit ihren Längachsen einander parallel, etwas nach vorn gerichtet, und sind durch einen sehr schmalen Interorbitalraum getrennt. Günther's Ansicht, daß sie drehbar sind, ist nicht richtig. Die Brust- flosse liegt tief und erreicht gerade die Bauchflosse. Die Rückenflosse beginnt ein wenig vor der Bauchflosse, vor der Mitte des Körpers und endet fast über dem After oder auf der Körper- mitte. Die Analflosse beginnt hinter der Mitte des Korpers, vor dem Ende des zweiten Drittels und endet kurz vor der Schwanzflosse. Im Zwischenkiefer viele kleine gekrümmte Zähne; im Unterkiefer 3 große, die zwei ersten viel größer als der dritte, im Vomer ein sehr großer, auf dem Palatinum 3 — 4 große, die aber viel kleiner sind als der Yomerzahn. Färbung: Im Spiritus gelblich-weiß mit 2 Längsreihen von schwarzen blecken, die untere Reihe ist nur am Schwanz entwickelt. Fundort: Indischer Ocean : nördlich von den Cocos-Inseln (Stat. 182: io° 8' 2" S. Br. 97° 14' 9" O.L. Y. 2400 m); Seychellen (Stat. 231: 3" 24' 6" S. Br. 58° 38' \" O.L. Y. 2000 m); Sansibar (Stat. 239: 5 42' 3" S. Br. 43" 36' 5" O.L. Y. 1500 m). Zahl der Exemplare: 3, größtes 3,25 cm. Maße: Körperlänge 3,25 Schnauze 0,2 Größte Höhe des Kör- Horizontaler Durchmesser des Auges 0,225 Vertikaler Durchmesser 0,2 s Breite der Basis der Rücken- flosse 0,875 der Analflosse 0,875 pers 0,475 Geringste Höhe 0,25 Kopflänge 0,82 Von der Schnauzenspitze sind entfernt : die Rückenflosse 1,3 die Bauchflossen 1,35 die Analflosse 2 der After 1,6 Evermannella atrata (Alcock). Odontostomus alratus Alcock 1S93 p. 1S2 Taf. 9 fig. 4; 1899 p. 167 Taf. 33 fig. 3. Evermannella atrata Fowler 1901 p. 211. Taf. X, Fig. 3—4. Von £. balbo (Risso) ist diese Art verschieden durch die Zahl der Strahlen der Analflosse, welche dieselbe ist wie bei E. indica, von E. balbo und indica durch das Auge, welches normal gestaltet, kein Teleskopauge ist, durch die größere Breite des Interorbitalraums, durch die dunkle Färbung, durch das Verhältnis der Körperhöhe zu seiner Länge, die Lage des Afters kurz vor der Analflosse. Brr 8 P 12 V 9 Du A 28. Größte Höhe des Körpers zu seiner Länge 1 : 4,4, geringste zur größten Höhe des Körpers 1 : 3,2, Kopflänge zur Körperlänge 1 : 4,1, Auge zur Kopflänge 1 : 4, zur Schnauze 1 : 0,9,' zur Breite des Interorbitalraums 1 : 1,1. Die Schnauze ist abgestutzt. Die Maulspalte reicht etwas über den hintern Augenrand hinaus. Der Zwischenkiefer hat etwa 30 kleine, nicht bieg- bare Zähne, im Unterkiefer sind etwa 13 Zähne, von ihnen ist der zweite am längsten, vom 136 Die Tiefseefische. , 1 m dritten bis zum sechsten nehmen sie allmählich an Größe ab, die letzten sind gleich klein. Auf dem Vomer und Palatinum je ein sehr langer, säbelförmiger Zahn, der wie alle Unterkieferzähne nach hinten umlegbar ist. Sie sind größer wie der zweite Unterkieferzahn. Hinter dem großen auf dem Palatinum noch eine Reihe von 4 — 5 kleinen Zähnen. Der Unterkiefer springt etwas vor. Vier Kiemen, eine kleine Pseudobranchie, keine Reusenstrahlen. Die Rückenflosse beginnt vor der Vertikale der Bauchflosse, vor der Körpermitte. Die Brustflosse liegt tief, auf gleicher Höhe mit der Bauchflosse und reicht fast bis zu der Bauch- flosse. Diese liegt vor der Mitte des Körpers, unter der Mitte der Rückenflosse, sie reicht nicht bis zum After. Die Analflosse beginnt hinter der Rückenflosse, hinter der Körpermitte etwas vor dem Ende des zweiten Drittels, und endet etwas hinter der Vertikale der Fettflosse, kurz vor den ersten Strahlen der Schwanzflosse. Die Analflosse ist breiter, aber niedriger als die Rückenflosse. Der After liegt kurz vor der Analflosse. Die Seitenlinie ist deutlich, als eine dünnwandige schmale Röhre, deren Wand durch die Poren unterbrochen wird. Schuppen fehlen. Auf dem Interorbitalraum ist hinten eine quer gestellte, nierenförmige Partie, welche pigmentlos ist; durch sie scheint das Parietalorgan hindurch. Vor ihr findet sich ein plattes hufeisenförmiges Feld, das durch schmale Erhebungen seiner Ränder gegen die Umgebung ab- gegrenzt ist. Auf diesem beide finden sich sechs Längsreihen von weißlich erscheinenden ovalen Organen, wahrscheinlich Sinnesorganen, am Vorderrande des Feldes liegt eine große Oeffnung eines Seitenkanals. Vor diesem hufeisenförmigen Felde liegt ein trapezförmiges, auf welchem hinten zwei, vorn vier Oeffnungen sich finden. Die steile Schnauze ist durch eine schmale mediane Leiste in zwei Hälften geteilt, jede ist länger als breit, konkav gestaltet und mit kurzen Querreihen gleicher Organe, wie das hufeisenförmige Feld, besetzt. Aehnliche finden sich zwischen dem Auge und den erwähnten Feldern, ferner in parallelen Schrägreihen am dorsalen Rande der Maulspalte und am Unterkiefer in einem längern Streifen. Die Nasenlöcher liegen vorn dorsal nahe der Schnauzenspitze. Das Auge ist rund, kein Teleskopauge wie bei E. balbo und indica, aber es ist auch zum größten Teil seitlich von einer durchsichtigen Hautfalte bedeckt, nur im rostralen Teil ist es frei. Die Augenspalte ist weit und höher als breit, die Linse ver- hältnismäßig klein. Bathypelagisch. Färb üh gf: Sammetschwarz, Kiemendeckel und Wanee etwas metallisch glänzend, Iris mit grünlichem Glanz. Fundorte: Indischer Ocean: Pacht von Pengalen und Andamanen-See (Investigator) nördl. vom Chagos-Archipel (Valdivia, Stat. 221: 4" 5' 8" S. Pr. 73" 24' 8" O. L. V. 2000 m; Bödentiefe 2926 m; ein Exemplar). Die gegebene Beschreibung weicht von der Alcock's nur darin besonders ab, daß er für die Baüchflosse 8 und für die Analflosse 26 Strahlen angibt. Maße: Körperlänge 8,4 Von der Schnauzenspitze sind entfernt: Größte Körperhöhe 1,9 die Rückenflosse 3,05 Geringste Höhe 0,6 die Bauchflossen 3,55 Kopflänge 2,05 die Analflosse 5,25 Schnauze 0,45 Auge 0,5 Breite der Basis der Rückenflosse 1,2 Interorbitalraum 0,55 der Analflosse 2,3 '37 Deutsche Ttefsee-Expedition 1898—1899. Bd. XV. iS o August Brauer, Dissomma A. Brauer. Dissomma A. Brauer 1902 p. 278. Diese Gattung stimmt in der Lage der Rückenflosse, in der Länge der Analflosse, in der Gestaltung des Auges und zum Teil in der Bezahnung mit Evermannella Liberein, weicht von ihr besonders durch die höhere Lage der Brustflosse und durch die wahrscheinlich vorhandene Beschuppung ab. Körper schlank, seitlich stark zusammengedrückt, Schnauze konisch zugespitzt, Maulspalte weit, Brustflossen hoch gelegen, Rückenflosse kurz, vor der Körpermitte und vor den Bauch- flossen, diese kurz, vor der Körpermitte, Analflosse lang, hinter der Körpermitte, Fettflosse groß, Schwanzflosse schwach gegabelt. Wahrscheinlich kleine Schuppen. Zwischenkiefer groß, Zähne auf dem Zwischen- und Unterkiefer, Yomer, Palatinum und auf der Zunge. Keine großen Fang- zähne auf dem Yomer, Zähne biegbar. Kiemenöffnung weit, Kiemandeckel nicht vereinigt, vier Kiemen, Nebenkieme v< »rhanden. Dissomma anale A. Brauer. Dissomma anale A. Brauer 1902 p. 27S; (Auge) A. Brauer. Taf. X, Fig. 1 — 2. Brr 8 P 19 V 9 D 7 A 25. Größte Höhe des Körpers zu seiner Länge 1 : 6,5 ; geringste Höhe des Körpers zur größten 1 : 2,2 ; größte Breite des Körpers zu seiner größten Höhe 1 : 1,8; Kopflänge zur Körper- länge 1 : 4,2, Schnauze zur Kopflänge 1 : 2,8; Breite des Auges zur Kopflänge 1 : 3,5, zur Schnauze 1 : 1,2, zur Breite des Interorbitalraums 1 : 0,5. Nasenlöcher näher der Schnauzenspitze als dem Auge. Die Maulspalte reicht bis zur Vertikale des hintern Augenrandes. Unterkiefer nicht vor- springend. Zwischenkiefer sehr lang, Oberkiefer, wenn vorhanden, sehr klein. Zähne im Zwischen- kiefer klein, im Unterkiefer vorn drei kleinere, dahinter 4 große, auf dem Yomer einige größere, auf dem Palatinum eine Reihe größerer Zähne, Zunge mit 4 — 6 größeren, nach hinten umge- bogenen Zähnen, die in einer Reihe hintereinander stehen. Alle Zähne nach hinten umlegbar. Kiemenreuse schwach ausgebildet. Auge seitlich gelagert, aber dorsad gerichtet, Teleskopauge, groß. Interorbitalraum mit zwei seitlichen länglichen Gruben, die durch eine mediane Leiste getrennt und von 2 seitlichen begrenzt werden. Schuppenartige Felder machen das Vorhanden- sein kleiner Schuppen, von denen 4 dorsal der Seitenlinie liegen, sehr wahrscheinlich. Brust- flossen breit und lang, reichen über die Vertikale der Bauchflosse hinaus, fast bis zum After. Die Rückenflosse beginnt vor der Körpermitte, vor der Vertikale der Bauchflossen und endet über den letzteren, die Bauchflossen liegen vor der Mitte des Körpers, sind kurz, reichen nicht bis zum After. Die Analflosse beginnt hinter der Körpermitte und endet kurz vor den kurzen Strahlen der Schwanzflosse. Der After liegt etwas vor der Analflosse. Das größte Exemplar ist noch nicht ausgewachsen, die Pigmentierung erst im Anfang. Brustflosse schwärzlich. Die kleinen Exemplare von 0,7 — 2 cm Länge fallen sehr auf durch das Auge: es ist 13« ' Die Tiefsccfische. I ^ Q außerordentlich schmal, aber der vertikale Durchmesser sehr lang. Die Linse liegt bei den kleinsten noch zentral. Fundorte: Atlantischer Ocean : südl. von den Kanarischen Inseln (Stat. 32: 24" 43' 4" N. Br. 17° 1' 3" W. L. Y. 2000 m); Golf von Guinea (Stat. 50: o° 26' 3" N. Br. 6" 32 W. L. V. 4000 m; Stat. 55: 2" 36' 5" N. Br. 3" 27' 5" O. L. V. 600 m, Bodentiefe 3513 m; Stat. 66: 3 55' S.Br. 7" 48' 5" O.L. V. 700 m); westlich von Kapstadt (Stat. 86: 28° 28' 8" S.Br. 6" 13' 9" O. L. V. 1200 m). - - Antarktischer Ocean: östlich der Bouvet-Insel (Stat 136: 55° 57' 2" S.Br. 16" 14' 9" O.L. V. 2000 m). -- Indischer Ocean : Südküste Afrikas bei Port Elisabeth (Stat. 102: 34° 31' 2" S.Br. 26 o' 2" O.L. V. 1000 m); nördlich von den Cocos-Inseln (Stat. 182: io° 8' 2" S.Br. 97" 14' 9" O.L. V. 2400 m). Zahl der Exemplare: 12, größtes 2,95 cm, kleinstes 0,7 cm. Maße des größten Exemplars (Stat. 50). Körperlänge 2,95 Länge der Brustflosse 0,65 Größte Körperhöhe 0,45 Von der Schnauzenspitze sind entfernt : Geringste Höhe 0,2 die Rückenflosse 1,1 Größte Körperbreite 0,25 die Bauchflossen 1,25 Kopflänge 0,7 die Analflosse 1,68 Schnauze 0,25 der After 1,55 Vertikaler Durchmesser des Auges 0,25 Breite der Basis der Rückenflosse 0,21 Horizontaler Durchmesser 0,2 Breite der Basis der Analflosse 0,96 Interorbitalraum 0,1 Omosudis Günther. Omosudis Günther 1887 p. 201; Goodeu.Bean 1896 p. 122; Jordan u.Evermann 1896 V. 1 p. 598; Fowler 1901 p.2i2. Körper schlank, seitlich zusammengedrückt, nackt, Kopf kegelförmig, Schnauze mäßig lang, Maulspalte weit, Unterkiefer, Vomer und Palatinum mit wenigen, meist sehr großen, um- legbaren säbelförmigen Fangzähnen besetzt. Zähne im Zwischenkiefer klein oder mäßig groß. Supra- und Postclavicula lang stielförmig. Bauchflossen weit hinter den Brustflossen, sehr kurz, Rückenflosse vor oder hinter der Mitte des Körpers, vor der Analflosse, Fettflosse vorhanden. Acht Branchiostegalradien, vier Kiemen, Pseudobranchie vorhanden, Kiemenspalte weit, Kiemen- deckelmembranen vorn vereint, kurze Reusenstrahlen. Magenblindsack groß, sehr erweiterungsfähig. Günther hat die Diagnose der Gattung auf Grund der einen von ihm beschriebenen Art, O. Lmvei, aufgestellt. Im Material der Expedition finden sich noch 2 weitere Arten, von denen die eine eine andere Lage der Rückenflosse als O. Lowei zeigt: ich habe deshalb die von Günther gegebene Diagnose entsprechend geändert. Uebersicht über die Arten. I. Rückenflosse hinter der Körpermitte, kurz; 1. Schwanz sehr lang, Analflosse lang a) Höhe 1 : 7, D 10 A 25 — 26 O. elonqatus spec. nov. 139 . m Al Gl äT Br \it.r, 2. Schwanz kurz, Analflosse kurz a) Höhe 1:5, I) 9 A 14 0. Lowei- Günther aa) Höhe 1 13 — 3,6, D 9 A 15 0. Loivei indicus var. nov. II. Rückenflosse vor der Körpermitte, lang, Analflosse kurz. a) Höhe 1 13,4, D 21 A 13 0. brevis spec. nov. Omosudis elongatus spec. nov. Textfig. 68. Brr 8 P 12 ü 10 A 25—26. Größte Hohe zur Lange des Körpers 1:7, geringste Körperhöhe zur grollten 1:4,3, Kopflänge zur Körperlänge 1 : 3,6, Auge zur Schnauze 1 : 2, zur Kopflänge 1 : 4, zur Breite des Interorbitalraums 1 : 0,7. Die Maulspalte reicht nur bis zum vordem Augenrand. Auf der Stirn jederseits eine niedrige Leiste. Im Zwischenkiefer ein großer und mehrere kleine Zähne, im Unterkiefer 5 mäßig große und 3 — 4 kleinere, auf dem Palatinum 3 — 4 mäßig lange Zähne. Das Auge ist rund: die kleinen Nasenlöcher liegen auf der Mitte der Schnauzenlänge. Die Brustflosse ist kurz und liegt tief. Die Bauchflossen sind rudimentär und liegen kurz vor der Vertikale der Rückenflosse, hinter der Mitte des Korpers, vor dem Anfang des letzten Drittels. Fig. 68. Die Analflosse beginnt eine kleine Strecke hinter der Rückenflosse, im letzten Körperdrittel und endet etwas vor der Schwanzflosse. Die Fettflosse liegt über dem Lnde der Anal flösse Der Magen ist sehr erweiterungsfähig, bei einem Lxemplar in ihm die Reste von zwei jungen Fischen. Färbung: Das Peritoneum ist schwarz pigmentiert, das Pigment in 8 Platten ange- ordnet, die durch schmale pigmentlose Streifen voneinander getrennt sind. Rücken braunschwarz gefleckt, Unterseite des Schwanzes heller. Wahrscheinlich sind alle Lxemplare noch nicht aus- gewachsen. Zahl der Exemplare: 14, größtes 3 cm, kleinstes 0,8 cm. Fundorte: Atlantischer Ocean : Golf von Guinea (Stat. 55: 2" 36' 5" N. Br. 3" 27' 5" O.L. V. 1200 m, Bodentiefe 3513 m; Stat. 64: o° 26' N.Br. 7 O. L. V. 2000 m; Stat. 66: 3 55' S. Br. 7" 48' 5" O.L. V. 3000 m). - Indischer Ocean: nördlich von den Cocos-Inseln (Stat. 182: 10" 8' 2" S.Br. 97 14/- 9" O.L. V. 2400 m); Bucht von Bengalen (Stat. 215: 7 i' 2" N.Br. 85 56' 5" O.L. V. 2500 m): südlich von Ceylon (Stat. 217: 4 56' N.Br. 78° 15' 3" O.L. V. 2000 m, Bodentiefe 4454 m); Chagos - Archipel (Stat. 223: 6° 19' 3" S. Br. 73° 1 8' 9" O.L. V. 1900 m, Bodentiefe 3396 m); Seychellen (Stat. 231 : 3 24' 6" S.Br. 58 38' 1" O.L. V. 2000 m). 140 ] >i<: Tit fsi efisi tl< , '4' Maße: Körperlänge 3 Größte Körperhöhe (kurz hinter dem Kopf) 0,43 Geringste Höhe 0,1 Kopflänge 0,8 Schnauze 0,4 Auge 0,2 Interorbitalraum o, 1 5 Von der Schnauzenspitze sind entfernt: die Bauchflossen 1 ,8 die Rückenflosse 1,86 die Analflosse 2,3 Breite der Basis der Rückenflosse 0,15 der Analflosse 0,5 Omosudis Lowei inäicus var. nov. Textfig. 69. Da diese Form sich von O. Lowei nur durch das Verhältnis der Höhe des Körpers zu seiner Länge, das bei letzterer 1 : 5, bei jener 1 : 3 — 3,6 beträgt, unterscheidet, und vielleicht weiteres Material zeigen wird, daß diese Verschiedenheit auf Altersunterschieden beruht, so gebe ich ihr nur den Wert einer Varietät. I) 9 Pc. 12 A 15. Größte Hohe des Korpers zu seiner Länge 1 : 3,6 (bei einem Lxempkir 1 : 3), geringste Körperhöhe zur größten 1 : 3,3, Kopflänge zur Körperlänge 1 : 2,6, Breite des Auges zur Kopf- Fig. 69. länge 1 : 4, zur Schnauze 1 : 1,2, zur Breite des Interorbitalraums 1 : 0,7. Nasenlöcher klein, auf der Mitte der Schnauzenlänge. 1 >as Auge ist etwas höher als breit. Die Maulspalte reicht bis zur Höhe des hintern Augenrandes. Im Zwischenkiefer zwei größere und einige kleinere, im Unterkiefer vorn ein kleiner, dann folgt ein sehr großer, der größte Zahn, und weiter zwei kleinere. Auf dem Palatinum vier große, von denen der zweite am längsten ist. Auf der Stirn jederseits eine Leiste. Brustflossen kurz, niedrig. Bauchflossen sehr kurz, etwas vor der Verti- kale des Anfangs der Rückenflosse, etwas hinter der Mitte des Körpers. Die Rückenflosse endet eine kleine Strecke vor der Vertikale des Anfangs der Analflosse, welche im letzten Körperdrittel gelegen ist. Fettflosse breit. Am Präoperculum ventral zwei Dornen. Färbung: Am Rücken braunschwarz pigmentiert, Peritoneum mit 3 — 4 kurzen Pigment- platten ; Pigmentierung aber noch nicht beendet. Zahl der Exemplare: 6, größtes 1,8 cm, kleinstes 0,5: im Magen des letzteren lag bereits ein kleiner Fisch aufgerollt. Fundorte: Atlantischer Ocean : Golf von Guinea (Stat. 64: o° 25' 8" N. Br. 7" o' 3" O. L V 2000 m). - - Indischer Ocean : nordlich von den Cocos Inseln (Stat. 182: 10" 8' 2" S.Br. 97° 14' 9" O.L V. 2400 m); Chagos-Archipel (Stat. 223: 6° 19' 3" S.Br. 73" 18' 9" O.L. V 1900 m, 141 '4: v gust Brauer, Bodentiefe 3396m): zwischen Seychellen und Sansibar (Stat. 236: 4 38' 6" S. Br. 51° 1 6' 6' O. L. V. 2000 m). M^ße: Körperlänge 1,8 Größte Körperhöhe 0,5 Geringste Höhe o, 1 5 Kopflänge 0,7 Schnauze 0,225 Auge 1,825 Interorbitalraum 0,125 Von der Schnauzenspitze sind entfernt : die Rückenflosse 1,07 die Bauchflossen 1 die Analflosse 1,3 Breite der Basis der Rückenflosse 0,12 der Analflosse 0,25 Oniositdis bi'cvis spec. nov. Textfig. 70. P13A13D21. Größte Höhe des Körpers zu seiner Länge 1 : 3,4, geringste Körperhöhe zur größten 1 : 3,5, Kopflänge zur Körperlänge 1 : 2,4, Auge zur Schnauze 1 : 1,1, zur Kopflänge 1 : 3,1, zur Breite des Interorbitalraums 1 : 0,6. Nasenlöcher klein, auf der Mitte der Schnauzenlänge. Auge rund. Auf der Stirn jederseits eine Leiste. Die Maulspalte reicht bis zur Vertikale des hintern Augenrandes. Im Zwischenkiefer ein kleiner Zahn, im Palatinum zwei große Zähne, im Unter- kiefer vorn ein kleiner, dann ein großer, der größte von allen. Brustflossen kurz, niedrig gelegen. Die Rückenflosse liegt vor der Mitte des Körpers und ganz vor der Vertikale der Bauchflossen, Fig. 70. sie ist niedrig aber breit. Die Bauchflossen liegen wie bei den andern Arten hinter der Korper- mitte, sind rudimentär entwickelt. Die Analflosse liegt im letzten Körperdrittel und hat lange Strahlen, sie ist aber schmäler als die Rückenflosse. Färbung: Bauch dunkel pigmentiert, Peritoneum mit zwei kurzen schwarzen Pigment- platten, Rücken und Kopf braunschwarz, Schwanz heller. Pigmentierung aber noch nicht beendet. Fundort: Atlantischer Ocean: Kap Verden-Inseln (Stat. 39: 14" 39' 5" N. Br. 21 51' 8" W. L. V. 2500). Nur ein kleines Exemplar. Maße: Körperlänge 1,53 Von der Schnauzenspitze sind entfernt: Größte Körperhöhe 0,45 die Rückenflosse 0,63 Geringste Höhe 0,125 die Bauchflossen 1,03 Kopflänge 0,63 die Analflosse 1,15 142 Die Tiefseefische. '4: Schnauze 0,225 Auge 0,2 Interorbitalraum o, 1 2 5 Breite der Basis der Rückenflosse 0,26 der Analflosse 0,2 Bathypterois Günther. Bathypteroh Günther 1878 p. 183; 1887 p. 185; Carus 1889 — 93 p. 561; Goode u. Bean 1896 p. 64; Jordan u. EVERMANN 1896 p. 544; ALCOCK 1899 p. 1 56. I )ie vielen Arten, welche von dieser Gattung beschrieben sind, unterscheiden sich zum Teil nur durch so geringe Unterschiede, daß eine Bestimmung sehr erschwert ist, und man zu der Vermutung veranlaßt wird, es möchte eine Revision der Gattung an einem größeren Material manche Arten als identisch oder nur als Varietäten erweisen. Besonders die verschiedene Länge der Strahlen der Brustflosse zu verwenden, scheint mir bedenklich, da Verletzungen sehr häufig sind, und außerdem nach Vaillant (1888, p. 132) individuelle Variationen häufig sind. Das einzige Exemplar, welches die V a 1 d i v i a -Expedition gefangen hat, steht am nächsten ß dubius Vaillant (1888, p. 124, Taf. 9 fig. 1, Taf. 12 fig. 4, Taf. 14 fig. 4, Taf. 15 fig. 4) und B. atricolor (Alcock 1897, p. 306; 1899 p. 159, Taf. 17 fig. 6). Mit beiden hat es besonders die eigentümliche Einkerbung an der ventralen Kante der Basis der Schwanzflosse gemeinsam, sowie die Strahlenzahl und die Gestaltung der Brust- und Bauchflossen. Von beiden unterscheidet sich das Exemplar durch die etwas größere Höhe, welche bei ß. dubius und atricolor zur Körperlänge ein Verhältnis von fast 1 : S, hier 1 : 7 hat; es ist von ß. dubius weiter verschieden durch das Verhältnis der Kopflänge zur Körperlänge (bei dubius 1 : 5,4, hier 1 : 4,5) und durch die Lage der Analflosse, indem diese bei B. dubius etwas hinter der Vertikale des Endes der Rückenflosse, hier auf gleicher Vertikale mit ihm beginnt. In beiden Punkten stimmt es mit ß. atricolor überein, aber diese Art hat in der Seitenlinie nur 52 Schuppen, während jenes ebenso wie dubius 60 hat. Die genannten Unterschiede scheinen mir aber nicht eine solche Bedeutung zu haben, daß man dem Val d i via -Exemplar den Wert einer Art zuerteilen müßte. Um aber die Unter- schiede hervorzuheben, beschreibe ich sie als eine Varietät von ß. atricolor, der sie am nächsten steht. Das Exemplar hat auch große Aehnlichkeit mit ß. pectoralis Garman (1899, p. 257 Taf. K fig. 1) und ß. antennatus Gilb. (1905 p. 590); es unterscheidet sich aber von der ersteren Art durch die Zahl der Strahlen der Brustflosse (3 + n statt 2 + 10), weiter durch die Lage der Rückenflosse, welche über der Mitte zwischen der Bauch- und der Analflosse enden soll. In Bezug auf den letzteren Punkt muß aber ein Irrtum vorliegen, denn der siebente Strahl der Rückenflosse soll über dem After liegen, da dieser aber in der Mitte zwischen den Bauch- und der Analflosse liegt, so kann das Ende der Basis der Rückenflosse nicht an der angegebenen Stelle liegen. Die Figur zeigt dasselbe auch auf der Vertikale des Anfangs der Analflosse. Bei ß. antennatus liegt die Fettflosse der Basis der Schwanzflosse näher als dem Ende der Basis der Rückenflosse, während es beim Yaldivia-Exemplar umgekehrt ist, und ein weiterer Unterschied scheint darin zu liegen, daß die Enden der beiden ersten Strahlen nicht die eigentümliche Ab- plattung zeigen. '4: ^ \TJ/^ MAS* . . . August Brauer, Bathyftterois atricolor indicus var. nov. Taf. XI, Fig. i. Brr 12 P 11+ 10 V 11 + 7 A 9 D 15 Latl. 60 Lattr. 6/9. Größte Höhe des Körpers zu seiner Länge 1 : 7, geringste Korperhöhe zur grollten 1 : 1,6, Kopflänge zur Körperlänge 1 14,5, Schnauze zur Kopflänge 1 : 3,3, Breite des Auges zur Kopf- länge 1:14,3, zur Schnauze 1:4,3, zur Breite des Interorbitalraums 1:5. Der horizontale Durchmesser des sehr kleinen Auges ist bedeutend größer als der vertikale. Die Nasenlöcher liegen auf der Mitte der Schnauze. Die Maulspalte ragt zwei Augenbreiten über die Vertikale des hintern Augenrandes hinaus, der Oberkiefer etwas mehr als Schnauzenlänge. Die obersten zwei Strahlen der Brustflosse reichen fast bis zur Mitte der Schwanzflosse, scheinen aber ab- gebrochen zu sein, sie sind über die Hälfte ihrer Länge vereinigt. Die Strahlen des ventralen Teiles der Flosse sind mehr minder stark verletzt, der zweite und dritte ventrale reichen bis zur Vertikale der Analflosse, auch der dritte und vierte dorsale sind länger, aber auch die übrigen dürften in Wirklichkeit länger gewesen sein. Die Bauchflossen liegen vor der Mitte des Korpers, im zweiten Drittel. Die ersten zwei Strahlen reichen bis zum Ende der Analflosse und sind nahe ihrem Ende blattförmig verbreitert. Die Rückenflosse beginnt etwas hinter der Vertikale der Bauchflossen, noch vor der Korpermitte und endet über dem ersten Strahl der Analflosse hinter der Mitte des Körpers, aber noch vor dem Ende des zweiten Körperdrittels. Der After lieet der Analflosse etwas näher als den Bauchflossen. Die kleine Fettflosse liegt etwas näher dem Ende der Basis der Rückenflosse als der Basis der Schwanzflosse. Diese ist gegabelt und beide Hälften erscheinen gleich lang. Die ventrale Kante ihrer Basis ist ausgekerbt, vor der Kerbe liegen drei kurze Strahlen der Schwanzflosse. Färbung: Hellbräunlich bis braunschwarz, besonders der Kopf ist dunkler. Fundort: Indischer Ocean, Küste Nordost-Afrikas (Stat. 257: i° 48' 2" N. Br. 45 42' 5" O.L. Tr. 1644 m). Maße: Korperlänge 19,6 Von der Schnauzenspitze sind entlernt: Größte Körperhohe 2,8 die Bauchflossen 7,5 Geringste Höhe 1,7 die Rückenflosse 8,4 Kopflänge 4,3 die Analflosse 1 1,5 Schnauze 1,3 der After 10,1 Horizontaler Durchmesser Breite der Basis der Rückenflosse 3 des Auges 0,3 der Analflosse 1,45 Vertikaler Durchmesser 0,175 Breite des Interorbitalraums 1,5 ( lilorophtlmlmus Bon APARTE. Chlorophthalmns Bonaparte 1S32— 41 Fase. 28; GLxther 1859 — 70 V. 5 p.40'3; 1887 1-1.192; Carus 1889 — 93 p.562; Goode u. Bean 1896 p. 60; Jordan u. Evermann 1896 p. 541 ; Alcock 1S99 p. 155. Hyphalonedrus Goode i88iu p. 4X3; Jordan u. Gilbert 1882 p. 296. 144 Die Tiefseefische. 1AC C 'klorofiktkalmus corniger Alcock. Chlorophthalmus corniger Alcock 1894 p. 1.53 Taf. 6 fig. 5; 1890 p. 155 Taf. 15 fig. 8. Diese Art steht C. produdus Günther entschieden sehr nahe: ich würde sie für identisch halten, wenn nicht nach der Zeichnung Günthers (1887, Taf. 50 fig. D) die Bauchflossen auf gleicher Höhe mit dem Anfang der Rückenflosse liegen würden, während sie bei dieser entschieden etwas hinter ihr gelegen sind. Von der Beschreibung, welche Alcock von C. corniger gegeben hat, weichen die mir vorliegenden vier Exemplare in den Verhältnissen der Körperhöhe und Kopflänge zur Körperlänge etwas ah, doch dürfte sich dieses aus der verschiedenen Größe der Exemplare (Alcock's größtes war nur 7,6 cm lang) erklären und weiter daraus, daß Alcock hei der Kopflänge auch den stark vorspringenden Unterkiefer miteingerechnet hat. Bit S P 15 1) 1 1 V 9 A 9 Lad. 56—59. Grölite Höhe des Körpers zu seiner Länge bei 3 Exemplaren von 13,6 — 14 cm Länge 1 : 5,2 — 5,6, bei einem 20,7 cm langen 1 : 4,6; geringste Körperhöhe zur größten 1 : 2,8, Kopf- länge zur Korperlänge hei den drei kleineren Exemplaren 1 : 3,1 — 3,2, bei dem großen 1 : 3, Auge zur Kopflänge bei den drei kleineren Exemplaren 1 : 2,5 — 2,7, bei dem groben 1 : 2,9, Schnauze zum Auge 1 : 1,2, zur Kopflänge 1 : 3,5, Breite des Interorbitalraums zum Auge 1 : 2,8 — 3. Der Unterkiefer springt vor, er bildet an der Symphyse eine breite Platte, die mit kleinen Zähnen dicht besetzt ist. Kleine Zähne im Zwischenkiefer, auf dem Vomer jederseits, auf dem Palatinum in einem längern Streifen: auf der Zunge einige wenige zerstreut stehende sehr kleine. Oberkiefer hinten verbreitert, er nicht bis zur Vertikale des Vorderrandes der Pupille. Kiemenblättchen bei den kleinen Exemplaren etwas kleiner als die langen Reusenstrahlen, bei dem groben aber länger. Pseudobranchie groß. Die Brustflossen reichen fast bis zum Ende der Bauchflossen, sind fast gleich lang wie der Kopf ohne die- Schnauze. Die Rückenflosse beginnt vor der Körpermitte, im zweiten Drittel. Die Bauchflossen liegen etwas hinter der Vertikale ihres Anfangs, aber noch unter ihr, kurz vor der Körpermitte. Die Analflosse' liegt im letzten Körperdrittel, über ihr die Fettflosse. Der After liegt etwas hinter den Bauchflossen und hinter der Körpermitte. Schuppen am hintern Rand grob gezähnt. Magen mit hügligem Blindsack, 6 — 7 schlauchförmige Appen- dices pyloricae. Färbung: Im Alkohol gelblich, etwas silberglänzend, mit schwarzen Schräglinien und grollen, unregelmäßigen schwarzen Flecken in der dorsalen Körperhälfte. Medialer Teil der Bauchflossen, Spitze der Rückenflosse schwarz. hu .Magen eines kleinen Exemplars Foraminiferen und Stücke von ZfezÄ?//?/;/z-Schalen; im Magen des grollen Reste eines Fisches. Zahl der E x e m p 1 a r e : 4. Fundort: Indischer Ocean : Bucht von Bengalen (Investigator, 265 — 467 m Tiefe): Binnenmeer an der Westküste von Sumatra (Valdivia; Stat. 192: o" 43' 2" S. Br. 98 33' 8"O.L. Tr. 371 m): Küste von Nordost-Afrika (Valdivia; Stat. 254: o" 29' 3" S. Br. 42" 47' 6" O.L. Tr. 977 m)- i45 Deutsche Tiefsee-Expedition 1898— 1899. Bd. \\. '9 i 4 6 August Brauer, Maße: Körperlänge 20,7 Größte Korperhöhe 4,5 Geringste Höhe 1 ,6 Kopflänge 7 Schnauze 2 Auge 2,4 Interorbitalraum 0,85 Vi >n der Schnauzenspitze sind entfernt : die Rückenflosse 8,25 die Bauchflossen 9,45 die Analflosse 16,9 der After 11,6 Breite der Basis der Rückenflosse 3 der Analflosse 1,7 Länge der längsten Strahlen der Bauchflossen 4, dir Rückenflosse 3,9, der Analflosse 2,6, der Brustflosse 5,2 Scopelopsis gen. nov. Diese neue Gattung kann leider nur nach einem sehr kleinen Exemplar beschrieben werden, das außerdem noch etwas verletzt ist. Sie stimmt in den meisten Charakteren mit der Gattung Mydophum überein, unterscheidet sich von ihr aber wesentlich dadurch, daß die Leucht- organe über den ganzen Körper gleichmäßig verteilt sind, am Rumpf unter jeder Schuppe je eines liegt. Wie der Bau der Leuchtor^ane beschaffen ist, konnte leider nicht ermittelt werden. Scopclopsis multiftunctatus spec. nov. Textfig. 7 1 . Bit 10? Y 8 P 13 D 21 A 24 Lad. c. 38. Größte Höhe des Körpers zu seiner Länge i : 4,8, geringste Körperhöhe zur größten 1 : 2,3, Kopflänge zur Korperlänge 1 : 3,4, Schnauze zum Auge 1 : 1,2, Auge zur Kopflänge 1 : 3,6, zur Breite des Interorbitalraums 1 : 1,4. Auf der Schnauze eine mediane Leiste. Nasen- Fig. 71. löcher fast auf der Mitte der Schnauzenlänge. Auge seitlich gelegen, rund. Maulspalte wenig schräg, sie reicht über den Hinterrand des Auges hinaus. Der Oberkiefer ist am hintern Ende sehr wenig verbreitert. Der Vorderrand des Präöperculums ist etwas schräg gestellt. Zähne im 146 Die Tiefseetische. T 1 " Zwischen- und Unterkiefer klein, zahlreich. Die Rücken- und Analflosse sind lang, die erstere beginnt etwas vor der Körpermitte und etwas hinter der Vertikale der Bauchflossen, die Analflosse beginnt etwas hinter der Körpermitte, fast unter der Mitte der Rückenflosse und endet etwas hinter der Vertikale der Fettflosse. Die Brustflossen sind, wenn sie nicht verletzt sind, sehr kurz, sie reichen kaum bis zu den Bauchflossen, diese nicht bis zur Analflosse. Der After liegt kurz vor der Analflosse. Die Schwanzflosse, deren Strahlen abgebrochen sind, ist gegabelt. Schuppen sind sicher vorhanden, keine aber ist erhalten. Ueber Kiemen, Zähne auf dem Vomer, Palatinum, über die Eingeweide kann ich nichts angeben, da das eine kleine Exemplar eine Untersuchung nicht möglich machte. Während in den bisher besprochenen Punkten die Art ganz an Myctophum sich anschließt, weicht sie dadurch wesentlich ab, daß die Leuchtorgane, welche als runde, schwarz umränderte weilte kleine blecken erscheinen, nicht in Reihen oder Gruppen angeordnet sind, sondern über den ganzen Körper gleichmäßig verteilt sind. Es finden sich zwei Organe am Vorderrand des Auges, das eine dorsal, das andere ventral, vereinzelt liegen sie auf der Wange, dem Kiemendeckel, am Unterkielerrande, auf der Branchiostegalmembran, weiter am ganzen Rumpf, dorsal und ventral der Seitenlinie, und zwar scheint je ein Organ unter der hintern Hälfte einer jeden Schuppe zu liegen, nur in der Seitenlinie wurde kein Organ gefunden. Einige, lünl bis sechs, liegen endlich auf der Basis der Schwanzflosse übereinander. Färbung: Braun. Fundort: Südatlantischer Ocean, bei Kapstadt (Stat. 91: 33" 23' 4" S. Br. 16" 19' 4' O.L. V. 2000 m). Maße: Körperlänge 1,8 Breite des Interorbitalraums 0,2 Größte Körperhöhe 0,37 Von der Schnauzenspitze sind entfernt: Geringste Höhe 0,16 die Bauchflossen 0,7 Kopflänge 0,53 die Rückenflosse 0,75 die Analflosse 0,95 Schnauze 0,12 Breite der Basis der Rückenflosse 0,5 Auge 0,145 der Analflosse 0,5 Nc WSCOpßluS J OH NSON. Ncoscopdus Johnson 1863 p. 44; Goode u. Bkan 1896 p. 92; Alcock. 1899 p. 64. Durch die große Zahl und die ganz verschiedene Anordnung der Leuchtorgane und da- durch, daß die Leuchtorgane einen Ausführungsgang besitzen, unterscheidet sich diese Gattung wesentlich von der Gattung Myctophum. Ncoscopclus macrolepidotus Johnson. Neoscopclus macrolepidotus Johnson 1S63 p. 44 Tat. 7; Vaillant 1S8S p. 119 Taf. 9 fig. 2, 2a, 2b; Alcock. 1891 p. 129; 1899 p. 164; Goode u. Klan 1896 p. 93 fig. 108 — 109; Gilisert u. Cramer 1897 p. 414; Gilbert 1905 p. 601. Scopelus macrolepidotus Günther 1864 V. 5 p. 414; 1887 p. 196. Taf. XI, Fig. 2 — 3; Textfig. 72 — 76. Mit den bisherigen Beschreibungen stimmen die 5 Exemplare der Expedition aus dem Indischen Ocean überein, falsch ist nur die Angabe von Goodk und Bean, daß die Rückenflosse 147 19* I ps ü GUST BRAl'ER, vor der Vertikale der Bauchflossen liegt, und der Interorbitalraum dieselbe Breite hat wie das Auge. Weiter ist die Anordnung und Zahl der Leuchtorgane von den Autoren wenig genau oder gar nicht angegeben wurden. Brr 9 P 16 — iS V8 1> 12 — 13 A 11 — 13 Latl. 31 Lattr. %. Größte Hohe des Körpers zu seiner Lange 1:4, geringste Körperhöhe zur größten 1 : 2,1 — 2,3, Kopflänge zur Körperlänge r : 3,1, Schnauze zur Breite des Auges 1 : 0,7 — 0,8, Fig. -2. l'ig- 74- ^J Fig- 75- Fig. 73- Auge zur Kopflänge 1 14,5 — 5,1, Breite des Interorbitalraums zur Schnauze 1 : 1 — 0,8, zur Breite des Auges 1 : 0,7 — 0,76. Die Schnauze ist konisch, aber etwas ab- geplattet, auf der Stirn ein zungenförmiges, konkaves Feld. Die Nasenlöcher liegen viel näher der Schnauzenspitze als dem Auge. Die Maulspalte reicht last oder bis zur Vertikale des hintern Augenrandes, sie ist schräg gestellt. Der Oberkiefer ist hinten verbreitert. Zähne klein, auch auf dem Vomer, keine auf dem Palatinum. Zunge lanzettförmig, weit vorspringend. Pseudobranchie groll mit 20 — 24 Kiemen- blättchen. Die Brustflosse ist lang, reicht bis zur Vertikale des Endes der Bauch- flosse, oder bis zur Hälfte des Abstandes zwischen den Bauch- und der Analflosse. Die Rückenflosse beginnt auf gleicher Vertikale mit den Bauchflossen oder etwas hinter ihr, beide liegen vor der Mitte des Körpers. Die Analflosse liegt ganz hinter der Rucken- flosse und beginnt etwas hinter dem Anfang des letzten Körperdrittels. Die Fettflosse liegt über der hintern Hälfte der Analflosse. Die Schwanzflosse ist gegabelt. In der Rückenflosse sind die vier ersten, in der Analflosse die drei ersten Strahlen nicht gegabelt. After kurz vor der 14S it v V V Fig. 76. Die Tiefseefische. I iq Analflosse. Die Schuppen sind cykloid, mit kleinen Stacheln besetzt, der Hinterrand ist ungezähnt. Ob alle diese Stacheln besitzen, läßt sich nicht entscheiden, da nur wenige erhalten. Auf mehreren Schuppen aus der Seitenlinie und vom Bauch habe ich sie, ebenso wie Vaillant, nicht gefunden, doch ist es möglich, daß sie abgerieben sind. Die Eingeweide hat Vaillant bereits richtig beschrieben, nur finde ich nicht 5. sondern 8 Appendices pyloricae. Im .Magen fanden sich bei einem Exemplar die Reste eines Dccapoden. Die Schwimmblase ist groß, sie erstreckt sich bis etwas über das Ende des Magenblindsackes hinaus. Die Exemplare zeigten die Eingeweide nicht zum Maule herausgetrieben, wie Vaillant es von den von ihm untersuchten Exemplaren angibt. Leuchtorgane (Textfig. 72 — 76): Am Kopf scheinen nur wenige Leuchtorgane vor- handen zu sein. Ein größeres liegt ventral auf dem Präoperculum und vielleicht auch eines dorsal. Auf der Kiemendeckelmembran sind zwischen dem letzten und vorletzten Strahl zwei kleine übereinander bei einem Exemplar sehr deutlich entwickelt, bei andern treten sie wenig oder gar nicht hervor, was vielleicht mit der geringen Entwicklung des Reflektors zusammen- hängt. Bei allen finden sich an den Randern des frei vorstehenden Teils der Zunge (Textfig. 74) auf der ventralen Seite jederseits 8 — 9 kleine und hinter ihnen ein sehr großes Organ. Das letzte, vielleicht alle, scheinen ventrad durch die Haut zwischen den Unterkieferhälften nach außen durch. Am Rumpf sind die Organe viel zahlreicher als bei irgend einer Art der ( iattung Mycto- plmiir. sie sind in folgender Weise angeordnet: 1. am Isthmus 9, bei einem Exemplar nur 8; 2. in der Mittellinie des Rumpfes eine Längsreihe, welche von der Brust bis zum After reicht: a) bis zur Vertikale der Bauchflossen 10, die ersten kleiner als die übrigen; bei einem Exemplar 9, bei einem andern 11: b) von der Vertikale der Bauchflossen bis fast zum After S, das erste' klein: c) zwischen der Urogenitalpapille und der Analflosse ein kleines: d) hinter dem Anfang der Analflosse 5 kleine; 3. jederseits vom After und von der Urogenitalpapille eine Reihe von 4 kleinen, in einem Falle von 4 kleinen auf der linken und fünf auf der rechten Seite (Textfig. 76); 4. neben der medianen Längsreihe jederseits eine andere, die auf gleicher Vertikale mit ihr beginnt und bis zur Schwanzflosse sich erstreckt, ich bezeichne sie als „ventrale" Reihe. In ihr liegen: a) vom Anfang bis zur Bauchflosse 9 (Textfig. 75), in einem Fall 8 (Textfig. 73) indem das letzte fehlte: die 4 ersten allmählich von vorn nach hinten an Größe zunehmend: b) von der Bauchflosse bis zur Vertikale des Anfangs der Analflosse 11 — 12, das erste kleiner und etwas hoher an der Seite, außer der Reihe der übrigen: c) von der Vertikale des Anfangs der Analflosse bis zur Schwanz- flosse 12 — :I4: 5. an der Basis der Bauchflosse drei kleine : 6. drei große vor der Basis der Brustflosse und drei kleinere hinter ihr, in einem ball 4, das erste etwas höher hinler t\cv Mitte der Basis: 7. 2 laterale Längsreihen, eine untere und obere; a) in der unteren, welche etwas vor der Vertikalen des Anfangs der medianen Längsreihe beginnt und sich nur bis zur Bauch- flosse erstreckt, liegen 9 oder 10 Organe, die vier ersten und die vier letzten nehmen allmählich von vorn nach hinten an Höhe zu, das fünfte ist kleiner und liegt etwas 149 T -„ Augi -i Bf ut.r, 1 3° höher an der Seite außerhalb der Reihe der andern: b) in der obern lateralen Längs- reihe, welche auf der Höhe des dorsalen Randes der Basis der Brustflosse beginnt, dann sich senkt und bis etwas über das Ende der Analflosse sich hinaus erstreckt, finden sich bis zur Vertikale der Bauchflosse 3 oder 4 kleine in einer sehnigen Reihe; (in drei Fällen waren nur 3 vorhanden und diese von den folgenden durch eine größere Lücke getrennt, in zwei andern füllte ein viertes Organ diese Lücke aus): dann von der Vertikale der Bauchflosse bis zur Vertikale der Analflosse 12, und von hier bis zur Vertikale des zweiten Organs der untern lateralen Reihe, das hinter <\rr Analflosse gelegen ist, 7, bei einem andern 9 (bei 3 waren diese Organe abgeschunden): 8. zerstreute kleine, wenig hervortretende Organe: a) bei 2 Exemplaren lagen dorsal von der oberen lateralen Reihe etwa in der Mitte zwischen der Bauchflosse und dem After zwei kleine Organe: b) 3 — 4 kleine Organe bei einem Exemplar zwischen dem Isthmus und dem Anhang der medianen und ventralen Reihe; c) je 2 kleine, makroskopisch nur wenig erkennbare am Hinterrande sicher der meisten, wenn nicht aller größeren Organe des Rumpfes, welche ihr Licht kaudad werfen: d) einige kleine an der Basis der Brustflosse. Die Organe des Isthmus senden ihr Licht mediad, die der medianen Reihe ganz rostrad, die andern mehr minder ventrad, bzw. mediad und rostrad. Färbung des frisch gefangenen Tieres: Gesamtton rotlich, etwas schillernd, Rücken und Bauch dunkler, Flossen rot. Zahl der Exemplare: 5, größtes 19,4 cm, kleinstes 12 cm. Fundorte: Atlantischer Ocean : Madeira (Johnson): Küste von Marokko (Talisman, Tiefe 1350 und 1590 m): Westindien (Blake, Albatroß, Tiefe 592 — 652 m). Indischer Ocean: An- damanen-See und Arabisches Meer (Investigator, Tiefe 402 — 740 m); Binnenmeer an der West- küste Sumatras (Valdivia, Stat. 194: o" 15' 2" N.Br. 98 8' 8" O.L. Tr. 614 m); Ostküste Afrikas (Valdivia, Stat. 251: i° 40' 6" S. Br. 41 47' i"0. L. Tr. 693 m). - - Stiller Ocean: nordöstlich von Neu-Seeland, 29" 55'S.Br. 178 14' W.L. (Challenger) Tiefe 950 — 1097 m - Sandwich I. (Albatroß). Maße: Körperlänge 19,4 Breite des Intcrorbitalraums [,85 Größte Korperhöhe 4,75 Von der Schnauzenspitze sind entfernt: Geringste Höhe 2 die Rücken- und Bauchflossen 8,5 Kopflänge 6,2 die Analflosse [4,8 Schnauze 1,5 Breite der Basis der Rückenflosse 2,9 Auge 1,2 der Analflosse 2,1 Myctophum Rafinesoue. Mydophum Riuxesque 1S10 p. 56; Jordan u. Gilbert 1S82 p. 2S1 ; Goode u. Bean 1896 p. 70; Jordan u. Ever- mann 1896 p. 551 ; A. Brauer 1004 p. 377. Nyctophus Cocco 1820 p. 44; 1838a. Scopelus CUVIER1S17 p. 169; Bonaparte 1832— 41 V. 3 Fase. 27; Cuvier u. Valenciennes 1828 — 1849 V. 22 P.31S; Günther 1859 —70 V. 5 p. 404 ; 1887 p. 195 ; Rutai.it 1889 — 91 p. 179 Taf. 7; Carus 1889— 93 p. 562 ; Lütken 1892 p. 223; Alcock 1899 p. 160. Körper schlank, seitlich zusammengedrückt, Schuppen cykloid oder ctenoid, Maulspalte weit, Intermaxillare über den ganzen dorsalen Rand der Maulspalte entwickelt, Zähne klein, in mehreren '5° Die Tiefsei 15" Reihen auf den Kiefern, auf dem Pterygoid, Palatinum, Vomer und auf der Zunge. Keine Bärbel. Kiemendeekel getrennt, Pseudobranchie vorhanden, Reusenstrahlen lang. Branchiostegalstrahlen 8 — 10. Sämtliche Flossen und Fettflosse vorhanden, Schwanzflosse gegabelt, Bauchflosse mit 8 Strahlen. Schwimmblase klein. Appendices pyloricae schlauchförmig, Magen mit Blindsack. Am Kopf und Rumpf Leuchtorgane. Am Kopf stets zwei übereinander am Vorderrande des Präoperculums, drei auf der Branchiostegalmembran, mindestens ein Organ am rostralen Rande des Auges. Am Rumpf jederseits die Leuchtorgane in zwei z. T. unregelmäßig gestalteten Längsreihen. Präkaudal oft Leuchtschuppen oder Leuchtplatten. Die Leuchtorgane sind ge- schlossene Drüsen. Seitenlinie vorhanden. Raffaele hat zwar zuerst erkannt, dal» die Anordnung und Zahl der Leuchtorgane für die Charakterisierung der Mydophum-Arten durch ihre Konstanz sehr geeignet sind, aber er be- schränkt sich lediglich auf die Beschreibung der Lage der Organe bei den Mittelmeerarten und gründet seine Einteilung der Arten in die drei Untergattungen Scopelus, Mydophum und Lam- panydus wie die früheren Autoren auf die verschiedene Länge der Rücken- und Anal flösse, die Länge der Maulspalte und die Richtung des Randes des Präoperculums. Wie wenig glücklich aber seine Einteilung ist, mögen folgende zwei Beispiele zeigen. Die Untergattung Lampanyctus, welche maderensis, crocodilus und e/ongatus umfaßt, soll eine Rückenflosse haben, die mehr Strahlen als die Analflosse hat; aber maderensis hat D 13 A 14, crocodilus D 14—15 A 17 — 18, also für zwei von den drei Arten paßt diese Charakterisierung der Untergattung nicht. In der Untergattung Mydophum soll die Rückenflosse ebensoviel Strahlen haben wie die Analflos.se, aber die Strahlenzahl ist bei Gemellari D 17 A 15, bei Rafinesquei D 12 A 14, das erstere Verhältnis würde für die Untergattung Lampanyctus, das letztere für die Untergattung Mydophum passen. Die von Raffaele gegebenen Skizzen sind deshalb wenig brauchbar, weil die Flossen nicht eingezeichnet sind, deshalb die charakteristische Lage mancher Organe nicht klar hervortritt und die Uebersicht erschwert wird. Erst Lütken gebührt das große Verdienst, auf Grund der Leuchtorgane eine Einteilung für 24 Arten durchgeführt und damit den großen systematischen Wert dieser Organe erwiesen zu haben. Er behielt die drei Untergattungen Raffaele's bei, änderte nur den Namen Mydo- phum in Nydophus, übernahm ferner noch die von Günther aufgestellte Untergattung Dasysco- pelus und fügte noch eine neue, Rhinoscopehis hinzu. Da ich Lütken's vorzüglicher Arbeit in den meisten Punkten beipflichten muß, so gehe ich hier nicht auf sie ein. Etwas später haben Goodk und Bean in ihrem Werk „Oceanic Ichthyology" eine neue Einteilung der Mydophiden auf Grund eines viel größeren Materials gegeben, für welche in erster Linie Länge und Lage der Flossen, Gestaltung der Seitenlinie, Größe der Schuppen der Seitenlinie und ähnliche Merk- male benutzt wurden, in zweiter Linie erst die Leuchtorgane, diese aber wieder meist in andrer Weise als es Lütken getan hatte. Das Resultat ihrer Untersuchung ist, daß sie die Gattung Mydophum in 1 S Gattungen aufteilen. Da bei dem Versuch, das reiche Material der j^/afe/a-Expeditiön an der Hand des von Goode und Bean gegebenen Schlüssels zu bestimmen, sich sehr bald zeigte, daß derselbe sehr wenig brauchbar ist, dagegen Lütken's Einteilung auf Grund der Leuchtorgane im allgemeinen ganz vortreffliche Dienste leistet und den allein richtigen Weg bezeichnet, um trotz der Mannig- faltigkeit, die tue Arten dieser Gattung zeigen, die verwandten Gruppen rasch zu erkennen, so 151 j - i Ai Gl ST l'.k Ali i;, beschloß ich diese Gattung einer erneuten Revision zu unterwerfen und zu prüfen, inwieweit auch die übrigen etwa 40 — 50 Arten, welche nach Lütken's Beschreibung bekannt geworden sind, seiner Einteilung sich einfügen oder Aenderungen notwendig machen würden. Da das Material der Expedition zum größten Teil aus jungen Exemplaren besteht, so konnte tlas bedenken aufkommen, daß hinsichtlich der Zahl und Anordnung der Organe mit zunehmendem Alter eine Aenderung eintrete, indessen ist dieses nicht der Fall; die Organe, welche meist schon früh, oft schon bei nur 1 cm langen Tieren erkennbar sind, werden gleich in der definitiven Zahl und Lage angelegt, so daß auch so junge Tiere schon auf Grund der Leuchtorgane sich bestimmen lassen, wahrend viele andre Merkmale wegen zu geringer Aus- bildung oder schwerer Erkennbarkeit wenig oder gar nicht brauchbar sind. Um aber sicher zu gehen und tlas Material auch möglichst zu ergänzen, habe ich mir von verschiedenen Seiten weitere und besonders größere Exemplare zu verschaffen gesucht, und dank dem liebenswürdigen Entgegenkommen der Direktoren in Berlin, Breslau, Christian ia, Florenz, Hamburg, Kopenhagen, Stockholm, Stuttgart und Wien ist es mir möglich gewesen eine sehr grobe Zahl von Arten, darunter auch fast alle Originale, welche LüTKEN seiner Arbeit zugrunde gelegt hat, zti untersuchen. Den Herren Prof. Möbius, Kükenthal, Collett, Gigltoli, Kräpelin, Jungersen, Lönneerg, Lampert und Steindachner und weiter Herrn Dr. Maier in Tübingen, der mir gestattete, zwei neue Arten, die von der deutschen Südpol-Expedition gefangen waren, meiner Beschreibung einzufügen, sage ich hierfür besten Dank. Leider ist es mir nicht möglich gewesen, viele von den von amerikanischen Forschern aufgestellten Arten selbst zu untersuchen: da die Beschreibung selten von einer zur Erkennung der Lage der kennzeichnenden Leuchtorgane ge- lingenden Abbildung begleitet und oft sehr wenig ausreichend ist, so ist es möglich, daß einige der von mir neu aufgestellten Arten mit schon beschriebenen identisch sind, oder eine Iden- tifizierung nicht richtig ist. Herr C. H. Gilbert hat mich mehrere Male in liebenswürdigster Weise durch nähere Angaben über einige von ihm oder andern amerikanischen Forschern aufgestellte Arten unterstützt: ich sage ihm auch hier meinen besten Dank. Im übrigen habe ich, soweit die Beschreibung es zuließ, die nähere Stellung der Arten zu bestimmen, die von mir nicht unter- suchten in die Einteilung mit aufgenommen, diese aber durch Einklammerung gekennzeichnet. Dagegen habe ich die Arten nicht berücksichtigt, in deren Beschreibung Angaben über Leucht- organe fehlen oder ganz ungenügend sind, da es ohne Kenntnis der Lage derselben meist ein- lach unmöglich ist, sie sicher zu bestimmen; sie sind am Ende des Schlüssels aufgeführt. Die Untersuchung hat nun zunächst ergeben, daß die von Goode und Bean zur Unter- scheidung verwandten Merkmale, wie die verschiedene Entwicklung der Brustflosse, die Größe der Schuppen in der Seitenlinie, das Vorhandensein oder Fehlen von größeren Leuchtorganen am Kopf oder Schwanz u. a. z. T. nicht brauchbar sind, weil sie zu sehr variieren, zum Teil vielleicht für die Kennzeichnung der Arten oder kleinerer Gruppen, nicht aber für die von Unter- gattungen oder gar Gattungen verwertet werden können und zum Teil von ihnen falsch ver- wandt sind. So z. B. trennen sie die Gattung Nannobrachium von den übrigen deshalb ab, weil die Brustflosse bei ihr allein rudimentär entwickelt sei, dabei geben sie aber selbst an, daß die Entwicklung der Flosse variiert, bei einem Individuum sogar gut ausgebildet gewesen sei: Nanno- brachium schließt sich aber sehr eng in allen andern Merkmalen an Lampanyctus an, und die Untersuchung zeigte, daß in Bezug auf die Länge der Brustflossen bei den Arten Uebergänge L52 Die Tiefseefische. 15: zwischen der kurzen von Nannobrachium und der sehr langen einiger Lampanyctus-Arten vor- handen sind. Die verschiedene Größe der Schuppen in der Seitenlinie zu verwenden würde nur dann sich empfehlen, wenn sie entweder viel größer als die übrigen oder gleich groß wären. Das ist aber nicht der Fall, es finden sich auch hier Uebergänge. Ferner ist dieses Merkmal sehr oft nicht verwertbar, weil die Schuppen leicht abgerieben werden. Goode und Bkan haben aber selbst in ihrem System nicht scharf auf Grund dieses Merkmals gesondert, denn die Gattung Benthoseina, für welche sie selbst (p. 75) angeben „scales of lateral line considerably enlarged", findet sich in der Gruppe derjenigen, welche gekennzeichnet sein sollen durch „lateral line not at all, or but slightly, enlarged". Und so kommt es, daß tue den Benthoseina- Arten eng verwandte Art Rissoi als eine besondere Gattung „Etectrona" einer ganz andern Gruppe eingefügt ist. Was ferner die Verwendung der Unterschiede betrifft, daß „Luminous glands" am Kopf oder Schwanz vorhanden sind oder fehlen, so lehrte die Untersuchung, daß am Kopf bei allen antorbital mindestens ein Organ vorhanden ist, aber selbst bei nahe verwandten Arten verschieden stark entwickelt sein kann, so z. B. bei laternatum in der Untergattung Myctophum großer als bei allen verwandten, dagegen bei Gcnwllari in der Untergattung Diaplius verhältnismäßig sehr klein, und daß die präkaudal liegenden Leuchtplatten oder Leuchtschuppen einen ganz verschiedenen Wert haben, wie unten noch weiter gezeigt werden soll. Ist somit die Einteilung der Gattungen keine glückliche und wenig brauchbar, so gilt dasselbe von der Einteilung der Arten durch Goode und Bean. Hierfür verwenden sie in erster Linie die Zahl und Anordnung der Leuchtorgane, aber da sie willkürlich die Organe zu Gruppen vereinigen in dem einen Fall in dieser, im andern in jener Art, wie die Lage der Organe es gerade gibt, dagegen die durch eine richtige Be- wertung sich ergebende natürliche Gruppierung nicht erkannt haben, so ist auch hier das Resultat ein ahnliches, d. h. es werden einander nahestehende Arten voneinander getrennt, dagegen fern- stehende vereinigt. Dagegen hat Lütken hierfür bereits den einzig richtigen Weg, den man zu gehen hat, um eine möglichst natürliche Einteilung zu gewinnen, angegeben, und ebenso haben die von Lütken außer den Unterschieden, welche die Leuchtorgane zeigen, benutzten Charaktere zumeist großen Wert, so besonders die verschiedene Länge der Maulspalte, die Gestalt des Ober- kiefers, indem sein kaudales Ende wenig oder stark verbreitert ist, die Form der Schuppen, ob cykloid oder ctenoid, die Länge der Schnauze, ob vorspringend oder nicht, die Lage und Länge der Flossen, die verschiedene Größe des Auges, letztere allerdings sehr wenig in der Unter- gattung Lampanyctus, weil sie hier nach dem Geschlecht wechselt. Die Verwendung dieser Merk- male führt zum Teil zu den gleichen größeren oder kleineren Gruppen, zu deren Bildung auch das Studium der Anordnung und Zahl der Leuchtorgane veranlaßt. Die letzteren aber geben die besten Merkmale ab. Denn ihre Anordnung und Zahl ist für jede Art eine so charakte- ristische und so wenig der Variation unterworfen, und ein Vergleich vieler Arten lehrt in so klarer Weise, wie die Gruppierung trotz der großen Mannigfaltigkeit in ganz bestimmten Rich- tungen sich vollzieht, daß) eine Einteilung, die hierauf sich gründet, als die natürlichste und am meisten berechtigte erscheinen muß. Meine folgende neue Einteilung ist deshalb in erster Linie auf die Leuchtorgane wie diejenige Lütken's gegründet, und ist nur ein weiterer Ausbau derselben. Die Gattung Myctophum teile ich in vier Untergattungen, welche ich Myctophum (Typ. Myctophum punctatum Rafinesque), Lampadena (Typ. Lampadena speculigera Goode und Bean), 153 Deutsche Tiefsee-Expedition 189S — iS 154 Ai gi i Braui r, Diaphus^ (Typ. Diaphus thcta Eioknmaxx u. En;knmann) und Lampanyrtus (Typ. Lampanyctus croco- dilus Bonaparte) nenne In die erstere reihe ich von den von Goode und Bean unterschiedenen Gattungen folgende ein: Myctophum, Benthosema, Tarletonbeania, Rhinoscopelus, Electrona, Dasyscopelus, und die von Fowler aufgestellte Gattung Centrobranchus, zur Untergattung Lampadena zahle ich nur Lampadena, zur Untergattung Diaphus die Gattungen Aethoprora, Collettia und zur Untergattung Lampanyctus, die Gattungen Lampanyctus, Ceratoscopelus, Notoscopelus und Nannobrackium, außerdem aber erhalten viele Arten eine ganz andere Stellung als ihnen von den amerikanischen Forschern und zum Teil auch von Lütken zugewiesen ist. Den vier Untergattungen kann ich deshalb nicht den Wert von Gattungen beimessen, weil der Bau der Leuchtorgane und ihre Anordnung, si) verschieden diese auch im einzelnen ist, prinzipiell bei allen Arten dieselben und andere Merkmale nicht so durchgreifend sind, um eine scharfe Trennung derselben zu ermöglichen. Dagegen ist Neoscopelus eine von Myctophum verschiedene Gattung, denn ganz abgesehen von andern Unterschieden, ist sie dadurch gekennzeichnet, dal'» die Rumpforgane nicht wie bei Antorb Fig. 77. Myctophum stets in zwei Reihen jederseits, sondern ihn mehreren Reihen angeordnet sind, und weiter dadurch, daß die Organe nicht wie bei jener Gattung stets geschlossene Drüsen sind, sondern einen Zentralsinus und einen Ausführungsgang besitzen. Ebenso ist Scopelopsis sicher als eine eigene Gattung wegen (\vy eigentümlichen gleichmäßigen Verteilung der Leuchtorgane über den ganzen Körper zu bewerten. Ob Scopelengys Alcock und Scope/archtts Bleeker, welche Goode und Bean zu den Myctophiden rechnen, diese Stellung verdienen, scheint mir sehr zweifel- haft, da in den Beschreibungen nichts von dem Vorhandensein von Leuchtorganen erwähnt wird; jedenfalls sind sie nicht der Gattung Myctophum zuzurechnen. Die vier von mir unterschiedenen Untergattungen unterscheiden sich zunächst durch folgende, äußerlich leicht erkennbare Verschiedenheiten der Leuchtorgane, bei allen Arten von Lampanyctus finden sich präkaudal, dorsal und ventral schuppenförmige, sich einander über- deckende Organe, welche bei Spiritusexemplaren weißlich und glanzlos erscheinen (Textfig. 8 1 1). Ich bezeichne sie als „Leuchtschuppen". Derartige Organe können bei einigen Lampanyctus- ') In meiner vorläufigen Mitteilung „Die Gattung Myctophum" hatte ich diese Untergattung NyCtOphus genannt. Wie Herr C H. Gilbert richtig bemerkt (1905 p. 592), ist diese Bezeichnung nicht berechtigt, weil COCCO sie synonym mit Myctophum gebraucht. 154 Die Tiefseefische. 155 Arten auch an den Basen der Flossen und an der Seite des Rumpfes vorkommen, und bei vielen Diaphus- Arten liegt ein ähnlich erscheinendes Organ etwas dorsal von der Basis der Brustflosse (Textfig. So), aber bei keiner Art von Diaphus finden sich solche präkaudal. In den Untergattungen Lainpadena und Mydophum fehlen sie gänzlich: wohl liegen hier bei vielen Arten infra- oder suprakaudal oder auf beiden Seiten ein oder mehrere plattenförmige Organe (Textfig. 78, 79, p), doch unterscheiden sich diese „Leuchtplatten", wie ich sie nenne, ohne Aus- AiiIoj Fig. 78. nähme leicht von den Leuchtschuppen dadurch, daß sie einen starken Glanz besitzen ; ferner haben die Leuchtplatten in der Untergattung Mydophum insofern einen andern Wert, als sie sich in der Regel erst mit dem Beginn der Differenzierung der Geschlechtsdrüsen entwickeln, bei den männlichen Tieren in der Regel dorsal, bei den weiblichen ventral liegen, mithin sekun- Anlorb Fig. 79- däre Geschlechtscharaktere darstellen, während die Leuchtschuppen von Lampanydus und, soweit das Material eine Beurteilung zuläßt, wahrscheinlich auch die Leuchtplatten von Lampadena schon mit den andern Leuchtorganen sich anlegen, bei beiden Geschlechtern sich gleich verhalten und stets dorsal und ventral vorhanden sind. Auch sehr junge Exemplare von Lampanydus lassen sich an diesen Leuchtschuppen sehr leicht erkennen. Die Untergattungen Mydophum und Lampanydus einerseits und Lampadena und Diaphus andererseits unterscheiden sich voneinander 155 156 August Brauer, dadurch, daß bei letzteren beiden die pigmentfreie Seite der gewöhnlichen Leuchtorgane am Kopf und Rumpf stets durch ein schwarzes, schmales Septum in eine dorsale und ventrale Hälfte geteilt ist, was bei den ersten beiden Untergattungen niemals der Fall ist (Textfig. 80). Wenn die Exemplare stark geschunden sind, so kann dieses Septum abgerieben sein, oder es Antorb AOant Pol UO vni „$A(U /\ *f Prc, e HZ/O -. v e e e ©© e ^ eP(M /' e e e Suborb poi POzP&vV'* Fig. 80. kann durch Verletzung des dorsalen Randes des Pigmentmantels ein Organ von Myctophum eine ähnliche Teilung vortäuschen, aber in der Regel bleibt dieser Unterschied an einzelnen Organen deutlich erhalten, sollte er ganz vernichtet sein, so geben die große infra- und suprakaudal ent- wickelte Leuchtplatte bei Lampadena, wie sie sieh bei keiner Mydophum-hxt findet, und andere, Fig. 81. gleich zu erwähnende, in der Anordnung bestimmter Organe liegende Unterschiede klare An- haltspunkte dafür, ob die Form der Untergattung Myctophum, Lampadena oder Diapluts zuzu- rechnen ist. Bei den meisten Lampanyctus- Arten erscheinen die Organe, besonders wenn, wie es gewöhnlich der Fall ist, die Exemplare abgerieben sind, nicht rund geformt, sondern nieren- förmig (Textfig. 81); nur bei L. maderense, Warmingi, procerum, elongatum, Güntheri, scheinen die •56 Die Tiefseefische. •3/ Organe rund zu sein wie bei Myctophum; aber leider ließ das Material hierüber keine sichere Entscheidung zu. Sollten die Organe diesen Unterschied wirklich in der erwähnten Verteilung zeigen, so würde es sich vielleicht als notwendig herausstellen, die genannten Arten zu einer besonderen Untergattung zu vereinigen und von Lampanycius abzutrennen, sie würde sich außer durch die runde Form der Leuchtorgane noch dadurch von letzterer unterscheiden, daß Leucht- schuppen nicht nur präkaudal, sondern auch an den Flossenbasen und an der Seite des Rumpfes vorhanden sind, was bei allen andern Lampanydus-Arten nicht vorkommt, und ferner dadurch, daß die letzten drei oder vier präkaudal liegenden Organe von den andern stets scharf ge- trennt sind. Um die andern Unterschiede, welche besonders in der Art der Gruppierung dir Kopf- und Rumpforgane enthalten sind, zu verstehen, muß diese genauer betrachtet werden. Am Kopf finden wir bei allen Arten stets zwei Organe, welche übereinander am Yorder- rand des Präoperculums liegen (Textfig. 77 — 81, Op = Maculae opercularesj, ferner 3 Organe auf der Kiemendeckelhaut (Textfig. 77 — 81, brr = M. branchiostegae,), und endlich mindestens ein Organ dorsal oder ventral am rostralen Rand des Auges (Textfig. 77 — 81, Antorb. = M. ant- orbitalesj. Während die ersten zwei Gruppen wegen ihrer Konstanz für die Unterscheidung der Arten keinen Wert haben, sind die antorbitalen Organe besonders in der Untergattung Diaphus infolge ihrer verschieden starken Entwicklung systematisch sehr wichtig; nach dem von mir untersuchten Material scheint es sich hier nicht um individuelle oder geschlechtliche Unterschiede zu handeln, sondern die Verschiedenheiten kehren bei den Individuen derselben Art in gleicher Größe wieder. Außer den genannten Organen begegnet man bei einzelnen Arten noch einigen andern, welche dann zur Kennzeichnung derselben sehr gut verwendbar sind, so am ventralen Rand des Auges bei M. (Diaphus) Rafinesquei, Lütkeni, fidgens, Vankoeffeni und theta (Suborb. = M. suborbitales), so drei Organe am kaudalen Rand des Auges bei M. (Lampanydus) longipes, ferner ein Organ auf der Wange bei M. (Lampanydus) alatum und drei Organe auf der Wange bei AI. [Lampanydus) crocodilum und procerum. Im Gegensatz zu den Organen des Kopfes zeigen die Organe des Rumpfes ein wechseln- deres Bild, besonders in den Untergattungen Mydopkum, Lampadena und La?npanydus, während bei Diaphus die Lage an einigen Stellen stets dieselbe ist, an andern aber noch so der Varia- bilität unterworfen ist, daß sie sich noch nicht für die Unterscheidung der Arten verwenden läßt. Um die verschiedene Stellung der Leuchtorgane des Rumpfes systematisch zu verwenden, ist es unbedingt notwendig, daß man bei allen Arten die gleichwertigen Gruppen vergleicht und nicht, wie es besonders seitens der amerikanischen Forscher geschehen ist, bald so, bald so zählt. Lütken hat auch in dieser Beziehung schon meist das Richtige getroffen, und ich kann deshalb auch seine Bezeichnung der Gruppen im Wesentlichen beibehalten. Ein Vergleich der Anordnung der Rumpforgane bei vielen Arten muß zu der Erkenntnis führen, daß alle Ver- schiedenheiten sich von einem gemeinsamen Modus der Anordnung ableiten und in bestimmten Richtungen sich bewegen. Dieser gemeinsame Modus, welcher heute bei keiner Art mehr voll- ständig erhalten ist, kann nur derselbe gewesen sein, welchen wir auch bei den meisten andern Leuchtfischen finden, nämlich eine Anordnung der Organe in zwei Längsreihen an jeder Seite des Rumpfes, in einer ventralen und einer lateralen, wie Textfig. 77 zeigt. Die ventrale Reihe beginnt am Ende des Isthmus und endet an der Basis der Schwanzflosse, sie ist durch die 157 U i 5 8 August Brauek, Flossen in mehrere Abschnitte gesondert. Der erste reicht bis zur Bauchflosse und umfaßt 7 — 8 Organe (Tho = Maculae thoracicae), der zweite liegt /wischen der Bauch- und Analflosse und hat 4 — 5 Organe (VO = M. ventrales), der dritte erstreckt sich längs der Analflosse und darüber hinaus bis zur Schwanzflosse (CO = M. caudalesj. Die Zahl der kaudalen Organe wechselt. Die laterale Reihe beginnt dorsal am Rand der Kiemenöffnung und verläuft unter und parallel der Seitenlinie bis zur Vertikale des Anfangs der Analflosse und zählt höchstens 7 Organe (LO = M. laterales). Dieses regelmäßige Bild ist bei keiner Art mehr erhalten, vielmehr sind bei allen Um- gruppierungen eingetreten, indem einzelne Organe dorsad oder ventrad aus den Reihen gerückt und einzelne auch reduziert sind. Was zunächst die ventrale Reihe betrifft, so sind bei allen das zweite und dritte der Mac. thoracicae dorsad gerückt, so daß zwischen der Brustflosse und der ventralen Reihe zwei Organe liegen, die als Mac. subpectorales (Textfig. 78 — 81 PVO) bezeichnet seien. Daß sie ur- sprünglich der ventralen Reihe angehört haben, lehrt besonders Diaphus (Textfig. 80), indem hier zwischen dem ersten und zweiten dieser Reihe eine größere Lücke sich findet, in welcher früher jene zwei jetzt subpektoralen Organe gelegen haken dürften. Diese beiden liegen bei der größten Zahl der Arten ventral von der Brustflosse oder das eine auf gleicher Höhe mit ihrer Basis, nur bei M. (Lampanyctus) elongatum, procerum, quercinum, margaritifemm und castaneum (Textfig. 151 — 152) ist das eine bis an den dorsalen Rand der Basis der Flosse verschoben, so daß es suprapektoral jetzt gelegen erscheint. Es wird diese I >eutung dadurch begründet, daß hier subpektoral ein Organ zu wenig, suprapektoral ein Organ zu viel sich findet, was bei keiner andern Art vorkommt. Bei allen Diaphus- Arten bildet das erste Organ mit den zwei subpekto- ralen stets eine zur Basis der Brustflosse schräg aufsteigende gerade Reihe (Textfig. 80). Die Zahl der folgenden M. pectorales, wie ich jetzt nach Absonderung der zwei subpektoralen Organe die thorakalen nennen will (in den Fig. PO), beträgt in der Regel 4, nur bei M. ramm 5. Bei allen Arten der Untergattung Mydophum außer M. Valdiviae, welche Art an andern Besonder- heiten leicht erkennbar ist, liegen sie auf gleicher Höhe, oder nur das letzte an der Basis der Bauchflosse liegende ist mit dieser etwas dorsad verschoben, dagegen bei allen Diaphus- Arten, den meisten Lampanyctus- Arten, M. (Lampadena) luminosum und M. Valdiviae liegt das vorletzte stets außer der Reihe dorsal meist über der Lücke zwischen dem dritten und fünften thorakalen (Textfig. 80, 81 PO 4); es rückt niemals über die Hohe der Brustflosse hinaus. Ebenso wie die pektoralen Organe zeigen auch die ventralen Organe (VO) für Diaphus eine ähnliche, sehr beständige charakteristische Anordnung, indem das zweite und dritte aus der ventralen Reihe dorsad verschoben sind und ebenfalls mit dem ersten eine schräg kaudad auf- steigende gerade Reihe bilden (Textfig. So). Wohl kann, bei Mydophum selten, bei Lampanydus (Textfig. VO2) häufiger, das zweite ventrale auch aus der Reihe dorsad rücken, aber niemals das zweite und dritte, und niemals zeigen die drei ersten eine gleiche Anordnung wie bei Diaphus. Die Zahl der ventralen Organe beträgt bei Mydophum 4 (nur bei M. ramm 2), bei Lampanydus 4 außer elongatum (5 — 6), bei Diaphus stets 5. I^r letzte Abschnitt der ventralen Reihe, welcher die Mac. caudales umfaßt, ist bei keiner Art eine kontinuierliche Reihe von Organen, welche in gleichen Abständen und aut gleicher Höhe liegen, sondern in der Regel sind mindestens die 2 — 4 letzten, welche ich Mac. praecaudales 15« I >ic Tiefseefische. I rg (Prc) nenne, durch eine größere Lücke von den andern abgetrennt (Textfig. 78 — 81, Pro, nur bei Myctophum Coccoi und bei Lampanyctus-Arten (Textfig. 81) kann als Variation oder ständig diese Lücke fehlen. Diese präkaudalen Organe liegen entweder auf gleicher Höhe mit den vor- hergehenden, oder es rückt das letzte oder auch die beiden letzten an der Basis der Schwanz- flosse dorsad gegen die Seitenlinie, ja bei M. Valdiviae rückt das letzte sogar weit noch über diese hinaus. Ihre Zahl und Anordnung ist systematisch sehr wichtig. In der Untergattung Myctophum sind stets nur zwei vorhanden, in der Untergattung Diaphus sind stets vier entwickelt, welche in einem Bogen verschieden weit bis zur Seitenlinie.' hinaufziehen. Bei Lampadena und einigen Lampanyctus-Arten sind 3 — 4 vorhanden und zum Teil verschieden gelagert wie bei Diaphus, bei den meisten Lampanyctus- Arten aber sind sie bei Individuen derselben Art ver- schieden scharf von den übrigen kaudalen Organen abgegrenzt, und es ist deshalb sicherer, nur diejenigen als präkaudale zu zählen, welche höher als die andern an der Basis der Schwanzflosse seihst liegen: ihre Zahl beträgt 1 oder 2 (Textfig. 81, Prc). Die übrigen kaudalen Organe, welche als Mac. anales (AO) bezeichnet sein mögen, liegen entweder auf gleicher Hohe und in einer kontinuierlichen Reihe (Textfig. 7 S, AO) oder diese erfährt meist auf der Höhe der Fettflosse dadurch eine Unterbrechung, daß ein oder zwei, selten drei Organe aus der Reihe dorsad rücken (Textfig. 79 — 81, Pol = Mac. posterolaterales;, und so eine Lücke entsteht. Dadurch zerfallen die Mac. anales in zwei Gruppen, M. anales anteriores (AO ant.) und M. anales posteriores (AO post). Ihre Zahl ist am meisten der Variation unterworfen, die Variationsbreite ist aber für die einzelnen Arten charakteristisch. Bei Myctophum Valdiviae ist das letzte p< >sterolateraIe über die Seitenlinie hinaus bis an die Basis der Fettflosse verschoben, während sonst diese Linie die dorsale Grenze bildet. Von den Anales anteriores kann das erste oder auch das zweite aus der Reihe dorsad rücken, was aber nur bei Myctophum Anderssoni und bei Diaphus vorkommt (Textfig. So). Bei einigen Lampa?iyctus-Arter\ kann da- gegen das erste etwas tiefer liegen als die folgenden (Textfig. 81). Die Zahl der Organe der lateralen Reihe ist bedeutend geringer, in der Regel nur 5, höchstens 6. Das erste liegt bei den meisten dorsal über der Basis der Brustflosse, auf gleicher Höhe oder etwas rostral von ihr, in verschiedener Entfernung zwischen ihr und der Seitenlinie; ich bezeichne es als Mac. suprapectoralis (= PLO Textfig. 78 — 81). Bei 77/. Rissoi, areticum, antarticum, Anderssoni, parellelum, subasperum und ramm ist es ventrad bis zur Höhe der Basis der Brustflosse oder selbst noch etwas tiefer verschoben (Textfig. 78, PLO). Die Richtigkeit dieser Deutung ergibt sich auch hier daraus, daß subpektoral jetzt drei Organe, suprapektoral dagegen kein Organ liegt. Das zweite Organ der lateralen Reihe (Mac. supraventralis VLO) hat stets seinen Platz dorsal über der Basis der Bauchflosse in verschiedener Entfernung zwischen ihr und der Seitenlinie (Textfig. 78 — 81 VLO). Dann folgen drei Organe, welche dorsal von den Mac. ventrales gelegen und stets vorhanden sind (Mac. supraanales = SAO, Textfig. 78 — 81). Ihre Lage ist sehr wichtig: entweder bilden sie einen stumpfen Winkel miteinander (Textfig. 78, 81) oder sie bilden eine verschieden steile, gerade oder etwas gebogene Reihe, die sich von dem letzten oder vorletzten der Mac. ventrales gegen die Seitenlinie erstreckt (Textfig. 79, 80). Letztere Anordnung findet sich bei sämtlichen Diaphus-Arten. M. Valdiviae (Textfig. 127) ist die einzige Art, bei welcher das letzte supraanale Organ über die Seitenlinie hinaus bis zum hintern Ende der Basis der Rücken floss«.' gerückt ist. Wie es scheint, hat das letzte dieser supraanalen Gruppe '59 j /Sq August Brauer, eine sehr konstante Lage, indem es, jedenfalls bei sehr vielen, unter der i 8. Schuppe der Seiten- linie oder auf gleicher Vertikale mit ihr gelegen ist. Außer den besprochenen Organen der lateralen Reihe besitzt M. {Lampanychts) macropterum noch ein Organ an der Schulter (Textfig. 81) und M. Valdwiae (Textfig 127) ein Organ am Anfang der Basis der Rückenflosse, welche beiden Organe wahrscheinlich auch der lateralen Reihe zuzurechnen, bei den übrigen Arten rück- gebildet sind. Endlich möge noch erwähnt werden, dal! bei M. {Lampanydus) longipes und alatum außer den gewöhnlichen leicht auffallenden Leuchtorganen noch kleinere am Kopf und am Rumpf sich finden, welche aber wegen der schweren Erkennbarkeit für tue Einteilung nicht in Betracht kommen. Aus der Darstellung ergibt sich, daß manche Organe bei einer größeren Zahl von Arten dieselbe feste Lage zeigen, andere dagegen bald diese, bald jene Lage haben und in verschiedener Zahl vorhanden sind. Ersten- können deshalb für die Unterscheidung der einzelnen Arten weniger in Betracht kommen, sondern nur für die Charakterisierung größerer Gruppen, letztere dagegen sind die für die Kennzeichnung der Arten wertvollen. Für die Arten der Untergattungen Mydophum, La?npadena und Lampanydus sind besonders wichtig die Lage der präkaudalen, die Zahl der posterolateralen und analen, die Anordnung der supraanalen und die Lage des supra- und der subpektoralen Organe. Uie Arten der Untergattung Diaplms zeigen hinsichtlich aller Rumpforgane dasselbe Bild und fast dieselbe Zahl, ein wichtiger Unterschied ergibt sich nur hinsichtlich des letzten supraanalen, posterolateralen und präkaudalen, indem diese entweder an der Seitenlinie oder ventral von ihr in einem Abstand liegen, für die Einteilung dieser Unter- gattung sind aber die am Auge liegenden Organe von größerer Bedeutung. Wenn die hier skizzierte Entwicklung der heutigen Anordnung der Leuchtorgane bei der Gattung Mydophum richtig ist, so leuchtet ein, dal) man, wenn man sie für die Systematik be- nutzen will, bei allen Arten stets dieselben Organe in ihrer Lage vergleicht, nicht aber willkürlich eine Gruppe bald in dieser, bald in jener Weise bildet, auch wenn eine derartige Gruppierung für die betreffende Form vielleicht natürlicher erscheint oder klarer die Diagnose zu gestalten vermöchte. Hat man sich erst die Aenderungen der Lage, die sich in relativ engen Grenzen und nach wenigen bestimmten Richtungen bewegen, klar gemacht, so dürfte es meiner Erfahrung nach nicht schwierig sein, mit Hilfe des nachfolgenden Schlüssels, die Arten richtig zu bestimmen. Es ist mir wahrscheinlich, daß in Bezug auf einige Arten durch besser erhaltenes Material sich eine andere Stellung, als ihnen hier gegeben ist, als die richtigere erweisen mag, besonders betrifft dieses die Arten der Untergattung Lampanydus, und weiter mögen auch die Maße be- sonders in den Fällen, in welchen ich nur kleine Exemplare untersuchen konnte, geändert werden müssen, wenn man größere erhalten wird, aber ich hoffe doch, daß dadurch, dal. die Beschreibung einer jeden von mir untersuchten Art durch eine Skizze ergänzt wird, die so genau die Lage der Leuchtorgane, der blossen und ihre Strahlenzahl wiedergibt, wie es mir möglich war, die nachfolgende Darstellung die- Bestimmung dieser artenreichen Gattung künftig sehr erleichtern und verbessern wird. 160 Die Tiefsecfischc. I A [ Schlüssel zur Bestimmung der Arten der Gattung Myctophum. Abkürzunge n. PO = Maculae pectorales PLO = M. suprapectorales P\'ü = M. subpectorales YLO ='M. supraventralis VO = M. ventrales SAU = M. supraanales AO = M. anales Antorb. = M. antorbitales AOant. = M. anales anteriores Suborb. = M. suborbitales AOpost. = M. anales posteriores Postorb. = M. postorbitales Pol = M. posterolaterales P == Brustflosse D == Rückenflosse Prc = M. praecaudales A = Analflosse V = Bauchflosse Untergattung Myctophum. Leuchtorgane nicht geteilt durch ein schwarzes Septum, keine Leucht- schuppen; häufig Leuchtplatten infra- oder suprakaudal, oder, selten, beider- seits als sekundäre Geschlechtscharaktere, bei Individuen unter 2 cm Länge in der Regel n c h n i c h t e n t w i c k e 1 1 PO, V O , A O in d e r R e g e 1 auf gl e i c h e r Höhe, selten das vorletzte PO und das zweite VO dorsal außer der Reihe verschoben; AO in einer oder zwei Gruppen: Prc stets 2: keine Suborb., Antorb. meist klein. Rückenflosse in der Regel viel kürzer als die Analflosse. I. Kein Organ dorsal von der Seitenlinie, PO 4 (selten 6) stets auf gleicher Höhe, D stets viel kürzer als A und hinter der V. 1. Maulspalte reicht bis zur Vertikale des hintern Augenrandes, Oberkiefer am hintern Ende stark verbreitert, Auge sehr groß, Schnauze nicht vorspringend. 1. Pol: fehlt, YO : 4, AO in einer Gruppe, Prc auf gleicher Hohe, PLO sehr niedrig, auf gleicher Höhe mit der Basis der P oder ventral von dieser, a) Schuppen c y k 1 o i d a) SAO in einem stumpfen Winkel «) PLO auf gleicher Höhe mit dem ventralen Ende der Basis der P; AO 16 — 19 1. M. antareticum (Günther) b) SAO in einer Schrägreihe a) PLO auf gleicher Höhe mit der Basis der P; AO 10-12 2. M. Rissoi (G icco) ß) PLO ventral von der Hohe der Basis der P. /) Linse zentral: die ersten 2 AO etwas außer der Reihe, AO 15 3. M. Anderssoni Lönnberg 2) Linse dorsad verschoben a«) die ersten zwei SAO und die 2 Prc durch eine kleine Lücke voneinander -(■trennt; AO 15 — 16 4. M. areticum (Lütk.) ßß) die ersten zwei SAO und die 2 Prc durch eine größere Lücke voneinander getrennt; AO 18 5. M. parallelmn Lönnberg 161 Deutsche Tiefsee-Expedition 1898—1899. B.l X\ 2I s„ August Bkauer, b) Schuppen ctenoid. a) SAO in einem stumpfen Winkel a) PLO auf gleicher Höhe mit dem ventralen Ende der Basis der P: AO 15 6. M. subasperum (Günther) 2. Pol: 1; AO in zwei Gruppen: PLO stets dorsal von der Basis der P. Schuppen cykloid. ,/) SAO in einer Schrägreihe a) VO auf gleicher Höhe, das letzte Prc an der Seitenlinie, AO 6 — 8 + 7 — 9 7. M. phengodes (Lütken) ß) das zweite VO etwas außer der Reihe, das letzte Prc ventral der Seitenlinie; AO 5 — 7 + - — 3 S. ]\I. latematum Garm. b) SAO in einem stumpfen Winkel a) das zweite VO nur wenig außer der Reihe: AO 6 + 7 9. M. glaciale (Reinhardt) ß) das zweite VO dorsad aus der Reihe ganz verschoben; AO 5 — 6 + 4 — 5 10. M. fterotum (Alcock) 3. Pol: 2: Schuppen cykloid; SAO in einem stumpfen Winkel. «) das letzte Prc und VLO ventral der Seitenlinie: AO 5 — 7 + 6 — 7 11. M. Benoiti (Cocco) ad) das letzte Prc in der Seitenlinie, VLO ventral von ihr; AO 4 — 7 + 6 — 8 1 1 a. M. Benoiti Reinhardü (Lütken) aaa) das letzte Prc und VLO in der Seitenlinie: AO 5 — 8 + 6 1 1 b. AI. Bnwiti Hygomi (Lütken) 2. Maulspalte reicht stets über den hintern Augenrand hinaus, Oberkiefer am hintern Ende stets nur sehr wenig verbreitert. Augen mäßig groll. Pol 1, AO in zwei Gruppen. 1. Schnauze nicht vorspringend a) Seh u p p e n c y k 1 o i d. a) SAO in einer Schrägreihe c ) AO 7 — 9 + 7— 11; A 18 — 20: Lad. 42—43 12. M. punetatum (Rafinesque) ß) AO 7—10 + 3—6: A 18—20: Lad. 40 13. M. afinc (Lütken) \y) AO 10 + 7, A 23 — 24, Lad. 45 — 47 14. M. aurolaternatum Garman] b) SAO in einem stumpfen Winkel a) AOpost. zum Teil im Bereich der Analflosse j) AO 7 — 9 + 4 — 9 '5- M. Hmnboldti (Risso) 2) AO 5 — 7+ 11 — 14 '6- M. hians Richardson \ß) alle AOpost. hinter der Analflosse AO 7 — 9 + 4 — 6 17- M. Evermanni Gilb.] b) Schuppen ctenoid. a) SAO in einer Schrägreihe a) AO 6 — 8 + 5 — 8 18. M. spinosum Steint »aciixkr [/?) AO 15 19- M. tenua (ElGENM. U. ElGENM.) (Syn. Tarletonbeania tenua Eigenm. u. Eigenm.] 162 Die Tiefseefische. 163 \y) AO 18 20. M. crenulare (Jordan u. Gilbert) (Syn. Tarletonbeania crenularis Jord. u. Gilb.] b) SAO in einem stumpfen Winkel a) AO 7 — 8 -}- 6 21. J/ asperum Richardson 0) AO 10 + 4 J/ pristileph (Gilbert)] 2. Schnauze vorspri n g e n d a) D vor der Mitte des Körpers, PO in gleichem Abstand voneinander, PLO dorsal von der Basis der P. a) Kiemenfilter mit langen Borsten SAO in einem stumpfen Winkel: AO 4 — 8 + 9 — 14 (in der Regel 5 — 7+ 1 1 — 13) 22. M. Coccoi (G >cco) b) Kiemenfilter mit sehr kurzen Borsten a) SAO in einer wenig steilen Schrägreihe; AO 4 — 6 + 8 — 11 (in der Regel 5 + 9) 23. M. choerocephalum (Fowl.) ß) SAO in einer steilen Schrägreihe; AO 4 — 8 + 7 — 12 (in der Regel 5 — 6 + 9 — 10) 24. M. Andiene (Lütken) b) D etwas hinter der Mitte des Körpers, PO in ungleichem Abstände voneinander, PLO auf der Höhe des dorsalen Endes der Basis der P. SAO in steiler Schräg- reihe. AO 6—8 + 5—7 a) SAO 3, VO 2, PO 6 25. M. ramm (Lütken) ß) SAO 2, YO 4, PO 5 25 a. M. rarum integer A. Brauer II. 4 Organe dorsal der Seitenlinie (das letzte SAO am kaudalen Ende der Basis der D, das letzte Pol an der Basis der Fettflosse, das letzte Prc dorsal von der Seitenlinie und ein Organ am Anfang der Basis der U). Das vorletzte PO und das zweite VO dorsad außer der Reihe verschoben. Maulspalte weit über den hintern Augenrand hinaus, Oberkiefer am hintern Ende wenig verbreitert, O 11 — 12, A 12 — 13, A fast ganz unter D. SAO in einem stumpfen Winkel, Pol 2, AO 4 + 5 26. M. Valdiviae A. Bkaulk Untergattung Lampadena (Goode u. Bean). Leuchtorgane durch ein schwarzes Septum geteilt, supra- und infrakaudal je eine große Leuchtplatte, keine Leuchtschuppen, das erste PO und die beiden PYO und ebenso die ersten drei VO bilden keine gerade, schräg aufsteigende Reihe, die beiden PYO und PLO übereinander auf gleicher Vertikale, Prc 3 — 4, Pol 1, SAO in einer steilen Schrägreihe, das letzte Prc in der Seitenlinie. D und A gleich lang. a) PO auf gleicher Höhe, Auge zur Kopflänge 1 : 3 \_a) AOant 7, AOpost. o, Leuchtplatten kleiner als das Auge 27. M. (Lampadena) specidigerum Goode u. Bean (Syn. Lampadena speculigera Goode u. Bean)] ß) AOant. 7, AOpost. 2, Leuchtplatten größer als das Auge 28. M. {Lampadena) Chavesi Collett b) das vorletzte PO außer der Reihe, Auge zur Kopflänge 1:4,5, r ^ 5 + 2 29. M. (Lampadena) luminosum Garman 16; I 6 I August Brauer, Untergattung Diaphus (Eigenmann u. Eigenmann). Leuchtorgane durch ein schwarzes Septum geteilt, keine Leuchtplatten, keine Leuchtschuppen präkaudal, häufig eine Leuchtschuppe am PLO. PO:5, das vorletzte PO stets außer der Reihe, die zwei PVO bilden mit dem ersten Pü stets eine zur Basis der P schräg aufsteigende gerade Reihe, zwischen dem ersten und zweiten PO stets eine größere klicke. VO stets 5; die drei ersten VO bilden ebenfalls stets eine schräg autsteigende gerade Reihe. A ( ) in zwei Gruppen, 4 — 6 + 4 — 6, von den AO ant. oft das erste oder die zwei ersten au Her der Reihe; Pol 1 — 2, Prc stets 4 in einer gebogenen Reihe an der liasis der C aufsteigend, PLO stets dorsal von der Basis der P: SAU stets in einer steilen Schrägreihe: kein Organ dorsal von der Seiten- linie. 1 — 2 Antorb. und zuweilen 1 — 2 Suborb. , häufig sehr stark entwickelt. [1. Antorb. o? L) 14 — 15 A 14 — 15, das letzte SAG, Pol und Prc nahe der Seitenlinie 30. M. (Diaphus) icrolampum (Gilb. u. Cram.)] 2. Antorb. 1, dorsal von der Nase. a) Antorb. klein, die beiderseitigen median nicht zusammenstoßend. a) das letzte SAO, Pol und Prc ventral von der Seitenlinie, D länger als A. D 17 A 14 — 15 31. M. (Diaphus) Geniellari (Cocco) ß) das letzte SAG, Pol und Prc nahe der Seitenlinie, D gleich lang oder kürzer als A, I) 13 — 14, A 14 — 16 32. M. (Diaphus) lacerta (Goode u. Bean) lii Antorb. groll, die beiderseitigen median zusammenstoßend. Das letzte SAO, Pol und Prc an der Seitenlinie, 1) und A gleich lang. 1) 17 A 17 33. M. (Diaphus) microps A. Brauer 3. Antorb. 2, übereinander, das dorsale tütenförmig, das ventrale oblong. a) die beiderseitigen Antorb. median nicht zusammenstoßend. d) Das letzte SAO, Pol und Prc ventral von der Seitenlinie, D 12 — 14, A 14 — 15, das ventrale Antorb. etwas auf den ventralen Augenrand übergreifend 34. M. (Diaphus) coeruleiim (Klunzinger) ß) das letzte SAO, Pol und Prc an der Seitenlinie: das ventrale Antorb. ganz auf den Vorderrand des Auges beschränkt D 13 — 15, A 15 — 16 35. M. (Diaphus) spleudidum A. Brauer b) Die beiderseitigen dorsalen Antorb. klein, median nicht zusammen- stoßend, die beiderseitigen ventralen Antorb. groß, zusammen- s t o ß en d. d) das letzte SAO, Pol und Prc an der Seitenlinie a) D 14 A i4(?): Auge zur Kopflänge 1:3 36. M. (Diaphus) elucens A. Brauer) \ß) D 17 A 16: Auge zur Kopflänge 1:3 — 3,25 37. M. (Diaphus) chrysorhynchum (Gilb, u. Cram.)] b) das letzte SAO, Pol und Prc von der Seitenlinie entfernt. «1 1) 17 A 16: Auge- zur Kopflänge 1:4 38. M. (Diaphus) lucidum (Goode u. Bean (Syn. Aethoprora heida Goode u. Bean) 164 Die Tiefseefische. 16s ß) D 15 A 16: Auge zur Kopflänge 1:2,5 39. M. [Diaphus) ejfulgcns (Goode u. Bi \\i (Syn. Aethoprora cffulgcns Goode u. Bean)] 4. Antorb. 1, dorsal von der Nase, Suborb. 1 — 2. /) Die beiderseitigen Antorb. nicht zusammenstoßend a) Suborb. 1, das letzte SAO, Pol und Prc fast an der Seitenlinie, Auge zur Kopl länge 1 : 3,5—4 a) Suborb.: ein großes oblonges, D 15 — 16 A 15 — 16 a) Auge zur Kopflänge 1:3,5 — 4 : A beginnt unter dem letzten Drittel der 1). 40. M. {Diaphus) Liäkeni A. Brauer ß) Auge zur Kopflänge 1:4,5: A beginnt kurz hinter der 1) 41. M. (Diaphus) adeiiomus Gilb. b) Suborb.: ein kleines ovales, D 13 — 14 A 15 — 16 42. M. {Diaphus) Vanhoeffetü spec. nov. b) Suborb.: ein großes oblonges und ein kleines rundes, das letzte SAO, Pol und Prc von der Seitenlinie entfernt. [er) Auge zur Kopflänge 1:3,5: D 11 — 13 Ao — 12 43. M. (Diaphus) theta (ElGENM. u. ElGENM.) (Syn. Diaphus theta Eigenm. u. Eigenm.)} ß) Auge zur Kopflänge 1:2,7: D 12 A 12 — 14 44. M. (Diaphus) Rafinesquei (Cocco) 2) die beiderseitigen Antorb. zusammenstoßend a) Suborb.: 1 kleines ovales: das letzte SAO, Pol und Prc von der Seitenlinie entfernt: Auge zur Kopflänge 1:3; D 13 — 14, A 13 — 14; die Maulspalte reicht über den hintern Augenrand hinaus 45. M. [Diaphus) fulgens A. Brauer b) Suborb.: ein großes oblonges und ein kleines rundes: das letzte SAO, Pol und Prc nahe der Seitenlinie: Auge zur Kopflänge 1:2,6; I) 15 A 15: die Maulspalte reicht nicht über den hintern Augenrand hinaus 46. M. {Diaphus) metopoclampum (Cocco) Untergattung Lampanyctus (Bonaparte). L e u c h 1 r g a n e n i c h t geteilt durch ein schwarzes Septum: L e u c h t - schu p p e n stets i n f r a - u n d s u p r a k a u dal, zuweilen auch a n andern Stell e n des Rumpfes. Pol 1 — 4 , A O stets in 2 Gruppen, P L O stets dorsal von der Brustflosse. Oberkiefer am hintern Ende wenig verbreitert, Maul spalte reicht stets weit über cl e n hinter n R a n d cl e s A u g es h i n a u s. A. Leuchtschuppen präkau dal und an andern Stellen des Rumpfes, Prc 3 — 4 scharf von den AO getrennt. I. PO und YO auf gleicher Höhe, SAO in einer steilen Schrägreihe, Auge mäßig groß, Pol 2 a) Leuchtschuppen präkaudal, längs der A und zwischen V und A. Das obere PYO auf der Hohe der Basis der P. Pol schräg übereinander. Prc 4, D und A gleich lang. 165 , f. f. August Brauer, et) auf der Stirn jederseits ein rostrad gerichtetes Hörn, AO 5 — 6 + 6 — 7, D 13 — 14, A 13 — 14 47. M. {Lampanyctus) maderense (Low] 1 ß) auf der Stirn kein Hörn «) AO 5 — 6 + 5, L) 13 A 13, das unterste SAO höher als die VO 48. M. {Lampanyctus) Warmingi (Lütken) ß) AO 10 + 7, I) 15 A 18, das unterste SAO auf gleicher Höhe mit den VO 49. 31. {Lampanyctus) Braueri Lönnberg b) Leuchtschuppen präkaudal an der Seite des Rumpfes ventral von der I) und an der Brust-, Bauch- und Rückenflosse, Pol 3 — 4, die letzten 2 — 3 Pol auf gleicher Höhe nebeneinander; das obere PYO an dem dorsalen Ende der Basis der P, Prc 3 — 4 /. D kürzer als A, 3 Organe auf der Wange, AO 8 + 9 D 1 7 A 2 1 50. 3f. (Laiiipauvctits) procerum A. Brauer 2. ü länger als A, kein Organ auf der Wange a) Pol 2 auf gleicher Höhe a) Prc 3—4, VO 5—6, AO 8—9 + 6—7, b) 21—24 A 1 7 — 19 Latl. 40 51. 31. {Lampanyctus) elongatum (Costa) ß) D 2 1 A 20 Latl. 42 [52. M. {Lampanyctus) quercinum (Goode u. Bean) (Syn. Notoscopelus quercinus Goode u. Bean; Macrostoma quercinum Jordan u. Evekmann)] 7 ) D 16 A 14, AO 9 + 7 Latl. ? [53. M. {Lampanyctus) margaritiferum (Goode u. Bean) (Syn. Notoscopelus margaritifer Goode u. Bean; Macrostoma margaritiferum Jordan u. Evekmann)] b) Pol 3 auf gleicher Höhe a) D 20 A 21, Latl. 46, AO 9 + 4 [54. M. {Lampanyctus) castaneum (Goode u. Bean) (Syn. Notoscopelus castaneus Goode u. Bean; Macrostoma castaneum Jordan u. Evermann)] 2. Das vorletzte PO und das zweite VO außer der Reihe, SAO in einer wenig steilen, etwas gebogenen Schrägreihe, Auge groß. D gleich oder etwas kürzer als A; AO 4 — 6 + 3 — 5 a) Antorb. dorsal von der Nase, je eine Leuchtschuppe an der Basis der A, V und 1 ), 3 postorbitale Leuchtorgane am hintern Augenrande übereinander, außer den gewöhn- lichen noch zahlreiche, sehr kleine Organe am ganzen Körper; D 11 — 13 A 13 — 15; Auge 1:3 — 3,3 55- M. {Lampanyctus) longipes spec. nov. b) Antorb. ventral von der Nase, Postorb. und sehr kleine Organe fehlen. D 13 — 14 A 13—14 a) Auge zur Kopflänge 1:3,7: eine Leuchtschuppe an der Bauchflosse, je 3 an der Basis der A und 1) und einige zwischen A und C; VO 6 56. M. {Laiiipaiivctas) Gaussi sp. nov. [ß) Auge zur Kopflänge 1:4,6: VO 5: Leuchtschuppen an der D zahlreicher 57. 31. {Lampanxctiis) Güntheri (Goode u. Bean)] 166 Die Tiefseefische. 167 Leuchtschuppen nur präkau dal oder höchstens eine an der Basis der Fettflosse; Leuchtorgane nierenförmig, PVO niemals dorsal über die Brustflosse hinaus verlagert, das vorletzte PO stets außer der Reihe, SAO stets in einem stumpfen Winkel, Pol 2, schräg zu- einander gestellt, selten 1, Prc 1 — 2 (als Prc nur die an der Basis der Schwanzflosse höher als die AO liegenden gezählt, weil andere bald scharf, bald nicht von den AO post. getrennt sind); stets nur 1 kleines Antorb., in der Regel ventral am Vorderrand des Auges. Zuweilen Organe auf der Wange und an der Schulter, D stets kürzer als A. 1. P sehr kurz, nicht bis zur Y reichend: keine Organe auf der Wange oder an der Schulter. AO ant. auf gleicher Höhe a) Prc 1 nahe oder an der Seitenlinie /) D vor der Mitte des Körpers, endet sehr wenig hinter dem Anfang der A, Pol 1 oder 2, AO 6 — 7 + 9 — 10, D 12 — 15 A 14 — 15 58. M. (Lanipanyctus) leucopsarum (Eigenm. u. Eigenmann) b) Prc 2 /) die beiden Prc bilden mit dem letzten AO, das von den andern zuweilen durch eine gröbere Lücke abgetrennt sein kann, eine zur Seitenlinie schräg aufsteigende gerade oder fast g-eracle Reihe a) D in oder etwas vor der Mitte des Körpers, endet über der Mitte der A; D 1 3 -16, A 16—18; AO 5—7 + 6—8, das letzte SAO unter der Mitte der D; PVO gerade übereinander 59. M. {Lampanyctus) micropterum spec. nov. ß) D hinter der Mitte des Körpers, endet über der Mitte der A, sonst wie micro- pterum 60. M. {Laiiipauyctus) nigrescens A. Brauer y) D in der Mitte des Körpers, endet über dem Ende des ersten Drittels der A, D 13 — 15, A 14 — 16: AO 5 — 6 + 8: das letzte SAO unter dem Ende der D: PVO schräg zueinander [61. M. (Lampanyctus) oculeum (Garman) (Syn. Myctophum oculeum Garman)] 2) die beiden Prc liegen gerade übereinander. AO 6 — 8 + 7 — 9, ü 13 — 15, A 16 — 19, D auf der Mitte des Körpers 62. M. {Lampanyctus) nigrum (Günther) j) D 12 A 14; AO 6 + 6 [63. M. {Lampanxdus) mexicanum (Gilbert) (Syn. Nannobrachium mexicanum Gilbert) y) D 16 A 19; AO 11 +7 64. M. {Lanipauyctus) regale (Gilbert) (Syn. Myctophum regale Gilbert)] 2. P sehr lang, mindestens bis zum Anfang der Analflosse reichend. Prc 2, Pol 2 a) kein Organ auf der Wange oder Schulter. AO 6 + 6, D 13 — 14, A 14 — 15 a) AO 5+9, D 14 A 18: D überragt den Anfang der A sehr wenig 65. M. {Lampanyctus) tenuiforme spec. nov. ß) AO 6 + 6: ü 13—14 A 14 — 15 [66. M. {Lampanyctus) Townsendi (Eigenmann u. Eigenmann) (Syn. Myctophum Townsendi Eigenmann u. Eigenmann; Lampanyctus Townsendi Jordan u. Evermann)] b) Organe auf der Wange, kein Organ an der Schulter /) ein Organ auf der Wange, P bis zum Ende der A reichend, AO ant. auf gleicher 167 i gg August Brauer, Höhe, AO 4 — 8 + 8 — 9, das letzte Prc über und vor dem vorletzten. D 11 — 14, A 15 — 18. Außer den gewöhnlichen Organen sind noch sehr kleine am ganzen Körper vorhanden 67. M. {Lampanyctus) alatum (Goode u. Bean) 2) zwei Organe auf der Wange, P bis zum Anfang der A reichend, AO ant. auf gleicher Höhe, AO 6 — 7 + 7 — 9, das letzte Prc über und hinter dem vorletzten, D 13 — 14, A 16 — 18 68. M. {Lampanyctus) gemmifer (Gooode u. Bean) j) drei Organe auf der Wange; P bis zum Anfang der A reichend: das erste AOant. etwas tiefer als die andern. Diebeiden Prc gerade übereinander: AO 4 — 8 -|- 6 — 9, D 14 — 15 A 17 — 18 69. M. {Lampanyctus) crocodilum (Risso) c) kein Organ auf der Wange, ein Organ an der Schulter. P etwas über den Anfang der Analflosse hinaus, das erste AOant. stets tiefer gelegen als die folgenden; die beiden Prc übereinander, das zweite aber kaudad vom ersten. AO 4 — 6 + 8 — 10: D 12 — 14, A [8 -19 70. AI. {Lampanyctus) macropterum A. Brauer Untergattung Myctophum (Rafinesque). .]/. (Myctophum) cmtarcticttm (Günther). Scopelus antiircticus Günther [878 p. 184; 1SS7 p. 196. Scopelus Colletti Lütken 1S92 p. 240 p. 7. Benthosema Colletti Goode u. Bean 1S96 p. 78. Myctophum antarcticum Lönnberg 1905 a p. 60. Textfig. 82 a — c. V 8 P 13 D 13 — 15 A 19 — 23 Latl. 37 — 30. Größte Höht- des Körpers zu seiner Länge 1 : 3,8, geringste Körperhöhe zur größten 1 : 3,4, Kopflänge zur Körperlänge 1 : 3,8, Auge zur Kopflänge 1 : 2,5, Schnauze zum Auge 1 : 2,7. Die Rückenflosse beginnt etwas hinter der Vertikale der Bauchflossen, etwas vor der Körpermitte, die Analflosse etwas hinter der Körpermitte, fast auf der Vertikale der Mitte der Rückenflosse und endet hinter der Vertikale der Fettflosse. Die Brustflosse reicht bis zur Vertikale des Anfangs der Analflosse, die Bauchflosse bis zum After. Oberkiefer hinten stark verbreitert: die Maulspalte reicht bis zur Vertikale des hintern Augenrandes. Vorderrand des Präoperculums vertikal. Schuppen cykloid, in der Seitenlinie verbreitert. Leuchtorgane: 1. am Kopf: 2 kleine Antorb., das eine dorsal, das andere ventral am Vorderrand des Auges: 2 operculare übereinander am Vorderrand des Präoperculums, das dorsale größer, auf der Höhe des ventralen Augenrandes, das ventrale kleiner, auf der Hohe des Kieferwinkels; drei Branchiostegalorgane ; 2. am Rumpf: a) ventrale Reihe: PO 5 auf gleicher Hohe: PVO 2, schräg zueinander, das dorsale an der ventralen Ecke der Basis der Brustflosse, das ventrale etwas tiefer und etwas weiter rostrad, über der Lücke zwischen dem zweiten und dritten PO. Die beiden PVO bilden mit dem PIX) ein Dreieck. VO 4 auf gleicher Höhe; AO 16 — 19 in einer kontinuierlichen Reihe (von 9 Exemplaren bei 3 17: bei 3 18, bei je einem 15 und 19 und bei einem rechts 19, links 18); Prc 2 auf gleicher Höhe: b) laterale Reihe: 168 Die Tiefseefische. 169 FLO ventrad verschoben bis auf die Hohe des dorsalen PVO oder der ventralen Kante der Basis der Brustflosse, z. T. vom Kiemendeckel bedeckt: VLO fast auf der Mitte zwischen der Basis der Bauchflosse und der Seitenlinie: SAO in einem stumpfen Winkel, das vordere auf der Vertikale des dritten VO, das zweite auf der des Afters, wenig mehr dorsad als das vordere und das dritte etwas unter der Seitenlinie, auf der Vertikale des zweiten Strahles der Analflosse. Leuchtplatten: Bei ' (Textfig. 82, b) 7, suprakaudal, bei ¥ (Textfig. 82,a) 5 infrakaudal. 7 Exemplare, die weniger als 3 cm lang waren, hatten noch keine. Variation: Bei einem Exemplar (Textfig. 82, c) zeigte beiderseits die Reihe der Aü eine Unterbrechung, indem das 10. — 12. etwas höher, aus der Reihe gerückt waren. 00 oooooo < \^QSLQ—^ J Fig. 82 a — c. Fundorte: Südatlantischer Ocean: westlich von Kapstadt (Valdivia; Stat. 89 : 31" 21' \" S.Br. 9° 45' g" O.L. V. 3000 m); östlich von Südamerika (Schwedische Südpolar-Expedition : 49° 56' S. Br. 49 56' VV. L.). -- Antarktischer Ocean: ostlich der Bouvet-Insel (Valdivia; Stat. 132: 55" 20' 5" S.Br. 5 15' 8" O.L. V. 2000 m; Stat. 135: 56° 30' i"S.Br. 14° 29' 2" O.L. V. 1500m: Stat. 136: 55 57' 2" S.Br. i6° 14' 9" O.L. V. 2000m: Stat. 139: 55" t' S.Br. 21" 34' O.L. V. 1500 m); südwestl. von Australien (Challenger: 62° 26' S.Br. 95" 44' O.L. : 53 55' S.Br. ioS" 35' ( ). L): westl. von Kap Hörn (nach Lütken); südl. von Südamerika (Schwedische Südpol-Expedition: 63 24' S.Br. 45 40' W.L.; 64" 14' S.Br. 52° 50' \Y. L). - - Südindischer Ocean: 28° 16'— 30" SFr. 96 — 97" 30' O.L. (nach Lütken). Zahl der Exemplare: 9, größtes 6,1 cm. Maße: Körperlänge 5,75 Von der Schnauzenspitze sind entfernt: Größte Körperhöhe 1,5 die Bauchflossen 2,1 Geringste Höhe 0,44 die Rückenflosse 2,6 die Analflosse 3,1 169 Deutsche Tiefsee-Expedition 1898 — l8yie Maulspalte reicht bis zur Vertikale des hintern Augenrandes, der Überkiefer ist hinten verbreitert; der Vorderrand des Präoperculums vertikal. Die Rückenflosse beginnt etwas hinter der Vertikale der Bauchflossen, sehr wenig vor der Körpermitte und endet auf der Ver- tikale des Anfangs der Analflosse. Liese beginnt nahe dem Lude des zweiten Körperdrittels und endet etwas hinter der Vertikale der Fettflosse. Leuchtorgane: 1. Kopf: Antorb. nicht erkennbar, wahrscheinlich abgerieben; 2 über- einander am Vorderrande des Präoperculums, das dorsale auf der Hohe des dorsalen Randes Fig. 84. des Oberkiefers, das andere auf der Höhe des Kieferwinkels; 3 Branchiostegalorgane. 2. Rumpf: a) ventrale Reihe: PO 5 auf gleicher Hohe, PVO schräg zueinander, das eine vorn an der ven- tralen Ecke der Basis der Brustflosse, das andere etwas mehr ventral und rostral von jenem, die beiden bilden mit dem PLO eine gerade schräg zur Brustflosse ansteigende Reihe: \(>4 auf gleicher Hohe: AO 15 in einer Reihe, die ersten zwei aber etwas höher außer der Reihe: Prc 2 auf gleicher Hohe nebeneinander: b) laterale Reihe: PLO ventrad verschoben bis unter die Hohe der Basis der Brustflosse, etwas Mir dem ventralen PVO und etwas tiefer; VLO viel naher der Bauchflosse als der Seitenlinie: SAO sind abgerieben (wahrscheinlich wie bei den ver- wandten Arten areticum und antareticum in einer Schrägreihe). Dank 'der Liebenswürdigkeit des Herrn Prof. Lönnberg konnte ich die beiden von der Schwedischen Südpol-Expedition gefangenen Exemplare selbst untersuchen. Leider sind beide stark beschädigt. Fundort: Oestlich von Südamerika im Südadantischen Ocean (49" 56' S. Br. 49" 56' W.L.). Mali«.': Korperlänge 5,6 Breite des Interorbitalraums 0,3 Größte Körperhöhe 1,2 Von der Schnauzenspitze sind entfernt: Geringste Höhe 0,5 die Bauchflossen 2,65 Die Tiefseefische. /ö Kopflänge i ,6 Schnauze 0,27 Auge 0,55 die Rückenflosse 2,7 die Analflosse 3,5 Breite der Basis der Rückenflosse 0,75 der Analflosse 1,2 .]/. [Myctophum) arcticum (Lütken). Scopclus arcticus Lütken 1892 p. 249 fig. 6; 1892a p. 207. Benthosema arcticum Goode u. Bean 1S96 p. 78; Jordan u. Evermann 1896 p. 574. Textfig. 85. P14V8D11 A 21 Lall. 38. Größte Höhe des Körpers zu seiner Länge 1 : 3,8, geringste zur größten Hohe des Korpers 1 : 2,6, Kopflänge zur Körperlänge 1 : 3,3, Schnauze zum Auge 1 : 2,6, Auge zur Kopf- Fig. 85. länge 1 : 2,6. Der vertikale Durchmesser des Auges ist etwas größer als der horizontale, die Linse ist etwas dorsad verschoben : beide Augen sind einander sehr genähert, der Interorbital- raum ist viel schmäler als bei den meisten verwandten Arten und kleiner als die Schnauze lang ist. Die Maulspalte reicht bis zur Vertikale des hintern Augenrandes; der Oberkiefer ist hinten stark verbreitert. Der Vorderrand des Präoperculums ist vertikal gestellt. Die Brustflosse liegt etwas unter der Mitte der Seite des Körpers und reicht etwas über die Vertikale der Bauchflosse hinaus. Die letztere liegt eine ziemliche Strecke vor der Vertikale der Rückenflosse, etwas hinter dem Anfang des zweiten Körperdrittels. Die Rückenflosse beginnt fast auf der Mitte des Körpers und endet etwas hinter der Vertikale des Anfangs der Analflosse. Diese beginnt noch vor dem letzten Drittel des Körpers unter der Mitte der Rückenflosse und endet etwas hinter der Vertikale der Fettflosse. Schuppen cykloid. Leuchtorgane: 1. am Kopf: 1 Antorb., klein, ventral am vordem Augenrand, viel- leicht auch dorsal ein kleines; 2 am Yorderrande des Präoperculums übereinander, das dorsale auf der Höhe des ventralen Augenrandes, das ventrale kleiner und fast auf der Höhe des 173 174 August Brauer, Kieferwinkels; 3 Branchiostegalorgane. 2. am Rumpf: a) ventrale Reihe: PO 5 auf gleicher Höhe, die 2 ersten etwas weiter gestellt als die andern: PVO 2 schräg zueinander, das eine vorn nahe der ventralen Ecke der Basis der Brustflosse, das andere etwas ventral von diesem und rostrad von ihm, beide bilden mit dem PLO eine ein wenig ventrad gebogene, gegen die Brustflosse aufsteigende Schrägreihe: \'ü 4 auf gleicher Höhe: AO 15 — 16 in einer kontinuier- lichen Reihe auf gleicher Höhe: Prc 2 auf gleicher Höhe nebeneinander; b) laterale Reihe: PLO ventrad bis unter die Hohe der Brustflosse verlagert, etwas vor dem ventralen PYO und etwas tiefer als dieses: es liegt ihm näher als jenes dem dorsalen PVO; YLO viel näher der Bauchflosse als der Seitenlinie ; SAO 3, in einer etwas ventrad ausgebogenen Schrägreihe ; das erste über dem dritten YO, auf gleicher Höhe mit dem VLO, das zweite über dem After und etwas mehr dorsad als das erste, das dritte wenig näher der Seitenlinie als der Anal flösse, fast auf gleicher Vertikale mit dem ersten AO. Leuchtplatten: Die zwei Exemplare, welche mir von dem Kopenhagen er Museum zur Untersuchung freundlichst überlassen wurden, hatten 2, bzw. 3 Platten infrakaudal, nach Lütken haben andere suprakaudal eine (?) große Platte. Die obige Beschreibung weicht von der Lütken's, der dieselben Exemplare untersucht hat, darin ab, daß er für D 9 und für A 1 7 angibt und weiter als Verhältnis des Auges zur Kopflänge 1 : 2,9 ; über die Gestalt des Auges sagt er nichts ; nach der Zeichnung ist es rund, und die Linse liegt zentral. Vorkommen: Arktischer Ocean ; Davis-Str. u. Grönland. Maße: Vertikaler Durchmesser des Auges 0,45 Horizontaler Durchmesser 0,4 Breite des Interorbitalraums 0,1 Breite der Basis der Rückenflosse 0,475 der Analflosse 0,85 Körperlänge 3,45 Größte Körperhöhe 0,9 Geringste Höhe 0,35 Kopflänge 1 ,05 Schnauze o, 1 5 Von der Schnauzenspitze sind entfernt: die Bauchflossen 1,35 die Rückenflosse 1,75 die Analflosse 1,95 M. {Myctophum) parallelum Lönnberg. Myctophum parallelum Lönnberg 1905 p. 764; 1905 a p. 62. Textfig. 86. P 15 V 8 Du A 22 Lat. c. 40. Größte Höhe des Korpers zu seiner Länge 1 : 4, geringste Korperhöhe zur größten 1 : 3,3, Kopflänge zur Körperlänge 1 : 4, Breite des Auges zur Kopflänge 1 : 2,7, Schnauze zur Breite des Auges 1 : 2,6. Der vertikale Durchmesser des Auges ist größer als der horizontale, die Linse ist dorsad verschoben, beide Augen nur durch einen sehr schmalen Interorbitalraum ge- trennt. Die Lage der Flossen, die Länge der Maulspalte, die Gestalt des Oberkiefers sind die- selben wie bei M. areticum. Die Anordnung der Leuchtorgane zeigt im Vergleich mit dieser Art nur folgende geringen Abweichungen: 1. die beiden Prc sind durch einen etwas größeren Zwischenraum getrennt, 2. das erste und zweite SAO zeigen denselben Unterschied wie die Prc, und 3. die Zahl der AO beträgt 18. Als ein weiterer Unterschied von M. areticum muß noch hervorgehoben werden, daß bei M. areticum das Verhältnis der Kopflänge zur Körperlänge 1 74 Ihr Tiefseefische. '75 1 : 3,3, hier 1 : 4 beträgt, und die Basis der Analflosse vielleicht etwas breiter ist, das sind aber auch alle Unterschiede, welche ich zwischen beiden Arten nennen könnte. Würden sie nicht in geographisch so weit voneinander getrennten Gebieten (Arktis und Antarktis) leben, so würde ich kaum Lönnberg darin beistimmen, dieser Form den Wert einer Art zu geben. Sehr inter- essant ist, daß diese beiden Arten von allen mir bekannten Myciopkum-Axten dieselbe Umbildung des Auges auf der gleichen Stufe zeigen. Es handelt sich hier sicher um eine tiergeographisch und biologisch hoch interessante Form. Infrakaudal 2 kleine Leuchtplatten. Es war mir möglich gemacht, auch diese Art selbst untersuchen zu können. Das eine Exemplar ist von der Schwedischen Südpol. Expedition im Südatlantischen Ocean gefangen worden (östlich von Südamerika: 48" 27' S. Br. 42 u 36' W.L.). Maße: Körperlänge 4,3 Größte Körperhöhe 1,03 Geringste Höhe 0,33 Kopflänge 1 , 1 Schnauze o, 1 5 Fig. 86. Horizontaler Durchmesser des Auges 0,4 Vertikaler Durchmesser 0,5 Breite des Interorbitalraums 0,05 Von der Schnauzenspitze sind entfernt : die Bauchflossen 1,65 die Rückenflosse 2,23 die Analflosse 2,4 Breite der Basis der Rückenflosse 0,5 der Analflosse 1,2 AI. (Myctophum) subasperum (Günther). Scopelus (Dasyscopelus) subasper Günther 1859 — 70 V. 5 p. 411; Lütken 1S92 p. 240 fig. 1. Dasyscopelm subasper Goode u. Bean 1S96 p. 92. Myctophum megalops Peters 1864 Juli p. 303. Textfig. 87. P 16 V 8 D 13— 14 A 21 Latl. 39^42.') Größte Höhe des Körpers zu seiner Länge 1 : 4,1, geringste Körperhöhe zur größten 1 : 3, Kopflänge zur Körperlänge 1 : 3,8, Schnauze zum Auge 1 : 5, Auge zur Kopflänge 1 : 2,5. Die Maulspalte reicht bis zur Vertikale des hintern Augenrandes, der Oberkiefer ist hinten ver- l ) Die Angabe von PETERS, daü 32 — 33 Schuppen in der Seitenlinie vorhanden sind, ist, wie mir eine Untersuchung der beiden Exemplare im lierliner Museum gezeigt hat, nicht richtig: es sind 40 — 42 Schuppen vorhanden. 175 i j6 August Brauer, breiten. Der Vorderrand des Präoperculums steht vertikal. Die Brustflosse liegt auf der Mitte der Höhe der Korperseite, sie reicht nicht bis zur Vertikale des Afters. Die Rückenflosse be- ginnt kurz hinter der Vertikale der Bauchflossen, vor der Mitte des Körpers, und endet auf gleicher Vertikale mit dem Anfang der Analflosse, vor dem letzten Körperdrittel. Die Analflosse reicht etwas über die Vertikale der Fettflosse hinaus. Schuppen ctenoid, grob gezähnt. Leu cht organe: i. am Kopf: i kleines Antorb. dorsal am vordem Augenrand: 2 am Vorderrande des Präoperculums übereinander, das dorsale größere auf gleicher Höhe wie der ventrale Augenrand, das ventrale kleinerauf der Höhe des Kieferwinkels: 3 Branchiostegalorgane ; 2. am Rumpf: a) ventrale Reihe: PO 5 auf gleicher Höhe: PVü 2 schräg zueinander, das eine vorn nahe der ventralen Ecke der Basis der Brustflosse, das andere ventral und weiter rostral von ihm, auf gleicher Höhe mit dem zweiten PO, beide bilden mit dem PLO ein Dreieck: VO 4 fast auf gleicher Hohe, die 3 letzten ein wenig hoher als das erste: AO 15 in einer kontinuierlichen Reihe, die 3 letzten AO hinter der Analflosse; Prc 2 auf gleicher Höhe und nebeneinander: b) laterale Reihe: PLO ventrad verschoben bis auf die Höhe des ventralen Fig. 3«- Endes der Basis der Brustflosse, fast auf gleicher Höhe mit dem dorsalen PVO, über dem ven- tralen PVO gelegen; VLO näher der Bauchflosse als der Seitenlinie; SAO 3 fast einen rechten Winkel bildend, das erste fast über dem dritten VO . und fast auf gleicher Hohe mit dem VLO, das zweite ein wenig tiefer als das erste, über dem After, das dritte auf gleicher Vertikale mit dem Ende der Rückenflosse und dem Anfang der Analflosse, von der Seitenlinie etwas entfernt. Leu cht platten: Das eine Exemplar hatte suprakaudal 3 kleine Platten. Das unter- suchte Exemplar ist dasselbe, welches Lütken untersuchte (Chris t i a n i a -Museum). Lütken gibt unrichtig für D 10, für A 19 Strahlen und nur eine größere suprakaudale Platte an. Fundort: Atlantischer Ocean, New-York (nach Lütken).- - Stiller Ocean (43" 30' S. Hr. 123" O.L, nach Günther). - - Kap Hörn (nach Peters). Maße: Körperlänge 9,5 Interorbitalraum 0,7 Größte Körperhohe 2,3 Von der Schnauzenspitze sind entfernt: Geringste Höhe 0,75 die Bauchflossen 3,7 Kopflänge 2,5 die Rückenflosse 4,2 die Analflosse 5,6 Schnauze 0,2 Breite der Basis der Rückenflosse 1,4 Auge 1 der Analflosse 2,1 170 Dil fiefseefi chi '77 .]/. {Myctophum) phengodes (LüTKEN). Seopelus phengodes LÜTKEN 1892 j>. 253 fig. 1 1. Mydophum phengodes Goode u. Bean 1S96 p. 73; Fowler 1901 p. 620. Textfig. 88. P 15 V 8 D 12 A 20—21 Lad 38. Größte Höhe des Körpers zu seiner Länge 1 : 4 — 4,3, geringste Körperhöhe zur größten 1 : 3,1, Kopflänge zur Kürperlänge 1 : 3,3 — 3,5, Schnauze zum Auge 1 : 2, Auge zur Kopflänge 1 : 2,3 — 3. Die Maulspalte reicht bis zur Vertikale des hinlern Augenrandes. Vorderrand des Präoperculums vertikal gestellt. Oberkiefer hinten verbreitert. Die Rückenflosse beginnt vor der Mitte des Körpers, auf der gleichen Vertikale mit den Bauchflossen, und endet auf der gleichen Vertikale, auf der die Analflosse beginnt. Diese reicht über die Vertikale der Fett- flosse hinaus. Die Brustflosse reicht fast bis zur Vertikale des Alters, die Bauchflosse ebenso- weit. Schuppen cykloid. Fig. SS. Leuchtorgane: 1. am Kopf: 2 kleine Antorb., das eine dorsal, das andere ventral am Vorderrand des Auges; 2 am Vorderrande des Präoperculums, das eine größer, auf gleicher Höhe mit dem ventralen Augenrand, das andere kleiner und auf der Höhe des Kieferwinkels ; 3 Branchiostegalorgane ; 2. am Rumpf: a) ventrale Reihe: PO 5, auf gleicher Höhe, die ersten 2 von den folgenden 3 durch eine etwas größere Lücke getrennt als diese voneinander, PVO 2 schräg zueinander, das eine dorsale vorn nahe der ventralen Ecke der Basis der Brustflosse, das andere etwas ventral und rostral von diesem, auf gleicher Vertikale mit dem zweiten PO; VO 4 auf gleicher Höhe; AO in 2 Gruppen, die erste ganz, die zweite zur Hälfte im Bereich der Analflosse, AO ant. 7, AO post. 8, da Lütken 6 — 7 -f- 7 — 9 angibt, Fowi er 8 -b 9 gefunden hat, so kann die Zahl der AO also variieren in folgender Breite 6 — 8 4- 7 — 9: Pol 1, fast an der Seitenlinie, etwas vor der Vertikale der Fettflosse; Prc 2, schräg zueinander, das letzte fast an der Seitenlinie, b) laterale Reihe: PLO fast auf gleicher Vertikale mit der dorsalen Ecke der Basis der Brustflosse, ein wenig näher der Seitenlinie als der letzteren: VLO etwas näher der Seitenlinie als der Bauchflosse (nach Fowler soll es umgekehrt der letzteren etwas näher liegen); SAO in einer geraden, steilen Schrägreihe, das unterste etwas vor der Vertikale des letzten VO, das dritte, am meisten dorsal liegende fast an der Seitenlinie, auf der gleichen Vertikale mit dem Ende der Rückenflosse und dem Anfang der Analflosse. 177 Deutsche Tiefsee-Expedition 1898— i8i)y. Bd. XV. 2 .! [ yg August Brauer, Leu cht platten: Lütken hat bei einem Exemplar eine suprakaudale, Fowler eine infrakaudale Leuchtplatte gefunden. Lütken erwähnt noch, daß die infraorbitale Partie durch- sichtig sei und wahrscheinlich leuchte: es handelt sich hier offenbar um das Parietalorgan, das wie bei den meisten Arten durch die Schädeldecke und die hier unpigmentierte Haut durchscheint. Es wurden 4 kleine Exemplare untersucht, das größte war 2,3 cm lang; von ihnen ver- danke ich 3 dem Hamburger Museum. Vorkommen: Atlantischer Ocean: nördl. Teil, 6o° N. zwischen Grönland und Nord- amerika (Fowler). Südlicher Teil: zwischen 31 — 34" S. Br. und 5" \V. L. bis u°O.L. (Lütken) und 33°S.Br. 30 \Y. L. (Kapt. Nissen, Hamburg). Indischer Ocean: zwischen Süd-Afrika und Süd-Australien, zwischen 22 — 34" S. Br. und 27 — 96" O. L. (Lütken); bei Sansibar (Kapt. Erichsen, Hamburg): zwischen Neu-Amsterdam und Cocos-Inseln (Valdivia, Stat. 175: 26 3' 6" SBr. 93 43' 7 "O.L. Maße: Körperlänge 2 Von der Schnauzenspitze sind entfernt: Größte Hohe des Körpers 0,5 tue Bauchflossen 0,84 Geringste Höhe 0,15 die Rückenflosse 0,84 Kopflänge 0,6 die Analflosse 0,11 Schnauze 0,1 Breite der Basis der Rückenflosse 0,27 Auge 0,2 der Analflosse 0,56 M. (Myctofikum) Interna tum Garman. Myctophum laternatum Garman iSqq p. 267 Taf. 56 fig. 1. Textfig. 89, 90, 91. P 10 — 1 1 V 8 Uli — 12 A 15 — 16 Latl. 32 — 34. Größte Höhe des Körpers zu seiner Länge 1 : 4,2, geringste Körperhöhe zur größten 1 : 2,2, Kopflänge zur Körperlänge 1 : 3,2, Schnauze zum Auge 1 : 2, Auge zur Kopflänge 1 : 3,2. Schnauze mit einer medianen Leiste. Oberkiefer hinten verbreitert. Maulspalte reicht bis zur Vertikalen des hintern Augenrandes. Vorderrand des Präoperculums vertikal gestellt. Die Brust- flosse liegt auf gleicher Höhe mit dem Oberkiefer und reicht fast bis zur Vertikale des Afters. Die Rückenflosse beginnt kurz vor der Mitte des Körpers, hinter der Vertikale der Bauchflossen und reicht etwas über die Vertikale des Anfangs der Analflosse. Diese beginnt hinter der Mitte des Körpers und reicht etwas über die Vertikale der Eettflosse hinaus. Schuppen cykloid. Leuchtorgane: 1. am Kopf: ein Antorb. dorsal am \V»rderrande des Auges: entweder ist dasselbe groß oder klein, die Untersuchung von 2 Tieren zeigte, daß das Tier mit dem großen Antorb. ein $ war, dagegen das mit dem kleinen ein % aber es müßte ein größeres Material auf diesen Punkt hin untersucht werden, um die Frage sicher zu entscheiden, ob das Antorb. auch in der Größe nach dem Geschlecht wechselt. 2 am Vorderrand des Präoperculums übereinander, das dorsale größere auf der Höhe des ventralen Augenrandes, das ventrale kleinere auf der Hohe des Kieferwinkels: 3 Branchiostegalorgane. 2. am Rumpf: a) ventrale Reihe: PO 5 auf gleicher Hohe: IAO 2 schräg zueinander, (.las eine vorn an der ventralen Ecke der Basis der Brustflosse, das andere nur wenig tiefer und vor demselben, etwas hinter der Vertikale des 178 Die Tiefseefische. 179 zweiten PO; YO 4, nicht auf gleicher Höhe, das zweite ist etwas aus der Reihe dorsad gerückt, AO in 2 Gruppen, die erste Hegt ganz im Bereich der Analflosse, die zweite hinter ihr, die Zahl der AOant. schwankt zwischen 5 und 7 (6 ist die Regel), die Zahl der AO post. zwischen 2 und 3 (3 ist Regel), Pol 1 in der Seitenlinie, auf der Vertikale der Fettflosse oder etwas hinter ihr (Textfig. 90), Prc 2, das zweite nur sehr wenig höher als das erste, b) laterale Reihe: PLO schräg vor und über der Brustflosse, in der Mitte /wischen der Seitenlinie und der Prustflosse, etwas hinter der Vertikale des vordersten PVO; VLO in der Mitte zwischen der Seitenlinie und der Bauchflosse; SAO 3 in einer etwas nach vorn ausgebogenen steilen Schrägreihe, das unterste liegt in der Regel über dem After, das zweite etwas höher im gleichen Abstände wie das erste vom After, sehr wenig schräg, hinter dem ersten, das dritte in der Seitenlinie in etwas größerem Abstand vom zweiten, als dieses vom ersten, fast auf der Vertikale des Endes der Rückenflosse Fig. 90. Fig. 91. Dadurch, daß sich das unterste SAO etwas nach vorn oder etwas nach hinten verschieben kann, im ersten Fall bis über die Lücke zwischen dem dritten und vierten VO, im letzteren bis etwas hinter die Vertikale des Afters, kann die Reihe eine gerade und etwas weniger steile werden (Textfig. 90) oder sie wird noch etwas steiler als gewöhnlich (Textfig. 91). Leuchtplatten: Bei s (Textfig. 89) eine große suprakaudale, bei $ (Textfig. 90) eine kleine infrakaudale Leuchtplatte: bei Exemplaren, die weniger als 1,2 cm lang waren, war noch nichts von solchen zu sehen. Die Beschreibung weicht von der Garmax s in folgenden zwei Punkten ab: 1. Nach Garman soll das Auge viermal größer als die Schnauze sein: da seine Abbildung es aber nur zweimal größer zeigt, dürfte wohl ein Druckfehler vorliegen; 2. Garman erwähnt noch ein Leuchtorgan, welches interorbital liegen soll. Es handelt sich hier aber um das Parietalorgan, welches als ein schwarzblau umränderter weißlicher Fleck durch die Schädeldecke und die hier pigmentlose Haut durchscheint. Zahl der untersuchten Exemplare: 63, größtes 2,2 cm. 179 . o August Braver, Vdrkommcn: Stiller Ocean, Westküste Kaliforniens und Zentral-Amerikas, zwischen 7" und 27 ° 39' N.Br. (Albatroß). Atlantischer Ocean: Westküste Afrikas, Kap Verden (Valdivia, Stat. 39; 14" 39' 5" N.Br. 21" 51' X" W.L.); Sierra Leone (Stat 44: 5" 5' 3" N. Br. 13° 27' 5" W.L.); Golf von Guinea (Stat. 49: o° 20' 2" N. Br. 6° 45' W.L., Stat. 64: o° 25' 8" N. Br. 7 o' 3" O.L., Stat. 66: 3 55' S. Br. 7" 4s' 5" O.L.). Indischer Ocean: zwischen Neu -Amsterdam und Sumatra (Stat. 175: 26" 3' 6" S. Br. 93" 43' 7" O.L., Stat. 182: 10" 8' 2" S. Br. 97° 14' 9" O. L.); Bucht von Bengalen (Stat. 215: 7" i' 2" N.l'.r. 85 56' 5" O.L.); zwischen Ceylon und Cha-os Archipel (Stat. 217: 4" 56' N.Br. 78° 15' 3" O.L., Stat. 218: 2" 29' 9" N. Br. 76" 47' O.L, Stat. 221: 4 5' 8" S.Br. 73" 24' 8" O.L., Stat. 223: 6° 19' 3" S. Br. 73" 18' 9" O.L.); zwischen dem Chagos-Archipel und den Seychellin (Stat. 226: 4" 5' 8" S.Br. 70" i' 9" O. L., Stat. 228: 2 38' 7" S.Br. 65" 59' 2" O.L., Stat. 231: 3" 24' 6" S. Br. 58" 38' \" O.L., Stat. 232: 3" 26' 2" S.Br. 58 34' 2" O.L.); zwischen Seychellen und Sansibar (Stat. 235: 4" 34' 8" S.Br. 53 42' 8" O.L., Stat. 236: 4 38' 6" S.Br. 5 1 ° 16' 6" O.L, Stat. 237: 4" 45' S.Br. 48" 58' 6" O.L.); Nordostküste Afrikas sudl. von Sokotra und Golf von Aden (Stat. 268; 9 6' 1" N.Br. 53" 41' 2" O.L, Stat. 271: 13° 2' 8" N.Br. 46" 41' 6" O.L.). Maße: Körperlänge 2,1 Von der Schnauzenspitze sind entfernt: Größte Körperhöhe 0,5 die Bauchflossen 0,85 Geringste Höhe 0,225 die Rückenflosse 1 Kopflänge 0,65 die Analflosse 1,2 Schnauze 0,1 Breite der Basis der Rückenflosse 0,3 Auge 0,2 der .Analflosse 0,5 M. (Myctophuni) glaciale (Reinhardt). Scopelus glacialis Reinhardt 1837 p.110; 1838 p. 115; Nilsson 1832 p. 20; 1855p. 4S3; Kröyer 1846 — 49 p. 230; Gaimard 1S42 56 Taf. 16 Fig. 2; Günther 1859 — 70 V. 5 p. 407 ; 1887 p. rq6; Lütken i8q2 p. 250 Fig. 8; 1802a p. 203; Holt 1898 p. 552 Taf. 46 fig. 1—5, Taf. 47 (ig. 6 — 7. Scopelus Mülleri G11.1, 1 86 1 p. 53; Collett 1S75 p. 152; 1S78 p. 23; 1879 p. 84; 1880 p. 158; Goode u. Bean 1882 — 83 p. 222; Goode [884 Taf. 203; Lilljeborg 1891 V. 3 p. 20. Benthosema Mülleri GoodE u. Bean 1896 p. 76 Fig. 85; Jordan u. Evermann 1896 p. 574. Myctophum glaciale Jordan u. Gilbert 1882 p. 283; Collett 1003 p. 113; Smitt 1893 — 95 V. 2 p. 041 Fig. 235. Textfig. 92. P 11 — 12 V 8 D 12—14 A 16—19 Latl. 36 — 38. Größte flöhe des Korpers zu seiner Läng«: 1 :_|,3 — 4,7, geringste Körperhöhe zur größten 1:2,3, Kopflänge zur Körperlänge 1 : 3,2 — 3,5, Schnauze zum Auge 1 : 2,5, Auge zur Kopflänge 1 : 2,7 — 2,8. Der Oberkiefer ist hinten verbreitert. Die Maulspalte reicht bis zur Vertikale des hintern Augenrandes. Der Vorderrand des Präoperculums ist vertikal gestellt. Die Brustflosse liegt in der Mitte /wischen der Seitenlinie und dem Bauch und reicht über die Bauchflosse hinaus, aber nicht bis zum After. Die Rückenflosse beginnt eine ziemliche Strecke hinter ihr, kurz vor der Mitte des Körpers und endet fast auf der Vertikale, auf der die Mitte der Anal- flosse liegt. Letztere beginnt kurz hinter der Mitte des Körpers und endet auf der Vertikale der Fettflosse. Schuppen cykloid. 180 Die Tiefseefische. 181 Leuchtorgane: i. am Kopf: 2 kleine Antorb., das eine dorsal, das andere ventral am vordem Augenrand; 2 am Vorderrande des Präoperculums, das dorsale auf gleicher Hohe mit dem ventralen Rand des Auges, das ventrale auf der Hohe des Kieferwinkels, es ist kleiner, 3 Branchiostegalorgane. 2. am Rumpf: a) ventrale Reihe: PO 5 auf gleicher Hohe und in gleichen Abständen; PYO 2 schräg zueinander, das eine vorn an der ventralen Ecke der Basis der Brust- flosse, das andere etwas tiefer und vor dem ersten, fast auf der Vertikale des zweiten PO: VO 4, das zweite außer der Reihe, etwas mehr dorsal: AO in 2 Gruppen, die erste liegt ganz im Be- reiche der Analflosse, von der zweiten die ersten 2 Organe, AOant. 6, AO post. 7: Pol 1 nahe der Seitenlinie, eine ziemliche Strecke vor der Vertikale der Fettflosse: Prc 2, schräg zueinander, das zweite etwas unter der Seitenlinie, b) laterale Reihe: PLO schräg vor und über der Brust- flosse, etwas hinter der Vertikale des vorderen PVO; YLO in der Mitte zwischen der Seitenlinie und der Bauchflosse: SAO in einer sehr wenig steilen, ein wenig nach unten ausgebogenen Schrägreihe; das erste auf gleicher Hohe mit YLO, über der Lücke zwischen dem zweiten und Fig. 92. dritten VO, das zweite nur wenig höher als das erste und etwas vor der Vertikale des letzten VO, das dritte nahe der Seitenlinie, unter der Mitte der Rückenflosse. Leuchtplatten: Bei den von mir untersuchten 3 Exemplaren von 4,6 — 4,7 cm Länge aus dem Kopenhagener Museum waren keine zu erkennen. Vorkommen: Arktischer Ocean: Grönland (nach Lütken). Atlantischer Ocean: Nordküste Norwegens bei Aalesund (63" N.Br. 3 OL) und bei Hammerfest (71 59' N.Br. 1 1" 40' O. L.) (nach Collett); Faröer (Holt): Ostküste Nordamerikas, zwischen 35" und 42" N. Br. (Blake, Fish Hawk). Maße: Körperlänge 4,7 Von der Schnauzenspitze sind entfernt: Größte Körperhöhe 1,05 die Bauchflossen 1,7 Geringste Höhe 0,425 die Rückenflosse 2,3 Kopflänge 1,4 die Analflosse 2,5 Schnauze 0,2 Breite der Basis der Rückenflosse 0,7 Auge 0,5 der Analflosse 1,2 181 182 August Brauer, M. {Myctopluim) ftterotum (Alcock). Scopelus [Myctofhum) pterotus Alcock 1S90 p. 217. Scopdus pterotus Alcock 18Q9 p. 162 Taf. 9 fig. 3. Myctophum fibulatum Gilbert u. Cramer 1S96 p. 411 Taf. 3S Fig. 2 Gilbert 1905 p. 596. Text Hl P 12 — 1 1 V 8 Du 93. 94- 13 A 17 18 Latl. 34. Größte Höhe des Körpers zu seiner Länge 1 : 3,8, geringste Körperhöhe zur größten 1 : 2,4, Kopflänge zur Korperlänge 1 : 3, Schnauze zum Auge 1 : 3,5, Interorbitalraum zum Auge 1 : 1,4, Auge zur Kopflänge 1 : 3. Die Maulspalte reicht bis zur Vertikale des hintern Augen- randes. Der Oberkiefer ist hinten verbreitert. Der Vorderrand des PräoperciTlums ist vertikal f>g- 93- Fig. 94. gestellt. Die Brustflosse liegt in der Mitte zwischen der Seitenlinie und dem Bauch, ist sehr lang, sie reicht noch etwas über den Anfang der Analflosse hinaus. Die Rückenflosse beginnt etwas hinter der Bauchflosse, fast auf der Mitte der Körperlänge und endet über den ersten Strahlen der Analflosse. Diese beginnt etwas vor dem Ende des zweiten Körperdrittels und endet unter der Fettflosse, die Bauchflosse reicht bis zum After. Schuppen cykloid. Leuchtorgane: 1. am Kopf: ein kleines Antorb. dorsal am Vorderrand des Auges; 2 am Vorderrand des Präoperculums übereinander, das dorsale fast auf der Höhe des ventralen 3 Branchiostegalorgane. am Augenrandes, das ventrale kleiner und nahe dem Kieferwinkel: Rumpf: a) ventrale Reihe: PO 5, das letzte an der Basis der Bauchflosse etwas höher als die übrigen: PVO 2 schräg zueinander, das eine vorn an der ventralen Kcke der Basis der Brustflosse, das andere vor dem ersten und ein wenig tiefer, ein wenig hinter der Vertikale des zweiten PO: VO 4, das zweite aber ganz außer der Reihe, fast (Textfig. 94) oder (Textfig. 93) ganz über dem ersten VO, fast auf gleicher Höhe mit dem hintern PVO: AO in zwei Gruppen, die erste ganz 182 Die Tiefseefische. 183 und von der zweiten das erste im Bereich der Analflosse; AO 5 — 6 -f 4 — 5 (S + 5 bei einem Exemplar, 6 + 5 bei 4 und 6 + 4 bei 3 Exemplaren); Pol 1 in der Seitenlinie auf der Vertikale des Anfangs der Fettflosse; Prc 2, schräg zueinander, das zweite sehr nahe der Seitenlinie, b) laterale Reihe: PLO schräg vor der Brustflosse, höher als sie, auf derselben Vertikale wie das erste PVO; VLO viel näher der Seitenlinie als der Bauchflosse: SAO 3 in einem stumpfen Winkel, das vorderste über dem zweiten VO, in der Regel viel höher als das zweite VO, zu- weilen aber (Textfig. 93) fast auf gleicher Höhe mit diesem, das zweite in der Regel auf gleicher Höhe mit dem ersten SAO, das dritte in der Seitenlinie, auf derselben Vertikale wie das Ende der Basis der Rückenflosse. Leuchtplatten: 3 oder 4 suprakaudale Platten (ein solches Exemplar, das daraufhin untersucht wurde, war ein $); da die von Alcock untersuchten etwa 5 cm langen Exemplare keine Platten besaßen und nach seiner Angabe reife 5 waren, so scheinen bei dieser Art nur die j Leuchtplatten zu haben. Kleine Exemplare unter 1 cm Länge ließen noch nichts erkennen. Fundort: Stiller Ocean, Sandwich-Inseln (3 Exemplare aus dem Hamburger Museum und Albatroß). — Indischer Ocean: Bucht von Bengalen, Andamanen-See (Investigator) ; Bucht von Bengalen (Yaldivia, Stat. 215: 7" \' 2" N.Br. 85 ° 56' 5" O.L.); Chagos-Archipel (Stat. 221: 4° 5' 8" S.Br. 73" 24' 8" O.L.); Seychellen (Stat. 230: 2 I, 4 3 / S" S. Br. 6i° 12' 6" O.L.; Stat. 235: 4 U 34 / S' / S. Br. 53" 42' S" O. L.). Südatlantischer Ocean, südlich von Kapstadt (Valdivia, Stat. 117: 37° 3 P 2" S.Br. 17 P 6" O.L.). Zahl der Exemplare: 6 von der Expedition, außerdem 3 aus dem Hamburger Museum. Größtes 6,1 cm. Maße: Körperlänge 3,1 Interorbitalraum 0,25 Größte Körperhöhe 0,8 Von der Schnauzenspitze sind entfernt: Geringste Höhe 0,33 die Bauchflossen 1,25 Kopflänge 1,05 die Rückenflosse 1,5 Schnauze 0,1 die Analflosse 1,75 Auge 0,35 Breite der Basis der Rückenflosse 0,45 der Analflosse 0,65 M. {Myctophuni) Benoiti (Cocco). Scppclus Baioisti Cocco 1838a p. 12 Taf. 2 Fig. 4. Scopelus Benoiti Bonaparte 1832 — 41 V. 3 Fase. 27 Fig.; Günther 1859 — 70 V. 5 p. 406; Canestrini 187 i — 72 p. 123; Doderlein 1S78 — 79 p. 54; Leydig 1881 p. 55 Taf. 6 Fig. 38; Giglioli 1SS0 p. 40; Raffaele 1880 — 91 p. 181 Taf. 7 Fig. 2; Moreau 1S91 p. 101 ; Lütken 1892 p. 256 Fig. 14; CÄrus 1889 — 03 p. 564. Myctophum Benoiti Goode u. Bean 1896 p. 74 Fig. 83; Jordan u. Evermann 1896 p. 573. Textfig. 95. P 14 — 15 V 8 D 12 — 14 A 17 — 19 Latl. 39 — 40. Größte Höhe des Korpers zu seiner Länge 1 : 4,3, geringste Körperhöhe zur größten 1 ; 3, Kopflänge zur Körperlänge 1 : 2,8, Schnauze zum Auge 1 : 2, Interorbitalraum zum Auge 1 : 1,9, Auge zur Kopflänge 1 : 2,5. Die Maulspalte reicht bis zur Vertikale des hintern Augen- randes. Der Oberkiefer ist hinten verbreitert. Der Vorderrand des Präoperculums ist vertikal 183 i8 4 August Brauer, gestellt. Die Brustflosse liegt viel näher der Seitenlinie als der ventralen Bauchwand, sie reicht bis zum After. Die Rückenflosse beginnt kurz hinter der Vertikale der Bauchflossen, etwas vor der Körpermitte und endet über den ersten Strahlen der Anal flösse. Diese beginnt hinter der Körpermitte, aber vor dem Ende des zweiten Körperdrittels und endet auf der gleichen Vertikale, auf der das Ende der Basis der Fettflosse liegt. Die Bauchflosse reicht bis zum After. Schuppen cykloid. Leuchtorgane: i. am Kopf: 2 kleine Ant